Wirtschaft und Recht
Allgemeine Vertragslehre und Vertragsrecht
Allgemeine Vertragslehre und Vertragsrecht
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Cartes-fiches
Definition Obligationen
Schuld- Forderungsverhältnis zwischen 2 oder mehreren Personen (Schuldner und Gläubiger)
Entstehungsgründe für eine Obligation
1. Durch Vertrag (übereinstimmende Willensäusserung)
2. Durch unerlaubte Handlung
3. Durch ungerechtfertigte Bereicherung
Gegenseitig übereinstimmende Willensäusserung
Vereinbarung oder Abmachung zweier Personen. Käufer verpflichtet sich, denn Preis zu zahlen, Verkäufer muss die Ware überreichen.
Unerlaubte Handlung
Schaden wird von einer Pers. verursacht, dieser muss ersetzt werden. Obligtion entsteht ungewollt. Der Geschädigte muss entstandenen Schaden beweisen.
Bei Sachschaden: Reparatur oder Ersatz
Personenschaden: Heilungskosten oder Schmerzensgeld
Ungerechtfertigte Bereicherung
Wenn man eine Vermögenszuweisung erhält, die einem nicht zusteht, ist man verpflichtet diese zurückzuerstatten. Es gibt 3 Möglichkeiten von Vermögensverschiebungen ohne gültigen Rechtsgrund:
- Vermögenszuwendung ohne gültigen Rechtsgrund
- Vermögenszuwendung aus einem nicht verwirklichten Rechtsgrund
- Vermögenszuwendung aus einem nachträglich weggefallenen Rechtsgrund
Ein- zweiseitiges Rechtsgeschäft
uasdrückliche oder stillschweigende Willensäusserungen mit Rechtswirkungen. Beim einseitigen Rechtsgeschäft reicht eine Person zur Entfaltung von Rechtswirkungen. Beim zweiseitigen Rechtsgeschäft braucht es die gegenseitige Willensäusserung von zwei oder mehr Parteien.
Ein- Zweiseitiger Vertrag
Beim zweiseitigen Vertrag entstehen zwei Obligationen, z.B. beim Kaufvertrag.
Bei den einseitigen Verträgen wird nur eine Partei zu einer Leistung verpflichtet, z.B. Kaufvertrag.
Definition Konsens
Es liegt eine gegenseite und übereinstimmende Willensäusserung vor.
OR 1:
- Art. 1 1 Zum Abschlusse eines Vertrages ist die übereinstimmende gegenseitige Willensäusserung der Parteien erforderlich. 2 Sie kann eine ausdrückliche oder stillschweigende sein.
Antrag
Ein Antrag ist unverbindlich oder verbindlich.
- Verbindlich befristet (OR 3)
- Verbindlich unbefristetanwesend (OR 4)
- Verbindlich unbefristet abwesend (OR 5)
- Unverbindlich (OR 7)
Annahme
Eine Annahme ist verbindlich.
Bsp: Jemand nimmt eine Offerte an
Wer legt den Inhalt eines Vertrages fest?
Die beteiligten Parteien können den Inhalt selbst festlegen.
Wann ist ein Vertrag gültig?
Wenn die Phase 1 erreicht ist:
- OR 1: Art. 1 1 Zum Abschlusse eines Vertrages ist die übereinstimmende gegenseitige Willensäusserung der Parteien erforderlich. 2 Sie kann eine ausdrückliche oder stillschweigende sein.
- Handlungsfähigkeit der Personen der Vertragsparteien
- Form eingehalten
- Zulässiger Vertragsinhalt
Wann ist ein Vertrag anfechtbar?
Wenn ein Willensmangel vorliegt:
- Übervorteilung
- absichtliche Täuschung
-Irrtum
Furchterregung
Wann ist ein Vertrag ungültig?
Wenn ein Punkt der Frage 1 nicht erfüllt ist.
Übervorteilung
Total unangemessenes Preis-Leistungsverhältnis (OR 21 Abs.1)
Bsp: Ich muss das 5-fache des normalen Preises bezahlen
absichtliche Täuschung
Manipulation von irgendetwas (OR 28 Abs.1)
Bsp: VW-Abgasskandal
Irrtum
Bsp: Ein teures Kunstwerk stellt sich als billige Kopie heraus, obwohl Käufer von der Echtheit ausgegangen ist (OR 23 f)
Furchterregung
Jemand wird bedroht, erpresst (OR 29 f)
Juristische Personen
Kann eine Personenvereinigung oder Vermögensmasse sein
- Juristische Personen des privaten Rechts: eingetragener Verein, BMBH, Aktiengesellschaft oder eingetragene Genossenschaft
- Juristische Personen des öffentlichen Rechts: Rechtssubjekte (Träger für Recht und Pflicht) = Bund, Land und Gemeinden
Natürliche Personen
Jede Person als einzelner
- Personen von der Geburt bis zum Tod (ZGB 31)
- Besitzen die Rechtsfähigkeit
Personenrecht
- Personen sind Träger von Rechten und Pflichten
- Das Personenrecht ist hauptsächlich im ZGB geregelt
- Personenrecht ist privates Recht
Volle Handlungsfähigkeit
Urteilsfähig und Volljährig
Beschränkte Handlungsunfähigkeit
Urteilsfähig, aber nicht Volljährig
Beschränkte Handlungsfähigkeit
Eingeschränkte Urteilsfähigkeit, aber volljährig
Volle Handlungsunfähigkeit
Nicht Handlungsfähig und nicht Volljährig
Welche Form muss ein vertrag haben?
Brauchen keine besondere Form, ausser das Gesetz schreibt eine vor (OR11).
Formfreier Vertrag
Entsteht lediglich durch gegenseitige Willensäusserung; kann auch mündlich oder stillschweigend erfolgen.
Einfache Schriftlichkeit
Vorgehen muss schriftlich von beiden Vertragsparteien festgehalten werden (handschriftlich oder elektronisch)
Qualifizierte Schriftlichkeit
Amtlich genemigtes Formular; bestimmte Vertragspunkte müssen enthalten sein; Unterschrift der Vertragsparteien (handschriftlich oder elektronisch)
öffentliche Beurkundung
Muss von einer berechtigten Urkundeperson beglaubigt werden, diese setzt Vertrag auf und unterschreibt zusätzlich
Eintrag in ein öffentliches Register
Gültigkeit durch Eintragung ins öffentliche Register
Was bedeutet KWIPF?
- Konsens: Gibt es eine gegenseitig übereinstimmende Willensäusserung?
- Willensmangel: Wird der Vertrag wegen allfälligen Willensmängel nicht angefochten?
- Inhalt: Respektiert der Vertragsinhalt die Rechtsetzung?
- Personen: Sind die betroffenen Parteien handlungsfähig?
- Formvorschriften: Werden die Formvorschriften beachtet?
Bei welchem Inhalt ist ein Vertrag nichtig?
Ein Vertrag ist nichtig, wenn (OR 20):
- Der Vertragsinhalt objektiv unmöglich ist
- Der Vertragsinhalt rechtswiedrig ist
- Die vereinbarte Leistung gegen die guten Sitten verstösst
Sicherungsmittel zum erfüllen eines Vertrages
- Realsicherheiten (R): Es haftet eine Sache oder eine Geldsumme
- Personalsicherheiten (P): Es haftet das Vermögen einer natürlichen oder juristischen Person
Kaution
- Realsicherheit (R)
- Ist die Hinterlegung einer Geldsumme, welche der Sicherheit des Gläubigers dient.
- Kann auch von Drittpersonen wie Banken oder Versicherungen geleistet werden
Konventionalstrafe
- Personalsicherheiten (P)
- Vertragsstrafe, die bezahlt werden muss, wenn der Vertrag verletzt wurde
- Die Verletzung muss vom Gläubiger bewiesen werden
- Die Vertragsparteien können die Höhe selbst im Vertrag festlegen. Ist die Höhe überrissen, kann ihn ein Richter hinabsetzen
Unterschied zwischen der Kaution und der Konventionalstrafe
- Kaution: Geld muss im Voraus bezahlt werden, sicher für den Gläubiger
- Konventionalstrafe: Gläubiger ist auf die Zahlungsfähigkeit des Vertragsbrüchigen angewiesen, ist für den Gläubiger nicht sicher
Reugeld
- Realsicherheit (R)
- Preis, welcher von der ausstretenden Vertragspartei an die andere Partei gezahlt werden muss
- Muss im Vorfeld ausdrücklich vereinbart werden
Retentionsrecht
- Realsicherheit (R)
- Auch Zurückbehaltungsrecht genannt
- Recht des Gläubigers, eine dem Schuldner gehörende Sache zur Sicherung einer bestehenden Forderung zurückzubehalten
Welche Punkte müssen für das Retentionsrecht erfüllt sein?
- Es muss sich um eine bewegliche Sache oder ein Wertpapier handeln
- Die Forderung muss fällig sein
- Das Objekt muss mit dem Willen des Schuldners im Besitz des Gläubigers sein
- Direkter Zusammenhang zwischen Forderung und Gegenstand