HR

FOM HH SS15

FOM HH SS15


C. R.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über die Grundlagen der Personalorganisation und -führung auf universitärem Niveau. Sie behandeln zentrale Aspekte wie die Gestaltung von Arbeitsplätzen, die Motivation von Mitarbeitern, die Rolle von Führungskräften und die verschiedenen Ebenen des Personaleinsatzes. Die Karteikarten sind besonders nützlich für Studierende der Betriebswirtschaftslehre, die sich mit Personalmanagement und Organisationsentwicklung auseinandersetzen möchten, da sie sowohl theoretische Konzepte als auch praktische Anwendungen abdecken.
Flashcards
51
Students
6
Language
German
Category
Micro-Economics
Level
University
Created / Updated
23.07.2015 / 03.06.2023

Flashcards

Ebenen des Personaleinsatzes

Strategische Ebene
⇒ Leistungsoptimierung

Taktische Ebene
⇒ Gruppenoptimierung

Operative Ebene
⇒ Umgebungsoptimierung

Der Stakeholder-Ansatz

Der Begriff „Stakeholder“ wird für Personen und Gruppen verwendet, die ein berechtigtes Interesse am Verlauf und Ergebnis von Prozessen und Projekten (z. B. einer Organisation oder eines Unternehmens) haben.

Kunden, Banken, Aktionöre, Lieferanten, Mitarbeiter

Welche Handlungsoptionen haben Organisationen im Umgang mit Stakeholdern?

Reine Anpassung an Anforderungen der Stakeholder:
 - Relevanz der Stakeholder bestimmen
 - Anforderungen der relevanten Stakeholder erfüllen
 - Ggf. Problem widersprüchlicher Anforderungen


Beeinflussung der Stakeholder-Ansprüche:
 - Ausnutzen der eigenen Macht über die Stakeholder
 - Einbindung der Stakeholder in die Organisation
 - Beeinflussung von Gruppen, die für die Stakeholderrelevant sind

Die fünf generischen Probleme der Organisationsgestaltung

- Strukturierung von Aufgaben

- Integration von Individuum u. Organisation

- Organisatorischer Wandel

- Emergänte Phänomene in Organisationen

- Organsation und Umwelt

Aspekte des Organisationsbegriffs

- Instituion: Was ist eine Organisation?

- Funktion: Wie gestaltet man eine Organisation?

- Inturment: Wie kann man eine Organisation nutzen?

Organisation als Instituion (Aspekte des Organisationsbegriffs)

Blick auf das gesamte System als Ergebnis des „Organisierens"

Definitionsmerkmale:

Dauerhaftigkeit, Mitglieder, Zielorientierung, formale/informale Struktur

Organisation als Funktion der Unternehmesführung (Aspekte des Organisationsbegriffs)

eigentlicher Prozess des Organisierens, Umorganisierens, Reorganisierens, Business Process Reengineering (BPR (Change))

Organisation als Instrument der Unternehmensführung (Aspekte des Organisationsbegriffs)

Steuerung bwz. Umsteuerung des gesamten Leistungsprozesses zur besseren Zielerreichung
Organisationsmodelle:

1. funktionale Organisation (Einliniensystem)

2. divisionale (Sparten-) Organisation (Einliniensystem)

3. Matrixorganisation (Mehrliniensystem)

Organisation als Instrument: funktionale Organisation (Einliniensystem)

Gliederung der Organisation nach Verrichtungen (Aufgaben), wie z. B.

Vertrieb, Einkauf, Produktion, F&E, Marketing

– auf der zweiten Hierarchieebene unterhalb der Unternehmensleitung


pro: klare Abgrenzung von Kompetenzen, Aufgaben und Verantwortung; Verhinderung von Redundanzen


contra: unklare Ergebnisverantwortung, Ressortdenken, großer Koordinationsaufwand zwischen Abteilungen

Organisation als Instrument: Divisionale (Sparten-) Organisation (Einliniensystem)

Gliederung der Organisation nach Objekten/Sparten, wie z. B. Kunden-/Produktgruppen, Absatzgebiete (Düngemittel, Fasern, Futtermittel, Reinigungsmittel)

- das strategische Management befindet sich in der Unternehmensleitung

- Das operative Management nehmen die Sparten wahr

– mit übergelagerten Zentralbereichen (F+E, HR, Controlling)


pro: Marktorientierung/Marktnähe, Hohe Motivation durch größere Autonomie, Entlastung der obersten Unternehmensleitung


contra: Spartenegoismus, höherer Koordinationsaufwand, erhöhter Bedarf an Leitungsstellen

Organisation als Instrument: Matrixorganisation (Mehrliniensystem)

Verknüpfung von funktionaler und divisionaler Organisation, wobei der zuständige Mitarbeiter Weisungen vom Funktions- und Spartenleiter erhält


pro: kürzere Kommunikationswege, flexible Berücksichtigung von Marktveränderungen, Förderung von Teamwork


contra: Kompetenzkonflikte, längere Entscheidungsfindung, Zurechnungsprobelme von Erfolgen/Misserfolgen

Leitungsspanne, Leitungstiefe und Leitungsintensität

Leitungsspanne:
- Anzahl der direkt untergeordneten Personen (Ausführungsstellen)


Leitungstiefe:
- Anzahl der Hierarchieebenen


Leitungsintensität:
- Verhältnis von Leitungsstellen zu Ausführungsstellen

Steile Konfiguration vs Flache Konfiguration

Aufbauorganisation & Ablauforganisation

- Was ist zu tun? Aufbauorganisation ( Aufgaben)

- Wie ist es zu tun? Ablauforganisation (Arbeiten)

Führen durch das Wort

Die Integration von Individuum und Organisation gehört zu den wichtigsten Führungsaufgaben.
Dabei gilt für den Führungsprozess, dass Sanktionen die Ultima ratio (=letztes Mittel; letzter Weg“) sein sollen.

Verhaltensorientierte Ansätze der Organisationstheorie

-radikale Abkehr von den klassischen Organisationsansätzen


• Berücksichtigung psychischer / sozialer Faktoren
• Gestaltung immaterieller Arbeitsbedingungen (Zuwendung etc.)
• Bedeutung informeller Beziehungen in der Organisation


Man ruft Arbeitskräfte und es kommen Menschen!

Formel Organisations/ Teamproduktivität

Teamproduktivität = Potenzielle Produktivität – Prozessverluste
Prozessverluste = Motivationsverluste + Koordinationsverluste

Intrinische Motivation

Die intrinsische Motivation entspringt einer Aufgabe. Personen die aus intrinsischer Motivation handeln,
zeigen zufriedener mit ihrer Tätigkeit.

Extrinsiche Motivation

Motivation speist sich aus äußeren Anreizen wie Geld oder Strafen. Ist eher eine Notlösung, wenn man die falschen
Mitarbeiter ausgewählt hat oder wenn es nicht gelingt, Tätigkeiten motivierend genug zu gestalten.

Sie eignet sich bei Personen, die keine intrinsische Motivation mitbringen und bei Tätigkeiten, die kaum Motivationspotenzial haben und stark strukturiert sind.

Dynamik der Führerrolle

„ziehen im Sinne von Anziehung ist besser als schieben“
Mitarbeiter --> Führungskraft --> Idee
Projektion über Leistungsorientierung
Identifikation über Personenorientierung
ekelhafter Könner vs. sympathischer Taugenichts

Identifikation

(von lat. idem: „derselbe“, facere: „machen“) bedeutet wörtlich übersetzt „gleichsetzen“.

- Vorgang sich in einen anderen Menschen einzufühlen

- Teile des Gefühlslebens des anderen als eigene erkennen, und man empfindet mit dem Anderen mit

- auch bezogen auf Objekte (Verein, Gruppe von Personen, Idee Religion)

Dimensionen des Führungsverhaltens

- Mitarbeiterorientierung (Consideration)
Besorgtheit, Wertschätzung gegenüber den Geführten


- Aufgabenorientierung (Initiating Structure)
Zielpräzisierung, Kontrolle, Aufgabenerfüllung ist vorrangig

 

Beide Dimensionen sind tendenziell unabhängig voneinander.

Führungsgrundsätze Fordern

• Die Führungskraft hat das Recht, klare Forderungen zu stellen, Vereinbarungen zu treffen und diese zu kontrollieren.


• Die Führungskraft hat das Recht, auf Einhaltung von Vereinbarungen und Arbeitsverträgen zu bestehen sowie Leistung auf der Grundlage definierter Ziele zu verlangen.


• Die Führungskraft hat das Recht und die Pflicht, bei Nichteinhaltung von Absprachen offen zu konfrontieren und zu kritisieren.


• Die Führungskraft hat das Recht, Konsequenzen zu ziehen.

Führungsgrundsätze Ziele und Leistung vereinbaren und kontrollieren

Führungskonzept „Management by Objektives“ (MbO) /Führen durch Zielvereinbarungen

• Durch die Partizipation der Mitarbeiter am Zielfindungsprozess soll die Informationsbeschaffung verbessert werden


• MbO beinhaltet die weit gehende Delegation von Entscheidungsbefugnissen an die Mitarbeiter


• regelmäßige Rückkopplung zum Grad der Zielerreichung


• Kopplung von Belohnungen an den Grad der Zielerreichung

Führungsgrundsätze Konsens-Management

• Übereinkünfte herstellen
• einschließen, statt ausschließen
• umsetzen, statt durchzusetzen.

Führungsgrundsätze Dialogisch führen

• zum Gespräch einladen und den anderen besuchen


• die richtigen Fragen zu stellen


• formal auf Gesprächssymmetrie achten


• viele Sichtweisen einzubeziehen


• auf möglichst breitem Konsens beschließen

Führungsgrundsätze Zutrauen

Die Self-fulfilling Prophecy / Pygmalion-Effekt:


Was wir tun können, wird bestimmt durch das, was wir glauben tun zu können.
Was wir glauben tun zu können, wird bestimmt durch das, was andere glauben, was wir tun können.
Also wird das, was wir tun können, durch das bestimmt, was andere glauben, was wir tun können.
„Nichts kann einen Menschen mehr stärken, als das Vertrauen, das man ihm entgegen bringt.“

Vertrauen: Ein Konstrukt

- "Im Akt des Vertrauens wird die Komplexität der zukünftigen Welt reduziert.“


- "Man kann nicht ohne jeden Anhaltspunkt und ohne alle Vorerfahrungen Vertrauen schenken.“

- "Vertrauen ist eine „riskante Vorleistung“.

emergente Phänomene

spontane Herausbildung von Phänomenen aufgrund des
Zusammenwirkens von Strukturelementen der Organisation.

Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile


– Unternehmenskultur (Du oder Sie, Dresscode)
– politische Prozesse (Netzwerke, Seilschaften, Loyalitäten, Mickis, Kukis)
– informale/hidden Organisation (wer das Organigramm eines Unternehmens kennt, kennt das Unternehmen nicht)
– beeinflussen Prozesse und Verhaltensweisen/ Entscheidungen
– formale/ informale Rollen und Erwartungen

Organisation als Eisberg

- formale Aspekte: rationale, beobachtbare Aspekte
(z. B. Organigramm, Richtlinien, Stellenbeschreibung)

- informale Aspekte: affektive, verdeckte Aspekte
(z. B. Unternehmenskultur, Bedürfnisse, Motivation)

Organisation und Umwelt

Organisationen sind in stetigem Austausch mit ihrer Umwelt


• Aufnahme aus der Umwelt
- Legitimaion und Anerkennung
- materielle Ressourcen, Wissen und Mitarbeiter
- finanzielle Ressourcen (Einnahmen aus Verkauf etc.)


• Abgabe an dieUmwelt
- Güter und Dienstleistungen
- finanzielle Ressourcen (Entgelte, Ausgaben für Einkauf etc.)
- soziale und ökologische Belastungen

Die Folge:
Wechselseitige Abhängigkeit von Organisationen und ihrer Umwelt

Strategische, Taktische, Operative Ziele

Stragetisch:

Langfristig und grundsätzlich (Zeithorizont länger als 3 Jahre), eher abstrakt, global. Betrifft wesentliche Produktbereiche, Aktivitäten, den Betrieb als Ganzes und die erfolgskritischen Aspekte.

 

Taktisch:

Mittelfristig (Zeithorizont 1 bis 5 Jahre), weniger detailliert und zumeist für einen größeren Teil des Betriebes bzw. der Aktivitäten.

 

Operativ:

kurzfristig und konkret (weniger als 1 Jahr, für die laufende Rechnungs- bzw. Berichtsperiode), detailliert, "das Tagesgeschäft", betrifft einen Teil des Betriebes/der Aktivitäten.

Handlungsebenen der Personalveränderung

Strategische Ebene:
- Zielsetzung ist die Abstimmung der drei Planungsfelder
- Grundsätzliche Entscheidung zu externer vs. Interner Arbeitsmarktpolitik
- Employer-Branding-Strategie

 

Taktische Ebene:
- Personalmarketing nach Zielgruppen
- Methoden


Operative Ebe:
- Einzelmaßnahmen

Personalveränderung

Weichen Personalbestand und -bedarf voneinander ab, müssen Veränderungsmaßnahmen ergriffen werden:

 

Personalbeschaffung:

Suche und zur Verfügungstellung von Mitarbeitern auf Basis der Personalbedarfsplanung

 

Personalentwicklung:

Verminderung von Diskrepanzen bei der Mitarbeiterqualifikation

 

Personalfreisetzung:

Reduzierung bei Personalüberdeckung

Arbeitsrechtliche Sanktionen

Ermahnung:
AN steht „unter Beobachtung“


Abmahnung:
Erinnerungsfunktion und Warnfunktion


Verhaltensbedingte Kündigung:
„ultima ratio“

Wie sieht der innerlich Gekündigte aus ?

Er hat kein Interesse mehr an Auseinandersetzungen
• Er ist zum typischen Ja-Sager geworden
• Er bringt keine Vorschläge mehr
• Er nimmt Eingriffe in seinen Kompetenzbereich hin
• Der Hauptgrundsatz heißt "Fehler vermeiden“
• Arbeitsmotto: "Mit halber Kraft nur das Nötigste“
• Hohe Fehlzeiten
• Schlechte Ergebnisse

Korrelate der Arbeitszufriedenheit:
Indikator Fluktuation

• Wissens- und Expertiseverlust (brain drain)
• Wissens- und Expertisegewinn für die Mitbewerber
• Verlust von Kundenbindungen (Netzwerken)
• Kosten für Anwerbung, Auswahl und/oder Ausbildung neuer Mitarbeiter
• Imageverlust

Entscheidungsfelder / Elemente des Personaleinsatzes

Entscheidungsfeler:

Einführung/ Einarbeitung, Aufgabengestaltung, Arbeitsplatzgestaltng, Arbeitsplanung, Arbeits- & Gesundheitsschutz, Arbeitszeigestaltung

 

Kriterien:

Ausführbarkeit, Erträglichkeit, Zumutbarkeit, Zufriedenheit

--> Anpassung des Personal an die Arbeit

--> Anpassung der Arbeit an das Personal

Strategische Ebene des Personaleinsatzes

Internationale Betrachtung:


• Im Sinne der globalen Leistungserstellung ergeben sich internationale Einsatzorte für Mitarbeiter
• Personalpolitische Zielrichtungen beim internationalen Personaleinsatz:
- Ausfüllen einer vakanter Positionen
- Personalentwicklung von Führungskräften
- Entwicklung der gesamten Organisation


Zeitliche Perspektive:
z. B. Arbeitszeitflexibilisierung

Taktische Ebene des Personaleinsatzes

Organisatorische Perspektive:


Es geht z. B. um die Einbindung von Mitarbeitern durch die Gestaltung von Gruppen


Was ist bei der Gestaltung von Gruppen zu berücksichtigen?


Die Bewertung des Gruppenvorteils ist unter der Perspektive von Kreativitätsvorteilen, Organisationsaufwand und zu erwartenden Fehlern zu berücksichtigen

Operative Ebene des Personaleinsatzes

Ansatzpunkte für ergonomische Beobachtungen

Horizontal: Arbeitsplatz, Arbeitsmethode, Arbeitsumgebung

Verkital: Physische Belasung, Psychophysische Belastung, Psychische Belastung

Study