GPM - Prüfungsvorbereitung 2015
Fragen und Antworten zur GPM-Prüfung
Fragen und Antworten zur GPM-Prüfung
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Lernkarten
2.1.1
1. Wann ist ein Projekt als erfolgreich zu betrachten?
1. Ein Projekt ist erfolgreich, wenn es die letztlich definierten Ziele erreicht hat und der Nutzen für die Stakeholder erreicht ist (=Zufriedenheit).
2.1.1
2. Was sind „Faktoren des Projekterfolgs“? Was sind „Projektmanagementerfolgsfaktoren”?
2. Faktoren sind Einflussgrößen, die auf eine Person oder eine Sache einwirken. Projekterfolgsfaktoren sind also Einflussgrößen, die auf den erfolgreichen Abschluss Ende des Projektes wirken. Es können sich verschiedene Faktoren positiv auf das Ende eines Projektes auswirken - ein möglicher Erfolgsfaktor ist u.a. das praktizierte Managementsystem (bestehend aus Projektleiter, Unternehmensleitung, Mitarbeiter, Kunden etc.). Projektmanagementerfolgsfaktoren sind also die Faktoren, die das Management bewusst praktizieren kann, um den Projekterfolg zu erreichen.
2.1.1
3. Wie unterscheiden sich Abwicklungserfolg und Anwendungserfolg eines Projektes?
3. Der Abwicklungserfolg wird sichtbar am Projektabschluss und zeigt, wie das Projekt gemanagt wurde. Wie genau wurden die definierten Leistungs- Kosten- und Terminziele während des Projektablaufs geplant und gesteuert. Der Anwendungserfolg wird manchmal erst lange Zeit nach Projektabschluss sichtbar. Wird das Projektprodukt in der Praxis eingesetzt? Wie ist die Zufriedenheit bei den Anwendern?
2.1.2
1. Was ist ein Projektstakeholder und aus welchen Schritten besteht ein systematisches Stakeholdermanagement?
1. Projektstakeholder sind Personen oder Personengruppen, die direkt oder indirekt am Projekt betroffen oder beteiligt sind (alternative Bezeichnung: interessierte Parteien). Ein systematisches Stakeholdermanagement besteht aus den fünf Schritten: identifizieren, analysieren, bewerten, Maßnahmen planen und diese Maßnahmen steuern.
2.1.2
2. Warum nimmt man eine Stakeholderanalyse vor?
2. Projekte werden von Menschen für Menschen gemacht. Die Zufriedenheit der Stakeholder ist ein wichtiges Kriterium für den Projekterfolg.
2.1.2
3. Welche Probleme muss man bei der Stakeholderanalyse beachten?
3. Zu Beginn eines Projektes ist es nicht immer klar, wer alles ein Stakeholder in dem Projekt ist. Außerdem können Stakeholder ihre Einstellung ändern, so dass aus Projektbefürwortern plötzlich auch Projektgegner werden können. Die Stakeholderanalyse ist daher regelmäßig im Projekt zu aktualisieren.
2.1.2
4. Worin besteht der Zusammenhang zwischen Stakeholder- und Risikoanalyse?
4. Stakeholder sind Personen, die aufgrund ihrer Einstellungen positiv oder negativ dem Projekt gegenüberstehen. Risiken, sind Faktoren, die sich auf ein Projekt negativ auswirken - allerdings mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit. Insofern unklar ist, welche Einstellung ein Stakeholder hat und wie wahrscheinlich es ist, dass er auf den Plan tritt, kann dieser Stakeholder auch als ein sozialer Risikofaktor betrachtet werden. lst es sicher, dass der Stakeholder Einfluss nimmt (und vielleicht sogar negativen Einfluss), ist dieser Faktor fix im Rahmen des Stakeholdermanagements einzuplanen.
2.1.2
5. Welche Strategien zur Projektumfeldsteuerung kennen Sie?
5. Das Projektumfeld besteht aus sozialen und sachlichen Einflussgrößen. Strategisch ist zu überlegen, ob diese Faktoren aktiv in das Projekt aufzunehmen und einzuplanen sind (Betroffene zu Beteiligten machen), ob diese Personen oder Faktoren nur quasi Vorschläge machen bzw. als Vorschlag zu betrachten sind oder ob im Extremfall gegen diese Faktoren vorgegangen werden muss (z.B. rechtlich).
2.1.2
6. Welche Maßnahmen der Stakeholderkommunikation kennen Sie?
6. Stakeholder werden in der Regel durch Kommunikationsmaßnahmen beeinflusst, dazu zählen lnfoveranstaltungen, Workshops, aber auch Presseartikel, Internet- und Intranet-Beiträge oder das Entwickeln eines Logos Slogans etc.
2.1.2
7. Wie ist ein Stakeholderportfolio aufgebaut? Erklären Sie die Achsenbeschriftungen.
7. Ein Stakeholderprotfolio kann als Achsen die Dimensionen „Betoffenheitsgrad“ und „Beteiligungsgrad“ haben oder „Konfliktpotential“ und „Einstellung zum Projekt” Möglich ist auch, Wirkungspfeile einzuzeichnen die zeigen in welche Richtung ein Stakeholder sich nach einer Maßnahme entwickelt.
2.1.3
1. Was versteht man unter einem Ziel? Welche Zielgrößen gibt es in einem Projekt?
1. Ein Ziel ist ein Zustand, der in der Zukunft liegt und angestrebt wird. im Projekt werden die Zielzustände entlang der Leistungsziele, KostenzieIe/Aufwandsziele und Terminziele beschrieben. Es gibt aber noch weitere Zielkategorien!
2.1.3
2. Welche Regeln bei der Zieldefinition gibt es? Was bedeutet in diesem Zusammenhang s.m.a.r.t?
2. Bei der Zieldefinition ist darauf zu achten, dass die Ziele so beschrieben werden, dass sie am Ende auch überprüfbar sind, dass sie faktisch und persönlich auch realistisch und machbar sind etc. -> specific, measurable, attainable, realistic, timely bound.
2.1.3
3. Was versteht man unter Vorgehensziele im Projekt?
3. Vorgehensziele = Prozessziele = Zielstellung wie man im Projekt etwas abzuarbeiten hat.
2.1.3
4. Was ist eine Zielhierarchie?
4. Eine Zielhierarchie ist eine geordnete Darstellung der Vielzahl von Zielen. Aus deinem Oberziel leiten sich mehrere Unterziele ab, die wiederum weitere Unter(unter)ziele haben können. Sind die jeweiligen Unterziele erreicht, ist auch das dazugehörige Oberziel erreicht. Die Zielhierarchie zeigt also den Zusammenhang der Ziele, nicht aber eine Priorisierung oder eine zeitliche Reihenfolge der Bearbeitung.
2.1.3
5. In welcher Beziehung können Ziele zueinander stehen?
5. Ziele können inhaltsgleich sein (identisch), neutral zueinander stehen, in Konflikt (gegenläufig) oder sogar in Antinomie (ausschließend) oder komplementär (ergänzend) zueinander stehen.
2.1.3
6. Erklären Sie, was man unter Zielkonflikten versteht.
6. Unter Zielkonflikten versteht man entweder eine Zielkonkurrenz oder sogar eine Zielantinomie (Unvereinbarkeit).
2.1.3
7. Was würden Sie in einem Anforderungsschreiben nennen?
7. Ein Anforderungsschreiben wird in der Regel vom Auftraggeber erstellt (Lastenheft). Es enthält die Beschreibung dessen, was am Ende fertig sein soll, wozu es Anwendung finden soll und welche weiteren Rahmenbedingungen am Ende erfüllt sein müssen wie z.B. zeitliche Vorgaben.
2.1.3
8. Wo werden in der Regel die Leistungsziele des Projekts festgehalten? Was versteht man in diesem Zusammenhang unter einem Lastenheft bzw. Pflichtenheft?
8. Leistungsziele werden aus der Sicht des Auftraggebers im Lastenheft festgehalten (was und wozu etwas geleistet werden soll). im Pflichtenheft beschreibt daraufhin der Auftragnehmer wie und womit er dies j erreichen möchte.
2.1.3
9. Wozu dient eine Nutzwertanalyse im Zusammenhang der Zieldefinition?
9. Eine Nutzwertanalyse ist eine Methode zur Bewertung verschiedener Alternativen. in einem Projekt gibt es häufig viele (Teil)ziele, die wiederum priorisiert werden müssen. Dazu werden die verschiedenen Teilziele nach einem Bewertungskriterien beurteilt, wobei die Bewertungskriterien wiederum selbst unterschiedliche Gewichtungsfaktoren haben können. Am Ende werden die Ziele hoch priorisiert, die die höchsten „Nutzenpunkte” haben.
2.1.3
10. Was sind moralisch-ethische Zielbeschreibungen?
10. Moralisch-ethische Zielbeschreibungen finden sich in einem Projekt häufig in der Kategorie Prozessziele. In der Durchführung eines Projektes gilt es auch entsprechende Compliance-Richtlinien einzuhalten.
2.1.4
1. Warum ist eine Risikoanalyse wichtig?
1. Projekte sind innovative, komplexe Vorhaben, die aufgrund dieser Eigenschaft risikoreich sind!
2.1.4
2. in welcher Phase der Projektarbeit beginnt die Risikoanalyse?
2. Die erste Risikoanalyse wird bereits zum Projektstart gemacht. Es ist die Aufgabe des Projektleiters so früh wie möglich auf Risiken aufmerksam zu machen. Später wird die Risikoliste kontinuierlich gepflegt und aktualisiert.
2.1.4
3. Wo können im Projektverlauf Risiken auftreten und wodurch? Nennen Sie Beispiele.
3. Zu Beginn eines Projektes können Risiken v.a. durch unklare bzw. widersprüchliche Ziele erwachsen, unklare Rahmenbedingungen etc. Später entstehen Risiken durch Fehler in der Planung bzw. durch nicht abgesprochene Änderungen im Projektverlauf.
2.1.4
4. Welche Arten von Projektrisiken gibt es und in welchen Beziehungen stehen sie zueinander?
4. Technische, wirtschaftliche, finanzielle, politische, rechtliche, soziale Risiken. Risiken können neutral oder auch sich ergänzend oder verstärkend oder in Antinomie zueinander stehen.
2.1.4
5. Welche Möglichkeiten der Risikoidentifizierung gibt es?
5. Analyse früherer Projekte, Nutzen von Checklisten, Risikoworkshop, Expertenbefragung.
2.1.4
6. Wie werden Risiken bewertet und überwacht?
6. Risiken können entweder qualitativ oder quantitativ bewertet werden. Die Darstellung erfolgt in einem Portfolio (Risikoradar), die Durchführung von Risikobewältigungsmaßnahmen führt zu einer veränderten Lage in diesem Risikoradar.
2.1.4
7. Was sind quantitative Risiken? Nennen Sie die Spalten bzw. die Dimensionen, die für die quantitative Bewertung von Risiken notwendig sind.
7. Die Spalten bzw. die Dimensionen, die für die quantitative Bewertung von Risiken notwendig sind, sind die Eintrittswahrscheinlichkeit in % und die vermutete Schadenshöhe in einer Währungseinheit.
2.1.4
8. Welche Strategien können im Umgang mit Risiken angewandt werden?
8. Risiken können akzeptiert, verlagert, präventiv oder korrektiv bearbeitet werden. Sie können auch ausgeschlossen werden (z.B. Umformulierung des Projektauftrages).
2.1.4
9. Was besagt eine große Differenz beim Vergleich des Risikofaktors vor und nach Maßnahmen?
9. Ist die Zahl des Risikofaktors nach Durchführung der Maßnahme kleiner als zuvor, scheint die Maßnahme geeignet zu sein, um gegen das Risiko vorzugehen.
2.1.5
1. Was wird unter Qualität und was wird unter einer Abweichung verstanden?
1. Qualität ist die Übereinstimmung mit einer vorgegebenen Erwartung oder Norm. Abweichung bezeichnet die Differenz zu dieser Erwartung oder Norm. Die Erwartung oder Norm kann eine Produkteigenschaft oder ein Prozess sein.
2.1.5
2. QM-System - Prozess; Kunden - mitarbeitergerecht. Erklären Sie den Zusammenhang.
2. In einem QM-System sind alle Mitarbeiter in einer Kunden-Lieferanten-Kette, d.h. auch der Mitarbeiter ist mein Kunde, dem ich entsprechend seinen Erwartungen zuarbeite.
2.1.5
3. Erläutern Sie den "Deming-Zyklus der ständigen Verbesserung".
3. PIan-do-check-act. Jeder Arbeitsprozess sollte so aufgebaut sein.
2.1.5
4. Erläutern Sie die Begriffe QM und TQM im Zusammenhang mit Projektmanagement.
4. Qualitätsmanagement (QM) ist die Aufbereitung von Prozessen und Werkzeugen, die einem zeigt, wie man kundengerecht und mitarbeitergerecht arbeitet. TQM ist der Leitgedanke, dass alle Mitarbeiter, Vorgesetzte und auch die Unternehmensleitung mit in diese qualitative Zusammenarbeit einbezogen sind - jeder entsprechend seiner Kompetenz. PM ist Teil eines umfassenden QM-Systems. Entsprechend sollte der TQM Gedanke auch im Projekt Anwendung finden.
2.1.5
5. Was ist der Inhalt eines PM-Audits und was der eines QM-Audits? Welche Rolle spielen dabei das Projektmanagementhandbuch (PMH) oder das Qualitätsmanagementhandbuch (QMH) des Unternehmens?
5. PM-Audits: Überprüfung durch einen Dritten auf Einhaltung von PM-Prozessschritten; Voraussetzung ist, dass ein PMH als Beschreibung der Prozessschritte vorhanden ist (= Norm).
QM-Audits: Überprüfung auf Einhaltung von (allgemeinen) Prozessanforderungen, beschrieben im QuaIitätsmanagementhandbuch (QMH) des Unternehmens.
2.1.5
6. Was ist die Funktion eines Auditors?
6. Überprüfung auf Normenkonformität durch einen neutralen Dritten.
2.1.5
7. Was ist der Unterschied zwischen einem Projektmanagementhandbuch und einem Projekthandbuch?
7. Projektmanagementhandbuch = Beschreibung aller Prozessschritte des PMs im Unternehmen (ohne Bezug auf ein konkretes Projekt).
Projekthandbuch = Regeln, die für ein konkretes Projekt vereinbart wurden.
2.1.5
8. Wie kann Qualität im Vorgehensmodell eines Projektmanagements berücksichtigt werden?
8. In Form von Quality Gates (anderes Wort für Quality Gates 9 Meilensteine)
2.1.5
9. Welche Arbeitspakete bzw. Teilaufgaben müssen bzgl. Qualität im PSP berücksichtigt werden?
9. Qualitätsplanung‚ Qualitätsüberwachung
2.1.5
10. Welche Aufgaben hinsichtlich des Qualitätsmanagements hat das strategische Management und welche das operative Management?
10. Das strategische Management macht die Vorgaben, es gibt die Richtlinien und Prinzipien vor, stellt Ressourcen grundsätzlich zur Verfügung. Das operative Management entscheidet über die konkrete Planung und Umsetzung der passenden Maßnahmen.
2.1.6
1. Welche ablauforganisatorische Maßnahme stellt sicher, dass die übergeordneten lnteressen von Auftragnehmer und Auftraggeber regelmäßig während der Projektabwicklung eingebracht werden können?
1. Phasenplan mit Meilensteinen