Klausur


S. M.
Diese Lernkarten behandeln auf Universitätsniveau die Grundlagen von Supply Chain Management und Logistikstrategien. Sie decken Themen wie Nachfrage, Lieferanten, agile und lean Prozesse sowie die Optimierung von Durchlaufzeiten ab. Besonders nützlich sind sie für Studierende und Fachleute, die sich mit der Planung und Steuerung von Lieferketten beschäftigen, um effiziente und kundenorientierte Strategien zu entwickeln.
Flashcards
17
Students
4
Language
German
Category
Micro-Economics
Level
University
Created / Updated
20.07.2015 / 03.03.2025

Flashcards

Nenne die 2 Möglichkeiten die, impliziert durch das Supply Chain Management, einen Wettbewerbsvorteil generieren ➡ BILD!!!

• Matrix: Y-Achse = Nutzenvorteil, X-Achse = Kostenvorteil; am Nullpunkt niedrig-niedrig; an Achsenpeaks hoch-hoch
---o n-n: Commodity-Markt ➡ Weder Kosten- noch Servicevorteil
---o n-h: Kostenführer ➡ Kostenvorteil durch bspw. Economies of Scale
---o h-n: Serviceführer ➡ Differenzierung durch exzellente Servicekompetenz
---o h-h: Kosten- und Serviceführer ➡ Einzigartiger Kundennutzen zu geringen Kosten
• Logistik- und SCM-Kompetenzen
---o Kosten durch Erfahrungskurve
---o Kundennutzen durch Logistik- und SCM-Kompetenzen

In welche zwei Produktkategorien lassen sich die Nachfragemuster im Fisher-Modell zusammenfassen? Erläutere die Unterschiede

• Funktional (berechenbare Nachfrage): Befriedigen grundlegende Bedürfnisse, welche sich über die Zeit hinweg kaum verändern → stabile, vorhersagbare Nachfrage & lange Lebenszyklen mit meist geringen Gewinnspannen 
---o Produktlebenszyklus: mehr als 2 Jahre
---o Deckungsbeitrag: 5%
---o geringe Produktvarianten
---o durchschnittlicher Prognosefehler: 10 %
---o durchschnittlicher Anteil der Fehlbestände 1% bis 2 %
---o Benötigte Durchlaufzeit für „made-to-order“ Produkte: 6 Monate bis 1 Jahr
• Innovativ (unberechenbare Nachfrage): Ermöglichen es Unternehmen, höhere Gewinnspannen zu erreichen, aber haben eine nicht vorhersagbare Nachfrage und kurze Produktlebenszyklen
---o Produktlebenszyklus: 3 Monate bis zu 1 Jahr
---o Deckungsbeitrag: 20% bis 60%
---o Hohe Produktvarianten
---o durchschnittlicher Prognosefehler: 40% bis 100%
---o durchschnittlicher Anteil der Fehlbestände 10 % bis 40 %
---o Benötigte Durchlaufzeit für „made-to-order“ Produkte: 1 Tag bis 2 Wochen

Wie sieht das Fisher Modell aus? ➡ BILD!!!

• Supply Chain über Produkttyp
• Y-Achse: Supply Chain
---o ↙ : Reaktionsfähigkeit (match Typ 2)
---o ↖ : Kosteneffizienz (match Typ 1)
• X-Achse: Produkttyp
---o ↖ : Funktional (match Typ 1)
---o ↗ : Innovativ (match Typ 2)

Welche Wahl einer Supply Chain Strategie ergibt sich nach den Bedingungen im Fisher Modell? ➡ BILD!!!

• Für innovative Produkte ist eine reaktionsfähige Supply Chain anzustreben
• Für funktionale Produkte liegt der Fokus auf der Kosteneffizienz
• Unternehmen befinden sich selten in der untern linken Ecke
• Viele Unternehmen finden sich oben rechts wieder → Fehlbestände & überschüssige Lagerbestände sind die Folge

Wie sieht die Lee-Matrix aus? ➡ BILD!!!

• Lee erweitert Fisher (Supply Chain über Produkttyp) um die Dimension Lieferunsicherheit
---o ➡ Versorgungsunsicherheit über Nachfrageunsicherheit
• Y-Achse: Versorgungsunsicherheit:
---o ↙ : Risk-Hedging Supply Chains = funktionale Produkte und zu entwickelnde Prozesse mit geringer Nachfrage- aber großer Versorgungsunsicherheit
---o ↖ : Efficient & Lean Supply Chains = funktionale Produkte und stabile Prozesse mit geringer Nachfrage- und geringer Versorgungsunsicherheit
• X-Achse: Nachfrageunsicherheit:
---o ↗ : Responsive Supply Chains = innovative Produkte und stabile Prozesse mit großer Nachfrage- aber geringer Versorgungsunsicherheit
---o ↘ : Agile Supply Chains = innovative Produkte und zu entwickelnde Prozesse mit großer Nachfrage- und großer Versorgungsunsicherheit

Was sind die Eigenschaften von Lean Supply und Agile Supply?

• Lean Supply:
---o Logistikplanung → stabil, feste Zeiträume
---o Fokus der Logistik → Verschwendung eliminieren
---o Fokus des Prozesses → Arbeitsstandardisierung
---o Beziehungen → langfristig, stabil
---o Schlüsselmessungen → Outputmaßnahmen, z.B. Produktivität und Kosten
• Agile Supply:
---o Logistikplanung → sofortige Reaktion
---o Fokus der Logistik → Kunden und Märkte
---o Fokus des Prozesses → Fokus auf Mitarbeiter Self-Management, um die Autonomie zu maximieren
---o Beziehungen → vermischte Cluster
---o Schlüsselmessungen → Kapazitätsmessung und Fokus auf Kundenzufriedenheit

Was sind die Bedingungen für die Wahl der richtigen Supply Chain Strategie? – Matrix - Agile oder Lean ➡ BILD!!!

• Y-Achse = Vielfalt / Variabilität
• X-Achse = Volumen
---o ↖ : AGILE = wird benötigt in weniger vorhersagbaren Umgebungen mit hoher Nachfrage für Vielfalt
---o ==> niedriges Volumen und hohe Vielfalt
---o ↘ : LEAN = funktioniert am besten bei hohen Stückzahlen, geringer Vielfalt und einer vorhersagbaren Umgebung
---o ➡ hohes Volumens und niedrige Vielfalt

Nenne die 4 generischen Supply Chain Strategien und charakterisiere sie ➡ BILD!!!

• KANBAN = vorhersagbare Nachfrage und kurze Durchlaufzeiten ➡ Strategie = kontinuierlicher Nachschub
• AGILE = unvorhersagbare Nachfrage und kurze Durchlaufzeiten ➡ Strategie = schnelle Reaktion
• LEAN = vorhersagbare Nachfrage und lange Durchlaufzeiten ➡ Strategie = Planen und Optimieren
• HYBRID = unvorhersehbare Nachfrage und lange Durchlaufzeiten ➡ Strategie = Entkopplung durch Postponement

Erläutere den De-Coupling Point

• Der De-Coupling Point ist eine Hybride Strategie aus Lean und Agile und sitzt dazwischen. Dieser ist, so spät wie es den Kundenbedürfnissen noch gerecht ist, im Prozess zu setzen
• zu Beginn wird die Lean Strategie verfahren mit Prognosen auf ein allgemein gültiges Niveau ➡ Strategie = Effizienzmaximum
• nach dem De-Coupling Point, folgt die Agile Strategie mit einer Nachfragesteuerung und lokaler Konfiguration ➡ Strategie = Effektivitätsmaximum

Was sind die grundlegenden Charakteristika einer agilen Supply Chain?

• virtuell: Entwicklung einer ‘virtuellen’ Supply Chain anhand des Datenaustauschs zwischen Kunden und Lieferanten, Basiert eher auf Informationen als auf Beständen
• Prozess gerichtet: Zusammenarbeit von Kunden und Lieferanten, Gemeinsame Produktentwicklungen, gemeinsame Systeme
• Netzwerk basierend: Supply Chain Partner sind in einem Netzwerk verbunden; Supply Chains, nicht die jeweiligen Unternehmen konkurrieren
• Markt sensible: Fähigkeit, die reale Nachfrage zu erkennen und darauf zu reagieren, Primär Nachfragegesteuert als Prognosegesteuert

Nenne die 7 Prinzipien der Agilität

• Prozesssynchronisation durch Informationsaustausch
• Wort smarter, not harder
• Zusammenarbeit mit Lieferanten, um Durchlaufzeiten zu reduzieren
• Streben nach einer Reduktion der Komplexität
• Postponement der finalen Produktkonfiguration/Montage/Distribution
• Management von Prozessen, nicht nur Funktionen und Aufgaben
• Verwenden von angemessenen Kennzahlen zur Leistungsmessung

Erkläre das Pull und Push Prinzip und nenne ein Unternehmensbeispiel

• Pull Bsp. Dell
---o Kunden bestellen Produkte und „ziehen” die Komponenten dadurch in die Montagefabrik 
---o Produktkomponenten in den Lägern werden durch den Lieferanten wieder aufgefüllt 
• Push Bsp. Aldi
---o Eine große Bestellung für Computer wird getätigt, wenn Computer im nächsten Prognosezeitraum als Angebot im Sortiment sind 
---o Die Läger „drücken“ die Computer anschließend in die Märkte 

Ab wann ist KANBAN geeignet?

• Insb. für relativ standardisierte Produkte mit geringer Variantenanzahl bei recht konstanter Nachfrage ist Kanban geeignet

Erkläre das Prinzip des Vendor Managed Inventory (VMI)

• VMI ist eine Dienstleistung des Lieferanten gegenüber dem Kunden, bei welcher der Lieferant die Disposition und Bewirtschaftung seiner Güter vor Ort beim Kunden übernimmt.
• Dabei prüft der Lieferant eigenständig die Bestände, löst Bestellungen aus und stellt durch Nachlieferungen die Verfügbarkeit sicher.
• Der Lieferant muss für eine optimierte Planung nicht nur über Informationen zu den aktuellen Beständen, sondern auch über aktuelle Bedarfe und Bedarfsprognosen verfügen.
• ➡ Ziel ist die Verbesserung der Effizienz der Supply Chain und somit die Schaffung einer Win-Win-Situation für beide Seiten

Nenne die 6 Bestandteile des Kundenauftragszyklus

• Kunde bestellt
• Auftragseingang
• Auftragsbearbeitung
• Kommissionierung
• Transport
• Erhalt des Angebots

Wie lauter die cash-to-cash Gleichung?

• cash-to-cash = Forderungen + Bestand – Verbindlichkeiten

Definition des Demand Penetration Points (DPP)

• DPP ist der Punkt in der Supply Chain, bei welchem die reale Nachfrage die geplante Nachfrage trifft

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