Development and Environment
(1) Einführung (2) Theorien des Wirtschaftswachstums und ihre Rolle bzgl. Entwicklungsökonomik (3) Ökonomie der Armut (4) Theoretische Grundlagen der Rolle von Landwirtschaft für Entwicklung:
(1) Einführung (2) Theorien des Wirtschaftswachstums und ihre Rolle bzgl. Entwicklungsökonomik (3) Ökonomie der Armut (4) Theoretische Grundlagen der Rolle von Landwirtschaft für Entwicklung:
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Lernkarten
(I) Einführung
(1) Relevanz der Entwicklungsökonomik
Grundprinzip der Entwicklungökonomie
- Überlegenheit von informellen Institutionsmaßnahmen
- Abwesenheit oder Unterfunktion von Märkten
- Ungleichverteilung des Wohlstandes
- Lebensgrundlage hängt von natürlichen Ressourcen ab
- Hoher Grad an Anfälligkeit (Vulnerabilität)
Warum Entwicklung und Umwelt?
Entwicklung ist ein globales Problem/Thema
Umwelt ist ein globales öffentliches Gut
Hohe Abhängigkeit von natürlichen Ressourcen
Einfluss der Entwicklung auf die Umwelt
Nachhaltige Entwicklungsmuster
Was ist Entwicklung?
Entwicklung ist ein multidimensionaler Prozess, der große Veränderungen in sozialen Strukturen, verfestigten Verhaltensmustern und nationalen Institutionen sowie die Beschleunigung von Wirtschaftswachstum und die Reduktion von Ungleichheit und Armut umfasst.
Wirtschaftsentwicklung ist die Reduktion oder Eliminierung von Armut, Ungleichheit und Arbeitslosigkeit im Kontext einer wachsenden Wirtschaft.
Entwicklung ist ein Prozess, durch den die dem Menschen innewohnenden wirtschaftlichen, sozialen und antreibenden Potenziale erhöht werden.
Entwicklung ist ein Prozess, durch den die materiellen, organisatorischen und einstellungsbezogenen Anfälligkeiten reduziert werden.
3 Ziele von Entwicklung
- Erhöhung der Verfügbarkeit bzw. Ausweitung der Verteilung von lebensnotwendigen Gütern
- Anheben des Lebensstandards einschließlich eines höheren Einkommens, der Bereitstellung von mehr Arbeitsplätzen und besserer Bildung sowie ein größeres Augenmerk auf kulturelle und humanistische Werte
- Erhöhung des Angebots in Bezug auf wirtschaftliche und soziale Wahlmöglichkeiten (gerichtet sowohl an Individuen als auch Staaten)
Nachhaltige Entwicklung
Nachhaltige Entwicklung ist eine Entwicklung, die die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne dabei die Bedürfnisse zukünftiger Generationen zu übergehen.
Definition von Entwicklungsländern
Einkommensschwache Länder = BNE / Kopf bis 1.045$
Unterer Mittelstand = BNE / Kopf von 1.046$ bis 4.125$
Oberer Mittelstand = BNE / Kopf von 4.126$ bis 12.745$
Einkommenstarke Länder = BNE / Kopf ab 12.746$
(alles in 2013)
Definition der am wenigsten entwickelten Länder (UN)
- Niedriges EK = ein 3 Jahresdurchschnitt BNE/Kopf von unter 992$
- Schwächen bei den Humanressourcen in Bezug auf
- Ernährung
- Gesundheit
- Bildung
- Alphabetisierung Erwachsener
- Wirtschaftliche Anfälligkeit in Bezug auf die
- Instabilität der landwirtschaftlichen Produktion
- Instabilität des Waren- & Dienstleistungsexports
- Wirtschaftliche Bedeutung nichttraditioneller Betätigungsfelder (kleiner Anteil an Indutrie und modernen DL am BIP)
- Ausrichtung auf Export von Handelsware (billig)
- Nachteil durch eine kleine Wirtschaftskraft
Warum Entwicklungshilfe?
- Humanitäres Argument
- Risikoprämie
- Außenpolitik
- Wirtschaftliche Interessen der Geberländer
- Entwicklung der Märkte
- Öffentlicher Druck/ Wahlwerbung/ mediale Show
Definition Entwicklungshilfe
Offizielle Nettoentwicklungshilfe oder Nettohilfe erfasst den Transfer von Finanzhilfen, Hilfslieferungen (Waren) oder Dienstleistungen durch ein Geberland
minus
der Zinsen für Kreditzahlungen in der entsprechenden Periode.
Arten der Entwicklungshilfe:
Finanzhilfen
Zinsgünstige Darlehen, die eine Privatbank so nicht zur Verfügung stellen würde
Mit den Mitteln werden öffentliche bzw. öffentlich-private Entwicklungsprojekte für Infrastruktur, Bildung und anderen DL finanziert
Entwicklungsprojekte werden normalerweise mit Hilfe von internationalen Beratungsgesellschaften durchgeführt, die ihrerseits mit nationalen Agenturen zusammenarbeiten.
Arten der Entwicklungshilfe:
Technische Hilfe
Das Geberland unterstützt das Empfängerland nicht mit Geld sondern mit Warenlieferungen und DL im Rahmen eines Entwicklungprojektes
Solche Projekte haben idR einen einheimischen und einen internationalen Koordinator
Die Leistungen müssen nicht zurückgezahlt werden, die Koordinatoren müssen sich aber an ein vorgegebenes Budget halten
Arten der Entwicklungshilfe:
Anderweitige Entwicklungshilfe
Bereitstellung von Lebensmitteln, Notfall- & Katastrophenhilfe, Unterstützung in Bildungsfragen und sonstige Hilfen.
Häufig organisiert von NGO's und Kirchen.
Die Millennium Entwicklungsziele
MDG: 1. Ziel
1. Ziel = Extremen Hunger und Armut auslöschen
Target 1: Anteil der Menschen, die <1$ pro Tag verdienen halbieren (1990-2015)
Target 2: Den Anteil der Menschen, die hungern halbieren (1990-2015)
MDG: 2. Ziel
2. Ziel: umfassende Grundschulbildung erreichen und bieten
Target 3: Bis 2015 sollen alle Kinder, sowohl Mädchen als auch Jungen. die Möglichkeit haben, eine komplette Grundschulausbildung zu absolvieren (Primär- & Sekundärstufe bis 2005; auf allen ebenen der Bildung bis 2015)
MDG: 3. Ziel
3. Ziel = Gleichberechtigung fördern und Stärkung der Frauen
Target 4: Schaffen von Gleichberechtigung in der Bildung
MDG: 4. Ziel
4. Ziel = Reduktion der Kindersterblichkeit
Target 5: Sterblichkeitsrate der Kinder unter 5 Jahren soll zwischen 1990 und 2015 um 2/3 gesenkt werden.
MDG: 5. Ziel
5. Ziel = Gesundheit von Müttern verbessern
Target 6: Sterblichkeitsrate der Mütter soll im Zeitraum zwischen 1990 bis 2015 um 2/3 gesenkt werden
MDG: 6. Ziel
6. Ziel = Bekämpfung von HIV / Malaria und anderen Krankheiten
Target 7 + 8: Bis 2015 die Ausweitung von HIV, Malaria und anderen Krankheiten stoppen und Vorkommnis eindämmen
MDG: 7. Ziel
7. Ziel = Ökologische Nachhaltigkeit sicherstellen
Target 9: Intergrieren des Prinzips der ökologischen Nachhaltigkeit in die nationalen Gesetze und Strategien sowie Schutz der Umweltressourcen.
Target 10: Bis 2015 soll der Anteil an Menschen, die keinen Zugang zu sauberen Wasser und grundlegenden santiären Einrichtungen haben, halbiert werden.
Target 11: Bis 2020 sollen signifikante Verbesserungen im Lebensstadard von mind. 100 Mio Slumbewohnern erreicht werden.
MDG: 8. Ziel
8. Ziel = globale Phartnerschaften für Entwicklung schaffen
Target 12: Offenes, regelbasiertes, durchschaubares und nichtdiskriminierendes Handels- & Finanzsystem
Target 13 + 14: Bedürfnisse von wenig entwickelten Ländern, Binnenstaaten sowie kleinen Inselstaaten berücksichtigen
Target 15: Schuldenprobleme von Entwicklungsländern umfangreich behandeln
Target 16: In Zusammenarbeit mit Entwicklungsländern sollen Strategien entwickelt und umgesetzt werden.
Target 17: In Kooperation mit Pharmakonzernen sollen erschwingliche und grundlegende Medikamente bereitgestellt werden.
Target 18: In Zusammenarbeit mit dem privaten Sektor sollen die Vorteile neuer Technologien, besonders Information und Kommunikation , bereitgestellt werden.
Umweltfragen in Entwicklungsländern
Armut ⇒ Lebensmittelproduktion
Verstädterung ⇒ Luftverschmutzung durch Industrieabgase
Intensivierung der Landnutzung ⇒ Bodenverschlechterung
Wasserknappheit ⇒ Bewässerung
Abholzung ⇒ globalen Klimawandel
Übernutzung / Missbrauch von Pestiziden ⇒ landwirtschaftliche Biotechnologie
(2) Indikatoren von Entwicklung und Wirtschaftswachstum
Ökonomische Indikatoren
Pro-Kopf-Einkommen (PCI) ist ein grundlegendes Maß zur Messung der
wirtschaftlichen Performance eines Landes - gemessen als BIP oder BNE
BIP (GDP) = gesamter Output von Waren und Dienstleistungen, der in einem
Land von Einwohnern und Nichteinwohnern produziert wird
- Nominales BIP: Bewertung findet zu aktuellen Marktpreisen statt; erfasst weder Geldwertveränderungen noch landesspezifische Unterschiede
- Reales BIP: Bewertung mit einem konstanten, um Inflation bereinigten Preisniveau (Kaufkraftparität/PPP)
- Kaufkraftparität (PPP): ist ein Umrechnungsfaktor bezogen auf die Angleichung von Preisniveaus in versch. Ländern
BNE (GNI) = BIP + Faktoreinkommen aus dem Ausland - Einkommen, die im Inland von Nichteinwohnern erzielt wurden
Probleme bei Messung des Pro-Kopf-Einkommens in Entwicklungsländern
Einwohnerzählung
Bewertung des Kapitals
Selbstversorgung durch Ackerbau
Informeller Sektor (zB Tagelöhner, keine Steuerzahlung)
Preisverzerrungen
Soziale Indikatoren
Einschulungsrate / Alphabetisierungsgrad bei Erwachsenen
Gleichberechtigung von Mann und Frau
Kindersterblichkeit
Müttersterblichkeitsrate
Zugang zu medizinischer Versorgung
Lebenserwartung
Umweltzerstörung
Entwicklungsindikatoren
Human Development Index (UN)
Democracy Index (The Economist)
Global Hunger Index (Welthungerhilfe)
Corruption Perceptions Index (Transparency International)
Human Poverty Index (UN)
Human Development Index (HDI)
Der HDI ist ein Richtwert der menschlichen Entwicklung, der jährlich von der UN veröffentlicht wird.
Er misst die durchschnittlichen Errungenschaften in einem Land in 3 grundsätzlichen Dimensionen der menschlichen Entwicklung
Ein langes Leben: (Gewichtung 1/3)
- Gemessen durch den Life Expectancy Index (Lebenserwartung)
Wissen: (Gewichtung 1/3)
- Gemessen durch den Adult Literacy Index (Gewichtung 2/3)
- Gemessen durch Einschulungsrate (Primär - bis Tertiärstufe) (Gewichtung 1/3)
Lebensstandart: (Gewichtung 1/3)
- Gemessen durch das BIP (GDP Index) in PPP $):
Maßstab des HDI (liegt zwischen 0 und1):
HDI von 0,900 und höher = sehr hohe menschliche Entwicklung
HDI von 0,800 - 0.899 = hohe menschliche Entwicklung
HDI von 0,500 - 0,799 = mittlere menschliche Entwicklung
HDI von unter 0,500 = geringe menschliche Entwicklung
Schwächen des HDI's
Es sollten keine Vergleiche zwischen Jahren angestellt werden, da dort die Methoden variieren können - Vergleiche zwischen Ländern sind legitim
Der HDI berücksichtigt bestimmte Aspekte der Entwicklung nicht - z.B. politische
Freiheit, Gleichberechtigung und kulturelle Freiheit
- Indicators may be highly correlated with GNI
- Measurement problems
- HDI does not consider environment
- Is there a justification for equal weights?
- School enrolment subject to proportion of pupils or students in population
- Effect of diminishing returns
- Other aspects of development missing, e.g. political freedom, cultural liberty, innovativeness and others;
Human Poverty Index
Anstatt Armut durch Einkommen zu bemessen, zieht der HPI verschiedene Indikatoren heran, die sich auf grundlegende Maßeinheiten des Mangels beziehen
Überleben - also die Wahrscheinlichkeit das Alter von 40 bzw. 60 Jahren nicht zu erreichen (HPI-1 und HPI-2)
Wissen - also Anteil der Erwachsenen, die Analphabeten sind
Angemessener Lebensstandart - also umfassende ökonomische Versorgung
Der HPI wird in 2 Varianten aufgestellt (HPI-1 und HPI-2), jeweils für Entwicklungsländer und hoch entwickelte Industrienationen
(3) Hauptprobleme der Entwicklung & der Entwicklungsländer
Bevölkerungswachstum: Theorie des demografischen Wandels
GP = GB - GD - GM
GP = Bevölkerungswachstum
GB = Geburtsrate
GD = Sterberate
GM = Netto-Migration (Abwanderung)
Faktoren, die die Sterberate beeinflussen
Medizinischer Fortschritt
Abhängigkeitsratio (demographische Ratio, altersbezogen)
Ernährungsstand
Externe Schocks
Faktoren, die die Geburtenrate beeinflussen
Traditionelles Verhalten (Jungen mehr wert als Mädchen)
Sicherheitsnetz (z.B. Sozialhilfe in Deutschland)
Bildungsgrad
Frauenbeschäftigungsquote
Kosten der Kindererziehung
Familienplanung
Sterberate
Urbanisierung / Verstädterung
Wirtschaftliche Entwicklung
Faktoren, die die Abwanderung beeinflussen
Zuwanderungspolitik in industrialisierten Ländern
Beschäftigungsmöglichkeiten im Ausland
Bildungsgrad
Geographische Position
Krisen und Kriege
Phasen des demographischen Wandels
Phase 1 = Geburtenrate und Sterberate sind hoch
Phase 2 = Geburtenrate bleibt hoch und Sterberate fällt
Phase 3 = Geburtenrate und Sterberate fallen
Phase 4 = Geburtenrate und Sterberate sind niedrig
Phase 5 = Geburtenrate ist niedrig und Sterberate steigt (Überalterung)
Mögliche Konsequenzen des Bevölkerungswachstums auf die Entwicklung
Bestand der Produktionsfaktoren wächst
Anstieg der Abhängigkeitsratio (Alte und Kinder) führt zu niedrigerer Sparrate
Intensivierung der Landwirtschaft
Innovation - Bev.wachstum zwingt Menschen dazu, die Ernten ertragreicher zu gestalten (Bewässerung/Dünger)
Schädigung der Umwelt
Arbeitslosigkeit & Unterbeschäftigung
Die Bevölerungsdebatte
Positiv = veranlasst technologischen Wandel und regt Innovation an (nach Simon
und Boserup)
Neutral = andere Variablen wie Rechtsstaatlichkeit und Institutionen sind
bedeutender für Wirtschaftswachstum (nach Easterly und Levine)
Negativ = Angespannte Lebensmittelversorgung schränkt den Lebensstandart ein (Malthus) - Studien zeigen, dass geringere Fruchtbarkeitsraten das durchschnittliche Wachstum steigern (nach Barro und Sala-i-Martin)
Ressourcenausstattung und andere Faktoren:
Kulturelle, soziale, politische Rahmenbedingungen als Entwicklungsfaktoren
Bezieht sich auf die Unterschiede zwischen wirtschaftlicher Entwicklung (Produktion, Einkommen, Arbeit, Sparen, Investition) und Entwicklung der Lebensbedingungen
⇒genannt “ andere Faktoren”
Einfluss der anderen Faktoren
Individuelle und soziale Umwelt, z.B. der Wille wirtschaftlich zu haushalten
Die Frage der Gleichberechtigung (Geschlechterfrage)
Das Verhalten der einzelnen sozialen Klassen und Zwänge
Volkszugehörigkeit und ethnische Unterschiede: Einschränkung oder Chance !?
Tendenz zu ländlicher oder städtischer Entwicklung
(II) Theorien des Wirtschaftswachstums und ihre Rolle bzgl Entwicklungsökonomik
(1) Malthus und Ricardo
Theorien des Wirtschaftswachstums
Wirtschaftliche Entwicklung ist ein Prozess der Wandlung einer Wirtschaft - es finden mind. 4 Prozesse statt:
- Akkumulation
- Allokation
- Demographischer Wandel
- Distribution (Verteilung)