03 Psyche 21.10

Vorlesungen am Nachmittag

Vorlesungen am Nachmittag


K. H.
Diese Lernkarten behandeln die Anwendung und Wirkungsweise von Antidepressiva, insbesondere MAO-Hemmer, SSRIs und andere Klassen, im universitären Kontext. Sie decken Themen wie Dosierung, Indikationen, Nebenwirkungen und spezifische Empfehlungen ab. Patienten und Medizinstudenten profitieren von den detaillierten Informationen zur Therapie depressiver Störungen und Stimmungsstabilisierung.
Cartes-fiches
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Utilisateurs
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Langue
Allemand
Catégorie
Médecine
Niveau
Université
Créé / Mis à jour
22.10.2015 / 06.11.2015

Cartes-fiches

Wie wirken MAO-Hemmer?

Intrazelluläres MAO: Abbau konkurriert mit Speicherung in Vesikeln

Biogene Amine wie Noradrenalin, Dopamin und Serotonin werden durch

die MAO abgebaut

Extrazelluläres MAO trägt zusatzl. zur Rückaufnahme und Inaktivierung bei

Aktivierung postsynaptischer Rezeptoren

 

MAO-Hemmer blockieren die Monoaminoxidase(irreversibel oder reversibel)

->Folge: der Aminspiegel(Noradrenalin und Serotonin) im sub-synaptischen Spalt fällt langsamerab, die Wirkung hält länger an

 

Weil intrazellulär weniger abgebaut wird, kann mehrgespeichert werden: der Aminspiegel in den Vesikeln steigt daher auch an

Folge: exocytotisch wird mehr Amin Ausgeschüttet, verstärkte Aktivierung

MAO-Inhibitoren: MAO-A und MAO-B MAO-Hemmer

Nicht-selektiv (MAO-A und -B, irreversibel): Tranylcypromin

-Indikation: Depressive Syndrome

MAO-A-selektiv, reversibel:

Moclobemid

-Indikation: Depressive Syndrome (soziale Phobie im Rahmen eines therapeutischen Gesamtkonzeptes)

-Therapeutische Dosis: hemmt MAO-A zu 80%, -B zu 30%

MAO-B-selektiv:, irreversibel

Selegilin, Rasagilin

-Indikation: Morbus Parkinson-ohne antidepressive Wirkung

Was ist der Cheese-Effekt bei MAO?

Tyrosin wird in Tyramin umgewandelt

Bei einer gleichzeitig vorliegenden Medikation mit unselektiven MAO-Hemmern kann die Ingestion im Zuge der Hemmung seines Abbaus zu einer Anreicherung des Tyramins mit gegebenenfalls stark ausgeprägter Kreislaufwirkung bis hin zur hypertensiven Krise, unter Umständen mit fatalen Folgen, führen

 

MAO-Hemmer

  • Tranylcypromin MAO-A u. B
  • Moclobemid MAO-A

Klasse 5 der Antidepressiva

Melatonin-Agonist

-Agomelatin

Wieso braucht man Melatonin bei Depression?

Nächtlicher Melatonin-Peak fehlt bei Depressiven

Deregulation des circadianen Rhythmus

Agomelatin als Melatonin-Substitution

Johanniskraut

-> Leichte depressive Störung

Hyperforin induziert CY3A4 àSpiegel anderer Arzneimittel ââ

Was ist die Neurotransmitter-Rezeptor-Hypothese?

Antidepressivum blockiert Neurotransmitter-Rückaufnahme, daher ist mehr Neurotransmitter im synaptischen Spalt

Der Neurotransmitter-Anstieg bewirkt eine Abnahme der Rezeptordichte (downregulation)

Antidepressiva-Wirkung auf Genexpression

Antidepressivumbewirk erhöhte Verfügbarkeit eines monoaminergen Neurotransmitters

->Verminderte Rezeptor-Synthese

->Verminderte BDNF-Synthese ->Neurogenese

->Gesteigerte Synthese verschiedener Proteine

Behandlung mit Psychopharmaka

 

4 Phasen

1.AkutBehandlung

TCA: man muss einschleichend dosieren; SSRI: man kann

2.  ErhaltungsTherapie

Gleiche Dosis wie zur Erzielung der Symptomfreiheit für 4-9 Monate

3.  Absetzen 

Dosisreduktion in kleinen Schritten über 4 Wochen Dosisreduktion in kleinen Schritten im Abstand von 2 Wochen

4. RezidivProphylaxe

 Mindestens 2 a bei 2 oder mehr depressiven Ep. Dosis wie Akutth.

Welches Antidepressivum kann ich nehmen?

Alle etwa gleich wirksam: Auswahl primär nach UAW

-Sedierung erwünscht oder unerwünscht

-Spezifische Kontraindikationen?

SSRIs sind besser verträglich als TCAs oder MAO-Hemmer

Leichte bis mittelschwere Depression -Therapie

  • Johanniskraut?Arzneimittel-Interaktionen beachten
  • SSRI
  • Unterschiede zwischen Placebou nd Antidepressiva sind statistisch nicht nachweisbar, sodass nur sehr wenige Patienten von einer Behandlung mit Antidepressiva profitieren dürften

Mittelschwere -schwere Depression mit vitalen Symptomen- Therapie

  • SSRI, z.B. Citalopram(selektivster SSRI) oder Sertralin
  • Zunahme von motorischer Unruhe, Angst und Agitiertheit

Der Wirkunterschied zwischen Antidepressiva und Placebo ist hier ausgeprägter, dabei den schwersten Formen bis zu 30% der behandelten Patienten über die Placeborate hinaus von Antidepressiva profitieren

Bei Unruhe, Schlaflosigkeit, zur Latenz-Überbrückung

  • Benzodiazepinzusätzlich z.B. Bromazepam,Clonazepam: bei beginnender Remission ausschleichen!
  • Alternativ: Mirtazapinalleine [oder sedierendes TCA alleine (Amitriptylin, Doxepin

Wo ist der Unterschied zwischen Antidepressiva und Placebo?

Antidepressiva führen nichtzu einer schnelleren Besserung als Placebo. Antidepressiva stoßen jedoch den Heilungsprozess bei wesentlich mehr Patienten an als Placebo (zusätzliche 10-30 % bei mittelschweren bis schweren Depressionen). Bei adäquater Dosierung setzt die Wirkung der Antidepressiva rasch ein: bei 70 % aller gebesserten Patienten innerhalb der ersten beiden Wochender Behandlung

Was ist Augmentation?

Zugabe eines anderen Präparates, wenn das eine Präparat nicht wirkt, nach ca 3 Wochen

Was ist Switching?

Ein Medikamentenwechel bei unwirksamkeit des ersten Medikamentes

Suizidales Denken und Verhalten unter Antidepressiva

5 Suizide unter 40.000

-> Antidepressiva haben substantiellen Nutzen bei sehr schweren Depressionen

 

-> steigert Anfangs die Suizidgedanken

Erster Therapieversuch erfolglos, was nun?

50% sprechen bei erster Gabe auf erstes Antidepressivum an:

20% Abbruch wegen UAW,

30% sprechen nicht an

Kein Ansprechen nach 4 Wochen auf SSRI Maximaldosis: neuer Versuch mit beliebigem anderen Antidepressivum z.B. Sertralin, Velafaxinoder Bupropion: Besserung bei jedem 4. Patienten unabhängig vom Antidepressivum

Li+, der klassische Stimmungsstabilisator

Lithiumsalze(z.B. Lithiumcarbonat; Hynorex®retardu.a.) werden neben Carbamazepin, Oxcarbazepin, Valproinsäure und atypischen Neuroleptika zur Gruppe der sog. Stimmungsstabilisatoren(mood stabilizers“) gerechnet Lithiumsalze eignen sich sowohl zur Prophylaxe manisch depressiver und schizoaffektiver Psychosen als auch zur Therapie manischer Phasen

Mit dem Wirkungseintritt von Lithiumsalzenbei manischen Phasen ist nach etwa 1 Woche zu rechnen

Wann sind Lithiumsalze indiziert?

Manie: Beginn in hoher Dosierung (30-40 mmol/Tag), Ziel Plasmaspiegel 0.8-1.2 mmol/L. Wirkungseintritt: 6-10 Tage-Psychotische Symptome: zusätzlich Neuroleptika-Erregung: zusätzlich Benzodiazepine

 

Rezidivprophylaxe: Beginn in niedriger Dosierung (10-20 mmol/Tag), Ziel Plasmaspiegel 0.5-0.8 mmol/L-bei 1. Manie (WHO: nach 2. Episode)-bei manisch-depressiver Erkrankung-Rezidivprophylaxe bei (unipolarer) Depression (oder: Antidepressivum in therapeutischer Dosierung)-Rezidivprophylaxe bei schizoaffektiver Erkrankung-Wirkungseintritt: 6-12 Monate

 

Lithium-Augmentation: Li+zusätzlich zu Antidepressivum

 

Akute thyreotoxische Krise: Thyroxin-Abgabeâ, dadurch sofort einsetzende „thyreostatische“Wirkung

UAW Lithiumsalze

Geringe therapeutische Breite: daher individuelle Dosierung und Plasmaspiegel-Kontrollen

UAW (auch bei exakter Einstellung)

-Feinschlägiger Tremor àß-Blocker wie Propranolol

-Gastrointestinale Störungen-Polyurie, Durstgefühl, Müdigkeit

-Leukocytose

-vorübergehende EKG-Veränderungen

-Gewichtszunahme

-Thyreostatischer Effekt: T3/T4âàTSHáà10% euthyreote Struma (Gabe von T3)

Stoffwechselrisiken Lithiumsalze

Ausscheidung: fast rein renal, nach glomerulärer Filtration zu 70-80% rückresorbiert

Bei Rückresorption konkurrieren Na+und Li+: bei Na+-Mangel wird mehr Li+rückresorbiert àgefürchteter Anstieg des Li+Serumspiegels

Risiken: "Na+-Mangel" durch Diuretika, starkes Schwitzen, salzarme Kost

Zahlreiche NSARs (Diclofenac, nicht jedoch ASS) verringern Li+-Ausscheidung

Lithium-Vergiftung: Grobschlägiger Tremor, Erbrechen,  Durchfall, Krampfanfälle, Koma-Therapie: forcierte Diurese

Therapien der Manie

Bild

Welche Empfehlungsgrade macht die Leitlinie S3?

A(starke Empfehlung) (hier wird formuliert: „soll“ eingesetzt o.ä. werden) -

B(einfache Empfehlung) (hier wird formuliert: „sollte“ eingesetzt o.ä. werden) -

0(Null) (Empfehlung offen) (hier wird formuliert: „kann“ eingesetzt o.ä. werden). -

KKP Eine Empfehlung nach klinischem Konsens wurde in Fällen formuliert, in denen z. B. Studien auf Grund ethischer Überlegungen nicht zu erwarten sind oder solche methodisch nicht umzusetzen sind. KKP ist als gleichwertig gegenüber den evidenzbasierten Empfehlungsgraden A bis 0 zu betrachten, die Art der Formulierung drückt die Stärke der Empfehlung aus

Étudier