Block 1


T. DO.
Diese Lernkarten bieten eine grundlegende Einführung in die technischen Versicherungen, mit Fokus auf Schadenregulierung, Versicherungssummen und Prämienberechnung. Sie decken Themen wie Schadenermittlung, Obliegenheiten des Versicherungsnehmers und verschiedene Prämienbestandteile ab. Ideal für Einsteiger in der Finanzbranche, die sich mit den Grundlagen der technischen Versicherungen vertraut machen möchten.
Karten
58
Lernende
2
Sprache
Deutsch
Kategorie
Finanzen
Stufe
Grundschule
Erstellt / Aktualisiert
21.12.2014 / 04.04.2016

Lernkarten

Welchem Verband sind die technischen Versicherungen in der Schweiz angeschlossen?

SVV (schweizerischer Versicherungsverband

Wie heisst die international tätige Organisation der technischen Versicherungen?

IMIA (International Association of Engineering Insurers)

Welche Sparten der technischen Versicherungen zählen zu den Kurzfristversicherungen?

  • Montage
  • Bauwesen
  • Maschinengarantieversicherung

Weshalb müssen bei den technischen Versicherungen zu den versicherten Objekte im Antrag präzise bezeichnet weredn?

  • Für die Prämienermittlung (underwriting)
  • Damit im Schadenfall die entsprechende Maschine genau identifizierbar ist, auch wenn vom selben Typ mehrere gleiche Maschinen vorhanden sind

Worin bestehen die zwei Unterschiede zwischen einer Deckungserweiterung und einer Zusatzversicherung?

  • Deckungserweiterung schliesst eine zusätzliche Gefahr in die Grunddeckung ein. Somit meist Deckungserweiterung zum Vollwert der vers. Sachen wie zb. Einschluss Feuer, Elementar
  • Zusatzversicherung sind meist für Sachen, die nicht direkt mit dem Objekt verbunden sind und mit einer VS nach freiem Ermessen mitversichert werden. z.b. Einschluss Aufräumungs und Bergungskosten

Weshalb ist die Ermittlung der MPL für eine Versicherungsgesellschaft wichtig?

Wegen der Vertragskapazität aus dem Rückversicherungsvertrag und der Beurteilung der übernommenen Verpflichtungen aus Versicherungsverträgen

Zu welcher Zeit wurden in der Schweiz die ersten techn.Versicherungen abgeschlossen?

1904 erstellte die Schweizerische National die 1. Maschinenversicherung

In welchen Industriegruppen wurden in der CH die ersten techn. Versicherungen abgeschlossen?

Elektrizitätswerke

Welche Sparten (Produkte) zählen zu den technischen Versicherungen?

  • Maschinenversicherung
  • Maschinen-BU-vers.
  • Maschinengarantievers.
  • Maschinenkaskovers.
  • Montagevers.
  • Bauwesenvers.
  • Versicherungen für elektronischen Datenverarbeitungsanlagen

Wie hoch ist ca. das jährliche Prämienvolumen aller Vers.gesellschaften im Bereich der techn. Versicherungen in der CH?

Ca. CHF 320 Mio.

In welcher Sparte der technischen Versicherungen wird der grösste Prämienanteil generiert?

Maschinenversicherung ca. 45%

Worin liegen die Hauptvorteile und die Beweggründe zum Abschluss einer techn. Versicherung?

Sicherung des Investitionskapitals gegen Folgen von technischen Schäden an den versicherten Objekten und dadurch geringere Bildung von Reserven sowie steuerliche Vorteile

Welcher Versicherungsart sind die technischen Versicherungen zuzuordnen?

Sachversicherung
BU und Mehrkostenvers. zählen zu den Vermögensversicherungen

Wozu dient ein Versicherungsantrag?

Der Antrag bildet die Basis für den Versicherungsvertrag. Er enthält alle Informationen für die Risikobeurteilung und das Erstellen einer Police

Wie wird beurteilt ob es sich bei einem Schaden um einen Teil- oder Totalschaden handelt?

Wenn die Reparaturkosten den Zeitwert übersteigen handelt es sich um einen Totalschaden

Nenne die wichtigsten Kriterien für die Risikobeurteilung

  • Wahrscheinliche Schadenszenarien
  • Eintretenswahrscheinlichkeit, Häufigkeit, Schadenverlauf
  • Höchstschadenpotenzial
  • Reparaturmöglichkeiten, Vertretungen, Servicenetz des Herstellers
  • Katalogpreis inklusive aller Montagekosten
  • Mögliche Folgen aus Schäden
  • Alter, Herstellerland, Qualitätsstandard, Prototyp
  • Ortsspezifische Faktoren wie Standort, techn. Gefahren aus der Nachbarschaft, Naturgefahren, geologische Verhältnisse
  • Kapazität einzelner Maschinen und Anlagen, Komplexität der Prozesse
  • Bauart und Design
  • Wartungs und Revisionspläne
  • Ersatzteilhaltung und Ausweichmöglichkeiten
  • Erfahrung und Vertrauenswürdigkeit des VN und Unternehmers
  • Finanzielle Verhältnisse

Nenne die versicherten Sachen und Gefahren
Maschinenversicherung

  • Fahrbare und selbstfahrende Arbeitsmaschinen
  • Stationäre Maschinen und Anlagen
     
  • Schäden durch äussere Einwirkung
  • Innere Betriebsschäden

Nenne die versicherten Sachen und Gefahren
Maschinenkaskoversicherung

  • Fahrbare und selbstfahrende Arbeitsmaschinen
  • gegen gewaltsame äussere Einwirkungen

Nenne die versicherten Sachen und Gefahren
EDV Anlagen

  • Harware, dh. EDV Anlagen inkl. Peripheriegeräte
  • gegen äussere Einwirkungen

Nenne die versicherten Sachen und Gefahren
Montage

  • Maschinen, technischen Anlagen, vorfabrizierte Konstrukutionen
  • Schäden und Verluste während der Montage

Nenne die versicherten Sachen und Gefahren
Bauwesen

 

  • Hoch und Tiefbauten
  • Schäden durch Bauunfälle, Diebstahl befestigter Sachen, Vorschuss Haftpflicht

Nenne die versicherten Sachen und Gefahren
Maschinengarantie

  • Maschinen aller Arten
  • Garantieansprüche infolge Beschädigungen

Nenne die versicherten Sachen und Gefahren
Maschinen BU

  • ausgefallener Betriebsertrag, Mehrkosten
  • versicherter Maschinenschaden inkl. Garantieschäden

Bestandteile der Deckungsprüfung

  • Ist das Gerät im Anlageverzeichnis aufgeführt
  • Entspricht der Kaufpreis der deklarierten Summe im Vertrag (Untervers.)
  • Ist das Zirkulazinsrisiko mitversichert mit einer ausreichender Summe
  • Ist die Prämie bezahlt
  • Prüfung des örtlichen und zeitlichen Geltungsbereich

Nenne die wichtigsten Aussagen über die Entstehung und Entwicklung der technischen Versicherungen

- Usprung vor über 100 Jahren / Nutzung der Dampfenergie
- 1904 erste Maschinenversicherung in der Schweiz
- 1959 Maschinen BU
- Ab mitte der 60er Jahre Montage/Maschinengarantie/Bauwesen
- 1972 EDVA Versicherung

Wie viel Gesellschaften bieten in der Schweiz technischen Versicherungen an?

20

Nenne 5 Punkte zur wirtschaftlichen Bedeutung der technischen Vers.

- wirtschaftliche Entwicklung und Akzeptanz geg. neuer Technologien
- Versicherung anstelle von Reserven und Rückstellungen
- steuerliche Vorteile (Prämie=Betriebsaufwand, Reserven= Vermögen)
- Finanzierungsvortele (Voraussetzung für Kredit)
- Erfahrung von der Versicherer gewinnen (Schadenregulierung, Forschung, Analysen)

Nenne 3 Merkmale zum Wesen und Umfang der technischen Versicherung

  • Sachversicherung
  • AllRisk Versicherung
  • Objektbezogen (jedoch 1 oder mehrere Objekt in einer Police versicherbar)

Nenne den Zweck des Antrages in der Versicheungsbranche

  • erleichtert sachbezogener Dialog zwischen VN/VR
  • Identifikation des Objektes, das versichert werden soll
  • technische Informationen für Risikoanalyse
  • hält Leistungs und Versicherungsumfang fest
  • ermöglicht Berechnung der Prämie
  • Stellt Schadenregulierung fest obwohl keine Police besteht.
  • Enthält alle Informationen für das Ausstellen der Police (muss bei Verlangen dem VN ausgehändigt werden)
  • 14 Tage ist der VN am Antrag gebunden

Nenne der Inhalt des Antrages

  • Allgemeine Informationen
    Antragssteller, PZ, Art des Betriebes, Versicherungsort, Beginn und Dauer der Versicherung
  • Versichertes Objekt und Risikoverhältnisse
    Bezeichnung Objekt (Fabrikat, Typ, Nummer, Leistung, Bauvorhaben)
    Angaben zu Risikoerhöhung oder verminderung (Zirkulationsrisiko, Schichtbetrieb)
  • Deckungsumfang
    Erweiteterung der vers. Gefahren, vers. Interessen, Zusatzvers. Ausschlüsse
  • Versicherumgsumfang und Summe
  • Vertragsgrundlagen
    AVB, BB, ZB

Was können Sie zu den Deckungszusagen sagen?

  • muss schriftlich erfolgen
  • muss alle Vertragsrelevanten Angaben enthalten
  • darf nicht rückwirkend erteilt werden
  • sollte möglichst rasch durch klare vertragsverhältnisse geregelt werden
  • Infopflicht gem. VVG 3 muss eingehalten werden

Versicherungssummen für die Vollwertversicherung

Ersatzwert für eine neue Sache evtl. weitere Kosten (zb. Zollkosten und Montage)
Verantwortung der korrekten Summe liegt beim VN
VS bildet eine Grundlage für die Prämienberechnung
VS bildet Grundlage für Ersatzleistung ggf. Untervers.
Automatische Summenanpassung an den Index zur verhinderung Untervers. im Schadenfall

Versicherungssumme nach freiem Ermessen

hauptsächlich für Zusatzversicherungen
Summe wird pauschal festgelegt
maximale Entschädigung
keine Unterversicherung
Beispiele: Aufräumung, Begungs, Entsorgungskosten, Auswechselbare Werkzeuge, Mehrkosten für Luftfracht, Datenwiederherstellungskosten

Prämiensätze sind höher als bei vollwertvers.

Gründe gegen VS nach freiem Ermessen

  • geringe Versicherungsleistung wird bewusst oder unbewusst in Kauft genommen
  • Abgrenzungsprobleme

Nenne die Zusammensetzung der Bruttoprämie

Netto Risikoprämie
Trendzuschlag
Sicherheitszuschlag
Verwaltungskosten
Überschussbeteiligung
Gewinn

Erkläre den Prämienbestandteil 
Netto Risikoprämie

Ergibt sich aus der Summe der Schadenkosten gemäss Statistik - zu erwartende Schäden

Erkläre den Prämienbestandteil
Trendzuschlag

muss von Spezialisten aufgrund technischen und subjektiven Veränderungen der vers. Objekte sowie der Entwicklung der Schadenstatistik geschätzt werden

Erkläre den Prämienbestandteil
Sicherheitszuschlag

dient dazu über mehrere Jahre hinweg Reserven aufzubauen, um ein Grossereignis zu bezahlen und möglichst branchenintern abwickeln zu können, Schlechte Schadenjahre ausgleichen

Erkläre den Prämienbestandteil
Verwaltungskosten

Kosten für Abschluss/Courtage, Inkasse, Verwaltung und Dienstleistung

Erkläre den Prämienbestandteil
Überschussbeteiligung

Zuschlag für Stundung der Prämie
Rabatt für Schadenfreie Jahre 
Bonus

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