Produktion und Logistik - Skript 5

HTW Berlin, BWL(B) 3. Semester, Wilksch

HTW Berlin, BWL(B) 3. Semester, Wilksch


J. W.
Diese Lernkarten behandeln die Grundlagen der Produktion und Logistik auf Universitätsniveau. Sie konzentrieren sich auf die Gestaltung von Arbeitsplätzen, die Planung von Standorten und die Optimierung von Produktionsprozessen. Themen wie die Ermittlung von Arbeitsvorgängen, die Strukturplanung und die Bewertung von Standortfaktoren werden detailliert erläutert. Diese Lernkarten sind ideal für Studierende der Betriebswirtschaftslehre, die sich auf Prüfungen im Bereich Produktion und Logistik vorbereiten möchten.
Cartes-fiches
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5
Langue
Allemand
Niveau
Université
Créé / Mis à jour
12.06.2015 / 19.01.2024

Cartes-fiches

Was ist die Arbeitvorbereitung?

- Maßnahmen der methodischen Arbeitsplanung und -steuerung

- Ziel = Otimum aus Aufwand und Arbeitsergebnis

- Arbeitsplanung = einmalige Planungsmaßnahmen unter Berücksichtigung der Wirtschaftlichkeit

- Arbeitssteuerung = heute eigener Bereich, nicht mehr in der Arbeitsvorbereitung durch Einführung von PPS-Systemen seit 80er/90er

Welche Funktionen hat die Arbeitplanung?

- Erzeugnisplanung

- Ablaufplanung

- Arbeitsmittelplanung

- Arbeitszeitplaung

- Bedarfsplanung je Einheit

- Fristenplanung

- Arbeitskostenplanung

- Steuerdatenplanung

- Arbeitsstättenplanung

Worum geht es bei der Erzeugnisplanung?

-> wie Simultaneous Engineering, Arbeitsplaner wirken bei Produktentwicklung mit

- Erzeugnisprojektierung

- Kosten-, Investitions- und Finanzplanung

- Erzeugnisgestaltung

Was ist die Ablaufplanung?

-> Festlegung der verwendeten Technologien + Reihenfolge der Arbeitsschritte

- Erzeugnisgliederung

- Arbeitsvorgangsplanung

- Methodenplanung

Was macht die Arbeitsmittelplanung aus?

-> Wahl der Maschine, die die geforderte Qualität gerade noch erfüllt

- Maschinen und Anlagen

- Werkzeuge und Vorrichtungen

- Sonderbetriebsmittel

Was ist bei der Arbeitszeitplanung zu beachten?

-> Rüst- und Arbeitszeiten eines jeden Arbeitsschrittes

- Arbeits- und Zeitstunden

- Planzeitwertermittlung

Was ist die Bedarfsplanung je Einheit?

-> Bedarf, Verbrauch und Verschleiß

- Arbeitskräftebedarf pro Einheit

- Arbeitsmittelbedarf pro Einheit

- Materialbedarf pro Einheit

Wie geht man bei der Fristenplanung vor?

-> automatische Speicherung und Auswertung von Durchlaufzeitanalysen und Statistiken

Was macht man bei der Arbeitskostenplanung?

-> Faktorbedarfsmenge * Faktorpreis

- Lohnkosten

- Arbeitsmittelkosten

- Materialkosten

Worum geht es bei der Steuerdatenplanung?

-> Programmierung/Entwurf der Steuerprogramme für Maschinen

- NC-Maschinen

- flexible Systeme

- Steuerdatenplanung

Was ist bei der Arbeitsstättenplanung zu beachten?

-> fällt nicht durchweg an, nur bei Beschaffung von Ersatzmaschinen, Fabriks(erweiterungs)planung

- Werks- und Fabriksplanung

- Werkstätten- und Bereichsplanung

- Arbeitsplatzgestaltung

Welche Arten des Arbeitsplans gibt es?

neutraler Arbeitsplan: noch kein Kunde, Stückzahl = 1, auftragsabhängige Daten leer -> nur Vorlage

auftragsspezifischer/-gebundener Arbeitsplan: bei Erstauftrag  Prüfung der IST-Zeiten, bei Abweichung von SOLL-Zeiten -> Anpassung des neutralen Arbeitsplans

Welche Daten enthält der Arbeitsplan?

- Angaben zum Arbeitsplan, z.B. Arbeitsplannr., Art des Arbeitsplans, Firma, Sachbearbeiter, Datum...

- auftragsabhängige Daten, z.B. Auftragsnr., Kundennr., Menge, Termin

- sach-/objektabhängige Daten, z.B. Ident-/Sachnnr. des Teils, Zeichnungsnr., Ausgangsmaterial, Werkstoffnr., Benennung

- arbeitsgangabgängige Daten, z.B. Arbeitsgangnr., Beschreibung des Arbeitsgangs, Rüstzeit tr (i.d.R. unabhängig von Stückzahl), Stückzeit te (abhängig von Stückzahl), Lohngruppe (keine Namen, da zum Zeitpkt. der Arbeitsplanung noch keine konkrete Personalplanung möglich -> nur Festlegung der geforderten Qualifaktion in Form der LG)

- in allen Bereichen Barcodes zur Vereinfachung -> spart Zeit und vermeidet Fehleingaben der Nummern

Wie läuft die Arbeitsplanerstellung ab?

Ausgang: Zeichnungen und Stücklisten

-> Prüfung der Unterlagen

-> Bestimmung des Rohmaterials

-> Ermittlung der Arbeitsvorgangsfolge

-> Zuordnung der Fertigungsmittel

-> Ermittlung der Vorgabezeiten

Ergebnis: Arbeitsplan

Wie verläuft die Ermittlung der Arbeitsvorgangsfolge?

Augang: Ausgangsmaterial

-> Gegenüberstellung Fertigzustand/Ausgangszustand

-> Suche alternative Verfahren

-> Wirtschaftlichkeitsvergleich

-> Festlegung der Arbeitsvorgänge

-> Zuordnung zu Maschinen (allgemein)

In welchen Bereichen können Arbeitspläne verwendet werden?

- Datenverwaltung (Arbeitsplan-Stammnetz, Materialnachweis...)

- Termin- und Kapazitätsplanung (Terminierung der Arbeitsgänge, Bestimmung des Kapazitätsbedarf, Betreibsmittelplanung und -beschaffung...)

- Arbeitsunterlagenerstellung (Auftragspapiere, Lohnbelege, Materialbelege, Betreibsmittellisten...)

- Kalkulation ( Vor-/Nachkalkulation, Nacharbeits- udn Ausschussbewertung...)

- langfristige Planungsaufgaben (Fabrikplanung, Personalplanung, Materialflussuntersuchung, Lagerplanung...)

Aus welchen Komponenten besteht die technische Investitionsplanung innerhalb der Fabrikplanung?

1. Informationen beschaffen

2. Bearbeitungsprofil erstellen aus Produktionsprogramm und Arbeitsplan

3. Maschinenprofil erstellen aus Maschinenbeschreibung und Produktionspotenzial

4. Abgleich der Profile nach Personal, Sachmittel, Fläche

5. bei Abweichungen Maßnahmen zum Ausgleich der Differenz ergreifen (Maschinen beschaffen, Personal einstellen...)

Wie ist ein Standort-Portfolio aufgebaut?

- Produkt mit geringem Erfolgspotenzial/ geringe Standortattraktivität -> Standortstilllegung

- Produkt mit hohem Erfolgspotenzial/ geringe Standortattraktivität -> Produktionsverlagerung an attraktivere Standorte (Konzentrationsstrategie mit veränderter Standortstruktur) oder Teilstilllegung (Kontraktionsstrategie)

- Produkt mit geringem Erfolgspotenzial / hohe Standortattraktivität -> Produktionsverlagerung aus weniger attraktiven Standorten (Konzentrationsstrategie mit veränderter Standortstruktur) oder Teilstilllegung (Kontraktionsstrategie)

- Produkt mit hohem Erfolgspotenzial/ hohe Standortattraktivität -> Expansionsstrategie

Welche Einflüsse auf ein Fabrikplanungsobjekt gibt es?

- Auftraggeber: Setzung eines Aufwandslimits (Budget, Personal..), Setzung eines Termins

- Anlass: Neubau, Erweiterung, Schrumpfung, Rationalisierung

- Bereich: Fertigung/Montage, Lager, Transport, Hilfs- und Nebenbetriebe, Infrastruktur, Verwaltung

- Genauigkeit: grob (Studie), mittel (Plan), fein (Ausführung)

- Verwendung: strategische Planung, Investitionsplanung/-freigabe, Ausschreibung

Welche Phasen der Fabrikplanung gibt es?

1. Standortplanung

2. Generalbebauungsplanung (grundstzl. Arrangierung der Gebäude auf dem Grundstück)

3. Layoutplanung -grob/fein (Planung innerhalb einer Produktionshalle)

4. Arbeitsplatzgestaltung (optimal ergonomische Gestaltung für jeden Mitarbeiter an jeder Maschine)

Was sind quantitative Standortfaktoren?

-> generell in Geld messbar

- Transportkosten (Transport an sich, Zoll, Risiko, Spezialverpackungen auf Grund von Klima) -> fallen immer an, hohe Gewichtung

- Grundstückpreise -> geringe Gewichtung

- Personalkosten (unter Beachtung von Produktivität und Qualität und Anteil der Personalkosten an gesamten Produktionskosten) -> Gewichtung je nach Umstand

- Finanzierungskosten -> aktuell sehr geringer Zins, eher unrelevantes Kriterum -> geringe Gewichtung

- Förderungsmaßnahme (können sehr hoch ausfallen) -> Gewichtung hoch

- Grund-/Gewerbesteuer, Gewinnsteuern (können sich sehr schnell ändern) -> geringe Gewichtung

- regionaler Produktbedarf (Absatz in direkter Produktionsumgebung möglich, spart Transportkosten) -> hohe Gewichtung

- regionale Differenzierung der Absatzpreise, regionale Kaufkraft (ändern sich sehr schnell) -> geringe Gewichtung

- Energiepreise (wird in hohem Maße benötigt) -> hohe Gewichtung

- Entsorgungskosten (fallen heutzutage überall an, kein UN kann es sich leisten Umwelt zu verschmutzen) -> geringe Gewichtung

Was sind qualitative Standortfaktoren?

-> immer subjektiv

- Grundstück, konkretes Objekt (Lage, Form, Boden, Vorschriften)

- Infrastruktur (Verkehrsnetze, Transportgewerbe, Beratungsdienste, Kunden-/Lieferantenkontakt, Bezugsmöglichkeiten, Energie, Rohmaterial, Kapital)

- Personalverfügbarkeit ( Bevpölerungsstruktur, Ausbildung, Arbeitskräftereserven, Konkurrenz auf Arbeitsmarkt)

- soziale, politische Faktoren (Wirtschafts-/Rechtsordnung, Regierungssystem, innere Ordnung, soziales Klima)

- Lebensqualität am Ort (Schulen, Krankenhäuser, Geschäfte, Kultur, Freizeit, Umgebung, Klima)

- Umwelteinflüsse (Klima) und Umweltbelastungsmöglichkeiten (Abfall, Abwasser, Abluft)

Welche Standortstrategien gibt es?

- Expansionsstrategie:  mit veränderter SOstruktur = im gleichen geogr. Raum -> räumliche Verdichtung

     = Ausdehnung des geogr. Raum -> räumliche Diversifizierung

  mit unveränderter SOstruktur = Aufbau zusätzl. Kapazitäten an vorhandenen SO

- Konzentrationsstrategie:       mit veränderter SOstruktur = Stilllegung von einzelnen SO, Zusammenfassung der

      Produktion an restlichen SO

mit unveränderte SOstruktur = keine Stilllegung einzelner SO, Neuaufteilung der

  Produktion auf alle SO

- Kontraktionsstrategie: = Teilstilllegung von Kapazitäten, Produktions-/SOstruktur unverändert

Welche Kriterien muss man vor der Strukturplanung (Generalbebauungs-, Groblayout, Feinlayoutplanung) beachten?

- Laufwege für Personal

- Verkehr auf dem Grundstück

- Platz für Laderampen

- Positionierung der Lager

...

Wie unterteilt man die Strukturplanung?

- Idealplanung : Planung von Zonen (Werkstätten, Segmente usw.), Beziehungsmatrix (von-nach-Matrix auf Basis von Arbeitsplänen), Anordnungsoptimierung, ideales Funktionsschema

- Realplanung : Flächenbedarfsermittlung, Flächenmaßstäbliches Funktionsschema, Randbedingungen beachten, Ausführungsvarianten erstellen, optimale Variante auswählen

Aus welchen Bereichen besteht die ergonomische Arbeitsplatzgestaltung?

- anthropometrische Gestaltung (Anpassung an Maße des Menschen)

- physiologische Gestaltung (Vermeidung komplizierter Bewegungen, Belastungen usw.)

- psychologische Gestaltung (Vermeidung von Stresssituationen)

- informationstechnische Gestaltung (benutzerfreundliche EDV-Programme)

- organisatorische Gestaltung (Zugang zu Trouble-Shootern bezüglich Ergonomie)

- Gestaltung der Umgebungseinflüsse (Umgebung frei von Belästigungen, Störungen)

- sicherheitstechnische Gestaltung (gesonderte Sicherung von Gefahrenzonen, Notfallpläne und Schulungen der Mitarbeiter, Notfall-Equipment)

Étudier