HR Fachausweis AKAD 2017, Grundlagen HRM 3/3
HRM 603, Kapitel 4, Technologische Hilfsmittel
HRM 603, Kapitel 4, Technologische Hilfsmittel
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Cartes-fiches
Wie wird die EDV im HR-Bereich genützt? Nenne mind. 3 Beispiele.
- PIS: Erfassung der Personalstammdaten
- Erstellung von Stellenplänen und Organigrammen
- Erstellung von Stellenbeschreibungen und Anforderungsprofilen
- Beurteilungen und Zielerreichungen können archiviert und für Auswertungen verwendet werden
- Beförderungen und Laufbahnpläne werden elektronisch festgehalten und verwaltet
- Doppelerfassungen erübrigen sich durch Schnittstellen zu anderen EDV-Anwendungen, innerhalb und ausserhalb des PIS
Für ein Unternehmen ist es sehr hilfreich, wenn das PIS auch Schnittstellen zu Systemen ausserhalb des PIS hat; wenn es also sogenannte Managementinformationssysteme MIS sind. Auch Schnittstellen zu externen Plattformen sind denkbar. Nenne je ein Beispiel für solche Systeme.
MIS: Lohnkosten werden direkt vom PIS in die Buchhaltungssysteme übertragen; Personaldaten werden ins PK-System überspielt, Teile von Personaldaten werden ins elektronische Telefonbuch gespeist
extern: ELM, einheitliches Lohnmeldeverfahren der Ausgleichskassen
Der Begriff ICT bezeichnet nebst dem einseitigen Datenaustausch der früheren IT mit dem C auch den Austausch von Daten, also die gegenseitige Kommunikation. Was sind die Ziele der ICT in der Personalarbeit? Nenne mind. 3 Beispiele.
Effizienz:
- die Dinge richtig tun
- Personalarbeit optimieren, so dass diese mit möglichst wenig Aufwand bzw. möglichst rasch erledigt wird
Effektivität:
- die richtigen Dinge tun
- Ziele sollen besser erreicht werden
Beispiele:
Quantitative Ziele: Kostensenkung / -effizienz, Verringerung Durchlaufzeiten, Vereinfachung / Beschleunigung der Prozesse, Vermeidung von Doppelspurigkeiten, Standardisierung, Reduktion gebundener Ressourcen im HR
Qualitative Ziele: Erhöhung von Qualität und Zuverlässigkeit, Nachvollziehbarkeit und Objektivierung, Flexibilität, Optimierung der Entscheidungsbasis für künftige Entscheidungen
Ziele im grösseren Kontext: Professionalisierung der Personalarbeit, Verbesserung der Kundenzufriedenheit intern und extern
Welche Fragen muss ein Unternehmen klären, das seine ICT-Lösung überprüfen will und Anpassungen definieren möchte?
Betriebsgrösse: Macht die Einführung / Anpassung auf ein umfassendes System überhaupt Sinn? Werden bestimmte Bereiche besser ausgelagert (z.B. Lohnadministration)?
Rolle der Personalarbeit: Als was agiert das HR im Unternehmen - eher als funktionaler Experte oder als strategischer Partner?
Kosten: Ein Standardsystem ist günstiger als eine individuell angepasste Lösung. Was braucht es, was nicht?
Integration: Können Schnittstellen genützt werden, wenn ja welche? Können die Vorgänge vollständig bearbeitet werden? Macht es Sinn, das HR-System als Teil eines ERP Systems zu organisieren? Wie können die Daten aus dem bisherigen System integriert werden?
Prozesse: Sind die Prozesse im Unternehmen eher einfach aufgebaut oder sind sie gekoppelt mit anderen Prozessen, die auch ein komplexeres System verlangen? Welchen Umfang sollen die Funktionen haben?
Benutzer: Wie hoch ist das Anwendungswissen der User? Sind sie in der Lage, das System zu bedienen? Welche Schulungen braucht es? Wie benutzerfreundlich ist das System?
Flexibilität: Kann das System erweitert werden, können Schnittstellen erfasst werden?
Qualität / Zuverlässigkeit und Effizienz: genügt das System den Anforderungen?
Gesetze: Sind die rechtlichen Aspekte eingehalten?
Im Zusammenhang mit elektronischen Daten sind auch rechtliche Aspekte zu berücksichtigen. Nenne dazu die wichtigsten Punkte.
DSG gilt auch für elektronische Daten, d.h.
- Personendaten dürfen nur rechtmässig bearbeitet werden, die Bearbeitung muss nach Treu und Glauben erfolgen und verhältnismässig sein; Daten, die ohne das Wissen der Betroffenen beschafft werden, z.B. Videoüberwachung oder Kontrolle E-Mail-Verkehr, sind nicht rechtmässig erhoben
- Personendaten dürfen nur zu dem Zweck bearbeitet werden, der bei der Beschaffung angegeben wurde, aus den Umständen ersichtlich oder gesetzlich vorgesehen ist
- Die Richtigkeit der Personendaten muss überprüft werden
- Personendaten dürfen nicht ins Ausland bekannt gegeben werden bzw. es müssen entsprechende Vorkehrungen getroffen werden, damit die gesetzlichen Vorgaben eingehalten sind (z.B. wichtig bei Lohnverarbeitung im Ausland)
- Personendaten müssen angemessen geschützt werden durch technische und organisatorische Massnahmen (mit Passwörtern, Zutrittseinschränkungen zum Serverraum, andere Kontrollen, etc.); allenfalls kann eine Berechtigungsmatrix definieren, welche Personen zu welchen Datenbereichen Zugriff haben und auf welcher Stufe (Erfassung, Mutation, Einsicht)
Welche ICT-Anwendungen kommen zur Anwendungin den einzelnen Prozessschritten im HR life cycle?
Nenne mind. 3 Beispiele für die "Planung".
Tabellenkalkulationssoftware zur Berechnung von Personal- und Personalentwicklungskosten
PIS: Organisationsmanagement zur Verknüpfung der Aufbauorganisation (Organigramme, Stellenpläne), Verknüpfung Stellenpläne mit Löhnen als Basis für das Lohnkostenbudget
PIS: Reporting bzw. Ermittlung von Kennzahlen und Statistiken, grafische Darstellung
HR-Portal: Abrufen von Veränderungen des Personalbestandes, Personalstruktur
Welche ICT-Anwendungen kommen zur Anwendungin den einzelnen Prozessschritten im HR life cycle?
Nenne mind. 3 Beispiele für die "Suche und Auswahl".
gängige Programme: Erstellung Serienbriefe und Entscheidungsmatrix für Bewerbungen, E-Mail für Korrespondenz
PIS: Auskunft über bevorstehende Vakanzen
HR-Portal: Bewerbertool, z.B. Umantis: Bewerber erfassen sich selber, Korrespondenz wird automatisch ausgelöst, Zuteilung zur Stelle und direkte Bewertung im System durch VG, Checklisten auf dem Intranet für neue MA, Einführung, Probezeitgespräche, etc.
Social Media: Xing, Facebook, LinkedIn, online Stellenportale wie jobs.ch, yooture.com, etc., CV-Datenbanken
Welche ICT-Anwendungen kommen zur Anwendungin den einzelnen Prozessschritten im HR life cycle?
Nenne mind. 3 Beispiele für die "Einsatz und Führung".
Gängige Programme: Kommunikationsmittel wie E-Mail, Skype, Chat, Online-Konferenzen
PIS: sämtliche Personendaten, die im PIS erfasst sind, Präsenz- und Abwesenheitsdaten, Zutrittskontrolle, Erinnerungsfunktionen für Geburtstage, Jubiläen, etc., Ablauf von Bewilligungen, Kinderzulagen etc.
HR-Portale: elektronische Personaldossiers, Vergabe der entsprechenden Berechtigungen an die VG; Hinterlegung von Checklisten, Vorlagen, Anleitungen, Weisungen, etc.; ESS erlaubt online Ferienanträge, Verwaltung der Personaldaten (ACHTUNG DATENSCHUTZ)
Welche ICT-Anwendungen kommen zur Anwendungin den einzelnen Prozessschritten im HR life cycle?
Nenne mind. 3 Beispiele für die "Entlöhnung".
Gängige Programme: Tabellenkalkulation, Access, Grafiken
PIS: Reportingsystem, Schnittstelle zu PK, AK (ELM), FiBu; Generierung von Lohnausweisen, QS-Abrechnung, etc.; Einsatzplanung / Zeiterfassung, Bezüge im Personalrestaurant, etc., Erstellung von standardisierten Auswertungen
HR-Portal: ESS: Eintragen von Spesen, standardisierte Auswertungen (z.B. BSC)
Welche ICT-Anwendungen kommen zur Anwendungin den einzelnen Prozessschritten im HR life cycle?
Nenne mind. 3 Beispiele für die "Entwicklung".
Gängige Programme: Einladungen aus Word können per E-Mail verschickt werden, Terminplanung mit Outlook, etc.
PIS: Archivierung und Zusammenstellung erreichter Qualifikationen, Ermittlung Weiterbildungs- und Entwicklungsbedarf, Auszug von Personalportfolio
HR-Portal: MA-Beurteilungssystem mit online Beurteilungswerten und Zielerreichungsgraden, Erinnerungsfunktionen; Abwicklung und Bewirtschaftung von Schulungs- und WB-Massnahmen; Wissensdatenbanken, elektronische Lehrmedien / E-Learning, Überprüfung Wissenstransfer; Performance Management
Welche ICT-Anwendungen kommen zur Anwendungin den einzelnen Prozessschritten im HR life cycle?
Nenne mind. 3 Beispiele für die "Freisetzung".
Gängige Programme: Entscheidungsmatrix, Textbausteine für Zeugniserstellung, Auswertung standardisierter / strukturierter Austrittsgespräche
PIS: Zusammenführung von Abbaumassnahmen zur Ermittlung von Kosten, Konsequenzen, Alternativen; Ermittlung von Ferien-/Mehrstundenbestände für Schlussabrechnung; Austrittsjournale, Fluktuationsstatistik; Abmeldung PK
HR-Portal: gezielte Austrittsmeldungen an erforderliche Stellen; Generieren von Checklisten und Workflows