Grundlagen BWL
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Flashcards
Definition "Business Case" (Business Case)
- Szenario zur Beurteilung einer Investition unter strategischen, betriebswirtschaftlichen und weiteren Aspekten
- Der Business Case eines Projekts beschreibt, wie und in welchem Zeitraum seine Ergebnisse dem auftraggebenden Unternehmen nutzen
Aufbau eines Business Cases (Business Case)
- Beschreibung des Szenarios
- Alle erwarteten Auswirkungen der getätigten Investition auf das Unternehmen im Vergleich zu einer Fortschreibung des Status quo
- Benennung aller Annahmen des Szenarios (z.B. Rahmenbedingungen) und der verbundenen Risiken
- Ein umfangreicher Business Case kann mehrere Szenarien enthalten
- Auch möglich: Sensitivitätsanalyse
- Prognose des erzielten Nutzens
- Anwendung von Methoden der Investitionsrechnung (Wirtschaftlichkeitsrechnung)
- Kosten-Nutzen-Analyse
- Kapitalwertmethode
- Interne Zinsfußmethode
- Liefert die Eingangsgrößen für die Investitionsrechnung
- Wenn die betrachtete Investition Teil eines größeren Investitionsprogramms ist, liefert der Gesamtnutzen des Programms die Rechtfertigung für die Einzelinvestition
- Anwendung von Methoden der Investitionsrechnung (Wirtschaftlichkeitsrechnung)
Inhalte eines Business Cases (Business Case)
- Gründe für das Projekt
- Beispiel: Rückgang der Nachfrage
- Optionen, d.h. Handlungsalternativen zum Projekt
Mindestens die Fortführung des Status Quo (Do-Nothing-Option) muss behandelt werden- Beispiel: Marketingkampagne oder Abwarten der Nachfrageentwicklung
- Erwarteter Nutzen für die Organisation des Auftraggebers
- Beispiel: Steigerung der Nachfrage
- Risiken
- Beispiel: Wenn ein besseres Konkurrenzprodukt auf den Markt kommt, erzielt die Kampagne nicht den erforderlichen Effekt
- Kosten und Zeitrahmen: Diese Informationen stammen aus dem Projektplan
- Investitionsrechnung. Auch bei Projekten mit nicht monetärem Nutzen sollten dessen mögliche finanziellen Auswirkungen analysiert werden
- Bewertung des Nutzens und der Investitionsrechnung
- Sensibilitätsanalyse
- Szenario in den drei Varianten "good, average and poor" analysieren (GAP-Analyse in PRINCE2)
Warum braucht man einen Business Case? (Business Case)
- Bestandteil der Projektleitdokumentation
- Unterliegt der Überwachung des Konfigurationsmanagements
- Kann im Laufe des Projekts verändert werden
- Änderungen des Business Cases, die dessen Toleranzen (Kosten, Nutzen, Termine, Risiko, Umfang, Qualität) verletzen, muss der Auftraggeber der Geschäftsführung zur Entscheidung vorlegen
- Maßstab für Projektentscheidungen
- Sämtliche Änderungsanträge müssen hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf den Business Case überprüft werden
- Der Business Case wird mindestens zum Abschluss jeder Managementphase aktualisiert, um zu entscheiden, ob er weiterhin gültig ist und das Projekt fortgeführt werden soll
- Wenn der prognostizierte Nutzen nicht mehr erfüllt werden kann, sollte das Projekt abgebrochen werden, bzw. der entsprechende Notfallplan ausgeführt werden
- Relevanz nach dem Projekt
- Ausgangspunkt des Nutzenrevisionsplans
- Dieser wird in der Initiierungsphase erstellt und legt fest, wie der Erfolg des Projekts nach dessen Abschluss beurteilt wird
- Ausgangspunkt des Nutzenrevisionsplans
Definition "Deckungsbeitragskalkulation" (Deckungsbeitragskalkulation)
- Die Deckungsbeitragsrechnung ist ein Verfahren zur Ermittlung des Betriebsergebnisses eines Unternehmens mithilfe der Deckungsbeiträge der hergestellten Produkte.
- Man unterscheidet die einstufige Deckungsbeitragsrechnung (Direct Costing) sowie die mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung (Fixkostendeckungsrechnung).
- Bei der einstufigen Deckungsbeitragsrechnung werden zunächst die aufsummierten Deckungsbeiträge ermittelt und von diesen dann die kompletten Fixkosten abgezogen.
- Die mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung versucht, den Fixkostenblock weiter aufzuspalten und die Kosten den verursachenden Unternehmensbereichen zuzurechnen.
Definition "Vollkostenkalkulation" (Deckungsbeitragskalkulation)
Die Vollkostenrechnung (DB5) beschreibt jene Verfahren der Kostenrechnung, die sämtliche Leistungen und Kosten, also sowohl fixe als auch variable Kosten, auf die Kostenträger verteilen. Die Grundidee ist hier, die planmäßig entstandenen Kosten eines Kostenträgers zu ermitteln.
Ablauf Vollkostenkalkulation (Deckungsbeitragskalkulation)
- Die Kostenartenrechnung (Welche Kosten fallen in welcher Höhe an?)
- Teilt alle Kosten des Produktionsprozesses in Einzelkosten und Gemeinkosten auf.
- Die Kostenstellenrechnung (Wo fallen die Kosten an?)
- Weist die beschriebenen Gemeinkosten den einzelnen Kostenstellen zu. Dies erfolgt im Rahmen der innerbetrieblichen Leistungsverrechnung. Die Gesamtkosten werden mittels des Betriebsabrechnungsbogen (BAB) auf die Endkostenstellen verrechnet.
- Die Kostenträgerrechnung (Für wen (Kostenträger) fallen die Kosten an?)
- Fasst die beiden vorherigen Schritte zusammen und stellt somit die Preiskalkulation der Produkte dar.
Definition "Teilkostenkalkulation" (Deckungsbeitragskalkulation)
Im Gegensatz zur Vollkostenrechnung wird bei der Teilkostenrechnung (DB3) nur ein Teil der Kosten auf die Kostenträger verrechnet. Meist werden also nur die variablen Kosten bzw. die Einzelkosten verrechnet.
Begriffe:
- Kostenträger
- Einzelkosten
- Gemeinkosten
(Deckungsbeitragskalkulation)
- Kostenträger
- Kostenträger sind die in einem Unternehmen hergestellten Produkte oder Dienstleistungen
- Einzelkosten
- Rohstoffe oder Betriebsstoffe
- Gemeinkosten
- Können nicht direkt mit der Produktion des Produkts in Verbindung gebracht werden wie zum Beispiel die Miete oder die Heizkosten für Vertriebsbüros oder Lagerhallen
Handelskalkulation (Preiskalkulation)
Berechnung der relevanten Kosten für den Einkauf und für den Verkauf. Die Handelskalkulation besteht im Einzelnen aus der Bezugskalkulation, der Selbstkostenkalkulation und der Verkaufskalkulation. Man unterscheidet hierbei drei Rechenarten:
- Vorwärtskalkulation
- Bei der Vorwärtskalkulation wird vom Einkaufspreis zum Verkaufspreis gerechnet.
- Bruttoverkaufspreis = Listeneinkaufspreis - Lieferrabatt - Lieferskonto + Bezugskosten + Allgemeine Handlungskosten + Gewünschter Gewinn + Kundenskonto + Kundenrabatt + Umsatzsteuer
- Preisdefinitionen
- Zieleinkaufspreis = Listeneinkaufspreis - Lieferrabatt
- Bareinkaufspreis = Zieleinkaufspreis - Lieferskonto
- Bezugspreis = Bareinkaufspreis + Bezugskosten
- Selbstkostenpreis = Bezugspreis + Allgemeine Handlungskosten
- Barverkaufspreis = Selbstkostenpreis + Gewünschter Gewinn
- Zielverkaufspreis = Barverkaufspreis + Kundenskonto
- Listenverkaufspreis = Zielverkaufspreis + Kundenrabatt
- Bruttoverkaufspreis = Listenverkaufspreis + Umsatzsteuer
- Rückwärtskalkulation
- Anhand von Katalogen, Preislisten oder einer Marktanalyse wird ein Verkaufspreis festgelegt, der wahrscheinlich von den Kunden akzeptiert wird. Die Berechnung erfolgt genauso wie bei der Vorwärtskalkulation, nur in umgekehrter Reihenfolge.
- Differenzkalkulation
- Es wird bis zum Gewinn mit der Vorwärtskalkulation gerechnet und in der anderen Richtung mit der Rückwärtskalkulation. Danach werden die beiden errechneten Zahlen verglichen und aus der Differenz zwischen dem Barverkaufspreis und dem Selbstkostenpreis der Gewinn ermittelt.
- Der Gewinnzuschlagsatz errechnet sich aus der Formel: 100 * Gewinn / Selbstkostenpreis.
Industriekalkulation (Preiskalkulation)
- Eine Industriekalkulation nimmt man vor, wenn ein Unternehmen gleichzeitig Produkte selbst produziert und dann weiter verkauft. Man unterscheidet hierbei drei Rechenarten:
- Vorwärtskalkulation
- Bei der Vorwärtskalkulation sind folgende Daten gegeben: Fertigungsmaterial, Materialgemeinkosten (MGK), Fertigungslöhne, Fertigungsgemeinkosten (FGK), Verwaltungsgemeinkosten (VGK), Vertriebsgemeinkosten (VertGK), Gewinnzuschlag, Kundenskonto und Kundenrabatt. Man berechnet also den Listenverkaufspreis.
- Rückwärtskalkulation
- Bei der Rückwärtskalkulation sind folgende Daten gegeben: Listenverkaufspreis, Materialgemeinkosten (MGK), Fertigungslöhne, Fertigungsgemeinkosten (FGK), Verwaltungsgemeinkosten (VGK), Vertriebsgemeinkosten (VertGK), Gewinnzuschlag, Kundenskonto und Kundenrabatt. Man berechnet also das Fertigungsmaterial und rechnet dabei rückwärts.
- Differenzkalkulation
- Bei der Differenzkalkulation sind alle Daten außer dem Gewinnzuschlag gegeben. Man rechnet bis zu diesem Zuschlag vom Fertigungsmaterial vorwärts und vom Listenverkaufspreis bis zum Gewinnzuschlag rückwärts. Anschließend wird mit Hilfe der Differenz zwischen Selbstkosten und Barverkaufspreis der Gewinnzuschlag berechnet.
- Vorwärtskalkulation
Begriffe:
- Skonto
- Bezugskosten
- Allgemeine Handlungskosten
- Listenkaufpreis
(Preiskalkulation)
- Skonto = Preisnachlass durch vorzeitige Begleichung der Rechnung des Lieferanten
- Bezugskosten = Kosten, die beim Transport von Waren vom Lieferanten zum Unternehmer anfallen
- Allgemeine Handlungskosten = Zu den Handlungskosten gehören alle Kosten, die innerhalb eines Handelsbetriebs entstehen, z.B.
- Personalkosten,
- Raumkosten, Miete,
- Transport-, Kfz-, Verpackungskosten (für den Verkauf der Ware!)
- Kosten für selbsterstellte Leistungen (Reparaturen, Installationen u.a.)
- Zinsen
- Abschreibungen
- allg. Verwaltungskosten.
- Listenkaufpreis = Nettokaufpreis
Definition "Zuschlagskalkulation" (Zuschlagskalkulation)
Mit der Zuschlagskalkulation ermittelt man die Selbstkosten einzelner Kostenträger. Dabei erfolgt die Zurechnung der Gemeinkosten durch prozentuale Zuschläge auf die Einzelkosten.
Kostenarten (Zuschlagskalkulation)
- Einzelkosten
- die dem Produkt (Kostenträger) direkt zugerechnet werden können
- Gemeinkosten
- die dem Produkt nicht direkt zugerechnet werden können
- Sondereinzelkosten
- die einzelnen Aufträgen oder Losgrößen zugeordnet werden können, und sich bei gegebener Produktionsmenge dem Produkt anteilig zurechnen lassen
- Beispiele
- Materialeinzelkosten
- Stoff für Kleidung, Blech für Fahrzeuge
- Materialgemeinkosten
- Beschaffungs- und Lagerkosten für das Material
- Fertigungseinzelkosten
- Fertigungslöhne
- Fertigungsgemeinkosten
- Energie, Hilfsstoffe, Löhne für Instandhaltung, kalkulatorische, Abschreibungen
- Sondereinzelkosten der Fertigung
- Spezialwerkzeuge, Modelle oder Patente
- Verwaltungsgemeinkosten
- Gehälter für Verwaltungsangestellte und die Geschäftsführung, Büromaterial
- Vertriebsgemeinkosten
- Werbung, Gehälter der Vertriebsmitarbeiter
- Sondereinzelkosten des Vertriebs
- Verpackungsmaterial, Frachtkosten
- Materialeinzelkosten
Selbstkostenkalkulationsarten (Zuschlagskalkulation)
- Zuschlagskosten für ein Produkt:
- Selbstkosten = Einzelkosten + Zuschlagsatz
- Kumulative Zuschlagskalkulation
- Voraussetzung für eine akzeptable Genauigkeit der kumulativen Zuschlagskalkulation ist ein gleichbleibendes Verhältnis der Gemeinkosten zu beiden Einzelkostenarten. Für die Berechnung des Zuschlagsatzes verwendet man die Kosten einer Periode, meist eines Jahres.
- Kalkulationsschema:
- Zuschlagsatz = Gemeinkosten je Periode / Einzelkosten je Periode
- Elektive Zuschlagskalkulation
- Bei dieser Methode ermittelt man den Zuschlagssatz, indem man die gesamten Gemeinkosten je Periode nur zu einer Einzelkostenart ins Verhältnis setzt, und zwar zu der, die am meisten ins Gewicht fällt. Sie kann ein etwas genaueres Ergebnis liefern als die kumulative Zuschlagskalkulation.
- Kalkulationsschema:
- Zuschlagsatz = Gemeinkosten je Periode / Materialeinzelkosten
- Oder: Zuschlagsatz = Gemeinkosten je Periode / Fertigungseinzelkosten
- Differenzierende Zuschlagskalkulation
- Bei der differenzierenden Zuschlagskalkulation werden die Gemeinkosten verursachungsgerechter zugeordnet. Dafür arbeitet man mit vier verschiedenen Zuschlagsätzen, und zwar für:
- Materialgemeinkosten
- Materialgemeinkostenzuschlag = Materialgemeinkosten * 100 / Materialeinzelkosten
- Fertigungsgemeinkosten
- Fertigungsgemeinkostenzuschlag = Fertigungsgemeinkosten * 100 / Fertigungseinzelkosten
- Verwaltungsgemeinkosten
- Verwaltungsgemeinkostenzuschlag = Verwaltungsgemeinkosten * 100 / Herstellkosten
- Vertriebsgemeinkosten
- Vertriebsgemeinkostenzuschlag = Vertriebsgemeinkosten * 100 / Herstellkosten
- Materialgemeinkosten
- Bei der differenzierenden Zuschlagskalkulation werden die Gemeinkosten verursachungsgerechter zugeordnet. Dafür arbeitet man mit vier verschiedenen Zuschlagsätzen, und zwar für: