BWL2: Lebensabschnitte eines Unternehmens

-Unternehmensgründung -Unternehmensentwicklung -Unternehmenskrise

-Unternehmensgründung -Unternehmensentwicklung -Unternehmenskrise


W. E.
Diese Lernkarten behandeln die verschiedenen Lebensabschnitte eines Unternehmens und die damit verbundenen Phasen der Unternehmensentwicklung. Sie beleuchten die Gründe für Unternehmenszusammenschlüsse wie Fusionen, die Arten von Monopolen und Oligopolen, sowie die Reaktionen auf Unternehmenskrisen. Diese Karteikarten sind besonders nützlich für Studierende der Betriebswirtschaftslehre, die ein tiefes Verständnis für die Dynamik und Strategien von Unternehmen erlangen möchten.
Karten
37
Lernende
8
Sprache
Deutsch
Kategorie
BWL
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
26.11.2015 / 13.06.2016

Cartes-fiches

Was ist ein Businessplan?

Ein Businessplan ist die schrifliche Zusammenfassung eines unternehmerischen Vorhabens. Basierend auf einer Geschäftsidee werden im Geschäftsplan die Strategie und die Ziele dargestellt, die mit der Produktion, dem Vertrieb und der Finanzierung des Produktes oder einer Dienstleistung verbunden sind. Zudem muss er alle betriebswirtschaftlichen und finanziellen Aspekte eines Vorhabens beleuchten.

Wie ist ein Businessplan strukturiert?

1) Executive Summary

- Eine Zusammenfassung der wichtigsten Fakten / Ziele über das Unternehmen.

2) Produkt oder Dienstleistung

- Was wird angeboten? Genauere Angaben darüber!

3) Markt und Wettbewerb

- Wie will man den Markt erschließen?

4) Marketing und Vertrieb

- Wie wird das Produkt beworben, wo wird es angeboten?

5) Geschäftsmodell, Geschäftssystem und Organisation

6) Unternehmerteam, Management und Personal

7) Realisierungsplan

- Wie kann das Geschäftskonzept realisiert werden?

8) Chancen und Risiken

9) Finanzplanung und Finanzierung

Was ist das Ziel einer Standortwahl bei der Gründung eines Unternehmens?

Ziel bei der Standortwahl ist die größtmögliche Differenz zwischen standortbedingten Erträgen und standortbedingten Aufwendungen.

Welche Einflussfaktoren bestimmen die Standortqualität?

Staatliche Rahmenbedingungen

-Steuern, zölle, Subventionen

- Auflagen

-Rechts- und Wirtschaftsordnung

Naturgegebene Einflussgrößen

- Geologische Bedingungen

- Umweltbedingungen

- natürliche Ressourcen

Beschaffungsmärkte

- Immobilien

- Anlagegüter

- Rohstoffe

- Arbeit

- Transport / Infrastruktur

Absatzmärkte

- Kunden

- Konkurrenz

- Transport / Infrastruktur

 

Nennen sie die wichtigsten Merkmale einer Einzelunternehmung.

- Es gibt keine Gesellschafter

- Besteht aus einer Person, die mit ihrem gesamten Vermögen alleine haftet

- Fremdkapital ist schwer verfügbar, Banken geben nicht gerne Kredite

Nennen Sie die wichtigsten Merkmale einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR).

- Vereinigung von mindestens 2 Gesellschaftern

- Kann leicht aufgelöst werden

- Gründer haften mit Privatvermögen

- Oft verwendet beim Bau, Freiberuflern usw.

- Fremdkapital ist schwer verfügbar, Banken geben nicht gerne Kredite

- Kapitalgeber meistens in Unternehmensführung

Nennen Sie die wichtigsten Merkmale einer offenen Handelsgesellschaft (OHG).

- Zusammenschluss von mindestens. 2 Personen

- Haftet mit ihrem ganzen Vermögen

- keine großen Formalitäten notwendig, kein Mindestkapital

- Fremdkapital ist schwer verfügbar, Banken geben nicht gerne Kredite

Nennen Sie die wichtigsten Merkmale einer Kommanditgesellschaft (KG).

- besteht aus mindestens einem Komplementär (mit voller Haftung) und einem Kommanditisten (nur beschränkte Haftung)

- die Führung des Unternehmens ist nur dem Komplementär erlaubt, er trägt die alleinige (finanzielle) Verantwortung und darf alleine bestimmen

- Kommanditisten dürfen nicht mitbestimmen, haften nur mit ihrer Einlage

- Größere Unternehmen werden in KG`s geführt

- Fremdkapital ist nur schwer verfügbar, Banken geben nicht gerne Kredite

- Kapitalgeber meistens in Unternehmensführung

Nennen Sie die wichtigsten Merkmale einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH).

- Mindestkapital für Gründung: 25000 €

- Haftung des Anteilseigners ist nur so hoch wie seine Einlage

- GmbH Anteile werden NICHT auf dem Kapitalmarkt gehandelt

- Anteilseigner müssen nicht Mitarbeiter der Firma sein, die Führung liegt bei einem oder mehreren Geschäftsführern

Nennen Sie die wichtigsten Merkmale einer Aktiengesellschaft (AG).

- Grundkapital für Gründung beträgt 50000 €

- Zerlegung des Grundkapitals in viele Anteile (Aktien), welche an der Börse gehandelt werden

- Haftung des Anlegers auf Höhe der Einlage beschränkt

- Für das Unternehmen ist es sehr leicht an Geld zu kommen (durch Aktienhandel)

- Trennung durch Unternehmensleitung (durch den Vorstand)

- bevorzugt von großen Unternehmen verwendet, die hohen Kapitalbedarf haben

- Vorstand, Aufsichtsrat, Hauptversammlung

Nennen Sie die Entscheidungskriterien bei der Gründung / Umwandlung einer Gesellschaft.

Haftung
Wichtiger Punkt für die Gründung ist die Haftung. Wer muss im Schadensfalle darüber gerade stehen?

Leitungsbefugnisse
Wer darf entscheiden?

Gewinn- und Verlustbeteiligung
Je nach Gesellschaftsform ist es vertraglich oder gesetzlich geregelt. Einzelunternehmer können selbst entscheiden.

Kapitalbeschaffung
Bei Personengesellschaften nicht so leicht möglich als bei Kapitalgesellschaften.

Publizitätspflicht
Bilanz, Gewinn-und Verlustrechnung und Lagebericht ist Pflicht bei Kapitalgesellschaften. Dies ist bei einer Personengesellschaft nicht nötig.

Aufwendungen für die Rechtsform
Wie aufwendig ist es, das Unternehmen zu gründen? Muss es ins Handelsregister eingetragen werden oder muss es
notariell beurkundet werden?

Steuerbelastung
Wie muss der Gewinn einer Gesellschaft versteuert werden?

Beschreiben Sie die Pionierphase der Unternehmensentwicklung.

-Noch wenige Kunden, Einnahmen sind noch sehr gering, sehr wenige Aufträge

-Referenzen für Produkte / Dienstleistungen sammeln

-Verfeinerung des Produktes / Dienstleistung

-Zuständigkeiten klären / Struktur schaffen

-Führungsstil ist meist patriarchisch

-"Jeder macht alles" - es ist noch sehr unorganisiert / es kommt zu Fehlern

Beschreiben Sie die Markterschließungsphase in der Unternehmensentwicklung.

Die ersten größeren Aufträge laufen ein, das Geschäft läuft besser, weil das Unternehmen bekannter wird.

Beschreiben Sie die Diversifikationsphase in der Unternehmensentwicklung.

-Das Geschäft wird erweitert ( man erkennt z.B. dass man eine Service-Hotline benötigt)

-Weitere Produkte werden angeboten

-Unternehmen wächst

-Kompliziertere Prozesse

-Neue Märkte (z.B. Ausland)

Beschreiben Sie die Akquisitions- und Kooperationsphase in der Unternehmensentwicklung.

-Möglichkeiten: Selber wachsen, neue Unternehmen aufkaufen, Kooperationen eingehen um Stellung gegenüber anderen auszubauen (z.B. Autohersteller kooperiert mit Batterieherstellern)

-Kreditwürdigkeit des Unternehmens steigt

-Man analysiert den Markt auf Konkurrenten,...und richtet sich danach ein

Manchmal werden Unternehmensteile ausgegliedert. Nennen Sie Beispiele und mögliche Gründe.

 

Gegenstand:

-Unternehmensteile, Produktlinien, Standorte

Gründe:

-Abstoßen von Verlustträgern

-Reaktion auf Veränderung der Unternehmensstrategie

-Konzentration auf das Kerngeschäft

-Erhöhung der Liquidität (=finanzielle Vorsorge)

Angebot und Nachfrage

Beschreiben Sie ein Polypol.

- viele Anbieter stehen vielen Nachfragern gegenüber

-vollständige Konkurrenz

-volständiger Transparenz des Marktes

-freier Zugang und Austritt aus dem Markt

-Große Reaktionsgeschwindigkeit

z.B. Ebay

Nachfrage und Angebot

Beschreiben Sie ein Angebotsoligopol.

-Wenige Anbieter stehen vielen Nachfragern gegenüber

- Absatzmarkt

z.B. Energiekonzerne, Autoindustrie

Nachfrage und Angebot

Beschreiben Sie ein Angebotsmonopol.

-Ein Anbieter steht vielen Nachfragern gegenüber

z.B. Bahn, Post

Nachfrage und Angebot

Beschreiben Sie ein Nachfrageoligopol.

-Viele Anbieter stehen wenigen Nachfragern gegenüber

-Beschaffungsmarkt

z.B. Automobilzulieferer

Angebot und Nachfrage

Beschreiben Sie ein zweiseitiges Oligopol.

-Wenige Anbieter stehen wenigen Nachfragern gegenüber

z.B. Werften Reedereien

 

Angebot und Nachfrage

Beschreiben Sie ein beschränktes Angebotsmonopol.

-Ein Anbieter steht wenigen Nachfragern gegenüber

 

Angebot und Nachfrage

Beschreiben Sie ein Nachfragemonopol.

-Viele Anbieter stehen einem Nachfrager gegenüber

z.B. Textilindustrie, Bundeswehr

Angebot und Nachfrage

Beschreiben Sie ein beschränktes Nachfragemonopol.

-Wenige Anbieter stehen einem Nachfrager gegenüber

z.B. Waffenhersteller

Angebot und Nachfrage

Beschreiben Sie ein zweiseitiges Monopol.

-Ein Anbieter steht einem Nachfrager gegenüber

Was versteht man unter einer Fusion?

Unter einer Fusion versteht man die Verschmelzung von mindestens 2 Unternehmen wobei einer der Unternehmen seine rechtliche Selbstständigkeit verliert.

Nennen Sie betriebswirtschaftliche Gründe für Zusammenschlüsse (Fusion) und erläutern Sie diese.

Absatz

Erschließung von Absatzmärkten

Erhöhung von Preisen und Marktanteilen

Risikominimierung

Produktion

Kosten senken (Skal-Effekte = Größere Stückzahl -> geringere kosten durch eine größere Anlage)

Höhere Produktmenge, Qualität

Beschaffung

Mengenrabatt

Größerer Einfluss auf Lieferanten wegen höherer Marktmacht

Risikominimierung bei Rohstoffversorgung

Finanzierung

Investitionskraft steigt-->Kreditwürdiger-->Risikominimierung (weil auf mehrere Partner verteilt)

Forschung

Gemeinsames Entwickeln (Know-How)

Effizienter Einsatz der Finanzmittel

Weitere Patente

Nennen Sie Nachteile von Unternehmenszusammenschlüssen (Fusion).

-Preisbestimmung durch Monopolstellung-->höhere Preise für die Kunden

-Stellenabbau (keine gleichen Abteilungen, wie z.B. Personalabteilung)

-Eigenständigkeit geht verloren

-Wettbewerb wird eingeschränkt -->kleinere Unternehmen leiden

Nennen Sie mögliche Gründe für das Scheitern einer Fusion.

-Erwartete Synergieeffekte treten nicht ein

-Marktchancen werden überschätzt

-Mitarbeiter sind nicht bereit zusammenzuarbeiten

z.B. Schaeffler und Continental

Arten von Unternehmenszusammenschlüssen

Beschreiben Sie horizontale Zusammenschlüsse.

Gleiche Produktionsstufe

Ziel: Synergieeffekte-->geringere Kosten

z.B. Medienindustrie, VW kauft Porsche, Brauereien

Arten von Unternehmenszusammenschlüssen

Beschreiben Sie vertikale Zusammenschlüsse.

Nachgelagerte / unterschiedliche Produktionsstufen

Ziel: Einfluss auf Produktionsfluss /-kette -->Risikominimierung von Abhängigkeit

z.B. Automobilhersteller kaufen Zulieferer, Handy herstellen und Software (Betriebssystem) selbst entwickeln, Kliniken-->Reha

Arten von Unternehmenszusammenschlüssen

Beschreiben Sie anorganische Zusammenschlüsse.

Branchenfremde Wirtschaftszweige

Vorteil: Risikostreuung

z.B. Investoren die Gesellschaften kaufen, Dr. Oetker (Brauereien, Lebensmittel usw.), Yamaha (Motorräder und Musikinstrumente usw.)

Die Kontrolle der Marktmacht vollzieht sich sowohl auf der Ebene des nationalen Rechts als auch auf der des Gemeinschaftsrechts der Europäischen Gemeinschaft.

Nennen und erklären Sie einige Kontrollinstrumente.

Nationale Zusammenschlusskontrolle

Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen:

-Kartellverbot

-Fusionskontrolle

-Missbrauchsaufsicht

Zusammenschlusskontrolle in der EU

Arten von Unternehmenszusammenschlüssen

Nennen und erklären Sie verschiedene Formen der Machtkonzentration.

Kooperation

Zusammenarbeit unterschiedlicher Intensität, zeitlicher Dauer und Zielrichtung. Die Unternehmen sind rechtlich selbstständig.

Kartell

Zusammenschluss wirtschaftlich und rechtlich selbstständiger Unternehmen (derselben Wirtschaftsstufe) mit dem Ziel, den Markt zu beeinflussen oder aufzuteilen. Grundsätzlich verboten.

Konzern

Zusammenschluss von rechtlich selbstständiger, aber wirtschaftlich unselbstständiger Unternehmen unter der einheitlicher Leitung eines Unternehmens als Konzernspitze.

Fusion

Verschmelzung von mindestens 2 Unternehmen, wobei im Zuge der Fusion zumindest ein Unternehmen seine rechtliche Selbstständigkeit verliert.

 

Nennen Sie innerbetriebliche Gründe, die zu einer Unternehmenskrise führen können.

-Mangelnde Produktivität

-Kostenstrukturen sind zu hoch

-keine eindeutige Aufteilung von Kompetenzen

-Fehleinschätzung des Marktes

-Trends verpassen (z.B. Quelle, Nokia usw.)

-Inkompetenz (Personal, Führung)

-unqualifizierte Verantwortliche (Erben)

-Gute Leute verlassen das Unternehmen (Verlust von Know-how)

-Korruption, Käuflichkeit

-Streik

Beschreiben Sie außerbetriebliche Gründe, die zu einer Unternehmenskrise führen können.

-Rohstoffknappheit

-Konjunktureinflüsse

-Staatliche Einflüsse

-Krisen (wirtschaftlich / politisch)

-Konsumverhalten ändert sich

-Konkurrenz zu stark bzw. günstig

-Plagiate kommen auf den Markt (China)

-Forderungsausfälle (Kunden zahlen nicht)

-Trends versäumen (z.B. Internet)

Beschreiben Sie mögliche Reaktionen auf eine Unternehmenskrise.

Restrukturierung

Änderung der Unternehmensstrategie (auch außerhalb der Krisenzeiten möglich)

Personelle Veränderungen

Anpassung der Geschätzprozesse

Führungsstruktur verändern

Verantwortung anders aufteilen

Märkte genauer untersuchen (Produktpalette neu sortieren)

Sanierung

Organisatorische und finanztechnische Maßnahmen zur Wiederherstellung der Leistungsfähigkeit insolventer Unternehmen, v.a. zur Abwendung einer Zahlungsunfähigkeit oder einer Überschuldung:

Personelle und finanzielle Einschnitte

organisatorische Maßnahmen

Buchtechnische Sanierung (neue Aktien ausgeben

Insolvenz (Zahlungen werden eingestellt)

Zahlungsunfähigkeit

Insolvenz entweder selbst oder mit Hilfe eines Insolvenzverwalters durchführen

Liquidation

Unternehmen wird aufgelöst

 

Étudier