FOM
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Lernkarten
- Zentrale Prinzipien (Forschung als Kommunikation)
- Forschung ist im qualitativen Sinne als Kommunikation und Interaktion zwischen dem Forscher und dem zu Erforschenden zu denken.
- Kommunikation und Interaktion werden nicht als Störgröße sondern als konstitutiver Bestandteil des Forschungsprozesses verstanden.
- Lt. DEWE FERCHOFF & SUNKER "existiert keine theorieunabhängige Beobachtungsaussage, weil die Theoriebeladenheit sich in allen Beobachtungsaussagen zeigt. Dies gilt auch für die Ausführungen der Untersuchten."
- Zentrale Prinzipien (Prozesscharakter von Forschung und Gegenstand)
- Das Verhalten und die Aussagen der Untersuchten werden als prozesshafte Ausschnitte der sozialen Realität verstanden.
- Im Fokus steht der Prozess der Wiederholung, Modifikation und Deutung von Handlungsmustern.
- Zentrale Prinzipien (Reflexivität)
- Nach FORSTER bedeutet Reflexivität: „Unter Reflexivität versteht man in der Alltagssprache die Fähigkeit des Menschen, das eigene Denken und Handeln zum Gegenstand des Nachdenkens zu machen. Ohne systematischen Unterschied werden die Wörter Reflexivität, Reflexion und Reflektiertheit verwendet, um die Vorstellung auszudrücken, dass der Mensch ein sich selbst erkennendes Subjekt ist.“
- Eine Reflexivität der Methode benötigt:
- Eine reflektierte Einstellung des Forschers
- Eine ausgeprägte Anpassungsfähigkeit der Untersuchungsinstrumente
- Zentrale Prinzipien
- Ist eine Forderung innerhalb der qualitativen Forschung an den Forscher.
- Die einzelnen Schritte des Untersuchungsprozesses sind detailliert darzustellen.
- Speziell die verwendeten Regeln sind dabei offenzulegen.
- Diese Forderung soll die Nachvollziehbarkeit der Interpretationen durch den Forscher sichern.
- --> Eine intersubjektive Nachvollziehbarkeit soll gesichert werden!
- Zentrale Prinzipien (Flexibilität)
- Durch flexible Erhebungsverfahren kann sich der Forscher an die Besonderheiten des Untersuchungsgegenstandes anpassen.
- Die gewonnenen Erkenntnisse können dann in weiteren Untersuchungsschritten Verwendung finden.
- Die Flexibilität reduziert nicht die Gültigkeit der Forschungsergebnisse im Vergleich zur quantitativen Forschung!
- Verfahrensdokumentation
- Argumentative Interpretationsabsicherung
- Regelgeleitetheit
- Nähe zum Gegenstand
- Kommunikative Validierung
- Triangulation
Sechs Gütekriterien nach MAYRING
- Verfahrensdokumentation
Da die Methoden häufig in Abhängigkeit vom Forschungsgegenstand spezifiziert werden, muss das Verfahren differenziert und explizit dokumentiert werden: Explikation des Vorverständnisses, Zusammenstellung des Analyseinstrumentariums, Durchführung und Auswertung
Sechs Gütekriterien nach MAYRING
- Regelgeleitetheit
Qualität der Interpretation wird durch schrittweises, sequenzielles Vorgehen abgesichert; Analyseschritte werden vorab festgelegt und systematisch durchgeführt
Sechs Gütekriterien nach MAYRING
- Nähe zum Gegenstand
Gegenstandsangemessenheit und Nähe zum Gegenstand durch das nahe
Anknüpfen an der Alltagswelt der beforschten Subjekte. Prüfung inwieweit eine
größtmögliche Nähe zum Forschungsgegenstand gelungen ist
Sechs Gütekriterien nach MAYRING
- Argumentative Interpretationsabsicherung
Interpretationen müssen argumentativ begründet werden: Kriterien sind: a) adäquates Vorverständnis der Interpretation, b) Interpretation muss in sich schlüssig sein, Alternativdeutungen müssen gesucht und überprüft werden, Negativdeutung kann ein wichtiges Argument für die Geltungsbegründung sein.
- Triangulation
Verschiedene Datenquellen, unterschiedliche Interpreten, unterschiedliche Methoden oder Theorieansätze; Ergebnisse der verschiedenen Perspektiven werden miteinander verglichen und zu einem kaleidoskopartigen Bild zusammengesetzt
- Kommunikative Validierung
Die Gültigkeit der Ergebnisse, der Interpretationen wird dadurch überprüft, indem sie den Beforschten vorgelegt und mit diesen diskutiert werden
Qualitative Forschung
- Methoden
- Einzelfallstudien
- Qualitative Interviews
- Gruppendiskussion
- Teilnehmende Beobachtung
- Qualitatives Experiment
- Biografische Methode
- Inhaltsanalyse
- Einzelfallstudien
- Es handelt sich um keine konkrete Erhebungstechnik es handelt sich vielmehr um einen Forschungsansatz (=approach).
- „Bei (Einzel-) Fallstudien werden besonders interessante Fälle [z.B. aus einem Unternehmen] hinsichtlich möglichst vieler Dimensionen und zumeist über einen längeren Zeitraum hinweg beobachtet, analysiert und beschrieben.“
- Zielsetzung: Ein ganzheitliches und möglichst realistisches Bild zu beschreiben. Dafür sollten alle relevanten Dimensionen des Untersuchungsobjektes mit einbezogen werden.
- Um der Mehrdimensionalität gerecht zu werden, werden im Rahmen der Einzelfallstudie regelmäßig mehrere Methoden eingesetzt (z.B. Interviews und Gruppendiskussion).
- Nach HARTFIEL (1982, Seite 160) sollten die Einzelfälle so gewählt werden, dass es sich im Idealfall um typische, prägnante und I oder aussagekräftige Fälle handelt.
- Der Einsatz von Einzelfallstudien bietet sich an, wenn:
- die Forschungsfragen einen "Wie" oder "Warum-Charakter" haben.
- der Untersuchungsgegenstand in der Gegenwart liegt.
- keine Kontrolle über das Verhalten der involvierten Akteure besteht.
- Einzelfallstudien – Vorgehensweise
- Entwicklung einer Forschungsfrage
- Auswahl ein oder mehrerer Untersuchungseinheiten
- Mit Hilfe mehrerer Erhebungstechniken wird das Untersuchungsobjekt erforscht.
- Die Ergebnisse aus den Erhebungstechniken müssen interpretiert werden. Eine reine Reproduktion der Ergebnisse ist dabei nicht ausreichend.
- Sollten mehrere Untersuchungseinheiten verwendet werden, dann sollten im Idealfall Handlungsmuster herausgearbeitet und typisiert werden.
Qualitative Forschung
- Interviews-Vorbereitung
- Auswahl der Befragten: Schneeballverfahren, "theoretical sampling" Schneeballverfahren: der Interviewende befragt eine Person aus der
- interessierenden Grundgesamtheit und bittet diese anschließend, ihm eine oder weitere Personen zu nennen, die nach Ansicht des Interviewten für die Studie relevant sein könnten
- Theoretical sampling: nach den ersten durchgeführten Interviews werden gezielt weitere Interviewpartner nach theoretischen Überlegungen, die sich im Verlauf der Forschung ergeben, ausgewählt
- Vorbereitung des Interviewtermins-Beziehungsarbeit
- Auswahl des Ortes
- Interviewer muss mit dem Projekt vertraut sein
- Aufzeichnung des Interviews
- Bevor mit der Durchführung des Interviews begonnen wird, sollte man versuchen,
- für den/die Gesprächspartner eine möglichst angenehme Atmosphäre zu schaffen, z.B. durch einen kurzen Smalltalk ohne Aufnahmegerät
- anschließend sollte dem Interviewpartner nochmals kurz der Ablauf des Interviews erklärt werden
- Wichtig ist auch, dass man dem Interviewpartner die Anonymisierung der Daten zusichert (wenn notwendig) und sich das Verständnis für die Aufnahme des Gesprächs einholt. Alternativ muss mitgeschrieben werden.
- Interviews-Durchführung
- Sind diese formalen Kriterien geklärt, kann mit der Durchführung des Interviews begonnen werden. Wichtig bei qualitativen Interviews ist dabei vor allem die sogenannte erzählgenerierende Einstiegsfrage.
- Diese sollte möglichst offen und neutral gestellt sein, damit der Interviewpartner zum ausführlichen Erzählen angeregt wird.
- Je nach Interviewform kann die erzählgenerierende Einstiegsfrage auch noch weiter spezifiziert werden, um das thematische Feld für das Gespräch in gewisser Weise abzustecken.
- Während der Gesprächspartner erzählt, soll I sollten vom Interviewer:
- möglichst wenig interveniert werden, der Redefluss des Gesprächspartners soll, wenn möglich, lediglich durch Kopfnicken, "Mhm" etc. aufrechterhalten werden.
- wertende Kommentare wie z.B. "Das klingt ja interessant" oder "Super" etc. vermieden werden.
- kurze Stichpunkte zum Gesagten auf einem Block notiert werden, auf die nach Beendigung der Einstiegserzählung näher eingegangen werden kann.
- Grundsätzlich sollte beim Nachfragen jedoch Folgendes vermieden werden:
- Suggestivfragen, d.h. Fragen, die bereits eine bestimmte Antwort implizieren
- Deutungsangebote, z.B. Aussagen wie "Wenn ich Sie richtig verstehe, sehen Sie das so und so...",
- Uneindeutige oder missverständliche Fragen
- Interviews-Nachbereitung
- Zu jedem Interview sollte möglichst direkt im Anschluss ein Gedächtnisprotokoll erstellt werden, das sorgfältige Angaben zur interviewten Person, der lnterviewsituation, der Umgebung, dem Gesprächsverlauf, zu Stimmung und Atmosphäre etc. enthält.
- Möglichst im Anschluss an ein Interview sollte dieses transkribiert werden. Für die Transkription sollten Transkriptionsregeln erstellt werden.
- Für eine Stunde Interview sollte man mit mindestens drei Stunden Transkriptionszeit rechnen!
- Fokussierte Interviews
Das Charakteristische an fokussierten Interviews ist die Konzentration auf einen vorab bestimmten Gesprächsgegenstand oder -anreiz. Dies kann beispielsweise ein Film sein, den der Befragte gesehen hat, oder eine soziale Situation, die er durchlebt hat. Im anschließenden fokussierten Interview werden dann, auf der Basis eines Gesprächsleitfadens, die Reaktionen und Interpretationen des Befragten bezüglich des zuvor festgelegten Fokus in relativ offener Form festgehalten. Besonders hervorzuheben ist, dass in fokussierten Interviews den Befragten die Chance gegeben werden soll, sich frei und auch zu nicht-antizipierten Aspekten zu äußern. So werden z. B. assoziative Stellungnahmen der Befragten zum Gesprächsgegenstand berücksichtigt.
Qualitative Interviews
- Experteninterviews
- Bei Experteninterviews handelt es sich im Normalfall um:
- Leitfaden gestützte,
- offene Interviews,
- das heißt, man versucht im Vorfeld eine Vorstrukturierung zentraler Fragestellungen und Themen vorzunehmen, um gegenüber den Experten auch als kompetenter Gesprächspartner auftreten zu können.
- Der Leitfaden wird in der Regel flexibel und nicht als standardisiertes Frageschema eingesetzt. Als Interviewer ist man offen für neue Themen und Inhalte, die durch den Interviewten eingebracht werden.
- Tiefeninterviews
Diese Form der Interviews wird auch als Intensivinterviews bezeichnet. Es wird dabei davon ausgegangen, dass der Befragte bestimmte Tatbestände nicht artikulieren kann, da ihm diese nicht bewusst sind. ln Tiefeninterviews geht es also genau um die Suche nach Bedeutungsstrukturierungen, die dem Befragten nicht bewusst sind. Die Aussagen der Befragten werden auf Grundlage einer theoretischen Vorstellung (z.B. Psychoanalyse) analysiert.
- Problemzentrierte Interviews
Kombiniert induktives und deduktives Vorgehen, indem die Forscher zwar mit einem theoretisch wissenschaftlichen Vorverständnis in die Befragung gehen, die Äußerungen der Befragten jedoch von grundlegender Bedeutung für die weitere Modifikation der Konzepte sind.
- Episodische Interviews
- Das episodische Interview gibt Raum für kontextbezogene Darstellungen in Form von Erzählungen, z.B. "Erzählen Sie mir bitte, wie es dazu kam, dass Sie die gesamte Energieversorgung Ihres Hauses auf Sonnenenergie umgestellt haben".
- Im Fokus steht die Konzentration auf die Erfahrungen der Befragten Personen. Der Befragende trifft dabei die Entscheidung ob er beschreibt oder erzählt und welche Situationen er favorisiert.
- Grundsätzlich geben Erzählungen den Befragten mehr Raum zur Darstellung eigener Sichtweisen als Befragungsverfahren, die konkrete Themen und die Struktur zur Behandlung derselben vorgeben.
- Episodische Interviews
Im narrativen Interview wird von den Befragten eine Erzählung erwartet, in welcher einerseits die Orientierungsmuster ihres Handelns deutlich werden und zugleich rückblickend Interpretationen dieses Handelns erzeugt werden.
- Ero-epische Interviews
Grundlegend für diese Art des Forschungsgesprächs ist, dass sich sowohl der Befragte als auch der Forscher öffnen und ins Gespräch einbringen.
- Rezeptive Interviews
- Das rezeptive Interview zeichnet sich, wie der Name bereits impliziert, dadurch aus, dass die interviewende Person vornehmlich als Zuhörer auftritt und sich als Fragesteller vollkommen zurück nimmt.
- Somit kann es in seiner einseitigen Kommunikationsbeziehung als eine Extremform der qualitativen Befragung betrachtet werden, da es durch seine Befragtenzentriertheit neben den Antwortmöglichkeiten sogar die Themenwahl den befragten Personen überlässt und somit vollkommen von deren Lebenswelt determiniert ist.
- Sinnvoll bei schwer zugänglichen und tabuisierten Untersuchungsgegenständen
- Gruppendiskussion
- Es handelt sich bei der Gruppendiskussion um ein Gespräch mit mehreren Teilnehmern. Das Thema der Diskussion wird durch den Diskussionsleiter bestimmt.
- Gruppendiskussionen werden häufig in der Markt- und Meinungsforschung eingesetzt. Die Bedeutung innerhalb der Wissenschaft ist eher gering. Es existiert regelmäßig eine ausgeprägte Heterogenität zwischen der kommerziellen Nutzung von Gruppendiskussionen und der wissenschaftlichen Verwendung.
- Bei Gruppendiskussionen sind die wissenschaftlichen Erkenntnisse und das Handlungswissen häufig begrenzt!
- Gruppendiskussion – Ablauf
- Kurze Vorstellung der Diskussionsteilnehmer
- Moderator erklärt allgemein den Gegenstand der Diskussion und die Rahmenbedingungen (z.B. freiwillige Teilnahme, Aufzeichnung der Ergebnisse etc.).
- Es erfolgt ein stimulierendes Statement des Moderators zum Diskussionsthema. Entwickelt sich kein Gespräch, folgen weitere Statements (ggf. provokativer).
- Vielredner sollten höflich aber wirkungsvoll "gebremst" werden. Schweiger sollten animiert werden.
- Der Moderator muss dafür sorgen, dass rund um die erkenntnisleitende Fragestellung diskutiert wird (keine unnötigen Abschweifungen etc.).
- Der Moderator setzt den Rahmen der Diskussion, nimmt inhaltlich aber keine Richtung bzw. keinen eigenen Schwerpunkt vor.
- Teilnehmende Beobachtung
- Standardmethode der Feldforschung (u.a. Kulturanthropologie).
- Der Beobachter nimmt selbst an der sozialen Situation (z.B. im Unternehmen, im Verein etc.) teil. Er steht in einer direkten persönlichen Beziehung zu den beobachteten. Dadurch ist der Beobachter sehr nah um Untersuchungsgegenstand ("Innenperspektive").
- Im Anschluss an die teilnehmende Beobachtung muss ein detailliertes Beobachtungsprotokoll erstellt werden.
- Das alltägliche Verstehen unterscheidet sich u.a. vom wissenschaftlichen Ansatz dadurch, dass beim alltäglichen Verstehen eher pragmatisch, emotionale Aspekte eine Rolle spielen. Bei wissenschaftlich teilnehmende Beobachtung ist durch eine kognitiv-betrachtende, analytische Perspektive geprägt.
- Teilnehmende Beobachtung – Ablauf
- Bestimmung der Beobachtungsdimensionen, Erstellen des Beobachtungsleitfadens
- Herstellen des Kontakts zum Untersuchungsfeld
- Handeln im Feld, Teilnehmende Beobachtung
- Feldnotizen, Beobachtungsprotokolle – evtl. Neudurchlauf
- Schlussauswertung
Qualitative Forschung
- Qualitatives Experiment
- Das qualitative Experiment versucht neue Abhängigkeiten, Beziehungen und Relationen zu finden. Die Standardisierung, Vergleichbarkeit und Wiederholbarkeit sind hierbei keine Bedingungen für das qualitative Experiment. Vielmehr gelten für das qualitative Experiment die Kriterien der lntersubjektivität, Offenlegung der Methoden und die Nachprüfbarkeit.
- Bei einem qualitativen Experiment handelt es sich um:
- einen Eingriff
- in einen sozialen Gegenstand
- zur Erforschung von dessen Struktur
- nach wissenschaftlichen Regeln.
- Das qualitative Experiment dient nicht zur Hypothesenprüfung sondern zur Hypothesengenerierung
- Biografische Methode
- Prototyp der qualitativen Methodologie.
- Schafft einen Zugang zur sozialen Wirklichkeit und berücksichtigt dabei die Individualität des jeweiligen Akteurs.
- Beginn der wird der Chicago School of Sociology zugerechnet, insbesondere dem ab 1918 von Themas und Znaniecki vorgelegten Werk "The Polish Peasant in Europe and America".
- Die Analyse autobiographischer Erzählungen zielt auf die Rekonstruktion der Eigenperspektive des Erzählenden; dabei interessieren sowohl individuelle Entwicklungsverläufe als auch kultur- und kohortenspezifische kollektive Erfahrungsbereiche.
- Auf Grundlage der individuellen Handlungen soll ein allgemeineres Handlungsmuster herausgearbeitet werden.
- Mit Hilfe von Typenbildungen können soziale Regelmäßigkeiten entdeckt werden. Die Biographieforschung knüpft somit an alltägliche Lebensgeschichten an.
- ln der Biographieforschung werden häufig das narrative Interview und das offene Leitfadeninterview eingesetzt. Es ist empfehlenswert die Interviews per Video aufzuzeichnen um nonverbale kommunikative Akte aufzunehmen.
- Inhaltsanalyse
- Bei der Inhaltsanalyse geht es um die Weiterentwicklung eines alltäglichen Vergehens. Dabei werden die sprachlichen Eigenschaften eines Textes objektiv, systematisch bestimmt und beschrieben. Dadurch sollten Rückschlüsse auf nicht-sprachliche Sachverhalte gezogen werden.
- Die Inhaltsanalyse kann auf unterschiedliche Gegenstände angewendet werden: Filme, Bilder, Texte (auch auf Basis von Interviews), Videoanalysen, Visuelle und elektronische Daten (Biogs, Forenbeiträge etc.).
- Die drei Grundformen der qualitativen Inhaltsanalyse sind die:
- Zusammenfassung(= Reduktion auf die wesentlichen Inhalte, ggf. Kategorienbildung)
- Explikation (=Zu den fraglichen Textstellen wird zusätzliches Material herangetragen)
- Strukturierung (= Herausfiltern von Material nach festgelegten Ordnungskriterien)
- Inhaltsanalyse – Ablauf
- Festlegung des Materials
- Analyse der Entstehungssituation
- Formale Charakteristika des Materials
- Richtung der Analyse
- Bestimmung der Analysetechnik(en) und Festlegung des konkreten Ablaufmodells
- Theoretische Differenzierung der Fragestellung
- Definition der Analyseeinheiten
- Analyseschritte mittels des Kategoriensystems (Zusammenfassung, Explikation, Strukturierung)
- Rücküberprüfung des Kategoriensystems an Theorie und Material
- Interpretation der Ergebnisse in Richtung der Hauptfragestellung
- Anwendung der inhaltsanalytischen Gütekriterien
- Inhaltsanalyse – Zusammenfassung / Kategorienbildung
- Gegenstand der Analyse Fragestellung, Theorie
- Festlegen eines Selektionskriteriums, Kategoriendefinition
- Zeilenweiser Materialdurchgang: Kategoriendefinition,
- Subsumption oder neue Kategorienformulierung
- Revision der Kategorien nach 10-50% des Materials
- Endgültiger Materialdurchgang
- Interpretation, Auswertung
- Inhaltsanalyse – Explikation
- Bestimmung der zu explizierenden Textstellen
- Bestimmung des zulässigen Explikationsmaterials
- Materialsammlung
- Formulierung der explizierenden Paraphrase (evtl. neuer Durchlauf)
- Überprüfung, ob die Explikation ausreicht
- Inhaltsanalyse – Strukturierung
- Bestimmung der Strukturierungsdimensionen und Ausprägungen (theoriegeleitet), Zusammenstellung des Kategoriensystem
- Formulierung von Definitionen, Ankerbeispielen und Kodierregeln zu den einzelnen Kategorien
- Materialdurchlauf: Fundstellenbezeichnung
- Materialdurchlauf: Bearbeitung und Extraktion der Fundstellen
- Ergebnisaufbereitung
- Überarbeitung, gegebenenfalls Revision von Kategoriensystem und Kategoriendefinition