Conrolling
MBA1501
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Cartes-fiches
Was ist Controlling?
"Controlling ist der gesamte Prozess der Zielfestlegung, Planung und Steuerung im erfolgs- und leistungswirtschaftlichen Bereich", d.h. Controlling ist nichts anderes als Führung durch (finanzielle) Ziele.
"Controlling sind alle Aktivitäten, welche die Kosten- und Ertragsverantwortlichen durchführen, damit das Gewinnziel der Unternehmung erreicht wird" Controlling ist also als eine steuernde Tätigkeit zu verstehen und somit eine Führungs- = Managementaufgabe. Damit wird auch klar, wer das Controlling in den Händen halten muss.
Was ist der Sinn und Zweck von Kennzahlen?
Kennzahlen dienen dazu, Kosten und Erträge zu analysieren, zusammenhängend zu beurteilen und bei Zielabweichungen Massnahmen zu ergreifen. Wenn wir dies besser tun als die Mitbewerber auf dem Markt können wir z.B. schneller und gezielter Kostensparmassnahmen umsetzen oder Produkte, die sehr gute Deckungsbeiträge bringen mit Marketingaktionen vermehrt fördern. Ein gutes Kennzahlensystem kann also einen entscheidenden Konkurrenzvorteil bringen. Kennzahlen haben andererseits auch die Aufgabe aus der täglichen Datenflut die wesentlichen von den unwesentlichen Informationen zu trennen und in geraffter Form die Zielerreichung des Unternehmens zu unterstützen. Kennzahlen sollen also dem Management die für das Controlling notwendigen Informationen in aussagekräftiger und verdichteter Form zugänglich machen.
Wie ist ein Berichtwesen (Reporting ) aufgebaut?
Ein modernes Berichtswesen muss empfängerorientiert aufgebaut sein. Am besten erstellt der Controller einen Vorschlag aufgrund einer Umfrage bei seinen "Kunden", dem Management, bezüglich
- Inhalt / Umfang
- "Darreichungsart" (Papier oder online)
- Detaillierungsgrad
- Periodizität
- Gestaltung (tabellarisch, grafisch)
- Gewünschte Analyse durch den Controller
- Gewünschte Kommentierung durch den Controller
- Gewünschte Massnahmenvorschläge durch den Controller
Welche Arten von Kennzahlen gibt es?
Statische Kennzahlen stützen sich in der Regel auf eine stichtagsbezogene Erhebung; wie z.B. Liquiditätskennzahlen am Bilanzstichtag.
Dynamische Kennzahlen zeigen im betrieblichen Geschehen mehr die Veränderung oder Abweichung von Vorgaben auf. Wir sprechen hier auch von Verhältniszahlen, welche die am häufigsten verwendeten Kennzahlen in der Betriebswirtschaftslehre sind.
Die Verhältniszahlen können wir in drei Gruppen unterteilen:
- Gliederungszahlen, welche gewisse Strukturverhältnisse ausdrücken, wie z.B. die Bilanzstruktur bezüglich Eigen- und Fremdkapital.
- Beziehungszahlen, welche das Verhältnis zwischen den Messgrössen darstellen, wie z.B. die Eigenkapitalrendite
- Messzahlen, welche meistens einem Entwicklungsvergleich zwischen ver- schiedenen Perioden dienen, wie z.B. der Indexwert der Konsumentenpreise.
Was sind die Voraussetzungen für die Arbeit mit Kennzahlen?
Damit wir aussagekräftige Informationen erhalten, müssen bei der Erarbeitung und Interpretation von Kennzahlen folgende Punkte berücksichtigt werden:
- Richtige Auswahl der Kennzahlen (empfängerorientiert)
- Kontinuität der Kennzahlenerhebung (keine isolierte Betrachtung einzelner Kennzahlen)
- Realistische Zielwerte und Vergleichswerte (Budget und Vorjahresperiode)
- Erkennen und Beurteilen der Zusammenhänge (gute Kenntnis der Zusammen- hänge und Aussage von Kennzahlen)
- Aktualität der Kennzahlen ("tagfertige" Finanzbuchhaltung als Basis für aktuelle Kennzahlen)
- Ergebniskontrolle (permanenter Soll-/Ist-Vergleich)
Welches ist die Basis für Basis für die Ermittlung von Kennzahlen?
Ein ausgebautes Finanz- und Rechnungswesen ist sicher eine der bedeutendsten Quellen für Kennzahlen. Ebenso wichtig sind jedoch auch
- Budget- und Planwerte
- Prozesskennzahlen und Statistiken aus Produktionssteuerung, Beschaffung, Verkauf etc.
- Branchenkennzahlen
- Analyse von Geschäftsberichten von Mitbewerbern
- Behördliche Statistiken
Entscheidend ist auch, dass die Werte aus der offiziellen Jahresrechnung bereinigt werden, bevor sie für betriebsinterne Kennzahlen Verwendung finden. In schweizerischen Unternehmen finden sich häufig stille Reserven, welche die Aussage von Kennzahlen verfälschen können.
Was ist der Soll-/Ist-Vergleich (SIV)?
Der Soll- / Ist-Vergleich ist eines der zentralen Controllinginstrumente des Unternehmens. Je Verantwortungsbereich (= "Kostenstelle") wird, in der Regel monatlich, ein Report über die budgetierten und angefallenen Kosten erstellt. Es werden dabei die Istkosten dem pro-rata-Budget der Periode gegenübergestellt. Das Budget kann entweder fix (1/12 des Jahresbudgets pro Monat), saisonal gewichtet (Budgetvorgabe nach voraussichtlichem Kostenanfall in den einzelnen Monaten) oder beschäftigungsabhängig (Sollkostenvorgabe je nach Beschäftigungsgrad) vorgegeben werden.
Was ist ein Management-Informationssysteme?
Management-Informationssysteme (MIS) sind immer auf die Bedürfnisse des Unternehmens zugeschnitten. Sie liefern Informationen für das Produktmanagement, den Vertrieb, die Produktion, die Beschaffung etc. oder dienen als ganzheitliches Führungsinstrument dem Top-Managements.
- PRODUKTINFORMATIONEN
- Strategischen Geschäftseinheiten (SGE)
- Produktegruppen
- Typen (nach Katalogstruktur)
- Artikeln
- KUNDENINFORMATIONEN
- Informationen über Absatzmengen, Umsätze, Deckungsbeiträge etc. einzelner Kunden A
- ABSATZMARKTINFORMATIONEN
- Informationen über einzelne Verkaufsrayons von Vertretern, Länder, Wirtschaftsräume und Kontinente in verschiedenen Verdichtungsstufen
- PRODUKT- / MARKTINFORMATIONEN
- Matrixinformationen über erzielte Deckungsbeiträge bei Produkten in bestimm- ten Absatzmärkten.
- JAHRESENTWICKLUNGEN
- Darstellung der Entwicklung von Deckungsbeiträgen über mehrere Jahre
- LEBENSZYKLEN VON PRODUKTEN
- tabellarische und grafische Darstellung der Absatzentwicklung von einzelnen Produkten über den Lebenszyklus mit Informationen zur Entwicklung der Ab- satzmengen, Herstellkosten und Marktpreise
- UMSATZ MIT NEUEN PRODUKTEN
- Informationen über den Umsatzanteil von neuen Produkten am Gesamtumsatz zur Steuerung der Sortimentserneuerung im Verkauf
Ein MIS ist noch lange kein Controlling, sondern nur das Werkzeug dazu!
Was ist die Aufgabe des Prozessmanagement?
Das Prozessmanagement ist heute ein Standard in den meisten Unternehmen. Neben formellen Aspekten wie z.B. der Erfüllung von ISO-Normen (Stichwort "prozessorientierte Zertifizierung") soll das Prozessmanagement, als wesentlicher Bestandteil einer "Total-Quality"-Philosophie, vor allem folgende Ziele erreichen:
- Visualisierung der Kern-, Führungs- und Supportprozesse
- Kennzahlen und Messgrössen zur steten Prozess-Verbesserung
- Feststellung wesentlicher "Kostentreiber" innerhalb der Prozesse. Unter Kosten- treibern verstehen wir Aktivitäten mit hohen Folgeaufwendungen.
- Kostentransparenz innerhalb der Prozesse (Aktivitäten mit hohem Kostenanteil am Total der Prozesskosten). Identifizierung von Kostensenkungs- potentialen innerhalb der Prozesse nach dem ABC-Prinzip.
- Kostenanalyse von verschiedenen Prozessvarianten inkl. Simulationen
Was ist die klassische Definition von Benchmarking?
Die "klassische" Definition von Benchmarking ist der Vergleich unternehmerischer Prozessleistungen mit dem "Weltbesten" ("best practise") und das Lernen von diesen Spitzenleistungen.
Welche Vorteile hat Investitionsfreigabe durch das Conrolling?
- das Investitionsvolumen verteilt sich eher über das Geschäftsjahr, wenn die Investitionen bei der Budgetierung bereits mit einer Freigabestufe versehen wurden
- die Freigaben können auf den laufenden Geschäftsgang angepasst werden
- die Freigabeanträge, inkl. Wirtschaftlichkeitsrechnungen, können auf im voraus bestimmte Termine vorbereitet werden
- der Verwaltungsrat ist über die Freigaben auf dem Laufenden und kann auch an seinen Sitzungen ausserordentliche Anträge, die nicht in die Kompetenz der Geschäftsleitung fallen, behandeln und genehmigen.