Buchhaltung und Bilanzierung II

Buchhaltung und Bilanzierung Teil 2 - Vertiefung von der IUBH

Buchhaltung und Bilanzierung Teil 2 - Vertiefung von der IUBH


G. M.
Diese Lernkarten behandeln fortgeschrittene Themen der Buchhaltung und Bilanzierung auf Universitätsniveau. Sie konzentrieren sich auf die Analyse der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von Unternehmen, wobei Begriffe wie HGB, Bilanz, Forderung und Rückstellung zentral sind. Die Karteikarten eignen sich besonders für Studierende und Fachkräfte, die sich mit der Bewertung und Interpretation von Bilanzen sowie der Anwendung von Kennzahlen vertraut machen möchten.
Karten
182
Lernende
4
Sprache
Deutsch
Kategorie
BWL
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
19.01.2016 / 27.10.2019

Lernkarten

12.2 Differenzarten und Ursachen für latente Steuern:
Wie lassen sich Differenzen zwischen Handelsbilant und Steuerbilanz klassifizieren?

Gemäss Abbild:

12.2 Nennen Sie Beispiele für aktive latente Steuern

o   Nichtaktivierung Disagio

o   Unterstellung unterschiedlicher Nutzungsdauern für einen Geschäfts oder Firmenwert

o   Bewertung von Pensionsrückstellungen unter Verwendung eines niedrigeren als vorgeschrieben Satzes von 6%

 

12.2 Nennen Sie Beispiele für passive latente Steuern

o   Ausübung Wahlrechts zur Aktivierung selbst geschaffener immaterieller Vermögensgegenstände des AV

 

12.2 Was ist das Temporary-Konzept?

Das Temporary-Konzept beruht auf einem Bilanzvergleich (Handelsbilanz versus Steuerbilanz).
Je nach Art des Unterschiedes sind aktive oder passive latente Steuern zu berücksichtigen.

12.3 Aktive und passive latente Steuern
Welche Pflichten gelten?

Nach § 274 HGB besteht im Rahmen einer Gesamtbetrachtung
• eine Passivierungspflicht für einen Überhang passiver latenter Steuern und
• ein Aktivierungswahlrecht für einen Überhang aktiver latenter Steuern.

Aktive und passive latente Steuern können unsaldiert ausgewiesen werden

12.3 Beispiel

Bei der Beispiel GmbH sind folgende Sachverhalte unter dem Gesichtspunkt der Abgrenzung
latenter Steuern im HGB-Abschluss zum 31.12.01 zu berücksichtigen. Der relevante Ertragsteuersatz
beträgt 30 %.
a) In 01 wurde eine Rückstellung für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften nach
§ 249 Abs. 1 S. 1 HGB in Höhe von 100.000 € gebildet.
b) Die Beispiel GmbH hat in 01 eine Software zur Steuerung der Produktionsprozesse selber
entwickelt und die Entwicklungskosten hierfür unter Inanspruchnahme des Aktivierungswahlrechts
nach § 248 Abs. 2 HGB in Höhe von 200.000 € aktiviert. Die Betriebsbereitschaft
und der Nutzungsbeginn dieser Software liegen im Geschäftsjahr 02, sodass in 01
keine Abschreibung zu erfassen war.

Wie sind die Sachverhalte unter Berücksichtigung der Abgrenzung latenter Steuern im HGB Abschluss zum 31.12.2001 zu berücksichtigen?

Die in 01 gebildeten Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden
Geschäften in Höhe von 100.000 € sind steuerlich aufgrund der Vorschrift des § 5 Abs. 4a
EStG nicht anerkannt. Es entsteht somit eine temporäre Differenz zwischen dem handelsrechtlichen
und dem steuerlichen Wertansatz, die sich mit Eintritt des Verlustgeschäfts (oder
auch mit Auflösung der Rückstellung) in Folgejahren automatisch wieder umkehrt. Es liegt
ein Anwendungsfall aktiver latenter Steuern vor, es ermittelt sich eine aktive latente Steuer von
100.000 € ∙ 30 % = 30.000 €.
Vor dem Hintergrund des steuerlichen Aktivierungsverbots für selbst geschaffene immaterielle
Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens (vergleiche § 5 Abs. 2 EStG) resultiert eine zu versteuernde
temporäre Differenz von 200.000 €. Diese Differenz kehrt sich in den Folgejahren
aufgrund der Abschreibung der aktivierten Software wieder um. Bei einem Steuersatz von
30 % ermitteln sich passive latente Steuern in Höhe von 60.000 €.

13.1 Ziele und Grundlagen der Jahresabschlussanalyse
Was versteht man unter Bilanzanalyse?
 

Unter Bilanzanalyse versteht man Tätigkeiten, die darauf gerichtet sind, aus Informationen des
Jahresabschlusses und des Lageberichts Aufschluss über die wirtschaftliche Lage des Unternehmens
zu erhalten.

13.1 Wer bestimmt wie der Jahresabschluss auszusehen hat? Wie und wo ist es geregelt?

Das HGB bestimmt, dass der Jahresabschluss von Kapitalgesellschaften ein den tatsächlichen
Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage zu vermitteln hat
(§ 264 Abs. 2 HGB).

13.1 Aus welchen Gründen entspricht der Jahresabschluss jedoch nicht der wirtschaftlichen Lage des Unternehmens?

Der Jahresabschluss enthält nicht alle Sachverhalte, welche die wirtschaftliche Lage bestimmen. Er ist vergangenheitsorientiert und stichtagsbezogen.

Die absoluten Zahlen und einzelne Kennzahlen gestatten alleine noch keine Aussage über die wirtschaftliche Situation.

Externer Analytiker muss sich mit veröffentlichen Informationen zufrieden geben

13.1 Mit Hilfe von was erfolgt die Jahresabschlussanalyse?

Jahresabschlussanalyse erfolgt mit Hilfe von Kennzahlen

 

13.1 Welche Arten von Kennzahlen gibt es? Erläutern Sie diese kurz.

Absolute Kennzahlen ergeben sich als Differenzen oder Summen zweier Zahlen, z. B.
- Umsatzsteigerung in der vergangenen Periode um 100.000 €.

Relative Kennzahlen stellen die Relation zweier Zahlen dar und werden unterteilt in:

- Gliederungszahlen: Eine statistische Teilgröße wird zur Gesamtgröße in Beziehung
   gesetzt, z. B. das Eigenkapital beträgt 30 % der Bilanzsumme.

- Beziehungszahlen: Eine Größe wird zu einer anderen Größe in Beziehung gesetzt,
   z. B. das Eigenkapital beträgt 60 % des Anlagevermögens.

- Indexzahlen (Messzahlen): Die Größen, die hierbei in Beziehung gesetzt werden, sind
   gleichartig, beziehen sich aber auf zeitlich oder örtlich verschiedene Größen, z. B. die
   Lohnkosten des laufenden Jahres werden in Beziehung gesetzt zu den Lohnkosten aus
   einem der Vorjahre. Dabei wird in der Regel die Bezugsgröße mit 100 angesetzt.

13.2 Analyse der Vermögens-, Finanz und Ertragslage
Wie setzt sich die Analyse zusammen?

Bei der Analyse der Vermögensstruktur setzt man Größen der Aktivseite zueinander in Beziehung

 

13.2 Was verursacht das Anlagevermögen im Normalfall?

Das Anlagevermögen verursacht im Normalfall fixe Kosten

13.2 Weshalb sind Unternehmen, bei denen die Anlageintensitäts- beziehungsweise Konstitutionskennzahl
relativ groß ist, risikobehafteter?

Grundsätzlich kann man aber sagen, dass Anlagevermögen in der Regel fixe Kosten verursacht.
Daher können Unternehmen, bei denen die Anlageintensitäts- beziehungsweise Konstitutionskennzahl
relativ groß ist, weniger flexibel auf Auslastungsschwankungen reagieren, weshalb
sie tendenziell risikobehafteter sind. Auch unter dem Liquiditätsaspekt ist eine hohe Anlageintensität
ungünstig zu beurteilen, weil das im Anlagevermögen investierte Kapital im Allgemeinen
langfristig gebunden und eine Mittelfreisetzung nur verhältnismäßig schwer umsetzbar
ist.

13.2 Wie lassen sich die Intensitätskennzahlen weiter verfeinern?

Gemäss Abbild

13.2 Die Kennzahlen der Kapitalstruktur
Was ist charakteristisch für diese Kennzahlen?

Charakteristisch ist das Grössen der Kapitalseite (Passivseite) der Bilanz zueinander in Beziehung gesetzt werden.

13.2 Auf was beruht die Analyse der Finanzstruktur?

Die Analyse der Finanzstruktur beruht auf dem grundlegenden Zusammenhang zwischen
Investition (Aktivseite der Bilanz) und Finanzierung (Passivseite). Sie wird deshalb auch als
horizontale Strukturanalyse bezeichnet. Ihr Ziel ist, Mittelverwendung und Mittelherkunft im
Hinblick auf Fristigkeit und Risikoentsprechung zu beurteilen.

13.2 Was ist charakteristisch für die goldene Bilanzregel?

Charakteristisch für die goldene Bilanzregel ist die Orientierung an der Fristenkongruenz.
Fristenkongruenz bezeichnet die Übereinstimmung der Fristen von Kapitalbindung und Kapitalüberlassung.

13.2 Liquiditätsanalyse
Welche Liquiditätskennziffern werden unterschieden?

Gemäss Abbild

Für die Bedeutung dieser Kennzahlen existieren unterschiedliche Normen, häufig findet man
folgende tendenzielle Vorgaben:

• Liquidität I. Grades oder Barliquidität: Die 1:5-Regel, also mindestens eine 20%ige
  Deckung der kurzfristigen Verbindlichkeiten durch flüssige Mittel;
• Liquidität II. Grades: Die 1:1-Regel, das heißt, die Liquiditätskennzahl soll mindestens
  den Wert „1“ betragen;
• Liquidität III. Grades (unter Berücksichtigung des gesamten Umlaufvermögens): Die
  2:1-Regel, wonach höchstens die Hälfte des Umlaufvermögens durch kurzfristiges Fremdkapital
  finanziert sein darf.

13.2 Kennzahlen der Etragslage (Rentabilitätskennzahlen)
Was ist das Ziel? Wie werden diese Berechnet?

Ziel ist, Fähigkeit des Unternehmens, nachhaltig Gewinne zu erwirtschaften

13.2 Was bedeutet EBIT?

Earnings before interest und taxes

o   Kennzahl zeigt Betriebsergebnis unabhängig von regionalen Besteuerungen und unterschiedlichen Finanzierungsformen

o   Dadurch kann Kennzahl zum internationalen Vergleich von Unternehmen herangezogen werden

 

13.2 Was bedeutet EBITDA?

Earnings before interest, taxes, depreciation and amortisation

o   Betriebsergebnis soll „ohne Verzerrungen“ dargestellt werden

o   Vergleich soll auch durch Herausrechnung unterschiedlicher Abschreibungsregeln erleichtert werden

 

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