Buchhaltung und Bilanzierung II

Buchhaltung und Bilanzierung Teil 2 - Vertiefung von der IUBH

Buchhaltung und Bilanzierung Teil 2 - Vertiefung von der IUBH


G. M.
Diese Lernkarten behandeln fortgeschrittene Themen der Buchhaltung und Bilanzierung auf Universitätsniveau. Sie konzentrieren sich auf die Analyse der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von Unternehmen, wobei Begriffe wie HGB, Bilanz, Forderung und Rückstellung zentral sind. Die Karteikarten eignen sich besonders für Studierende und Fachkräfte, die sich mit der Bewertung und Interpretation von Bilanzen sowie der Anwendung von Kennzahlen vertraut machen möchten.
Flashcards
182
Students
4
Language
German
Category
Micro-Economics
Level
University
Created / Updated
19.01.2016 / 27.10.2019

Flashcards

8.5 Wertpapiere und flüssige Mittel

Wo sind diese im HGB geregelt? Welches ist die wesentlichste Position des Umlaufvermögens?

 

Sind im HGB Art 266 geregelt.

Die wesentlichste Position des Umlaufvermögens ist das Guthaben bei Kreditinstituten.

8.5 Welche sind die allgemeinen Bewertungsgrundsätze für Umlaufvermögen?

1. Anschaffungskosten als Ausgangspunkt und Höchstgrenze
2. Kein Ausweis unrealisierter Gewinne, Realisationsprinzip
3. Strenges NWP, sowohl dauerhafte als auch nur vorübergehende Wertminderungen zu berücksichtigen
4. Wertaufholungsgebot, Zuschreibungspflicht bei Wegfall von ausserplanmässigen Abschreibung.

8.5 Aufgabe

Die Beispiel GmbH hat aus Spekulationsgründen zur kurzfristigen Geldanlage 2.000 Aktien
der Value AG gekauft (2 % der Aktien). Die Aktien wurden zu einem Kurs von 15 €/Aktie
erworben und notierten am 31.12.01 bei 12 €/Aktie. Erst Ende 02 hat sich der Kurs erholt,
dieser betrug am 31.12.02 18 €/Aktie. Anfang 03 wurde die Aktie dann mit Gewinn veräußert.

An welcher Stelle in der Bilanz und in welcher Höhe erfolgt der Ausweis der zu Spekulationszwecken
gekauften Aktien? Wie sieht die bilanzielle Folgebewertung der Aktien zum
31.12.01 und zum 31.12.02 aus?

Lösung:

9.1 Eigenkapital

Was ist das Eigenkapital? Erläutern sie dies bitte.

 

Das Eigenkapital ist die Differenz aus dem Vermögen und den Schulden eines Unternehmens.

  • Eigenkapital stellt Mittel dar, von Eigentümer zur Verfügung gestellt
  • Kann durch Einzahlungen oder durch den Verzicht auf Gewinnausschüttungen (Thesaurierung) aufgebracht werden
  • Eigenkapital ist eine Residualgröße (Restgröße)
  • Unterscheidung variable und konstante Eigenkapitalkonteno   Variable Konten schwankt EK von Jahr zu Jahr, weil dort laufend Einlagen, Entnahmen, Gewinne und Verluste verbucht werden
  • Konstante Eigenkapital wird mit Gezeichnetes Kapital bezeichnet, bei AG Grundkapital, bei GmbH Stammkapital

 

9.1 Wo ist das Eigenkapital im HGB geregelt und wie ist es aufgegliedert?

Im 266 Abs 3. A HGB

 

9.1 Die Komponenten des Eigenkapitals

Beschreiben die diese kurz.

Gezeichnetes Kapital entspricht gebundenes Haftungsvermögen

Rücklagen ist zwischen Kapitalrücklagen (von außen gebildet, z.B. Aufgeld bei Aktienausgabe, Einlagen der Aktionäre) und den von „innen“, d.h. aus Gewinnen gebildete Gewinnrücklagen

Gewinn erhöht EK, sofern nicht an Aktionäre ausgeschüttet

 

9.2 Gezeichnetes Kapital und ausstehende Einlagen

Erläutern Sie was es ist.

Das Gezeichnete Kapital einer AG entspricht dem Nennkapital der ausgegebenen Aktien.

Wie im untenstehenden Beispiel:

 

9.2 Wie hoch ist das Grundkapital einer AG und einer GmbH?

 

Das Grundkapital einer AG beträgt 50'000 Euro
Das Stammkapital einer GmbH muss mindestens 25'000 Euro betragen.

9.2 Nennen Sie weitere Merkmale des gezeichneten Kapitals

  • Gezeichnete Kapital muss nicht voll eingezahlt worden sein
  • Nicht eingezahlte Beträge bezeichnet man als „ausstehende Einlagen“
  • Wirtschaftlich sind diese zum einen Forderungen der Gesellschaft gegenüber Eigentümer und zum andere Korrekturposten zur Passivposition Eigenkapitel
  • Nicht eingeforderten ausstehenden Einlagen sind von dem Posten gezeichnetes Kapital offen abzusetzen

 

Bilanzbild:

9.3 Rücklagen
Was sind Rücklagen und wieso braucht es diese?

Rücklagen gehören zu den variablen Eigenkapitalbestandteilen. Sie können dazu dienen Verluste auszugleichen, bevor das gezeichnete Kapital angegriffen werden kann.

Die Bildung von Rücklagen erhöht jeweils die wirtschaftliche Stabilität des Unternehmens.

 

9.3 Was ist der Unterschied zwischen offene und stille Rücklagen?

Offene (Kapitalrücklagen, Gewinnrücklagen) stehen in der Bilanz
Stille Rücklagen (bzw. Stille Reserven) entstehen durch Unterbewertung von Aktiva oder Überbewertung von Passiva

9.3 Kapitalrücklage
Wie wird diese gebildet? Was wird in die Kapitalrücklage eingestellt?

Die Kapitalrücklage wird durch Zuführungen von aussen gebildet!
Folgendes wird eingestellt: Art 272 Abs 2.

• die Beträge, die bei einer Ausgabe von Anteilen über dem Nennwert anfallen (Agio,
§ 272 Abs. 2 Nr. 1 HGB),
• die Beträge, die bei der Ausgabe von Schuldverschreibungen für Wandlungsrechte und
Optionsrechte zum Erwerb von Anteilen erzielt werden (§ 272 Abs. 2 Nr. 2 HGB),
• Zuzahlungen, die Gesellschafter gegen Gewährung eines Vorzuges für ihre Anteile leisten
(§ 272 Abs. 2 Nr. 3 HGB),
• andere Zuzahlungen, die Gesellschafter in das Eigenkapital leisten (§ 272 Abs. 2 Nr. 4
HGB).

9.3 Gewinnrücklage

Welche Beträge werden in die Gewinnrücklage eingestellt?

In Gewinnrücklage werden Beträge eingestellt, die im Unternehmen selbst erwirtschaftet wurden! 272 Abs 3 HGB und 266 Abs 3 HGB

 

§  §266 Abs. 3 „Gesetzliche Rücklagen“

o   Teil der Gewinnrücklagen, der aufgrund gesetzlicher Vorschriften gebildet werden muss

o   Bei AG relevant, die das AktG das vorschreibt

§  §266 Abs. 3 „Rücklage für Anteile an einem herrschenden oder mehrheitlich beteiligten Unternehmen“

o   Höhe Rücklage entspricht dem Betrag der auf Aktivseite für die Anteile angesetzt wird

§  §266 Abs.3 „Satzungsgemäße Rücklagen“

o   Werden aufgrund Gesellschaftsvertrages gebildet

o   Können zweckgebunden oder zweckfrei sein

§  §266 Abs. 3 „Andere Gewinnrücklagen

o   Solche, die aus dem Jahresüberschuss dotiert werden

o   Müssen nicht gesondert ausgewiesen werden

o   Position ist ein Sammelposten

 

 

 

9.4 Bilanzergebnis und Gewinnverwendung
Wie setzt sich die Gewinnverwedung zusammen? Wie wird diese aufgestellt?

Die Gewinnverwendung setzt sich aus den Rücklagen und der Gewinnausschüttung zusammen.

Bilanz kann unter vollständiger, teilweiser oder ohne Berücksichtigung der Gewinnaufwendung aufgestellt werden

Gewinnaufwendung versteht man die Einstellung/Auflösung von Rücklagen und die Gewinnausschüttung

 

9.4 Was muss beachtet werden wenn die Bilanz vor Gewinnverwendung aufgestellt wird?

Wenn dies der Fall ist so ist Jahresüberschuss/-fehlbetrag und evtl. ein Gewinn/Verlust aus dem Vorjahr auszuweisen

9.4 Was muss bei der Aufstellung der Bilanz bei teilweiser oder vollständiger Gewinnverwendung beachtet werden?

Wird die Bilanz unter teilweiser Gewinnverwendung erstellt, so wird anstelle des Jahresüberschusses/-
fehlbetrags und eventuell des Gewinn-/Verlustvortrags die „zusammengefasste“ Position
Bilanzgewinn/-verlust ausgewiesen.

Bei Aufstellung der Bilanz nach vollständiger Gewinnverwendung sind die zur Ausschüttung
vorgesehenen Beträge als sonstige Verbindlichkeiten auszuweisen.

10.1 Verbindlichkeiten
Was versteht man unter Verbindlichkeiten?

Schuld ist Oberbegriff für Verbindlichkeiten und Rückstellungen

o   Verbindlichkeiten sind Schulden, Höhe und Existenz sicher ist

o   Rückstellungen sind Schulden, Höhe u./o.Existenz unsicher

10.1 Aus was setzt sich das Fremdkapital zusammen?

Verbindlichkeiten, Rückstellungen, passive Rechnungsabgrenzungsp. und passive latente Steuern

10.1 Was sind Eventualverbindlichkeiten? Erläutern Sie dies bitte

Eventualverbindlichkeiten decken Risiken, mit deren Eintritt man nicht rechnet.

Eventualverbindlichkeiten sind:
• Verbindlichkeiten aus der Begebung und Übertragung von Wechseln,
• Verbindlichkeiten aus Bürgschaften, Wechsel- und Scheckbürgschaften,
• Verbindlichkeiten aus Gewährleistungsverträgen,
• Haftungsverhältnisse aus der Bestellung von Sicherheiten für fremde Verbindlichkeiten.

Eventualverbindlichkeiten sind dadurch gekennzeichnet, dass die Risiken möglicherweise
eintreten werden, mit dem Eintritt aber nicht gerechnet wird. Dies ist der Unterschied zu
Rückstellungen, deren Eintritt tendenziell wahrscheinlich ist.

10.1 Was sind sonstige finanzielle Verpflichtungen?

Dies sind Verpflichtungen aus schwebendenden Rechtsgeschäften

10.1 Welche Schulden sind Bilanzierungsfähig?

Gemäss Abbild:

10.1 Welche Arten von Verbindlichkeiten gibt es?

Anleihen
Verbindlichkeiten, die durch Inanspruchnahme des öffentlichen Kapitalmarktes entstanden
sind. Beispiele: Wandelschuldverschreibungen, Optionsanleihen, Gewinnschuldverschreibungen
und Genussscheine.

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
Bankkredite, jedoch nur, soweit sie in Anspruch genommen wurden (kein Ansatz der Kreditlinie,
sondern nur des davon ausgeschöpften Betrages).

Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen
Anzahlungen von Kunden; diese dienen oft zur Vorfinanzierung von Großprojekten oder als
Sicherheitsleistung für Waren und Dienste. Erhaltene Anzahlungen dürfen auch auf der Aktivseite
offen von den Vorräten abgesetzt werden (§ 268 Abs. 5 S. 2 HGB).

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
Verpflichtungen, die aus Lieferungen und Leistungen jeder Art herrühren, ohne dass eine
Gegenleistung (Bezahlung) erbracht wurde. Schwebende Geschäfte (kein Vertragspartner hat
geleistet) dürfen nicht bilanziert werden.

Wechselverbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus der Annahme gezogener Wechsel und der Ausstellung eigener Wechsel.

Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen und Beteiligungsunternehmen
Verbindlichkeiten werden unter diesen Positionen ausgewiesen, wenn sie gegenüber einem
verbundenen Unternehmen im Sinne des § 271 Abs. 2 HGB oder einem Beteiligungsunternehmen
nach § 271 Abs. 1 HGB bestehen.

Sonstige Verbindlichkeiten
Sammelposition, die z. B. Steuerschulden, Sozialabgaben und nicht abgeflossene Dividenden
umfasst (Coenenberg 2009).

10.2 Bewertung von Verbindlichkeiten
Wie werden diese Bewertet? Wo ist dies im HGB geregelt?

Verbindlichkeiten sind mit Erfüllungsbetrag bewertet werden

Ist Betrag zu verstehen, der zur Erfüllung der Verbindlichkeit aufgebracht werden muss

Verbindlichkeit ist das HWP zu beachten, sofern Erfüllungsbetrag am Bilanzstichtag höher als der bilanzierte Wert, so ist der höhere Wert anzusetzen

HWP erfolgt auf Passivseite, erfolgt in Analogie zum strengen NWP auf der Aktivseite bei UV

Art 256a HGB

 

10.3 Behandlung eines Disagios
Was ist ein Disagio? Wie wird dieser behandelt?

Disagio ist ein versteckter Zins. 250 Abs 3 HGB
Ist bei einem Kredit der Erfüllungsbetrag höher als der Auszahlungsbetrag, so wird die Differenz als Disagio bezeichnet.
Um diesen „Zinsaufwand“ über die gesamte Laufzeit des Kredites zu verteilen, gewährt das HGB die Möglichkeit, das Disagio unter den aktiven Rechnungsabgrenzungsposten zu aktivieren.

Eine Aktivierung wird das Unternehmen in der HGB-Bilanz dann in Betracht ziehen, wenn
es im Jahr der Kreditaufnahme einen höheren Gewinn ausweisen will; in den Folgejahren sinkt
der Gewinn dann wegen der Disagioabschreibung.

Will das Unternehmen im Jahr der Kreditaufnahme einen geringeren Gewinn zeigen, so wird
es das Disagio nicht aktivieren, sondern sofort voll als Zinsaufwand verbuchen. In den Folgejahren
ist der Gewinn dann ceteris paribus höher, weil keine Disagioabschreibungen verbucht
werden (sogenanntes Prinzip der Zweischneidigkeit der Bewertung).

10.3 Beispiel für ein Disagio
Die Beispiel GmbH hat bei der YKB-Bank am 28.12.01 ein Bankdarlehen in Höhe von
100.000 € mit folgenden Konditionen aufgenommen:
• Zinssatz 3,2 %,
• Auszahlung am 28.12.01 unter Abzug von 4 % Disagio,
• Darlehenslaufzeit 8 Jahre (Tilgung in voller Höhe am 28.12.09).

 

Aufgabe: Wie ist dieser Sachverhalt im Jahresabschluss der Beispiel GmbH zum 31.12.01 nach
HGB und IFRS zu behandeln?

Das Bankdarlehen ist unter den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (§ 266
Abs. 3 C. 2 HGB) auszuweisen und zum Erfüllungsbetrag nach § 253 Abs. 1 S. 2 HGB zu
bewerten. Die Restlaufzeit der Verbindlichkeit ist im Anhang anzugeben (§ 285 Nr. 1a HGB).
Für die Behandlung des Disagios ist § 250 Abs. 3 HGB einschlägig. Das Disagio kann als
Rechnungsabgrenzungsposten aktiviert und über die Laufzeit abgeschrieben werden. Alternativ
ist nach HGB eine sofortige Aufwandserfassung des Disagios zulässig. Sofern ein möglichst
niedriger Gewinn ausgewiesen werden soll, wird die Beispiel GmbH das Disagio sofort als
Zinsaufwand erfassen

11.1 Rückstellungen
Was sind Rückstellungen? Erklären Sie dies.

 

§  Rückstellungen sind Schulden, Existenz und / oder Schulden unsicher

§  Handelt um ungewisse Schulden, die in der Zukunft voraussichtlich als Verbindlichkeiten anfallen werden, sofort in Bilanz auszuweisen

§  Rückstellungen dürfen nur aufgelöst werden, wenn Grund für Bildung entfallen sind

 

11.1 Nennen Sie ein Beispiel für Rückstellungen

Beispiel ist Schadensersatzprozess, das Unternehmen weiß zwar nicht, ob und in welchem Umfang leisten muss, aber Zahlung ist wahrscheinlich

11.1 Welche Rückstellungsposten gibt es gemäss 266 HGB?

1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen;
2. Steuerrückstellungen;
3. sonstige Rückstellungen.

11.2 Rückstellungsarten
Welche Arten von Rückstellungen gibt es? Erklären Sie diese kurz.

§  Nach Art der Verpflichtungen, die rechtlich durchsetzbar sind

o   Rechtlich durchsetzbare, bei denen der Schuldner zum Beispiel durch Gerichtsurteil verpflichtet werden kann

o   Wirtschaftliche Verpflichtungen, nicht rechtlich durchgesetzt werden. Hier ist man zur Leistung verpflichtet, da man sich sonst selbst schaden würde (z.B. Verlust Kunde)

§  Nach Außen oder Innenverpflichtung

o   Verpflichtung gegenüber Dritten (Verbindlichkeitsrückstellungen, Drohverlustrückstellungen) vs. Verpflichtungen gegenüber „sich selbst“

11.2 Wo sind die Rückstellungsarten im HGB geregelt?

Die Regelung ist in § 249 HGB

11.2 Was sind Verbindlichkeitsrückstellungen?

o   Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten sind zu bilden, wenn eine wirtschaftliche belastende und der Höhe nach gegenüber Dritte wahrscheinlich, aber nicht sicher ist

o   Rechtgeschäften, gesetzlichen Schuldverhältnisse oder öffentlich-rechtlichen Verpflichtungen herrühren

o   Liefert Unternehmen fehlerhafte Waren, so ist es zur Gewährleistung verpflichtet

 

11.2 Was sind Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäfte

o   Schwebendes Geschäft ist, wenn eine Vertragspartei Lieferung oder Leistung noch nicht erbracht hat

o   Beginnt mit Vertragsabschluss und endet, wenn mindestens einer Vertragspartner Leistung erbringt

o   Solange Geschäft ausgeglichen schwebt, nicht bilanziell berücksichtigen

 

11.2 Was sind Kulanzrückstellungen?

o   Übernimmt Unternehmen Gewährleistungsverpflichtungen, ohne dass es dazu rechtlich verpflichtet wäre, so liegt Kulanzleistung vor

o   z.B. Maschine tritt Mangel nach Ablauf der Gewährleistungsfrist auf

 

11.2 Was sind Rückstellungen für Instandhaltung & Abraumbeseitigung

 

o   Reine Innenverpflichtungen, da keine Verpflichtung gegenüber Dritte besteht

o   Unterlassene Instandhaltung, die im Geschäftsjahr unterlassen wurden, innerhalb 3 Monaten nachgeholt, besteht Passivierungspflicht

o   Unterlassene Abraumbeseitigung, die im Geschäftsjahr unterlassen wurden, innerhalb 12 Monaten nachgeholt, besteht Passivierungspflicht

 

11.3 Wie werden Rückstellungen bewertet?

§  Rückstellungen sind immer in der Höhe des ach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages anzusetzen

§  Rückstellungen mit Restlaufzeit von mehr als einem Jahr mit durchschnittlichen Marktzinssatz abzuzinsen

§  Abzinsungssätze werden von der Deutschen Bundesbank bekannt gegeben

§  Abzinsung bei Rückstellungen von weniger als einem Jahr nicht geboten

 

11.3 Wo ist dies im HGB geregelt?

256 Abs 1 S.2 HGB und 253 Abs 2 S.1 HGB

12.1 Hintergrund der latenten Steuern

Welche Rechtsgrundlage gilt?

Rechtsgrundlage der latenten Steuern nach HGB ist der § 274 HGB

12.1 Wann sind latente Steuern relevant und wie ergeben sich diese?

Latente Steuern sind relevant bei temporären Unterschieden zwischen der Handelsbilanz (beziehungsweise IFRS-Bilanz) und der Steuerbilanz.

Diese entstehen, wenn Ansatz in Handelsbilanz von dem in Steuer Bilanz abweicht.

12.1 Was sind aktive bzw. passive latente Steuern?

Aktive latente Steuern, entstehen wenn bei Vermögensgegenstand in der Handelsbilanz der Wert geringer ist als Steuerbilanz

Passive latente Steuern, enstehen dann wenn bei einem Gegenstand in der Handelsbilanz höher ist, als Steuerbilanz

12.1 Beispiel für latente Steuern:

Beispiel
In der Handelsbilanz wird in Periode 1 eine Rückstellung für drohende Verluste aus schwebenden
Geschäften in Höhe von 200.000 € gebildet. Aufgrund der Vorschrift des § 5 Abs. 4a
EStG ist diese Rückstellung steuerlich nicht anerkannt. Der Verlust tritt in Periode 2 ein.
Handelsrechtlich wird das Verlustgeschäft schon in Periode 1 mittels einer Zuführung zur
Rückstellung berücksichtigt, das handelsrechtliche Ergebnis vor Steuern ist insofern um
200.000 € niedriger als das steuerliche Ergebnis. In Periode 2 dreht sich dieser Effekt um, da
der dann effektive Eintritt des Verlustgeschäftes in der Handelsbilanz mittels eines Rückstellungsverbrauchs
ergebnisneutral erfasst wird, steuerlich aber voll ergebniswirksam ist.

 

Gemäss Abbild.

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