MGT06: Strategie

Strategie - Prüfungsvorbereitung

Strategie - Prüfungsvorbereitung


D. S.
Diese Lernkarten behandeln strategische Konzepte für Unternehmen auf fortgeschrittenem Niveau. Sie decken Themen wie Marktsegmentierung, Kostenführerschaft, Differenzierung, und internationale Expansion ab. Die Karteikarten erklären Methoden zur Strategieentwicklung, Diversifikation, und Wettbewerbsvorteile, sowie die Bedeutung von Ressourcen und Kundenbedürfnissen. Ideal für Führungskräfte und Manager, die ihre strategischen Fähigkeiten vertiefen und effektive Geschäftsstrategien entwickeln möchten.
Flashcards
55
Students
2
Language
German
Category
Micro-Economics
Level
Other
Created / Updated
02.04.2019 / 03.06.2019

Flashcards

Eigenschaften der Kostenführerschaft

  • Eine erfolgreiche Kostenführerschaft erfordert sowohl vom Kunden wie vom Unternehmen Verzichtsentscheide.
  • Wird eine Kostenführerschaft ausschliesslich auf operative Effizienz ausgerichtet, kann sie leicht von Konkurrenten kopiert werden.
  • Eine Kostenführerschaft muss sich auf ein gutes oder mindestens akzeptables Produkt stützen.
  • Eine Kostenführerschaft darf sich nicht mit mangelnder Produktqualität erkauft werden.
  • Kostenersparnisse dürfen nicht einen zu grossen Differenzierungsnachteil hervorrufen, der den Kostenvorteil zunichte macht.

 

Eigenschaften der Differenzierung

  • Eine Differenzierungsstrategie soll besondere Kundenbedürfnisse optimal befriedigen und unser Leistungsangebot von dem der Konkurrenten möglichst deutlich abheben.
  • Differenzierung ist für uns nur dann ein Vorteil, wenn der Kunde den Mehrwert tatsächlich wahrnimmt.
  • Ausgangspunkt jeder Differenzierung ist die Überlegung, auf welche Weise wir dem Kunden einen einzigartigen Nutzen erbringen können.
  • Differenzierung ist häufig mit höheren Kosten verbunden (qualitativ bessere Materialien, erweiterter Service etc.).
  • Eine Differenzierungsstrategie birgt aber auch Gefahren in sich. Nicht selten führt eine übertriebene Differenzierung zu einer Zersplitterung der Kräfte und schränkt die Multiplikationsmöglichkeiten ein.

 

Eigenschaften des Wettbewerbsfeld (Segmentierung)

 

  • Entscheid ob ein Wettbewerbsvorteil im gesamten Markt oder nur in einem Segment des Marktes genutzt wird.
  • Ein Segment kann sich auf gewisse Produkte oder Dienstleistungen, auf bestimmte Kundengruppen und/oder auf einen geografischen Raum beziehen.
  • Breit ausgerichtete Anbieter können für die verschiedenen Segmente angepasste Leistungen anbieten.
  • Fokusstrategien konzentrieren sich auf bestimmte Segmente.
  • Ein Fokussierer ist somit ein spezialisierter Kostenführer oder Differenzierer.

 

Formen der Dualstrategien (kombinierte Wettbewerbsstrategien)

 

Dualstrategien können verschiedene Formen annehmen:

  • Preisliche Positionierung in der Mitte, indem Differenzierungs- und Kostenführungsansätze gleichzeitig verfolgt werden (Toyota mit gehobenem Segment Lexus).
  • Gleichzeitig eine Premium- und eine Billigstrategie verfolgen (Singapore Airlines mit Billigflugtochter Silkair).
  • Ein breites Spektrum hoch bis niedrig positionierte Produkte anbieten (Coop und Migros).
  • Eine First-Mover- und eine Fast-Follower-Strategie kombinieren.

 

Grundsätze bei der Entwicklung von Wettbewerbsstrategien

 

  • Konzentration der Kräfte: strategische Stosskraft erfordert eine kritische Masse an Ressourcen und Fähigkeiten
  • Fähigkeitsorientierte Strategieentwicklung: erfolgreiche Strategien nützen die Stärken des Unternehmens aus.
  • Timing: Aktivitäten zur Umsetzung erst auslösen, wenn das strategische Zeitfenster offen ist (Ist der Markt schon reif für das neue Produkt?, Haben wir noch genügend Zeit bis zum Markteintritt?)
  • Ausrichtung der WS auf die Branchenkräfte: Position aufbauen, die gegenüber den Wettbewerbskräften verteidigt werden kann

 

Wie ist das Vorgehen bei der Wertkurve als Positionierungsinstrument?

 

1. Nutzenkriterien auflisten
2. Einschätzung des Leistungsniveaus (eigenes und Konkurrenz)
3. Wertkurve vergleichen und bewerten:

  • eindeutiges Profil?
  • einzigartiges Profil?
  • sinnvolles Profil (aus Kundensicht) -> Ableitung eins Slogans möglich

4. Neupositionierung erforderlich?

  • welche Kriterien über dem Branchenstandard heben oder neu kreieren?
  • welche Kriterien unter Branchenstandard senken oder streichen?

 

Wie ist das Vorgehen bei der Strategieentwicklung?

 

  1. Entwicklung von Strategievarianten (z.B. nach Ansoff)
  2. Bewertung der Strategievarianten (anhand von Kriterien, die die Ziel- und Wertvorstellungen widerspiegeln)
  3. Auswahl, Ausarbeitung und Dokumentation der SGE-Strategien

 

Welche Chancen und Vorteile bietet eine Internationalisierung?

  • Neue Absatzmärkte
  • Günstige Beschaffungsquellen
  • Ausnutzung von Kostenunterschiede (inkl. Löhne)
  • Zugang zu qualifiziertem Personal
  • Verteilung der Risiken auf verschiedene Märkte
  • Skaleneffekte bei global nachgefragten Leistungen

 

Welche Gefahren oder Nachteile, können zur Internationalisierung zwingen?

  • Massive Kostensteigerungen am ursprünglichen Ort
  • Eine starke Währung am Standortland
  • Konkurrenz durch international tätige Anbieter

 

Welche Formen der Internationalisierung werden unterschieden?

  • Internationale Unternehmen (grenzüberschreitend tätig; Investitionen aber hauptsächlich im Heimmarkt)
  • Multinationale Unternehmen (in zwei oder mehreren Ländern Direktinvestitionen)
  • Globale Unternehmen (in allen wichtigen Wirtschaftsregionen Direktinvestitionen)

 

Entscheidungskriterien zur vertikalen Integration

 

  • Spezifität der Leistung: je spezifischer die Leistung ist, desto grösser ist die gegenseitige Abhängigkeit zwischen Abnehmer und Lieferant
  • Strategische Bedeutung der Leistung: Leistungen von strategischer Bedeutung müssen wir selber erbringen (kein Outsourcing)
  • Unsicherheit: wenn Qualität des Lieferanten nicht sichergestellt ist
  • Häufigkeit: je häufiger eine spezifische oder strategisch wichtige Leistung zu erbringen ist, desto eher lohnt sich die Eigenfertigung
  • Austrittsbarrieren: beschäftigungspolitische Konsequenzen oder fehlendes Markt-Know-how können hohe Kosten erzeugen (eher gegen Auslagerung)

 

Was versteht man unter Diversifikation?

 

Darunter versteht man den Eintritt in ein Geschäft, dass sich vom bisherigen Kerngeschäft unterscheidet und ausserhalb unseres bisherigen Tätigkeitsbereich liegt. Eine Diversifikation wird meist betriebswirtschaftlich begründet. Sie soll ...

 

  • neue Wachstumsbereiche erschliessen
  • die Abhängigkeit von einem riskanten, gefährdeten oder unattraktiven Geschäft
  • verhindern
  • Kapazitäten besser auslasten
  • Synergien mit bestehenden Geschäften ermöglichen
  • Arbeitsplätze erhalten/sichern
  • Gewinnschwankungen ausgleichen
  • eine Möglichkeit der Reinvestition nicht ausgeschütteter Gewinnanteile bieten.

 

Die Attraktivität eines neuen Geschäftes hängt auch davon ab, welche der folgenden Diversifikationsinstrumente zur Verfügung stehen:

 

  • Akquisition: Erwerb eines Unternehmens (oder Mehrheitsanteile), das bereits tätig ist
  • Risikokapital: Minderheitsbeteiligung an einem Start-up-Unternehmen
  • Joint-Venture: Vertraglich geordnete Zusammenarbeit zweier oder mehrerer Unternehmen
  • Interne Entwicklung: Einsatz interner Ressourcen und Fähigkeiten zur Entwicklung eines neuen Geschäftsfeldes

 

Die Auswahl der Instrumente (für Diversifikation) ist von folgenden Faktoren abhängig:

 

  • Grad der Verwandtschaft: fehlt der Bezug zum neuen Geschäft, ist eine Akquisition oder eine Partnerschaft empfehlenswert
  • Phase des Lebenszyklus: Technologie oder neues Geschäftsfeld in der Entstehungs- oder frühen Wachstumsphase, drängt sich eine interne Entwicklung auf
  • Eintrittsbarrieren: hohe Eintrittsbarrieren sprechen für eine Akquisition
  • Zeithorizont: interne Entwicklungen benötigen in der Regel mehrere Jahre bis sie rentabel sind
  • Übernahmekandidat: Vorhandensein und Preis

 

Mögliche Auswirkungen von Digitalisierung auf die Strategie eines Unternehmens

  • Preise und Margen geraten vermehrt unter Druck (hohe Transparenz erleichtert Preis- und Produktvergleiche).
  • Angebote gleichen sich an.
  • Die Anforderungen an das Nutzenversprechen steigen.
  • Wettbewerber aus anderen Ländern und Branchen drängen in den Markt.
  • Die „Winner takes it all“-Dynamik
  • Neue Anforderungen an HR-Kompetenzen
  • Erweiterung des Unternehmensportfolio (Sicherung der digitalen Kompetenzen)

 

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