VL 14.2 (Linzmajer) - Prozesse auf der Supply Chain Seite
SCM 22.04.15: Efficient Administration, Efficient Replenishment und CPFR (ab Folie 20)
SCM 22.04.15: Efficient Administration, Efficient Replenishment und CPFR (ab Folie 20)
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Flashcards
ECR-Aktivitäten auf der Supply-Side: Efficient Replenishment (Effiziente "Nachfüllung")
(Idee/Ziel und 4 Ansatzpunkte)
Efficient Replenishment zielt darauf ab, Vorratsbestände und Bestellungen zu verringern sowie Lagerstufen und Verkaufsstellen im Sinne einer Just-in- Time-Konzeption zeitnah zu versorgen.
Ansatzpunkte sind
– Transportoptimierung
– Prozesszeitenreduzierung
– Bestandsreduzierung
– Produktverfügbarkeit (Reduktion von Out-of-Stock)
über alle Stufen der Hersteller- und Handels-Supply Chain hinweg.
Streckenbezug und zentrale Umschlagplätze: optimierte Lagerzeit durch Transit und Cross Docking
- (Bedeutung und Vorteil Streckenbezug
- Ziel von Zentrallagern
- Definition Transit & Cross Docking)
Beim Streckenbezug erfolgt eine Direktlieferung zur Verkaufsstelle durch volumenstarke Hersteller (Direct store delivery). Geeignet ist diese Form für schnell drehende Ware bei grossflächigen Betriebstypen. Die Tourenplanung und das Rampenmanagement stellen jedoch Herausforderungen dar.
Zentrallager baut der Handel verstärkt mit der Zielsetzung einer bestandsarmen bis hin zur bestandslosen Lagerhaltung auf, wobei die Methoden des Cross Docking und Transit vermehrt zum Einsatz kommen.
Transit auf Zentrallagerstufe basiert auf einem bestandslosen Lagerbereich:
Sortenreine Waren der Hersteller, wie z.B. vorkommissionierte Aktionsartikel werden dabei ohne jede Manipulation durch das Lager geschleust
Cross Docking kann auf Zentrallager- oder Regionallagerstufe erfolgen: Im Gegensatz zum Transit erfolgt eine Feinkommissionierung auf Filialebene
CPFR: Collaborative Planning, Forecasting and Replenishment.
(Definition)
ECR Europe definiert CPFR als "...eine branchenübergreifende Initiative, die das Verhältnis Vorlieferant-Hersteller-Händler durch gemeinsam geführte Planungsprozesse und geteilte Informationen verbessern soll."
CPFR baut auf den Prinzipien des Vendor-Managed-Inventory (VMI) auf.
Anwendungsbeispiel: CPFR bei Wal-Mart
Wal-Mart arbeitet mit Lieferanten (z.B. Sara Lee und P&G) zusammen, um in Echtzeit über das Internet gemeinsam Verkaufsprognosen zu erstellen und daraus abgeleitet den Warennachschub zu planen.
Dazu gibt Wal-Mart aktuelle Verkaufsdaten pro Filiale, aktuelle Lagerbestandsdaten und Kundendaten an seine Lieferanten weiter.
Der Informationsaustausch über die CPFR-Software "Retail-Link" entwickelte sich zum Wachstumstreiber von Wal-Mart.
Im Jahre 2000 wurden über Retail-Link ca. 120.000 Abrufe/Woche von ca. 7.000 Lieferanten (ca. 90% der Wal-Mart Lieferanten) getätigt.
Die Implementierung von Retail-Link ist aber mit hohen Investitionen in Form von Zeit und Geld verbunden, was vor allem für kleinere Lieferanten eine Herausforderung darstellt.
"People think we got big by putting big stores in small towns. Really, we got big by replacing inventory with information."
Sam Walton, Founder of Wal-Mart
Typischer Nutzen einer CPFR-Einführung
(Vorteile für Händler und für Hersteller)
Vorteile für Händler:
Bessere Regalauslastung 2% - 8%
Geringerer Lagerbestand10% - 40%
Höherer Umsatz 5% - 20%
Geringere Logistikkosten 3% - 4%
Vorteile für Hersteller:
Schnellere Wiederauffüllung 12% - 30%
Geringerer Lagerbestand 10% - 40%
Höherer Umsatz 2% - 10%
Besserer Kundenservice 5% - 10%
Shelf Ready Packaging
Auf den Regalservice und das Nachfüllen mit Ware entfallen gut 30% der gesamten Filialkosten.
Regalgerechte Verpackungen (Shelf Ready Packaging) sollen nicht nur Schutz der Produkte und ein einfaches Handling, sondern zugleich eine für den Kunden attraktive Warenpräsentation und ein einfaches, unkompliziertes Einkaufen ermöglichen.
Eine effizient gestaltete, regalgerechte Verpackung bietet in der Logistik Vorteile bei Transport und Lagerung, sie bietet Optimierungspotenziale für die Gestaltung der Filialprozesse sowie durch zunehmende gestalterische Möglichkeiten des Designs einen erheblichen Marketingnutzen.
Nach Tests von Carrefour verbessert Shelf Ready Packaging auch die Warenverfügbarkeit. So konnte die Out of Stock Rate in Pilot-Märkten um beachtliche 34 Prozent gesenkt werden.
Gegenüber klassischen Umverpackungen können pro Shelf Ready Umkarton laut Angaben von Procter&Gamble mindestens 5 cent gespart werden. Der Handel verräumt jährlich rund 76 Mrd. Transportkartons. Es geht um hohe Summen.
Bei Discountern wie Aldi oder Lidl ist Shelf Ready Packaging schon seit langem ein Thema – allerdings ohne dass der Begriff benutzt wurde.
Aus Sicht der Hersteller problematisch an Shelf Ready Packaging sind jedoch individuelle Anforderungen der Händler wie bspw. unterschiedliche Farbcodierungen oder unterschiedliche Grössen je nach Vertriebsschiene.
Die Industrie hofft auf die Einführung von weiteren Standards, die bspw. die im europäischen Handel stark divergierende Regaltiefe und –grösse vereinheitlichen.
Im Food-Frische-Bereich wird am meisten SRP verwendet (63.6%), gefolgt vom Food-Trockensortiment (59.8%). Bei Non-Food-I (Drogerieartikel) sind es nur 28.4%