NHP - Phytotherapie Grundlagen

Grundlagen der Phytotherapie

Grundlagen der Phytotherapie


M. B.
Diese Lernkarten vermitteln Grundlagen der Phytotherapie mit Fokus auf Wirkstoffe wie Glykoside, Gerbstoffe und ätherische Öle, Heilpflanzenfamilien und deren Anwendungen. Sie erklären auch Rezepturen, Wechselwirkungen und Nebenwirkungen pflanzlicher Arzneimittel. Ideal für Medizinstudierende oder Heilpraktiker, die fundiertes Wissen zur pflanzlichen Therapie erwerben möchten.
Karten
149
Lernende
16
Sprache
Deutsch
Kategorie
Medizin
Stufe
Andere
Erstellt / Aktualisiert
27.02.2021 / 16.05.2026

Lernkarten

Aphrodisiaca

  • geschlechtskraftfördernd
  • Beispiel: Rosmarin

Aquaretika

  • wassertreibend
  • Beispiel: Hauhechel

Aromatica

  • amara
  • acria

Gewürze (Anis)

  • bittere (Wermut)
  • scharfe (Wasserpfeffer)

Cardiaca

  • herzwirksam
  • Beispiel: Weissdorn

Carminativa

  • blähbauchwidrig
  • Beispiel: Kümmel

Cholagoga

  • gallenproduktions-, gallenflussteigernd, leberschützend
  • Beispiel: Schöllkraut

Diaphoretica

  • schweisstreibend
  • Beispiel: Holunderblüte

Emetica

  • brechreizend
  • Holunderblätter

Emmenagoga

  • menstruationsfördernd
  • Beispiel: Schafgarbe

Expectorantia

  • auswurffördernd
  • Beispiel: Thymian

Hämopoetica

  • blutbildend
  • Beispiel: Brennnessel

Hämostyptica

  • blutstillend
  • Beispiel: Hirtentäschelkraut

Lactagoga

  • milchbildend
  • Beispiel: Kümmel

Laxantia

  • abführend
  • Beispiel: Faulbaumrinde

Nervina

  • nervenstärkend
  • Beispiel: Johanniskraut

Roborantia

  • stärkend, kräftigend
  • Beispiel: Sanddorn

Rubefatientia

  • hautreizend
  • Beispiel: Rosmarinöl

Sedativa

  • beruhigend
  • Beispiel: Baldrian

Tonica

  • allgemeinstärkend
  • Beispiel: Sanddorn

Mögliche Nebenwirkungen von Heilpflanzen ermitteln

Nebenwirkunge können durch folgende Aspekte entstehen:

  • stark wirksame Inhaltsstoffe mit hohem Risikopotenzial
  • Überdosierung
  • chronischer Gebrauch
  • durch undeklarierte oder unbekannte Zusatzstoffe in pflanzlichen Arzneimittel

 

Die Grundprinzipien der Rezeptur sowie die vier Bestandteile eines klassisches Rezeptes erläutern

Grundprinzipien:

  • biochemische und botanische Verträglichkeit der einzelnen Komponenten berücksichtigen
    • Gewisse Pflanzen vertragen sich gut untereinander und verstärken sogar Wirkung (Baldrian und Hopfen)
  • Beschränkung auf 4-7 Heilpflanzen

Rezepturbestandteile:

  • Basis- oder Hauptmittel = Remedium cardianle, Kardinale
    • Hauptwirkung eines Tees, i.d.R. 1 max. 2-3 Pflanzen ähnlicher Wirkung
  • Unterstützungsmittel = Adjuvans
    • synergistische Wirkung
  • Ergänzungsmittel = Korrigens
    • Geschmack oder die Verträglichkeit der Rezeptur wird verbessert
  • Füllmittel = Konstituens
    • Mischung ein gefälliges Ansehen vermittelt

die gebräuchlichsten Abkürzungen (Rp./aa/M.f.spec.D.S) erklären

Rp: recipe = nimm

aa: ana partes aequales = zu gleichen Teilen

M.f.spec. D.S: misce, fiat species, da signa = mischen, mache eine Kräutermischung und gib mit Einnahmevorschriften ab

Interaktionen zwischen Wirkstoffen aufzeigen

 

Gerbstoffe:

  • fällen Glykoside, Alkaloide, Eiweisse und Salze aus
  • verhindern oder verzögern die Resorption

Schleimstoffe:

  • binden Gifte
  • behindern oder verlangsamen die Resorption anderer Stoffe

Saponine:

  • erhöhen Löslichkeit, Resorption anderer Stoffe

 

die 5 wichtigsten Pflanzenfamilien in der Heilkunde nennen

  • Lippenblütler / Lamiaceae
  • Kobblütler / Asteraceae
  • Rosengewächse / Rosaceae
  • Doldenblütler / Apiaceae
  • Kreuzblütler / Brassicaceae

die wichgtisten Charakteristika, Wirkungsweisen der Lippenblütler erkläutern und je drei Heilpflanzen-Vertreter aufzählen

  • krautartig, mit gegenständiger Blattanordnung
  • 4-kantiger Stänge (oft hohl)
  • Blüte = Oberlippe (2-lippig) und Unterlippe (3-4lippig) / weiss, gelb, rot und violett
  • starker Geruch, deshalb häufig Gewürzpflanzen
  • Früchte = trockene Nüsschen mit Samen und hohem Fett-/Ölgehalt
  • wachsen auftrockenem, sonnigen und steinigem Boden, aber auch auf feuchten und sumpfigen
  • hoher Gehalt an ätherischen Ölen, Fetten und Harzen - ebenso Gerbstoffe, Flavone, Bitterstoffe, Saponine
  • Wirkung:
    • Allgemein: erwärmend, durchblutungsfördernd, krampflösend, anregend oder auch beruhigend
    • Auf die Atemwege: antibiotisch, auswurffördernd, entkrampfend
    • Auf die Verdauung: entkrampfend, drüsensekretionsanregend, verdauungsfördernd, blähungswidrig
  • Vertreter: Pfefferminze, Salbei, Melisse, Thymian

die wichgtisten Charakteristika, Wirkungsweisen der Korbblütler erkläutern und je drei Heilpflanzen-Vertreter aufzählen

  • Einzelblüten werden auf einem gemeinsamen Blütenboden zusammengefasst
  • runder Samenbereich, manchmal Milchsaft vorhanden, Haarbüschelsamen, kräftige Wurzel
  • Wirkung:
    • zahlreiche Trauma- oder Wundmittel
    • kann Auslöser von Kontaktallergien oder Spätallergien sein
  • Vertreter: Huflattich, Arnika, Pestwurz, Schafgarbe, Goldrute

die wichgtisten Charakteristika, Wirkungsweisen der Rosengewächse erkläutern und je drei Heilpflanzen-Vertreter aufzählen

  • viele Obstbäume und Beerenarten (übermässig oft Steinfruchtbildung)
  • Blätter, welche fein differenziert, gesägt oder gezackt und 5fach gefiedert sind
  • 5-Zahl der Blüttenblätter
  • häufig Gerbstoffe (v.a. Kraut und Wurzel), Früchte sind zuckerhaltig und enthalten in den Samen nicht selten Blausäure
  • Wirkung:
    • zusammenziehen, konservierend, durchfallhemmend
  • Vertreter: Frauenmantel, Blutwurz, Gänsefingerkraut, Weissdorn

die wichgtisten Charakteristika, Wirkungsweisen der Doldenblütler erläutern und je drei Heilpflanzen-Vertreter aufzählen

  • vital und kräftig
  • Blüte steht schirmartig als Zentrum, mit echten Dolden oder Scheindolden, auf einem kräftigen Stängel, welcher oft hohl oder mit Knoten versehen ist
  • Blütenfarbe = weiss, gelblich, rosa
  • Blätter = vielgestaltig, Wurzel = fleischige Rübe
  • Gemüse- oder Würzpflanze
  • enthält ätherische Öle von Wurzel bis Spitze, Fette, Bitterstoffe, Flavonoide und Gerbstoffe
  • Wirkung:
    • verdauungsfördernd, auswurffördernd, das Kraut kann hautreizend wirken (fotosensible Stoffe), bei empfindlichen Personen allergie auslösend
  • Vertreter: Kümmel, Engelwurz, Fenchel, Liebstöckel

die wichgtisten Charakteristika, Wirkungsweisen der Kreuzblütler erläutern und je drei Heilpflanzen-Vertreter aufzählen

  • 4 Blütenblätter, welche kein Kreuzbilden
  • unscheinbare Blüte, oft weiss, gelb oder lila
  • Blätter = einfach strukturiert, oft fleischig
  • Früchte meist schmale Schoten mit kleinen, ölreichen Samen
  • wachsen überall, schnell wachsend und sehr fruchtbar (Gemüse- und Ölpflanzen)
  • manchmal enthalten sie Senföl-Glykoside und Jod, ausserdem Bitterstoffe, Zucker, Vitamin C, antibiotische Substanzen
  • Wirkung:
    • verdauungsfördernd, drüsenanregend, entgiftend
  • Vertreter: Hirtentäschel, Senf, Meerrettich

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