SCM VL 9 (Brenner)

SCM 18.3.15: Globale Beschaffung und Transaktionskosten

SCM 18.3.15: Globale Beschaffung und Transaktionskosten


M. I.
Diese Lernkarten behandeln fortgeschrittene Themen der Betriebswirtschaftslehre, insbesondere die Analyse von Produktions- und Transaktionskosten im Kontext von Beschaffungsentscheidungen. Sie beleuchten Faktoren wie Eigenfertigung, Fremdbezug, Globalisierung und die verschiedenen Typen von Transaktionskosten, einschließlich Anbahnungs-, Verhandlungs-, Überwachungs- und Anpassungskosten. Besonders relevant sind die Auswirkungen von Spezifität und Fragmentierung auf die Kostenstruktur sowie die Bedeutung von Hard- und Softcosts. Diese Karteikarten richten sich an Studierende und Fachleute, die ein tiefes Verständnis der Kostenabwägungen in der Supply-Chain-Management und Produktionsplanung erlangen möchten.
Flashcards
9
Students
3
Language
German
Category
Micro-Economics
Level
University
Created / Updated
14.05.2015 / 29.05.2016

Flashcards

Welche zwei Lösungsansätze, die Einhaltung eines Vertrags sicherzustellen, gibt es?

  • institutioneller Ansatz (z.B. rechtlich bindender Vertrag) - Höhere Transaktionskosten, geringere Ausfallwahrscheinlichkeit; Heute klar Überzahl.
  • Vertrauen und Anreize für vertrauenswürdiges Verhalten (z.B.: Einbindung in Netzwerke und Ausschluss bei Missbrauch -> Effizienz, indem Kontrolle durch Vertrauen ersetzt wird. 

    • Bsp. Singapur: Alles was mit Import Export zu tun hat wird in ein Netzwerk eingebunden. Es gibt nur Stichproben - 1. Mal verwarnt, 2. Mal Ausschluss aus Netzwerk.

 

Definition "Transaktionskosten"

«Transaktionskosten umfassen alle Kosten, die bei dem Erwerb von Waren und Dienstleistungen anfallen, sei es durch den Austausch von Besitzrechten- und Eigentumsrechten bei einer Markttransaktion oder durch Austausch von Verantwortlichkeiten: also alle Ausgaben und Zeitaufwendungen zur Koordination des Austausches von Waren und Dienstleistungen»

Dazu gehören z.B. auch Kosten aufgrund von Störanfälligkeit mit Ausfällen bei billigeren Produkten.

-> Sehr schwierig alle Kosten zu quantifizieren!

Nenne die vier Typen von Transaktionskosten

  • Anbahnungskosten 

  • Verhandlungskosten  

  • Überwachungskosten 

  • Anpassungskosten 

Nenne und erkläre die 4 Typen von Transaktionskosten (jeweils mit Beispiel)

  • Anbahnungskosten (initiation costs), d.h. Suche und Informationsbeschaffung über potenzielle Austauschpartner (Es ist häufig günstiger den ersten Lieferanten mit vernünftigem Preis zu wählen anstatt hunderte zu vergleichen um dann evt. ein paar Prozent günstigere Konditionen zu erhalten)

  • Verhandlungskosten (negotiation costs), d.h. Zeit- und Ressourcenaufwendungen für Verhandlungen, Vertragsausgestaltung, Vertragsabschluss (Problem des Grenznutzens zwischen besseren Konditionen und Verhandlungskosten)

  • Überwachungskosten (monitoring costs), d.h. Einhaltung von Termin-, Qualitäts-, Mengen-, Preis- und Geheimhaltungsabsprachen (kann günstiger sein einen teureren Lieferanten zu haben, der weniger überwacht werden muss)

  • Anpassungskosten (adaptation costs), d.h. Termin-, Qualitäts-, Mengen- und Preisänderungen (Z.B. Sehr mühsam für Unternehmen die im Umfeld von Apple arbeiten - Kabel wechseln nicht nur bezüglich Grösse und Form sondern auch bezgl. Spannung. Schwer prognostizierbare und quantifizierbare Kosten)

Kostentypen: Hardcosts (3) vs. Softcosts (8)

Hardcosts

Leicht zu quantifizieren
Transportkosten
Importzölle und -gebühren 

Softcosts

 Schwerer zugänglich und weniger klar definiert 

 Kosten zur Vertragsgestaltung und -prüfung (damit befassen sich hierarchisch hohe Stellen -> teure Zeit)

 Informationskosten

 Kosten, die aus Kommunikationsfehlern und kulturellen Unterschieden resultieren (z.B. wie geht man mit dem Gegenüber um? Wer ist der Chef?)

 Kenntnis von Rechtsverfahren (z.B. Prüfung von Entscheidungsverfahren nach Ausschreibungen bei Staatsaufträgen)

 Kosten der Vertrauensbildung und Reputation

 Netzwerkaufbau

 Risiko und Sicherheitsanforderungen 

-> Softcosts sind generell kaum quantifizierbar.

Wie beeinflusst die Globalisierung die Transaktionskosten?

Globalisierung führt zu Spezialisierung und Fragmentierung von Produkten womit Wachstum von Outsourcing, globalem Sourcing und ausländischen Direktinvestitionen einhergehen. Niedrige Transaktionskosten erlauben eine stärkere Fragmentierung der Produktion und ermöglichen spezialisierte, rentable Outsourcingentscheidungen.

Globalisierung macht Transaktionskostenmanagement wichtiger, da die Fragmentierung und somit die Anzahl an Trasanktionen zunimmt.

Relevante Faktoren und Kosten bei Beschaffungsentscheidungen von globalisierten Unternehmen (Matrix Darstellung)

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Kostenabwägung: Eigenfertigung vs. Frembezug.

Wann sollte selbst produziert werden?

Wenn die Kosten am Markt höher sind als die Kosten der Hierarchie, dann ist eine hierarchische Governancestruktur zu präferieren. 

Outsourcing: Produktions- vs. Transaktionskosten

Wann ist Eigenfertigung zu bevorzugen?

Es gilt: sobald die Differenz zwischen der Summe der internen Produktions- und Transaktionskosten und der externen Produktions- und Transaktionskosten aufgrund steigender Spezifität (Verwenungsbreite eines Vermögensgegenstands) negativ wird, ist Eigenfertigung zu bevorzugen.

Bei steigender Spezifität gibt es nur wenige Anbieter. Diese müssten dann strikt kontrolliert werden und ein Wechsel wäre teuer -> hohe Transaktionskosten. Somit kann trotz komparativem Nachteil in der Produktion ein Gesamtkostenvorteil vorliegen.

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