Prozessmodul Vertrieb und Support_Fokusthema_Kapitel 6

Prozessmodul Vertrieb und Support_Fokusthema_Kapitel 6

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J. C.
Diese Lernkarten vermitteln Grundlagen für erfolgreiche Kundenberatung im Vertrieb und Support, insbesondere die sechs Phasen eines Beratungsgesprächs von der Bedarfsanalyse über Angebotspräsentation bis zur Verabschiedung. Im Fokus stehen Kommunikationstechniken, Einwandbehandlung und die Erarbeitung optimaler Lösungen unter Berücksichtigung von Kundenbedürfnissen und Budget. Sie eignen sich besonders für Vertriebsmitarbeiter und Berater, die ihre Gesprächsführung professionalisieren möchten.
Karten
51
Lernende
20
Sprache
Deutsch
Kategorie
Finanzen
Stufe
Andere
Erstellt / Aktualisiert
13.08.2018 / 06.07.2026

Lernkarten

Fokus 6 Kommunikation und Beratungsgepräch

6.3 Die sechs Phasen des Beratungsgesprächs

6.3.3 Angebots- und Verhandlungsphase

A. Bedarfsanalyse

Bedarf des Kunden genau ermitteln. Bedarfsanalyse Herzstück des Kundengespräches. Mittels der richtigen Fragetechnik, sollen wichtige Informationen herausgefiltert werden. In der Gesprächsvorbereitung haben Sie festgelegt, was Sie alles vom Kunden wissen wol-len. Damit steuern sie das Gespräch und bringen den Kunden zum Sprechen.

  • Welches Problem/Anliegen soll gelöst werden?
  • Welches sind die Kauf- und Entscheidungskriterien?
  • Welches sind die Kaufmotive (Kern- bis erweiterte Serviceleistungen)
  • Welches sind Muss-, welches Kann- und welches Soll-Kriterien?
  • Wie gross ist das Budget?
  • Welcher Bedarf wäre vorhanden? Wo sind Deckungslücken?
  • Wer entscheidet?
  • Wann wird entschieden?

Fokus 6 Kommunikation und Beratungsgepräch

6.3 Die sechs Phasen des Beratungsgesprächs

6.3.3 Angebots- und Verhandlungsphase

B. Präsentation und Beratung

Beratung für die optimale Lösung. Nutzen des Kunden steht m Zentrum Wichtig ist, dass der individuelle Kundennutzen herausgearbeitet wird.

  • Zeigen Sie auf, welchen Nutzen das Angebot hat. Zeigen sie nachvollziehbare Lösungen für sein Problem auf!
  • Nutzen sie dazu sachliche und emotionale Elemente
  • Argumentieren sie mit den wesentlichen Nutzenargumenten des Kunden.

Formulierungen die Sie dabei benutzen sind „Sie profitieren dabei von …, sie sparen dabei …, das bedeutet für Sie …, das bringt Ihnen den Vorteil, etc."

Fokus 6 Kommunikation und Beratungsgepräch

6.3 Die sechs Phasen des Beratungsgesprächs

6.3.3 Angebots- und Verhandlungsphase

C Einwandbehandlung

Einwände sind als Chancen zu betrachten. Bereichern das Beratungsgespräch. Nie Widersprechen das gehört zu den Todsünden der Kommunikation.

Berechtigter Einwand

Der Kunde weist Sie auf einen gegebenen, berechtigten Nachteil hin.

„Die Bank XY hat mir eine ähnliche Lösung mit besserer Verzinsung offeriert"

Falls das tatsächlich stimmt, so ist der Einwand berechtigt und sie müssen ihn stehen lassen. Allerdings können Sie sachlich und freundlich auf den Nutzen ihres Angebotes eingehen und Vor- und Nachteile gegeneinander abwägen.

Unberechtigter Einwand

Der Kunde bringt vorhandenes Wissen und Halbwissen als Einwand ein und sucht indirekt nach Anerkennung. Dabei befürchtet er einen Nachteil der gar nicht vorhanden ist.

Bsp. Herr Bienz glaubt, dass er bei der Auszahlung steuerliche Nachteile erfährt. „Bei der Auszahlung muss ich die Vorsorgegelder wieder als Einkommen versteuern und komme deshalb in eine zu hohe Progression."

Dem Kunden die Anerkennung zukommen lassen und bestätigen, dass er sich mit dem Thema beschäftigt hat.

Ein guter Gesprächspartner geht auf den Einwand ein, bestätigt, dass er gehört hat, was der Gesprächspartner meint und geht mit Fragen weiter darauf ein, damit genau herausgefunden werden kann, wo das tiefere Unbehagen des Gesprächspartners liegt.

Fokus 6 Kommunikation und Beratungsgepräch

6.3 Die sechs Phasen des Beratungsgesprächs

6.3.3 Angebots- und Verhandlungsphase

  • Imponier Einwand
  • Aggressive Einwände aufgrund von Vorurteilen / schlechten Erfahrungen
  • Scheineinwand
  • Prüfeinwand
  • Als Einwand getarnter Druckversuch

- Berechtigte Einwände unbedingt gelten lassen!

- Unberechtigte Einwände zielgereichtet beseitigen!

- Nutzenargumentation hat im Vordergrund zu stehen!

Fokus 6 Kommunikation und Beratungsgepräch

6.3 Die sechs Phasen des Beratungsgesprächs

6.3.3 Angebots- und Verhandlungsphase

Imponier Einwand

  • Der Kunde will mit seinem Einwand Macht demonstrieren, oder seinen Status aufzeigen.
    "Mit dieser Versicherungslösung könnte ich nicht einmal einen halben Monat meine Auslagen decken"
  • Den Machtanspruch nicht infrage stellen, Produkte anbieten, die dem Status und der Macht entsprechen. 

Aggressive Einwände aufgrund von Vorurteilen / schlechten Erfahrungen

  • Die Einwände des Kunden sind verletzend und untergraben die soziale und fachliche Kompetenz des Beraters.
    „
    Ihr Vorgänger hat mir auch schon das Blaue vom Himmel versprochen und jetzt schauen sie die Rendite dieser Lösung an!"
  • Aufmerksam zuhören und versuchen mit offenen Fragen die Hintergründe in Erfahrung zu bringen, dann versuchen eine tragfähige Zusammenarbeit aufzubauen.

  

Fokus 6 Kommunikation und Beratungsgepräch

6.3 Die sechs Phasen des Beratungsgesprächs

6.3.3 Angebots- und Verhandlungsphase

Scheineinwand

  • Der Kunde liefert einen vorgeschobenen Vorwand, weil er sonst das Gesicht verlieren würde. Beispielsweise, wenn keine finanziellen Mittel für eine optimale Lösung vorhanden sind.
    „Leider habe ich keine Zeit mehr, um mit Ihnen das Produkt detailliert zu besprechen!
    "
  • Auch hier soll versucht werden mit offenen Fragen und entwaffnender Offenheit den wahren Grund zu ermitteln und dann ein passendes Angebot zu entwickeln.

  

Prüfeinwand

  • Der Kunde will herausfinden, ob der Berater ehrlich ist oder das nötige Fach- oder Anwendungswissen hat.
    „
    Kommen diese steuerlichen Vorteile wirklich nur bei der Versicherungslösung zum Tragen?"
  • falls berechtigt, so stehen lassen. Auf jeden Fall auf Nutzen ihres Angebotes eingehen und Vor- und Nach-teile gegeneinander abwägen.

  

Fokus 6 Kommunikation und Beratungsgepräch

6.3 Die sechs Phasen des Beratungsgesprächs

6.3.3 Angebots- und Verhandlungsphase

Als Einwand getarnter Druckversuch

  • Der Kunde möchte vorteilhafte Konditionen herausschlagen, z.B. Rabatt oder anderes Entgegenkommen.
    „
    Die Versicherung xy hat mir eine ähnliche Offerte mit mehr Überschuss vorgelegt!"
  • Chance der Präsentation der eigenen Marktleistung mit allen Vorteilen zu nut-zen, Zusatz- und Serviceleistungen auf-zeigen.

  

Fokus 6 Kommunikation und Beratungsgepräch

6.3 Die sechs Phasen des Beratungsgesprächs

6.3.3 Angebots- und Verhandlungsphase

D. Preis-/Leistungsverhandlungen

  • Bedarf des Kunden und wichtigsten Deckunglücken. Dies kann in Bezug auf ein einzelnes Produkt oder auf eine Gesamtberatung sein.
  • Das „Wie viel" Versicherungsschutz steht meist auch im Spannungsfeld „Wie viel" kann oder ist der Kunde gewillt zu zahlen. Dabei soll die optimale Lösung erarbeitet werden.
  • Gerade in jüngeren Familienjahren übersteigt eine optimale Gesamtberatungslösung oftmals die finanziellen Möglichkeiten einer Familie – da muss mittels offener Fragen eine optimale Lösung erarbeitet werden.

Fokus 6 Kommunikation und Beratungsgepräch

6.3 Die sechs Phasen des Beratungsgesprächs

6.3.4 Abschlussphase

Jede Phase sollte in beidseitigem Einvernehmen abgeschlossen werden, dies kann bewusst mit einem „Ja, ich bin einverstanden" oder auch stillschweigend mit einem Nicken geschehen.

Wenn der Zeitpunkt für den Abschluss reif ist, so wiederholt der Berater die besprochenen Vereinbarungen und Bedingungen und spricht mit dem Kunden das weitere Vorgehen (unterschreiben Antrag, Erhalt der Police, Deckung in der Zwischenzeit, weitere Termine, Rückfragen, etc.) ab.

Falls es zu keinem Abschluss kommt, so kann mit dem Kunden trotzdem ein weiteres Vorgehen besprochen werden.

Fokus 6 Kommunikation und Beratungsgepräch

6.3 Die sechs Phasen des Beratungsgesprächs

6.3.5 Verabschiedung

wie beim Einstieg nochmal ein Kontaktthema ansprechen, damit der Kontakt auch bei der Verabschiedung nochmals gefördert wird (kurz). Verabschieden Sie sich mit einem Dank für das Gespräch und die Aufmerksamkeit und einem Lächeln.

Fokus 6 Kommunikation und Beratungsgepräch

6.3 Die sechs Phasen des Beratungsgesprächs

6.3.6 Nachbereitung

Die Abmachungen oder Versprechen, welche während dem Beratungsgespräch gegeben wurden, müssen eingehalten werden. Der Berater übernimmt dafür die Verantwortung.

  • Nach dem Kauf ist vor dem Kauf
  • Es ist zehnmal billiger, einen bestehenden Kunden zu pflegen, denn einen neuen zu gewinnen.
  • Positive Erfahrungen werden dreimal weiter erzählt, negative aber zehnmal.

Die Phase des Verkaufs ist bei Dienstleistungen nicht abgeschlossen, sondern es ist ein fortwährender Prozess.

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