HR Fachausweis AKAD 2017, Grundlagen HRM 3/3

HRM 603, Kapitel 2, Teamarbeit

HRM 603, Kapitel 2, Teamarbeit


C. A.
Diese Lernkarten behandeln die Grundlagen des Human Resource Managements (HRM) auf einem fortgeschrittenen Niveau und konzentrieren sich auf die Dynamik und den Erfolg von Teamarbeit. Sie decken Themen wie Teamentwicklung, Gruppenstrukturen, Entscheidungsprozesse, Zeitmanagement und die Bedeutung von Teamzielen ab. Diese Karteikarten sind besonders nützlich für HR-Professionals und Führungskräfte, die ihre Fähigkeiten in der Teamführung und -entwicklung verbessern möchten, um effektivere und harmonischere Arbeitsgruppen zu schaffen.
Karten
27
Lernende
10
Sprache
Deutsch
Kategorie
BWL
Stufe
Andere
Erstellt / Aktualisiert
19.11.2016 / 26.08.2025

Lernkarten

Was ist ein Team? Nenne die wesentlichen Merkmale.

2 oder mehrere Personen, die

  • ein gemeinsames Ziel haben
  • einen gemeinsamen Prozess durchlaufen, bei dem sie gemeinsame Normen und Wertvorstellungen entwickeln
  • eine Gruppenstruktur mit Rollen und Normen haben
  • ein Wir-Gefühl haben, das den Zusammenhalt untereinander fördert

Was unterscheidet ein Team und eine Arbeitsgruppe?

Arbeitsgruppe: 

Mehrzahl von Menschen in einem Unternehmen, einer Schule, etc., die in bestimmte Rahmenbedingungen eingebettet und entsprechend organisiert sind; stützt sich hauptsächlich auf Einzelleistungen der Gruppenmitglieder ab

Team:

Mehrzahl von Menschen, die eine gemeinsame Aufgabe haben und dadurch voneinander in Abhängigkeit stehen; oft auch besondere Qualität der Zusammenarbeit: Team = gut eingespielt, ausgeprägtes Zusammenhaltsgefühl; strebt nach gemeinsamer Verantwortung für die Ergebnisse und nach dem Synergieeffekt (2+2=5)

 

"Auch ein Team ist eine Gruppe, aber nicht jede Gruppe ist ein Team."

Wie gross ist ein Team idealerweise?

verschiedene Auffassungen, allg. zwischen 3 - 8 Personen, wenn Team grösser wird leidet Qualität der Zusammenarbeit, Abstimmung braucht mehr Zeit, es kann Untergruppen geben

Was ist der Unterschied zwischen einer formellen und einer informellen Gruppe? Nenne auch je ein Beispiel.

formelle Gruppe: Zusammensetzung wird von aussen bestimmt; Zweckgemeinschaft, eingeschränkter Gestaltungsspielraum, Mitglieder müssen sich zusammenraufen, um das gemeinsame Ziel zu erreichen

Bsp.: Projektteam, Arbeitsgruppe

informelle Gruppe: verfolgt ebenfalls einen Zweck, dieser entsteht jedoch v.a. aus ggs. Sympathie und gemeinsamen Interessen; Mitglieder gehören der Gruppe freiwillig an, treffen sich spontan und auch in der Freizeit, starkes Zusammengehörigkeitsgefühl

Bsp.: klassische Freundes-Clique, Personen, die das gleiche Hobby teilen, etc.

Früher oder später stellt sich in einer Gruppe / einem Team die Frage nach der Teamleitung. Auch diese kann formell oder informell bestimmt werden. Erkläre, wie das geschieht und nenne je ein Beispiel.

Formell:

  • Teamleitung wird offiziell eingesetzt oder bestimmt sich selber dazu (z.B. aufgrund hierarchischer Stellung)
  • z.B. Unternehmen: VG, PL, Fachexperten

Informell:

Teammitglied übernimmt die Leitungsfunktion in Absprache mit dem Team und wird allseits akzeptiert; entsteht meist aus der Rollenverteilung im Team

z.B.: der Älteste in der Clique, der Selbstsicherste, der Gebildetste, etc.

Damit Teamarbeit (in der Arbeit) erfolgreich ist, braucht es bewusst gesteuerte Teambildung bzw. -entwicklung.

a) Welches Ziel wird mit solchen Massnahmen verfolgt? 

b) Welche 4 Faktoren müssen berücksichtigt werden, um die Basis für erfolgreiche Massnahmen zu legen?

a) produktive Arbeitsbedingungen, konstruktive Zusammenarbeit im Team

b)

Umfeld: indirekte Führung legt äussere Rahmenbedingungen für Teamarbeit fest; nebst strat. Unternehmenszielen auch teamfördernde Unternehmenskultur, flexible, prozessorientierte Strukturen

Aufgaben: ermöglichen Zielerfüllung, definieren den eigentlichen Zweck der Teamarbeit

persönliche Teamfähigkeit: Bereitschaft, sich auf die Teambildung einzulassen, die eigene Einstellung zur Teamarbeit und zu den übrigen Teammitgliedern zu reflektieren

Ausgestaltung der Sach- und Beziehungsebene: Regeln der Arbeitsorganisation, Wir-Gefühl, Teamklima

In der Arbeitswelt besteht ein hoher Anpassungsdruck, der dem starren Denken in Funktionen und Abteilungen entgegensteht. Heute braucht es stärkere Vernetzung der in der Unternehmung vorhandenen Fähigkeiten durch Teamarbeit. Wie profitiert ein Unternehmen von dieser Vernetzung, die durch Teamarbeit entsteht? Nenne mind. 3 Beispiele.

  • Team kann Stärken des Einzelnen aktivieren bzw. Schwächen ausgleichen
  • direkte, flexible Zusammenarbeit verschafft in einem dynamischen Umfeld einen Zeitvorteil
  • Innovationsfähigkeit setzt Teamarbeit voraus (komplexe Themen können im Team besser bearbeitet werden, mehr Inputs, verschiedene Ideen)
  • Auseinandersetzungen im Team bieten ideales Lernumfeld, Förderung und Entwicklung der MA
  • Zusammenarbeit unter Gleichrangigen gefällt v.a. Leistungsträgern und jüngeren MA
  • Selbstorganisation und -führung spart Führungs- und Admin-Ressourcen: ein gut funktionierendes Team organisiert und führt sich zu einem grossen Teil selbst (nebst der Erledigung der eigentlichen Aufgaben)

Welche Rahmenbedingungen begünstigen Teamarbeit im Unternehmen?

  • Unternehmensstrategie: definiert grundsätzlich die Ausrichtung und Ziele und demzufolgend auch den Auftrag für die Teamarbeit im Unternehmen
     
  • Unternehmensstruktur: vernetzte Struktur statt hierarchische Pyramide erlaubt Selbststeuerung der Teammitglieder, Kommunikation und Kooperation; Rolle der Führungsperson = v.a. Koordination
     
  • Unternehmenskultur: mehr Gestaltungsfreiraum bei der Aufgabenerfüllung, weiter reichende Entscheidungskompetenzen (Empowerment, Mitunternehmertum); Voraussetzung dafür ist Umdenken der Führung (Abgabe von Macht und Kontrolle) und bei den Teams (Bereitschaft, mehr unternehmerische Verantwortung zu übernehmen)

Nenne einige Beispiele für das Umdenken, das stattfinden muss um in einer Unternehmung die Teamkultur zu fördern.

Nicht immer ist es sinnvoll, eine Aufgabe zur Erledigung an ein ganzes Team zu geben. Welche Aufgaben"typen" werden besser von Einzelpersonen, welche besser im Team erledigt?

Einzeln:

Aufgaben, die

  • sich klar abgrenzen und somit bündeln lassen
  • Spezialkenntnisse erfordern
  • wenig Entscheidungsspielraum zulassen
  • einen geringen Abstimmungsbedarf haben

Teamarbeit:

Aufgaben, die

  • eine Vernetzung von Wissen und Fähigkeiten erfordern
  • Projektaufgaben sind
  • weitreichende Entscheidungen beinhalten

Definiere den Begriff "Teamfähigkeit" und welche Kompetenzen eine teamfähige Person hat.

Definition:

Bereitschaft und Fähigkeit, sich mit anderen im Team konstruktiv auszutauschen, gemeinsam Lösungen zu entwickeln, einander aktiv zu unterstützen

Kompetenzen:

  • Integrationsfähigkeit
  • Kooperationsbereitschaft
  • Lösungsorientierung
  • Engagement
  • Veränderungsbereitschaft

Im zwischenmenschlichen Austausch gibt es die Sach- und Beziehungsebene.

a) Was beinhalten sie?

b) Welche Ebene beeinflusst die Teamarbeit mehr?

a)

Sachebene: sichtbar, betrifft Ziele, Auftrag, Aufgaben, Sachprobleme, "Facts"

Beziehungsebene: unsichtbar, Art und Weise, wie Teammitglieder aufeinander (ein)wirken und zusammenwirken; abhängig von Rollen- und Positionsverteilung im Team, persönliche Identifikation mit dem Team, persönliche Einstellungen und Werte, Zusammenbehörigkeitsgefühl

b) s. Grafik

Nenne die wichtigsten sachorientierten Faktoren in der Teamarbeit.

Teamziele

Aufgabenverteilung

Entscheidungen

Zeitmanagement

= grundsätzlich Arbeitsorganisation im Team

Sachebene: Weshalb sind Teamziele wichtig für den Erfolg der Teamarbeit?

  • unklare Ziele und unrealistischer Erwartungen = häufigste Ursache für Scheitern von Teamarbeit: Pseudoziele, unverbindliche Absichtserklärungen, vage Wunschvorstellungen statt gemeinsame Ziele
  • Ziel = Sinn und Zweck der Teamarbeit
  • je besser das Teamziel mit den eigenen Zielen übereinstimmt, desto höher ist die Identifikation (= Einfluss auf Motivation)
  • SMART: specific, measurable, achievable, result, timed

Sachebene: Weshalb ist die Aufgabenverteilung wichtig für den Erfolg der Teamarbeit?

  • Ziel Synergieeffekt (2+2=5): optimale Aufgabenverteilung auf die Teammitglieder (Fähigkeiten / Stärken nutzen, Ressourcen gerecht einsetzen)
  • Trittbrettfahrer identifizieren und entsprechend führen

Sachebene: Weshalb sind Entscheidungsprozess und -kompetenzen wichtig für den Erfolg der Teamarbeit?

Gemeinsame Arbeit führt immer wieder zu Entscheidungssituationen, es muss klar sein

  • Wie wird entschieden? 
  • Wer entscheidet?

Es braucht Entscheidungsregeln, die verbindlich eingehalten werden.

Sachebene: Weshalb ist Zeitmanagement wichtig für den Erfolg der Teamarbeit?

Management der gemeinsamen Zeit sehr wichtig, da

  • mangelnder Respekt vor der Zeit von anderen Teammitgliedern einer der grössten Störfaktoren darstellt (z.B. durch unnötige, überlange Sitzungen, schlechte Vorbereitung, Diskussionen, etc.)
  • realistische Zeit- und Projektplanung Verbindlichkeit schafft innerhalb des Teams und auch nach aussen ggü. Auftraggebern
  • Verzögerungen müssen sofort gemeldet werden, damit Teamleitung korrigierend / unterstützend eingreifen kann
  • Entziehung des Zeitmanagements (z.B. Nicht-Einhalten von Terminen, Hinauszögern von Entscheidungen) wirken sich negativ auf die Verbindlichkeit aus und führen auch bei anderen Teammitgliedern zu Disziplinlosigkeit

Auf der Beziehungsebene im zwischenmenschlichen Austausch ist das Wir-Gefühl in einem Team sehr wichtig. Was schafft das Wir-Gefühl in einem Team, durch was wird es beeinflusst und welche Gefahren birgt es?

Wir-Gefühl = innerer Zusammenhalt im Team, Teamgeist; schafft

  • Vertrauen und Respekt
  • Bereitschaft zur ggs. Unterstützung
  • Loyalität ggü. Team
  • Stolz, Teil des Teams zu sein

Das Wir-Gefühl wird beeinflusst durch

  • Gruppenstruktur und -normen
  • Druck von aussen (Auftrag, Vergleich mit anderen Teams, evt. Wettbewerbsdenken)
  • Haltung des Teams in Bezug auf Fairness ggü. anderen "wir sind ok - ihr seid ok"
  • Gefahr, sich abzuschotten gegen aussen (wir sind ok - ihr seid nicht ok)

Gruppenstruktur: nenne einen anderen Begriff, der dasselbe bedeutet.

Beziehungsstruktur

Hackordnung

 

Die Gruppenstruktur kann unterteilt werden in

  1. Affektive Struktur
  2. Kommunikationsstruktur
  3. Rollenstruktur

Erkläre diese Begriffe in einem Satz.

  1. Affektive Struktur: Sie bezeichnet die gefühlsmässigen Beziehungen untereinander, d.h. die persönlichen Zu-/Abneigungen der Mitglieder einer Gruppe.
     
  2. Kommunikationsstruktur: Sie bezieht sich auf den Kontakt und den Informationsfluss untereinander, wobei der Besitz von Informationen und der Zugang einen wichtigen Machtfaktor in der Teamarbeit darstellen.
     
  3. Rollenstruktur: Damit ist die Verteilung der Positionen innerhalb der Gruppe und damit verbunden das Ausmass an persönlichem Einfluss und Macht auf die Teamarbeit gemeint.

a) Was bedeutet der Begriff "Gruppennormen"?

b) Inwiefern sind diese wichtig / gefährlich für eine Gruppe?

a)

Verhaltensregeln, die den Umgang miteinander ordnen

"sozialer Vertrag" mit den anderen Teammitgliedern, Sanktion bei Nichteinhaltung

b)

+ geben Sicherheit
+ Orientierungshilfe, was sich gehört, was nicht
+ tragen zur Stabilität in der Gruppe bei

- evt. werden gegenteilige Ansichten nicht als Bereicherung sondern als Störung / Angriff angeschaut (Gruppendruck resp. Konformitätszwang), dies kann zu krassen Fehleinschätzungen führen

 

In welchen Situationen kannst Du als neues Mitglied einer Gruppe (z.B. bei Eintritt in neue Firma) das Teamklima spüren? Nenne mind. 3 Beispiele.

Generell: Umgang miteinander:

Art und Weise

  • Kommunikation
  • Informationsweitergabe
  • Einhaltung von Abmachungen
  • Kritik
  • Konfliktaustragung und -lösung
  • ggs. Unterstützung

Was ist besonders wichtig in Bezug auf Feedback und Kritik in einem Team?

Feedback- und Kritikkultur = Spiegel des ggs. Vertrauens im Team, Akzeptanz und Wertschätzung

Konstruktive Feedbacks = Schlüsselerfolgsfaktor für ein Team, da Einzelne wie auch gesamtes Team sich entwickeln können

Teamarbeit = Aufdeckung von Fehlern und Schwächen; deshalb sachliche, konstruktive Kritik sehr wichtig:

  • Themen ansprechen, ohne persönlich anzugreifen
  • Kritik annehmen mit Einsicht und Lernbereitschaft

Oftmals wird offene Kritik auch trotz gutem Team sehr zurückhaltend geübt. Weshalb?

Angst vor

  • Gesichtsverlust
  • Verlust an Teamgeist
  • Verwechslung von Konfrontation mit Unhöflichkeit

Gegenseitige Unterstützung und Engagement - an was merkst Du, dass Dein Team dies optimal lebt und umsetzt?

  • Es ist selbstverständlich, sich gegenseitig zu helfen.
  • Bei Schwierigkeiten eines Teammitglieds bei der Aufgabenerfüllung steht die Lösungssuche im Vordergrund, nicht Vorwürfe oder Schuldzuweisungen.
  • Teammitglieder leisten freiwillig auch Mehreinsatz, um das gemeinsame Ziel zu erreichen (Beitrag zum Teamergebnis steht über der Erfüllung der eigenen Leistung)

Wie können Teamentwicklungsprozesse gestaltet werden und wer ist dafür zuständig?

  • Führungsperson = zentral in der Entwicklung
     
  • Auslösung des Entwicklungsprozesses idealerweise durch Team selber
     
  • Aufgreifen von Entwicklungsthemen jedoch auch VG-Sache
     
  • Voraussetzung für Durchführung eines Teamentwicklungsprozesses = Erfahrung in der Teamarbeit, Kenntnisse von Gruppendynamik, Persönlichkeitsentwicklung und Moderation 
     
  • externe Teamberatung notwendig, wenn man selbst Teil des Problems ist (Befangenheit), Widerstand gegen einen selbst als Moderator zu erwarten ist, konfliktträchtige Entwicklung voraussehbar ist

Es bieten sich im Arbeitsalltag auch Situationen für eine Teamentwicklung an. Nenne 3 Beispiele für solche Situationen, die Anlass zu Teamentwicklung geben können

  • neues Arbeits- oder Projektteam
  • Standortbestimmung in einem bestehenden Team
  • Strukturelle Veränderungen im Umfeld (z.B. Reorganisation)
  • Problemklärung und -lösung (z.B. Meinungsverschiedenheiten)
  • Konfliktbewältigung (z.B. Spannungen auf der Beziehungsebene)

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