Development and Environment
(1) Einführung (2) Theorien des Wirtschaftswachstums und ihre Rolle bzgl. Entwicklungsökonomik (3) Ökonomie der Armut (4) Theoretische Grundlagen der Rolle von Landwirtschaft für Entwicklung:
(1) Einführung (2) Theorien des Wirtschaftswachstums und ihre Rolle bzgl. Entwicklungsökonomik (3) Ökonomie der Armut (4) Theoretische Grundlagen der Rolle von Landwirtschaft für Entwicklung:
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Flashcards
Klassisches Modell des Wirtschaftswachstums
- Grundlegende Annahmen
- Produktionsfunktion
- Malthus und Ricardo
Grundlegende Annahmen
- G = K (G = Growth / K = Kapitalakkumulation
- K = f(P) (P = Profit)
- P = f(w) (w = Löhne)
- W = f(Pf) (Pf = Food Prices)
- Pf = f(N) (N = natürliche Ressourcen)
Produktionsfunktion
\(Y=f(N,L,K,T)\)
Die Wachstumsrate der Wirtschaft hängt von der Kapitalakkumulation (K) ab, ist aber beschränkt durch die natürlichen Ressourcen (N) und damit auch von den Lebensmittelpreisen (Pf)
Malthus und Ricardo
Malthus = Theorie der Bevölkerung und des Wirtschaftswachstums
Ricardo = Theorie der abnehmenden Erträge und der komparativen Vorteile
Klassiches Wachstumsmodell: Malthus
Die Bevölkerung wächst geometrisch & die Nahrungsmittelproduktion / landwirt. Output wächst arithmetisch
Der Boden hat stets die selbe Qualität & ist in seiner Fläche begrenzt
Letztendlich steigende Nahrungsmittelpreise, Hunger und Armut
Maßnahmen zur Reduzierung der Armut sind kontraproduktiv
Konsequenzen des Malthus-Modells für die heutige Welt
Bevölkerungswachstum = die Wirkung / Auswirkungen bleiben
Nahrungsmittelherstellung = kann landwirtschaftliche Produktivität weiterhin wachsen?
Das Ende der billigen Lebensmittel
Zwischen 1974 und 2005 sind die Lebensmittelpreise um 2/3 gefallen
Seit 2005 sind Preise real um 75% gestiegen
Heute sehen wir uns mit “Agflation” konfrontiert (Inflation im Agrarsektor)
zB: In China ist der Fleischkonsum pro Kopf von 20Kg. 1985 auf 50KG. in 2007 gestiegen
Herausforderungen für Politik zur Nahrungsmittelsicherung
Steigende Energiepreise
Landfläche, die mit Nutzpflanzen zur Biospritherstellung bedeckt ist, steigt
Preise landwirtschaftlicher Handelsware steigen
Globaler Klimawandel und steigende ökologische Risiken
Steigende regionale Unterschiede bei unsicherer Nahrungsmittelbereitstellung
Klassisches Wachstumsmodell: Ricardo
Unterschiedliche Qualität der Böden
Erst wird der gute Boden kultiviert, dann der schlechtere
Gesetz der abnehmenden Erträge
Konzept der wirtschaftlichen Pacht / Rente
Nahrungsmittelpreise sind ausschlaggebed für das wirtschaftliche Wachstum
Freier Handel: Gesetz des komparativen Vorteils
Ricardo: Wirtschaftswachstum
⇒ Problem
⇒ Ausweg
Problem:
Bevölkerung wächst, Nahrungsmittel werden gebraucht
Nahrungsmittelpreise steigen - Großgrundbesitzer erhalten Pacht, die sie nicht in die Industrie/Landwirtschaft reinvestieren
Ausweg:
Erhöhung der Arbeitsproduktivität im landwirtschaftlichen Sektor (lange Sicht) oder freier Handel
Nahrungsmittelpreise senken = niedrigere Löhne möglich = höhere Profite = höhere Investitionen = Wirtschaftswachstum
Konsequenzen des Ricardo-Modells für die heutige Welt
Globalisierungsdebatte = keine Spezialisierung schlichtweg, aber die Wahl sich zu spezialisieren
Nachhaltige Entwicklung = das Management der natürlichen Ressourcen bzw der Umweltschutz sind essentielle Bestandteile der Entwicklung
(2) Das Harrod-Domar-Modell
Postkeynesianische Theorie
Versäumnis das Problem des Wachstums zu behandeln
Technologischer Fortschritt als wesentliche Triebfelder des Wirtschaftswachstums
Nach dem WWII stellte sich die Frage nach Wirtschaftswachstum wieder
Entdeckung der 3. Welt
Keynesianische Theorie als Grundlage
Harrod-Domar:
Grundlegende Gleichungen
\(dy = {s\over COR}\)
- dy = Wachstum des BNE (GNP)
- s = Sparrate
- COR = Capital Output Ratio
\(COR={K\over Y }\)
- K = Kapitalstock
- dK = I (Investitionen)
\({dy\over P} ={ s\over COR-dP}\)
- P = Bevölkerung
- dP = Anstieg der Bevölkerung
Annahmen des Harrod-Domar-Modells
- Verhältnis von Kapital zu Arbeit ist konstant
- Faktorpreise sind konstant
- kein technischer Wandel
- COR ist konstant
Schlussfolgerungen des HD-Modells bzgl des Wirtschaftswachstums
- Wachstum hängt von der Spartendenz und COR ab
- Wachstum schreitet logarithmisch voran
- Stützt die These der "größer werdenden Kluft"
- Umverteilung des Einkommens an Gruppen mit hoher Sparrate
Einschränkungen des HD-Modells bzgl Wirtschaftswachstum
COR ist technisch bestimmt, Preiseffekte werden ignoriert
COR betrachtet nur reales Kapital
COR ist keine erklärende Variable, sondern schlicht eine statistische Maßzahl
Nettoinvestment und Abschreibungen sind schwer zu messen und variieren von Sektor zu Sektor
Technologischer Wandel ist ausgeschlossen
Auswirkungen der Wirtschaftswachstumstheorie auf Entwicklungsökonomik
Entwicklungspolitik der 50 - und 60er Jahre basierte auf der “Widening-Gap-Hypothese” (Kluft zwischen Entwicklungsländern und Industrienationen wird größer, außer es wird zusätzliches Kapital in die Entwicklungsländer gepumpt) - Entwicklung wurde also mit Wirtschaftswachstum gleichgesetzt
Umverteilung des Einkommens wird nicht als Lösung der Armut gesehen - je ärmer ein Land ist, desto wichtiger ist Wirtschaftswachstum
Kapital wurde als der knappste Faktor angesehen
Theorie des Teufelskreises ⇒ niedriges pro Kopf Einkommen ⇒ niedrige Sparrate ⇒ niedrige Investments ⇒ niedriges Wachstum
Nachteile des HD-Modells
Arbeit kann nur in einem konstanten Verhältnis von Kapital zu Arbeit eingesetzt werden - reales Kapital ist der einzig knappe Faktor
Technischer Wandel wird ignoriert
Konstante Kapitalerträge - unrealistisch und widersprüchlich zu empirischen Befunden
(3) Neoklassisches Wachstumsmodell : Solow
- Verbesserungen
- Neoklassische Produktionsfunktion
Verbesserungen:
Der Faktor Arbeit (L) ist ein eigenständiger Produktionsfaktor und nicht fix
Abnehmender Nutzen / Ertrag des Kapitals (K)
Technologischer Wandel wurde als weiterer Produktionsfaktor hinzugefügt
Neoklassische Produktionsfunktion
\(Y= AK^\alpha L^\beta\) (Cobb-Douglas)
\(ln(Y)=ln(A)+\alpha ln(K)+\beta ln(L)\) (logarithmische Form)
- [α+β=1]-> konstante Skalenerträge
- α und β geben die marginale Wirkung von Kapital und Arbeit an
- Wenn man L und K um x% erhöht, so erhöht sich Y um x%
Solow: Erweiterung um technischen Wandel
Antworten des neoklassischen Modells auf Schlüsselfragen
Warum sind wir so reich und die Anderen so arm?
Wir investieren mehr und haben ein geringeres Bevölkerungswachstum - diese beiden Faktoren ermöglichen es uns, mehr Kapital pro Arbeiter zu akkumulieren und damit erhöhen wir unsere Arbeitsproduktivität
Wie erzielen Volkswirtschaften anhaltendes Wachstum trotz abnehmender Kapitalerträge?
Technologischer Fortschritt kann die Tendenz eines fallenden marginalen Kapitalproduktes ausgleichen
Wie verrechnet das Solow-Modell Unterschiede in den Wachstumsraten verschiedener Länder bei sonst gleichen Konditionen?
Eine Antwort könnten Unterschiede im technologischen Fortschritt sein
(4) Rolle des Humankapitals in der Entwicklung: Romer
- Modell von Paul Romer (1986)
- Notationen des Romer-Modells (Bild)
Das Modell:
- Es gibt nicht nur Investitionen in Kapital sondern auch in Humankapital (Wissen)
- Y = f (Kapital, Arbeit, Wissen, Ideen)
- Wissen wird durch Schuljahre gemessen; Ideen durch die Anzahl der Patente
\(Y_t= AK^\alpha _t L^\beta _t H^\gamma _t\)
Auswärtsdynamik durch Investitionen in Wissen - Investment fördert Wissen und Wissen fördert weiteres Investment
- Kosequenzen des Romer-Modells
- Probleme des Romer-Modells
Konsequenzen:
- Die Unterschiede im Pro-Kopf-Einkommen von Ländern mit gleichen Rahmenbedingungen (Sparrate, Technologielevel) können mit Unterschieden im technologischen Fortschritt erklärt werden
- Technologischer Wandel als Haupttreiber für Wirtschaftswachstum wird durch das Modell erklärt (endogege Wachstumstheorie)
- Modell erklärt, warum die Kapitalrendite (ROI) in armen Ländern niedriger ist: Unterschiede beim Verhältnis vom gelernten zu ungelernten Arbeitern
⇒ Wachstum wird vom Anteil der gelernten Arbeiter bezogen auf das reale Kapital beeinflusst
- Firmen können Preissetzer werden, wen durch technologischen Wandel erhöhte Erträge realisiert werden (verstößt gegen die Annahme eines perfekten Marktes)
- Firmen müssen Ergebnisse ihrer Investiion in Humankapital durch die Anmeldung von Patenten schützen und ausreichend Anreize haben weiterhin zu investieren
- Wachstum in armen Ländern wird von der Quote der Technologieübernahme bzw Kopie beeinflusst
Probleme:
Es ist schwierig Humankapital zu messen - Schuljahre und Patentanzahl können irreführende Näherungsvariablen sein
(III) Die Ökonomie der Armut
(1) Gründe für Armut
Wachstumsmodelle haben keine Komponente, die auf Armutsreduktion abzielen
Wirtschaftswachstum führt nicht automatisch zur Armutsreduktion
Wirtschaftwachstum kann zu Ungleichmäßigkeit führen
Einkommen aus Kapitalanlagen wächst schneller als Einkommen aus Arbeit
Billige Arbeitskraft ist ein grundlegender Baustein für Wirtschaftswachstum
Was ist armutsorientiertes Wirtschaftswachstum ? (Wachstum, dass auch den
Armen zugute kommt)
Was ist inklusives Wachstum ? (Wachstum, dass alle Schichten der Bevölkerung
erreicht)
Warum Armutsökonomie?
Theodore W. Schultz:
Die meisten Menschen auf der Welt sind arm - wenn wir also die Ökonomie des “Armseins” kennen, würden wir viel über die Ökonomie wissen, die wirklich von Bedeutung ist
Die meisten armen Menschen leben von den Erträgen der Landwirtschaft - wenn wir also die Ökonomie der Landwirtschaft kennen, würden wir viel über die Ökonomie des “Armsein” wissen
Reiche Menschen können das Verhalten der armen Menschen kaum nachvollziehen, Ökonomen sind dabei keine Ausnahme - auch für sie ist es schwer, die Präferenzen und Mangelbeschränkungen zu verstehen, die die
Wahlmöglichkeiten der armen Leute bestimmen
Armutsmaßzahlen der Weltbank:
- Head Count Ratio
- Ungleichheit (Gini-Index)
Head Count Ratio (die gebräuchlichste Maßzahl für Armut):
Der Prozentsatz der Bevölkerung, der sich unter der Armutsgrenze befindet
Der am häufigsten benutzte Indikator für Armut
Jedoch teilt er uns nicht mit, wie weit die Menschen unter der Armutsgrenze liegen
Ungleichheit:
Ungleichmäßigkeit ist ein breiteres Konzept als Armut, da es sich auf die gesamte Bevölkerung bezieht und nicht nur auf die Armen fokussiert ist
Die einfachste Maßzahl der Ungleichheit sortiert die Bevölkerung von arm zu reich
Armutsmaßzahlen
Wohlfahrtsorientierter Ansatz:
- monetär, metrisches, quantitatives Kriterium
Grundbedürfnis - funktionen- & ressourcenbezogener Ansatz
- multidimensionales, qualitatives Kriterium
- Gruppierung und Vergleichbarkeit der Individuen ist schwierig
(3) Messung von Einkommens / Konsumarmut
Absolute Armutsgrenze
- Familien oder Individuen, die unter der absoluten Armutsgrenze liegen, fehlen die Ressourcen und Mittel um ihre Grundbedürfnisse zu befriedigen
- Nationale Armutsgrenzen sind landesspezifisch ausgelegt (Armut in D ist Reichtum in Schwarzafrika)
- internationaler Vergleich: Weltbank hat 1,25$ pro Tag als Indikator für extreme Armut festgelegt
- Bei Armutsvergleichen zwischen Ländern wird in Purchasing Power Parity (PPP) gerechnet - der Armutsgrad würde sich sonst mit den nominalen Wechselkursen ändern
Relative Armutsgrenze
- Wenn man erheblich weniger Einkommen und Wohlstand hat als andere Mitglieder der Gesellschaft
- Relative Armutsgrenze wird häufig als ein beliebiges Verhältnis festgelegt (häufig 50%) oder der Median bzw das Mittel des Lebensstandards
- Seit 2001 wird in den EU-Mitgliedsstaaten derjenige als arm bezeichnet, der weniger als 60% des Medians des Nettoäquivalenzeinkommens nach der neuen OECD-Skala hat
Armutsindikatoren nach Foster-Greer-Thorbecke (FGT) (I)
- misst Armut zu einem bestimmten Zeitpunkt
- statistisches Maß
- ex post, nachdem der Schleier des Unwissens gelüftet wurde
0 - Headcount Ratio : Anzahl der Personen unterhalb der Armutsgrenze
1 - Poverty Gap Index (Armutslücke): misst, wie weit unterhalb der Armutsgrenze sie liegen
2 - Poverty Severity Index: schließt Distributionsaspekte (w
Armutsindikatoren nach Foster-Greer-Thorbecke (FGT) (II)
\(P_\alpha (z) ={1\over N} \sum_{i=1}^{N} ({z-y^*_i\over z})^\alpha\)
- N -size of the population
- z - poverty line
- \(y^*_i\)- income of those below poverty line
\(\alpha\)=0 : poverty incidence ⇒ Headcount ratio
\(\alpha\)=1 : poverty depth ⇒ Poverty Gap Index
\(\alpha\)>2 : poverty severity ⇒ Weighted sum of poverty gaps (e.g. Squared Poverty Gap Index)
Dynamische Dimension der Armut
Vulnerabilität / Anfälligkeit
- Vulnerabilität bezieht sich auf die Beziehung zwischen Armut, Unsicherheit und sozialer Risikovorsorge
- Ex-ante, dynamisches Maß der Armut, bevor der Schleier des Unwissens gelüftet wurde
- Vulnerabilität ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Haushalt zu einem festgelegten Zeitpunkt unter ein festgelegtes Armutsstufe fällt
-Vulnerabilität = Risiko - Fähigkeit diese (Vulnerabilität) zu bewältigen
Warum Vulnerabilität?
Die Reduzierung der Vulnerabilität hat einen inneren Wert / Nutzen:
Damit es einem gut geht, braucht man nicht nur genug um heute ein komfortables Leben zu führen - man muss auch gute Perspektiven haben, um morgen noch genug zu haben.
Die Reduzierung der Vulnerabilität hat einen instrumentellen Wert / Nutzen:
Wenn Ex-post auseichende Mittel zur Bekämpfung von Einkommensschocks fehlen, engagieren sich Menschen häufig in risikomildernden Strategien Ex-ante.
Derartige Strategien werfen häufig niedrige durchschnittliche Erträge ab, sodass die Menschen in fortwährender / dauernder Armut gefangen sind
Was ist Vulnerabilität?
Theortetische Annäherung - Überblick (Bild)
Vulnerabilität als erwartete Armut
Vulnerabilität als erwartete Armut definiert, ist schlicht die Wahrscheinlichkeit, dass ein Haushalt in einer zukünftigen Periode arm sein wird bzw. in Armut fällt
- Zeithorizont, über den zukünftigen Defizite bewertet werden = vorangegangene Perioden
- Indikatoren des Wohlbefindens = Konsum, Einkommen etc
- Grenzbereich für den Konsum = Armutsgrenze
- Grenzbereich für Vulnerabilität benötigt
- Vulnerabel / anfällig = wessen Defizitwahrscheinlichkeit des Grenzbereich überschreitet
Idiosyncratic shocks and covariate shocks
Idiosyncratic shocks:
Shocks that occur only to one household, i.e. illness (household level shocks)
Covariate shocks:
Shocks that have consequences to more than one household, i.e. drought (Community level shocks)
Vulnerabilität als erwartete Armut: Anwendung
Ein Problem dieser Maßzahl ist, dass sie verdrehte Handlungskonsequenzen erzeugt - nämlich, dass man das Risiko für die Haushalte erhöhen sollte, um die Vulnerabilität zu senken
Vermögens- und Einkommensfunktion
Asset-based poverty approach establishes a functional relationship between assets and welfare indicators such as income.
Asset poverty line: level of assets that predicts a level of income equal to income poverty line
Poverty transitions:
- Structural transition: Move in and out of poverty due to change in asset level
- Stochastic transition: Move in and out of poverty due to positive and negative stochastic events (shocks)
Schlussfolgerungen
Vergleich: FGT und Vulnerabilität