Logistikcontrolling
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Logistikcontrolling
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Flashcards
Was ist Kern der Logistiktätigkeit?
Deckung des Versorgungsproblems
Was beinhaltet die Transport, Umschlag und Lagerlogistik?
Ursprung der Logistik als Funktionsspezialisierung auf zuvor vernachlässigte Aktivitäten der Wertschöpfungskette: material‐ und warenflussbezogene Dienstleistungen sowie deren Verknüpfung
Spezialisierungsvorteile durch Fokus auf TUL‐Tätigkeiten, z.B.
▶ Bildung von Zentrallägern verbunden mit höheren Investitionen in
Lagertechnik führt zu Lagerkostendegressionen
▶ Rationalisierungen im Materialflussprozess ermöglichen Effektivitätsund
Effizienzsteigerungen
▶ verbesserte Lösung von Transportplanungsproblemen mit Hilfe von
Methoden des Operations Research
▶ gemeinsame Betrachtung unterschiedlicher material‐ und
warenflussbezogener Dienstleistungen: z.B. Untersuchung von
Interdependenzen zwischen höheren Transportkosten und geringeren
Lagerbeständen
Fokus der TUL‐Logistik auf Optimierung der material‐ und
warenflussbezogenen Dienstleistungen
▶ Controlling erfasst zunächst diese Aktivitäten mengen‐ und
qualitätsmäßig, zeitlich und in ihrer Wirkung auf klassische
monetäre Steuerungsgrößen: KLR für die Logistik
▶ Unterstützung der Logistikmanager bei Entscheidungen durch
Bereitstellung von Informationen
▶ aufbauend auf der KLR für die Logistik lassen sich TUL in den
gewöhnlichen Planungs‐ und Kontrollregelkreis aufnehmen
▶ umfangreiche Informationsbasis ermöglicht Budgetierung der
Logistik
Was besagt die Logisitk als material- und warenflussbezogene Koordinationsfunktion?
Ausgangspunkt: unzureichende Berücksichtigung von
Interdependenzen funktionaler Unternehmensbereiche
▶ Bsp: isolierte Ermittlung von Bestelllosgrößen in der
Materialbereitstellung und Fertigungslosgrößen im Produktionsbereich
▶ weitere Spezialisierungsgewinne durch aktive Beeinflussung der
zuvor als gegeben hingenommenen Struktur und Höhe des Bedarfs
an material‐ und warenflussbezogenen Dienstleistungen möglich
▶ Fokus wendet sich von Effizienz isolierter Funktionen auf Effizienz
der Koordination unterschiedlicher Bereiche
▶ Aufgaben:
▶ Koordination von Organisationseinheiten hinsichtlich der Material‐,
Informations‐ und Finanzflüsse entlang des Güterflusses
▶ Ausweitung der Logistik auf die gesamte Wertschöpfungskette, auch
kunden‐ und lieferantenübergreifend (Supply Chain Management)
wichtiges Praxisbeispiel: Just‐in‐Time Produktion als Verbindung
zwischen Beschaffung und Produktion
▶ gemeinsame Gestaltung von Produktions‐ und
Bereitstellungsprozessen
▶ Reduktion der Lagerbestände, Verringerung von
Kapitalbindungskosten, Vermeidung von Obsoleszenzbeständen
▶ neben Transport‐ und Lagertätigkeiten müssen nun auch
Beschaffungs‐, Produktions‐ und Distributionstätigkeiten
abgestimmt werden
▶ Koordination über gesamte Wertschöpfungskette bedeutet
Einflussnahme auf Planungs‐ und Steuerungsaufgaben anderer
Funktionsbereiche
▶ Machtverlust tradierter Grundfunktionen bietet Konfliktpotenzial
Was besagt ie Logistik als Durchsetzung einer Flussorientierung?
Präferenz für Prozesssicht gegenüber einer Struktursicht
▶ gestiegenes material‐ und warenflussbezogenes Know‐how
ermöglicht Spezialisierung der Logistik teilweise zurückzuführen
▶ z.B. material‐ und warenflussbezogene Dienstleistungen in der
Produktion werden zusammen mit Instandhaltungs‐ und
Fertigungsleistungen von denselben Mitarbeitern durchgeführt
▶ Prozessorganisationen lassen ständig notwendige flussbezogene
Koordinationsleistungen entfallen
▶ Wandel von Dienstleistungs‐ zur Führungsfunktion mit dem Ziel
einer flussorientierten Ausrichtung der Gesamtunternehmung
▶ Logistik als Führungsphilosophie muss nicht mehr primär durch
Mitarbeiter der Logistik wahrgenommen werden
▶ Aufwertung der Logistik als konzeptioneller Ansatz vs. Abwertung als
institutionelle Einheit
Logistik‐Controller als interne Berater des Logistikmanagements
arbeiten projektbezogener
▶ Vorbereitung und Begleitung weitreichender Strukturfragen stehen
im Zentrum
▶ Erweiterung der laufenden Informationsbereitstellung
▶ neben Kosten‐ auch Betrachtung der Erlösseite, z.B. Preiszuschläge bei
besonders schneller Lieferung
▶ Ausweitung von interner Perspektive auf detaillierteren
Informationsaustausch mit und Informationen über externe
Lieferanten und Kunden
Wie ist der Stand der Logistik in der Praxis?
spezialisierte Aufgaben der physischen Logistik (Transportieren,Umschlagen, Kommissionieren und Lagern) klarer Schwerpunkt von Logistikabteilungen und ‐bereichen
▶ koordinierende und Design‐Aufgaben deutlich seltener der Logistik zugeordnet
▶ hohe Grade an Outsourcing (ca. 50‐70% der Logistikausgaben) an spezialisierte externe Dienstleister (vgl. Langley 2009)
▶ besondere Rolle der Kontraktlogistik durch externe Anbieter: individuell gestaltetes Leistungspaket aus mehreren logistischen Dienstleistungen
Was ist Logistikleistung?
▶ Logistikleistung beschreibt Kapazität und Fähigkeit eines Unternehmens, seine Kunden und Abnehmer zuverlässig,umfassend, effizient, flexibel und fehlerfrei beliefern zu können
▶ wichtiger Wettbewerbsfaktor, der regelmäßiger Überprüfung bedarf
▶ wesentliche Leistungselemente sind Liefertreue, Lieferfähigkeit, Lieferzeit, Lieferqualität, Flexibilität und Informationsbereitschaft
▶ Logistikleistung ist prozessual und messtechnisch zu spezifizieren
▶ Durchlaufzeiten als maßgeblicher Indikator für Effektivität und Effizienz logistischer Leistungen und Prozesse
Welche Probleme existieren bei einer logistischen Leistungsrechnung?
▶ Vielgestaltigkeit der Logistikleistungen stellt hohe Anforderungen an
Aufbau und Betrieb einer logistischen Leistungsrechnung
▶ Kategorisierung anhand IPOO‐Modells möglich (Vgl. Kapitel A2)
▶ dienstleistender Charakter erschwert Messbarkeit der Leistungen
▶ neben operativen Leistungen erbringt die Logistik eine Vielzahl
schwierig zu messender dispositiver Leistungen
▶ Abgrenzungsprobleme
-->logistische Leistungsrechnung heterogen und
unternehmensspezifisch zu erstellen
Was ist die Eingangsrestirierung?
▶ Erfassung des Wareneingangs im Materialwirtschaftssystem sowie
Prüfung der Lieferung
▶ Mögliche Leistungsgrößen
▶ Zahl bearbeiteter Eingangspapiere
▶ Zahl der Lieferpositionen pro Lieferschein
▶ Zahl von Meldungen bei Falschlieferungen
▶ einfache Erfassung der Leistungsgrößen
Was ist die Abfertigung?
▶ Entladung und Abstellung der eintreffenden Güter an Umpackplatz
▶ Mögliche Leistungsgrößen
▶ Zahl abgefertigter LKWs/Wagons/Ladeeinheiten (ggf. klassifiziert)
▶ abgefertigte Tonnage
▶ Anzahl beschädigter Ladeeinheiten
▶ Schadenswert insgesamt
▶ Anzahl Retouren
▶ kapazitätsbezogene Kenngrößen wie Personalstunden, Überstundenquote, Anwesenheitsquote
▶ Hohe Anzahl und Vielfältigkeit der Aufgaben verhindert
Einzelerfassung der Leistungen, Schätzungen auf Grundlage von
Anlieferungsmengen
Was ist der Weitertransport?
▶ Transport der Waren vom Umpackplatz zu den Bedarfsorten
▶ Mögliche Leistungsgrößen
▶ Zahl transportierter Ladeeinheiten
▶ geleistete Ladeeinheitenkilometer, Tonnenkilometer
▶ geleistete Betriebsstundenzahl der Fahrzeuge
▶ Anzahl beschädigter Ladeeinheiten / Schadenswert insg.
▶ Anteil Gefahrguttransporte / Leerfahrten
▶ Kapazitätsbezogene Kenngrößen wie geleistete Personalstunden, Anwesenheitsquote, Zahl eingesetzter Fahrzeuge und Transporthilfsmittel
▶ breites und heterogenes Leistungsspektrum erschwert Erfassung der
Leistungsdaten, Ausnahme: automatische Transportsysteme
Was ist Kommosionierung?
▶ Umpackung eines Teils der angelieferten Ware und
Zusammenfassung eines Teils der Ware zu Teilesätzen
▶ Mögliche Leistungsgrößen
▶ Zahl der Kommissionieraufträge
▶ Zahl der zur Kommissionierung angelieferten Ladeeinheiten
▶ Zahl der kommisionierten Lager‐ bzw. Transporteinheiten
▶ Umfang der Kommissionierschäden
▶ geleistete Personalstunden
Was ist Einlagerung/Lagerung?
▶ Zeitüberbrückung zum Ausgleich von Bedarfszeitpunkt und
Eingangszeitpunkt oder Lagerhaltung zur Verringerung von
Lieferrisiken
▶ Mögliche Leistungsgrößen
▶ Zahl gelagerter Artikel, Zahl von Ein‐/Auslagerungen
▶ Zahl umgelagerter und wiedereingelagerter Artikeleinheiten
▶ Ein‐, Um‐ und Auslagerungsdauer
▶ Belegung des Lagers
▶ Kapitalbindung der Lagergüter
▶ Teilereichweiten
▶ kapazitätsbezogene Kenngrößen wie Personalstunden, Anwesenheitsquote oder Lagerbereitschaftsgrad
Was ist Bestelldisposition?
▶ Abruf einzelner Teilbedarfe innerhalb vorgeplanter
Lieferkontingente von Lieferanten nach Meldung durch die
Produktion unter Beachtung von Lagerbeständen und Lieferzeiten
▶ Mögliche Leistungsgrößen
▶ Zahl wöchentlich zu disponierender Teile (A, B, C Teile)
▶ Lieferantenanzahl
▶ Splittungsgrad von Anlieferungen
▶ Fehlmengenanzahl, Zahl der Problemteile
▶ Anteil von Sonderteilebedarfen
▶ kapazitätsbezogene Kenngrößen (Personalstunden, Anwesenheitsquote, Überstundenquote)
Wie kann die Beschaffungslogistik insgesamt bewerrtet wwerden?
▶ Mögliche Leistungsgrößen
▶ Zahl eingegangener Teilearten
▶ durchschnittliche Zugangshäufigkeit der Teile
▶ durchschnittliche Durchlaufzeit der gesamten Beschaffungslogistik
▶ durchschnittliche Wartezeiten
▶ kapazitätsbezogene Kenngrößen (Personalstunden, Anwesenheitsquote, Überstundenquote, ausgewiesene Verkehrs‐, Lager‐, Umschlags‐ und Verwaltungsflächen)
Wie kann die Beschaffungslogistik insgesamt bewerrtet wwerden?
▶ Mögliche Leistungsgrößen
▶ Zahl eingegangener Teilearten
▶ durchschnittliche Zugangshäufigkeit der Teile
▶ durchschnittliche Durchlaufzeit der gesamten Beschaffungslogistik
▶ durchschnittliche Wartezeiten
▶ kapazitätsbezogene Kenngrößen (Personalstunden, Anwesenheitsquote, Überstundenquote, ausgewiesene Verkehrs‐, Lager‐, Umschlags‐ und Verwaltungsflächen)
Was ist das Referenzmodell SCOR?
▶ logistische Leistungen vielgestaltig, heterogen und durch verschiedene Stellen wahrgenommen
▶ keine einheitliche Definition für Logistikleistungen
▶ überbetrieblicher Vergleich auf Grundlage unternehmensindividueller Kennzahlensysteme und logistischer
Leistungsrechnungen nicht möglich
▶ Supply Chain Operations Reference Model (SCOR) als branchen‐ und unternehmensübergreifendes, standardisiertes Instrument zur Abbildung von Supply Chains
▶ 1997 vom neu gegründeten Supply Chain Council (SCC) veröffentlicht
▶ mittlerweile mehr als 1.000 Unternehmen am SCC partizipierend
▶ kontinuierliche Weiterentwicklung, aktuell SCOR 11.0 (2012)
Wie ist die Struktur des SCOR Modells?
▶ Modell enthält verschiedene Module und orientiert sich an sechs primären Management‐Prozessen zur Beschreibung von Supply‐Chain‐Prozessen
▶ Abbildung physischer Prozesse, ausgewählter begleitender administrativer Prozesse sowie Wechselbeziehungen hinsichtlich Angebot und Nachfrage
Welche SCOR Prozeesstypen gibt es und was sind diese?
▶ Plan fasst Planungsprozesse zusammen, welche die gesamte unternehmensbezogene SC bzw. die übrigen Prozesstypen betreffen
▶ Source umfasst alle beschaffungslogistischen Prozesse sowie Prozesse zum Management der Beschaffungsinfrastruktur (z.B.Abschließen von Rahmenverträgen, Zertifizierung von Lieferanten)
▶ Make bezeichnet und definiert Prozesse, die Güter in ihren Endzustand überführen
▶ Deliver stellt Prozesselemente an der Schnittstelle zu den Abnehmern dar
▶ Return umfasst Rücklaufprozesse zum Lieferanten sowie vom Abnehmer ans eigene Unternehmen
▶ Enable beinhaltet Management‐Prozesse (z.B. Business Rules, Performance Management, Risk Management)
Was sind SCOR Prozesskategorien und Prozesselemente?
▶ SCOR enthält auf Ebene 2 mehr als 30 vordefinierte Prozesskategorien zur Detaillierung der sechs Top‐Level‐Prozesse
▶ z.B. Unterscheidung zwischen Fertigung auf Lager, Auftragsfertigung sowie auftragsspezifischer Entwicklung innerhalb der Top‐Level‐Prozesse Source, Make und Deliver
▶ auf Ebene 3 des SCOR‐Modells werden zu jeder definierten Prozesskategorie einzelne Prozesselemente mit definierten In‐ und Outputs, Messgrößen und Best Practices zur Verfügung gestellt
▶ Beispiel: Prozesskategorie „S1: Bezug von Waren auf Lager“
▶ S1.1: Lieferung terminieren
▶ S1.2: Waren empfangen
▶ S1.3: Waren prüfen
▶ S1.4: Waren einlagern/überführen
▶ S1.5: Zahlung an Lieferant anweisen
Was ist die SCOR Implementierungsebene?
▶ SCOR‐Ebene 4 im Referenzmodell nicht ausformuliert
▶ Implementierungsebene ermöglicht es Unternehmen, weitere Detaillierungen auf der Aktivitätenebene vorzunehmen sowie Unternehmens‐ und Branchenspezifika zu berücksichtigen
Was ist das kennzahlensystem im SCOR Modell?
▶ SCOR‐Modell gibt umfangreiches Kennzahlensystem zur Messung
und Steuerung der Prozesse auf den jeweiligen Ebenen vor
▶ Kennzahlensystem ebenfalls hierarchisch aufgebaut
▶ Aggregation zur obersten Ebene hin
▶ sachlogischer Aufbau in Form eines Kaskadenmodells
▶ Zugriff auf Benchmarking‐Daten ermöglicht überbetrieblichen
Vergleich der Kennzahlen und kann als Grundlage zur Steuerung
dienen
was ist Logistikkostenrechnung und was beinhaltet es?
▶ Logistikkosten erfassen Werteverzehr, der im Rahmen von
logistischen Unterstützungsprozessen und ‐funktionen anfällt
▶ Logistikkostenrechnung als Gegenstück zur Leistungsrechnung
▶ klassische Logistikkostenrechnung orientiert sich an traditionellen
Kostenarten‐, Kostenstellen‐ und Kostenträgerrechnungen
▶ Grundlage zur rationalen Steuerung der Logistik
▶ Probleme hinsichtlich Abgrenzung und Erfassung der Leistungen
grundsätzlich auch für Kostenrechnung gültig
▶ Logistikkosten in Praxis nicht einheitlich definiert
▶ Präzisierung, Spezifizierung und individuelle Abgrenzung von
Logistikkosten