öV Manager, Verkehrsökonmie & Verkehrsplanung Teil 1

Kapitel 1: Einführung; Kapitel 2: Mobilität, Siedlung, Verkehr; Kapitel 3: Verkehrssysteme

Kapitel 1: Einführung; Kapitel 2: Mobilität, Siedlung, Verkehr; Kapitel 3: Verkehrssysteme


M. S.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über die Grundlagen der Verkehrsökonomie und -planung, insbesondere im Kontext des öffentlichen Verkehrs (öV). Sie behandeln zentrale Begriffe wie Verkehrsmittel, Nachfrage, Angebot, Kosten und Fahrpläne, sowie die Bindungen von Haltestellen, Strecken und Liniennetzen. Die Karteikarten eignen sich für Studierende und Fachleute, die sich mit der effizienten Gestaltung und dem Management von Verkehrssystemen auseinandersetzen möchten, um nachhaltige und nutzerfreundliche Mobilitätslösungen zu entwickeln.
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Créé / Mis à jour
28.12.2015 / 13.10.2024

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Wie lautet die Definition für Verkehrsplanung und Verkehrsökonomie?

Verkehrsplanung beschäftigt sich mit der Konzeption von Verkehrsangeboten aufgrund von Kenntnissen und Erwartungen der Nachfrage.

Verkehrsökonomie ist die Beschäftigung mit der Nachfrage und dem Angebot.

Wie lassen sich die Grundmechanismen im Verkehrsmarkt darstellen?

Der Preis steuert den Verkehrsmarkt wesentlich: 1) Nachfrage und Wünsche der Öffentlichkeit 2) es wird ein optimales/kostengünstiges Angebot bereitgestellt 3)Das Angebot trifft Kundenwünsche. Wieviel davon realisiert werden kann, ist bestimt durch Ausstattung mit Verkehrsmitteln, den Preisen für Transportdienstleistungen und anderen Faktoren wie die gewünschten Ziele im Raum. Schliesslich 4) entsteht die individuelle Nachfrage nach Transportleistungen.

Was versteht man unter dem Begriff Mobilität?

lat. mobilitas, Beweglichkeit/Bewegung. Mobilität ist die Möglichkeit des Positionswechsels, die eigentliche physische, örtliche Veränderung von Personen und Gütern, unabhängig von der Art.

Was versteht man unter Wirtschaft?

Generell kann man zwischen Kapitalismus und Planwirtschaft unterscheiden. Unter Wirtschaft kann man versch. Begriffe vereinen: Abläufe, Verhalten, Effizienz, Angebot und Nachfrage, Markt und Teilnehmer, Geld, Arbeit und Arbeitslosigkeit oder auch Entscheidungen in allen Lebensbereichen.

Ein Beispiel dafür ist auch die Maslow-Pyramide.

Was versteht man unter dem Begriff Verkehr?

Verkehr ist das Resultat genutzter Mobilität (genutzte physische Mobilität, Ortsveränderung).

Was versteht man unter dem Begriff Transport?

Lat. transportare, überbringen.

Transport ist die Beförderung von Personen, Gütern, Energie oder Nachrichten mit einem Verkehrsmittel.

Jeder Transport erfordert ein Trägermedium: Den Verkehrsträger. Selbstfahren ist meist ausgeschlossen.

Welches sind die Ursachen des Verkehrs?

 

Verkehr entsteht durch den Transport von der Quelle bis zum Ziel.

Warum entsteht Verkehr?

Weil jeder Mensch verschiedene Tätigkeiten ausübt: Im Allgemeinen sind dies Wohnen, Arbeiten, Bilden, Erholen, Versorgen. In der Regel sind diese Aktivitäten nicht an einem Ort ausübbar.

Was ist ein zwingender Faktor für die Verkehrsentstehung?

Die strukturellen Ausprägungen des Siedlungsraums.

Die techn. und ökonom. Parameter (wirtsch. veränderliche Grösse) eines Verkehrssystems haben Einfluss auf das Mobilitätsverhalten, auf die Entwicklung des Siedlungsraums sowie das wirtsch. Leben.

Auch kulturelle, soziale und psychosoziale Begebenheiten können Ursachen für Verkehr sein.

Was ist ein Parameter?

Eine wirtschaftlich veränderliche Grösse.

Wie kann man den Gravitationsansatz in der Verkehrsplanung einordnen?

Der österr. Bahningenieur Eduard Lill veröffentlichte 1889 die "Grundgesetze des Personenverkehrs". Der Ansatz entstammt der Gravitationstheorie der Physik: Die Zahl der Reisenden zwischen zwei Orten hängt von den reiserelevanten Eigenschaften oder Orte sowie der Reisedistanz ab.

Überzeugt der Lill'sche Ansatz vollständig?

Nein. Er berücksichtigt die Kosten und Geschwindigkeiten des Verkehrsmittels nicht, ebenfalls fehlt die Anzahl Einwohner als potentielle Verkehrsquelle. Dennoch ist es das erste, eigentliche Verkehrsmodell, welches bis heute in Ansätzen Anwendung findet.

Was ist ein Modell?

Ein beschränktes Abbild der Wirklichkeit. Dies kann gegenständlich oder theoretisch geschehen.

 

Was ist ein Verkehrsmodell? Was betrachtet ein Verkehrsmodell? Welches ist die Basis für die Berechnung von Verkehrsmengen?

Eine Abbildung der Verkehrsprozesse: Diese können die Verkehrsnachfrage oder den Verkehrsfluss betrachten.

In der Regel werden die Verkehrspotentiale zweier Gebiete (Einwohner, Arbeits-/Ausbildungsstätten, Verkaufsflächen, Hotelbetten usw. ) betrachtet und ein genereller Widerstand (Preis, Fahrzeit) eingesetzt

je mehr Potential, desto mehr Verkehr. je mehr Widerstand (Preis, Geschwindigkeit), desto weniger Verkehr. Dies ist die Basis für die Berechnung von Verkehrsmengen in Verkehrsmodellen.

Welches sind die zentralen Erkenntnisse aus dem Gravitationsansatz?

Siedlungsgrössen und Distanzen (resp. Fahrzeiten) haben bei der Verkehrsentstehung und dem Verkehrsvolumen eine entscheidende Bedeutung (vgl. HGV-Strecken).

je mehr Potential, desto mehr Verkehr

je mehr Widerstand (Preis, Geschwindigkeit), desto weniger Verkehr.

Was ist Raumplanung? Wo ist sie hierachisch angesiedelt?

Die ist eine planerisch-gestalterische Disziplin, wie ein Gebiet planerisch-administrativ geordnet und genutzt werden kann.

R. ist eine staatliche Hoheitsaufgabe.

Was umfasst Raumplanung? Um welche Fragen handelt es sich hier?

Sie stimmt unterschiedliche Aufgaben wie Siedlung, Verkehr, Wirtschaft und Umwelt in planerischer und rechtlicher Hinsicht untereinander ab.

Wie kann Siedlungs- und Verkehrsentwicklung besser gesteuert werden?

Woher stammt Raumplanung?

R. entstammt der Stadtplanung. Beispiel dafür ist der Fünf-Finger-Plan aus Kopenhagen.

Thema Raumnutzung: Was kann man hierzu sagen?

Die Verkehrssysteme und die Ausprägungen des Siedlungsraums interagieren untereinander. Es ist festzustellen, dass Siedlungswachstum auch dank besserer Verkehrswege stattfindet.

Was versteht man unter dem "konstanten Reisezeitbdugets"?

Wie lautet die davon ableitbare Schlüssigkeit?

Seit Jahrzehnten kommt man zum Schluss, dass die von einem Menschen durchschnittlich verwendete Zeit unabhängig von Wohlstand und Siedlungsform eine relativ fixe Grösse darstellt: Rund 90 Minuten werden für Verkehr verwendet. Im Pendlerverkehr rund 45 Minuten.

Die max. Grösse der mittelalterlichen Städte war bestimmt durch die Geschwindigkeit des Fussgängers. Die meisten europ. Altstädte lassen sich innert 20 - 25 Minuten durchqueren. Die grössten Metropolen des Altertums (Rom, Alexandria) liessen sich innert 45' durchqueren.

Siedlungswachstum: Was ist eine Folgerung?

Je schneller man wird, desto grösser die Siedlung.

Siedlungswachstum: Gibt es ein Beispiel die Interaktion zwischen Siedlung und Verkehr?

London: Anfängliche Ausrichtung auf Wasserwege, Ende des 18 Jhr. Dampfmaschine als Energiebasis

1830 erste Eisenbahn Manchester Liverpool

Welche Etappen im Verkehrswachstum kann man grob umschreiben?

Wasserwege, Pferdeomnibusse, Dampfmaschine, Eisenbahn, Stadtverkehr mit U-Bahnen und Trams, Auto nach dem zweiten Weltkrieg, autogerechte Städte usw...

 

Was verstehen wir unter Urbanisierung? Welches sind die Ursachen bzw. Probleme? Wie begegnete man diesen Problemen?

Verstädterung, Ausbreitung städtischer Lebensformen.

So genannte Landflucht: In den Städten gibt es Arbeit. Die Verstädterung geht einher mit mangelnden hygienischen Verhältnissen (zu wenig Licht, Luft, Entsorgung).

Raumplanerische Bewegungen: Entdichtung und Entmischung. Zeugen davon: Bauhaus, Werkbund usw.

Was ermöglichten die Verkehrsmittel in den Städten?

Die Trennung von Arbeiten und Wohnen und die Erweiterung der Siedlungsfläche. Die Verkehrsmittel waren und sind aber auch wichtige Steuerinstrumente.

Wie haben sich die Städte in Europa und den USA entwickelt? Gibt es Beispiele?

In Europa mittels Eingemeindungen, Suburbanismus (Beispiel Gross-Berlin, S-Bahn) mittels öffentlicher Verkehrsmittel. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde die autogerechte Stadt gefördert (Beispiel Stuttgart, Stockholm mit Slussen). Weil kein Erfolgsmodell: Tlw. Neuzuweisung des Verkehrsraums mit Priorisierung des öV.

In den US-amerik. Städten bildeten sich Working Class-Zone, Residential-Zone, Commuter-Zone. Wohlstandswachstum, Massenmotorisierung, der Fokus auf dem Automobil. Insgesamt ein Teufelskreis. Trendwende relativ spät, immer noch im Umbruch.

Raumplanung Schweiz: Wann wurde sie eingeführt? Was sollte sie verhindern? Was versteht man unter RPG?

Ab 1940 in den Städten, man sprach auch von Landesplanung. Ab 1970 wurde sie national gültig, als Folge der Zersiedelung und der Bodenvernichtung.

RPG ist das Raumplanungsgesetz.

Wie lauten die Instrumente der Raumplanung?

Bund: Grundzüge der Raumordnung. Konzepte und Sachpläne (bsp. Sachplan Schiene)

Kantone: Leitbilder, Raumordnungskonzepte regional (Richtpläne)

Gemeinde: Grundlagen, in der kommunalen Nutzungsplanung (Nutzungspläne)

Auf was zielt eine nachhaltige Raum- und Siedlungsplanung?

Dichte, kompakte Siedlungsformen mit einer guten Durchmischung

Wesensgerechte öV-Anbindung und Erschliessung von Anfang an berücksichtigen

Verkehrsintensive Nutzungen nach Möglichkeit an vorhandenen öV-Knoten

In welchem Spannungsfeld bewegt sich die Raumplanung?

Es geht u.a. um den Grundmut in der Gesellschaft. R. befindet sich im Spannungsfeld von ökonomischen Interessen, nachhaltiger Entwicklung und politischer Zuständigkeit.

Welches sind die Tendenzen in der Raumplanung?

Verkehr vermeiden, Verkehr verlagern, verträgliche Gestaltung der Verkehrswege und des Umfelds.

Definition öffentlicher Verkehr? Nenne die beiden Definitionen nach VöV und Verkehrsökonomie.

Definition VöV: Zum öV gehören Bahn, Bus, Tram, Schiff und Seilbahn. Ein Kennzeichen für den öV ist das Vorhandensein einer Konzession. Der öV ist auch Service Public.

Definition Verkehrsökonomie: Der öV umfasst Ortsveränderungen von Personen und materiellen Gütern. Er stellt ein Leistungsangebot mit definierter, örtlicher und zeitlicher Verfügbarkeit bereit, das von jedermann aufgrund vorgegebener Beförderungsbestimmungen beansprucht werden kann. öV fasst verschiedene Einzelnachfragen zusammen und schliesst den Zwang zum Selbstfahren aus.

Gliederung des Verkehrs: Nach welchen räumlichen Arten kann der Verkehr unterteilt werden?

Ziel-, Quell-, Binnen- und Durchgangsverkehr.

Gliederung des Verkehrs: Nach welchen Verkehrszwecken lässt sich der Verkehr unterscheiden? Was steht hier im Vordergrund?

Die eigentliche Fahrt.

PENT: Pendler-/Einkaufs-/Nutz- und Tourismusverkehr.

Gliederung des Verkehrs: Nach welchen physischen Arten lässt sich Verkehr unterteilen?

Nach Verkehrsträgern und Verkehrsmitteln.

Nenne Verkehrsträger und die dazugehörigen Verkehrsmittel.

Strasse (Wege) = Pferd, Kutsche, Auto, Bus, LKW

Wasser = Schiff

Schiene, Seilbahn = Zug, Gondel etc.

Luft = Flugzeug, Helikopter

Die Verkehrsträger und Verkehrsmittel bilden zusammen die ....

Verkehrssysteme

Nenne zwei Verkehrssysteme und ihre Eigenschaften.

konventionell: Rad/Schiene, Lenkung/Reibung, Verbrennung

unkonventionell: Luftkissen, magn. Führung, Linearmotor

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Was ist an Rolltreppen und Lifts speziell?

Sie vereinen Verkehrsträger und Verkehrsmittel und nehmen eine Sonderstellung ein.

Verkehrsarten: Nach welchen Verkehrsarten kann unterschieden werden?

Zwischen Personen-, Güter- und Nachrichtenverkehr, ausserdem zwischen öffentlichem und individuellem Verkehr.

 

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