Steuerliche Unternehmensaspekte

Prüfungsvorbereitungen

Prüfungsvorbereitungen


C. H.
Diese Lernkarten behandeln steuerliche Aspekte für Unternehmen auf Universitätsniveau. Sie konzentrieren sich auf Themen wie die Berechnung der Mehrwertsteuer (MwSt), die Rolle des Steuerträgers und die Unterschiede zwischen verschiedenen Steuersätzen. Die Karteikarten erklären auch die Pflichten der Steuerbehörden und die Berechnung des steuerbaren Reingewinns. Ideal für Studierende der Betriebswirtschaftslehre, die sich auf Prüfungen im Bereich Steuern vorbereiten.
Flashcards
33
Students
2
Language
German
Category
Micro-Economics
Level
University
Created / Updated
02.10.2018 / 07.04.2023

Flashcards

Welches ist der Unterschied zwischen einer Kausalabgabe und einer Steuer? 

Kausalabgabe:

  • Nur wer eine öffentliche Dienstleistung oder einen Sondervorteil in Anspruchnimmt, muss bezahlen. 
Steuern:
  • Voraussetzungslos geschuldet, sofern eine persönliche oder wirtschaftliche Zugehörigkeit zum Steuergebiet besteht. 

Was versteht man unter einer Grundsteuerbelastung von 8% bei einer direkten Bundessteuer? 

Das Mehreinkommen  eines Steuerpflichtigen wird zu 8% besteuert, d. h. Für die letzten CHF 100.- steuerbares Mehreinkommen bzw. Mehrgewinn sind CHF 8.- direkte Bumdessteuer zu entrichten. 

Nennen Sie 6 rechtsstaatliche Gründsätze des schweizerischen Steuersystems. 

  1. Rechtsgleichheit
  2. Wirtschaftsfreiheit
  3. Eigentumsgarantie
  4. Willkürverbot
  5. Verbot der Doppelbesteuerung
  6. Glaubens- und Gewissensfreiheit
     

Damit ein Gemeinwesen Steuern erheben kann, ist ein Steuerrechtsverhältnis erforderlich, welches aus 5 Elementen besteht. Welches sind diese? 

  1. Steuerhoheit (wer ist Zuständig und hat das Recht die Steuer zu erheben.. Bund, Kanton)
  2. Steuersubjekt (wer bezahlt die Steuern an die Steuerhoheit) 
  3. Steuerobjekt (auf was wird Steuern erhoben) 
  4. Bemessungsgrundlage (Wertmässigebasis für die Steuerberrechnung => Anagaben in Steuererklärung)
  5. Steuermass (Steuersatz & Steuerfuss) 

      

Erkläre den Unterschied zwischen direkten und indirekten Steuern. 

Direkte Steuern:

  • Steuerpflichtige zahlt selber (Steuersubjekt = Steuerträger) 
  • Sie beruhen auf Wertzufluss (Lohn) 
Indirekte Steuern: 
  • Steuerpflichtige kann diese überwälzen (Steuersubjekt ungleich Steuerträger) 
  • Sie werden durch einen Verkehrsvorgang ausgelöst (etwas kaufen.. ) 

 

Wer ist der Steuerträger? 

Derjenige welcher die Steuerbelastung trägt. 

Was ist der Unterschied zwischen den Progressionsarten "Erhöhung auf dem ganzen Betrag" und "Überschiessende Progression" 

Erhöhung auf dem ganzen Betrag

Die Erhöhung bezieht sich auf den ganzen Betrag der Berechnungsgrundlage. Das heisst, beim Übdrschreiten einer Progressionsgrenze steigt die Steuer markant. 

Überschiessende Progression

Der höhere Steuersatz gilt nur für den Teil der Berechnungsgrundlage, der eine bestimmte Grenze überschreitet. 

 

 

 

 

 

 

Aus welchen Teilen besteht das Steuermass? Erkläre die Teile kurz. 

Steuersatz

Gibt an, wie viel Steuern pro Werteinheit zu bezahlen sind (Geldbetrag oder Prozent-/Promillesatz der Berevhnungsgrundlage) 

Steuerfuss

Beweglicher Teil des Steuermasses (Multiplikationsfaktor) 

 

 

 

 

 

 

 

Nenne 3 Arten von Stempelabgaben. 

  1. Emissionsabgabe (Kapitalbeschaffungsvorgänge - Beschaffung von EK) 
  2. Umsatzabgabe (entgeldliche Übertragung von Wertpapieren)
  3. Abgabe auf Versicherungsprämien
      

Nennen Sie die 4 Kategorien von Grundsätzen nach denen das schweizer Steuersystem aufgebaut ist. 

  1. Finanzwirtschaftliche
  2. Sozialpolitische
  3. Volkswirtschaftliche
  4. Rechtsstaatliche

Nenne Steuerobjekt, Steuersubjekt und Steuerträger von den folgenden Steuerarten:

Einkommens- und Vermögenssteuer

Handänderungssteuer

Einkommens- und Vermögenssteuer

Objekt: Steuerbares Einkommen und Reinvermögen

Subjekt: Natürliche Person

Träger: Natürliche Person

Handänderungssteuer:

Objekt: Handänderung einer Liegenschaft

Subjekt: Käufer /Verkäufer

Träger: Vertragliche Abmachung

 

 

 

 

 

 

 

 

Nenne die wichtigsten Steuerquellen des Bundes. 

  1. MwSt (ca. 33,5% der Einnahmen)
  2. Direkte Bundessteuer (31,4% der Eimnahmen) 
 

Nenne die wichtigsten Steuereinnahmen der Kantonen und Gemeinden. 

  1. Einkommemssteuern natürliche Personen (BE: 70% der Einnahmen}) 
  2. Gewinn- und Kapitalsteuern juristischer Personen (BE: 11% der Einmahmen) 

Bei welchen dieser Steuern liegen NUR beim Bund die Steuerhoheit und welche dieser Steuern wir nur von der Gemeinde erhoben?

  • Stempelabgaben
  • Grundstückgewinnsteuer
  • Hundesteuer
  • Mehrwertsteuer
  • Gewinnsteuer
  • Kapitalsteuer
  • Verrechnungssteuer

  • Stempelabgaben                  > nur Bund
  • Grundstückgewinnsteuer   > Kanton&Gemeinde
  • Hundesteuer                         > nur Gemeinde
  • Mehrwertsteuer                    > nur Bund
  • Gewinnsteuer                       > Kanton&Gemeinde
  • Kapitalsteuer                        > Kanton&Gemeinde
  • Verrechnungssteuer            > nur Bund
     

Nenne die Berechnungsformel für das Steuermass. 

Steuermass = Steuersatz * Steuerfuss

Bei welcher Art von Steuersatz handelt es sich hier?

10% auf die ersten CHF 50'000

15% auf die zweiten CHF 50'000

20% auf weitere CHF 50'000

Es handelt sich hier um progressiv überschiessende Steuersätze weil der Steuersatz nur auf einen Teil der Berechnungsgrundlage gilt. 

Bei welcher Art von Steuersatz handelt es sich hier?

 10% Bis CHF 50'000

15% CHF 50'001 bis CHF 100'000

20% ab CHF 100'001

Es handelt sich hier um einen Progressiven Steuersatz auf den ganzen Betrag (unterteilt in Klassen). 

Die Steuer beträgt 7.7% auf dem Nettobetrag der Leistung. Was für ein Steuersatz ist dies? 

Dies ist ein proportionaler Steuersatz. 

Wie berechnet sich der steuerbare Reingewinn juristischer Personen? 

Saldo der Erfolgsrechnung

+ Ordentliche Erträge

+ Ausserordentliche Erträge (Kapitalgew., Aufwertunhsgew., Liquidationsgew.) 

+ Geschäftsmässig nicht begründete Aufwendungen

+ Geschäftsmässig nicht begründete Abschreibungen

+ Geschäftsmässig nicht begründete Rückstellungen

- wertvermehrende Aufwendungen

= Steuerbarer Gewinn

 

 

 

 

 

Worin unterscheiden sich verdeckte Gewinnausschüttungen und Gewinnvorwegnahmen? 

Verdeckte Gewinnausschüttungen

Zu hohe Aufwendungen für Leistungen vonseiten Anteilsinhaber

  • Zu hohe Vergütungen an Anteilsinhaber
  • Zu hohe Arbeitsgeberbeiträge an die Pensionskasse
  • Übernahme von Lebenshaltungskosten der Anteilseigner
  • Geschäftsangestellte erbringen Arbeitsleistungen für Private Zwecke

Gewinnvorwegnahmen

  • Zu tiefe Erträge für Leistungen an ihre Anteilsinhaber (oder nahestehenden Personen) 
  • Verkauf eines Aktivums ohne angemessene Entschädigung
  • Unverzinsliche Darlehen an Anteilsinhaber
  • Zu niedrige angesetzte Mietzinse

      

Wie ist die Steuerwirkung von verdeckten Gewinnausschüttungen und Gewinnvorwegnahmen? 

  • Aufrechnung zum steuerbaren Reingewinn
  • Erhöhung der Gewinnsteuer bei Bund, Kanton und Gemeinde
  • Erhöhung der Kapitalsteuer bei Kanton und Gemeinde

 

In welche 3  Abschnitte teilt sich das Steuerverfahren auf? 

  1. Veranlagungsverfahren (Ermittlung des für die Steuerpflicht massgebenden Sachverhalts und rechtsverbindliche Festsetzung des geschuldeten Steuerbetrages. 
  2. Rechtsmittelverfahren (sofern der St. - Pflichtige mit der Veranlagung nicht einverstanden ist, kann er das gesetzlich festgelegte Rechtsmittelverfahren anstossen. 
  3. Strafverfahren (Das Gesetz über die direkte Bundessteuer (DBG) enthält ein eigenes Steuerstrafrecht, das den Umgang mit Steuerdelikten im Strafverfahren regelt. 
    

Worin Unterscheiden sich Offizialmaxime und Untersuchungsmaxime im Grundsatz? 

Offizialmaxime:

Die Rekursbehörden sind verpflichtet, den jeweiligen Sachverhalt von Amtes wegen zu Überprüfen und können auch bisher nicht vorgenommene Untersuchungen durchführen. 

Untersuchungsmaxime:

Sie sind nicht an die Anhaben des Steuerpflichtigen gebunden und können diese Überprüfen. 

 

 

 

 

Wie lauten die 3 Amtspflichten der Steuerbehörde? 

  1. Ausstandspflicht (Steuerbeamte müssen in den Ausstand treten, sofern sie in der Sache befangen sind, z. B. bei Verwandtschaft, beim Ehepartner usw..)
  2. Schweige- und Geheimhaltungspflicht (Steuerbehörden sind dee Verschwiegenheit verpflichtet) 
  3. Amtshilfe (Zwischen den Steuerbehörden in der Schweiz gilt eime vorbehaltslose Auskunftspflicht) 
     

Welche 3 Rechtsmittel existieren für den Steuerpflichtigen um gegen die Steuerveranlagung der direkten Bundessteuer vorzugehen? 

  1. Einsprache an die Veranlagungsbehörde
  2. Beschwerde an die kamtonale Steuerrekurskommision
  3. Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht

Welche formale Anforderungen müssen beim ergreifen eines Rechtsmittels gegen eine Steuerveranlagung erfüllt werden? 

  • Einsprachefrist (30Tage ab dem Tag nach der Zustellung) 
  • Beschwerdefrist (30Tage ab Zustellung des Einspracheentscheids) 
  • Schriftlichkeit wird verlangt mit Angabe der Steuerfaktoren, Antrag und Begründung.
  • Unterschrift
    

Auf welche Arten kann ein Bundesgericht bei einer Beschwerde durch einen Steuerpflichtigen entscheiden? 

  • Sachurteil (der Beschwerdeentscheid wird aufgehoben) 
  • Rückweisung (=> an die Vorinstanz zu einer neuen Beurteilung) 
  • Nichteintretenentscheid (wenn eine oder mehrere Sachurteilsvoraussetzungen fehlen) 
  • Abschreibungsbeschluss (wenn die Beschwerde zulässigerweise vom Beschwerdeführer zurückgezogen wird.)

Was bedeutet Allphasen-Nettoumsatzsteuer mit Vorsteuerabzug? 

  • Die Steuer wird für jede Phase des Wertschöpfungsprozesses erhoben. 
  • Die Steuer ist auf dem Nettobetrag der Leistung geschuldet ; die Steuer selbst gehört damit nicht zur Bemessungsgrundlage
  • Jeder Steuerpflichtuge kann die von ihm an seine Lieferanten oder Auftragnehmer bezahlte MwSt als Vorsteuer abziehen (ausser bei ausgenommenen Umsätzen) 
     

Wer ist bei der MwSt Steuersubjekt, Steuerobjekt und Steuerträger? 

Steuersubjekt: Händler

Steuerobjekt: Verkaufsware (Lebensmittel, Geräte..) 

Steuerträger: Kunde (Käufer der Ware) 

Nenne die möglichen Orte welche als Dientsleistungserbringen auftreten können. 

  • Empfängerort (Beratungsort) 
  • Erbringerort (Heilbehandlungen, Kinderbetreuung)
  • Ort der Tätigkeit (Gastgewerbe, sportliche, bildende, kulturelle Tätigkeiten)
  • Ort der zurückgelegten Strecke (Personenbeförderung) 
  • Ort der gelegenen Sache (Dienstleistung im Zusammenhang mit Grundstück) 
  • Bestimmungsort (imternationale Entwicklungszusammenarbeit..) 
     

Nenne den Unterschied zwischen den von den MwSt befreiten und den ausgenommenen Leistungen. 

Ausgenommene Leistungen

  • Es muss keine MwSt abgerechnet werden
  • Kein Recht auf Vorsteuerabzug
  • Möglichkeit der freiwilligen Versteuerung von ausgenommenen Umsätzen (Option) 
  • Begründung: Sozial- oder bildungspolitische Gründe ( ärztliche Behandlung, Bildung..) 

Befreite Leistungen

  • Es muss keine MwSt abgerechnet werden. 
  • Recht auf Vorsteuerbezug besteht (sonst würde die Exportwirtschaft einseitig benachteiligt) 
  • Begründung: Vermeidung der internationalen Doppelbesteuerung (Lieferung von Gegenständen ins Ausland, Transportleistungen über die Grenze, Dienstleistungen an Empfänger mit Geschäfts- oder Wohnsitz im Ausland) 

       

Welches ist die Umsatzlimite welche die obligatorische MwSt-Pflicht auslöst? 

Ab einem Jahresumsatz von CHF 100'00 gilt für Privatpersonen umd juristische Personen MwSt Pflicht. 

Nenne Beispiele wo keien MwSt Pflicht besteht. 

Leistungen im Bereich von Versicherungen, Geld- Kapitalverkehr sowie Glücksspiel, Miete eines Mietobjektes welches für private Zwecke verwendet wird. 

Étudier