Digital Strategy

Hochschule Luzern - Informatik Grundlage: Vorlesungsfolien FS2018 Dozenten: Prof. Dr. Ulrich Egle

Hochschule Luzern - Informatik Grundlage: Vorlesungsfolien FS2018 Dozenten: Prof. Dr. Ulrich Egle


U. K.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über digitale Strategien und Geschäftsmodelle im universitären Kontext. Sie behandeln Themen wie Digitalisierung, digitale Transformation, Plattformökonomie und Cloud-Computing, wobei der Fokus auf Dienstleistungen, Produkten und Geschäftsmodellen liegt. Unternehmen und Studierende profitieren von den Inhalten, um Prozesse zu optimieren, Kosten zu senken und innovative Lösungen zu entwickeln.
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3
Langue
Allemand
Niveau
Université
Créé / Mis à jour
10.06.2018 / 14.06.2019

Flashcards

Was bedeutet digitaler Darwinismus?

Der digitale Darwinismus setzt immer dann ein, wenn sich Technologien und die Gesellschaft schneller verändern als die Fähigkeit von Unternehmen, sich diesen Veränderungen anzupassen.

Es sind dann weder die Stärksten einer Art, die überleben, noch die Intelligentesten. Es sind vielmehr diejenigen, die sich einem Wandel am besten anpassen können.

Nenne die Phasen des digitalen Transfomationsprozesses.

Was sind Reifegradmodelle und wozu dienen sie?

  • Reifegradmodelle werden dazu verwendet, Prozesse, Produkte, Dienstleistungen oder Geschäftsmodelle anhand eines Referenzmodells zu bewerten.
  • Der Reifegrad kann dabei anhand von verschiedenen Kriterien einzelner Reifegradstufen bestimmt werden.
  • Die Reifegradstufen wiederum dienen dazu, Handlungsempfehlungenzur Verbesserung der Prozesse, Produkte, Dienstleistungen oder Geschäftsmodelle abzuleiten.

Prinzipieller Ablauf der Reifegradbewertung nach ISO 9004.

plan - do - check - act

Reifegradmodelle: kurz und bündig

Um zu wissen, was der Status quo in der Entwicklung der digitalen Transformation von Unternehmen ist, eignet sich die Anwendung eines Reifegradmodells. Dabei werden die Fähigkeiten bezüglich der Anwendung digitaler Technologien sowie die Führungsfähigkeiten in der digitalen Transformation betrachtet. Es sind verschiedene digitale Reifegradmodelle verfügbar, die sich in Zukunft vermehrt auf eine standardisierte Anwendung in den Unternehmen ausrichten werden.

Was versteht man unter Transaktionskosten?

Unter einer Transaktion versteht Williamson grundsätzlich den Transfer von Eigentumsrechten. Transaktionskosten sind demzufolge die Kosten für die Bestimmung des Transfers und die Erwirkung von Eigentumsrechten.

Transaktionskosten sind diejenigen Kosten, die durch die Benutzung des Marktes, also im Zusammenhang mit der Transaktion von Verfügungsrechten entstehen. [Wikipedia]

Was vertseht man unter Initiationskosten?

Diese Kostenart fällt im Zuge der Suche nach einem geeigneten Kooperationspartner an. Hierunter fällt auch die Informationsbeschaffung zur Erlangung eines Überblicks über einen oder mehrere potentielle Kooperationspartner.

Was versteht man unter Verhandlungskosten?

Die Kosten für die Ausgestaltung von Verhandlungen und die damit einhergehende Vertragsausgestaltung sind weitere Kosten, die im Rahmen eines Eigentumstransfers anfallen.

Was versteht man unter Kontrollkosten?

Kontrollkosten fallen nach Vertragsabschluss an und beziehen sich auf mögliche Ausgaben für die Überprüfung des vertraglich vereinbarten Verhaltens des Vertragspartners.

Was versteht man unter Anpassungskosten?

Schliesslich verweist Williamson noch auf Anpassungskosten, die ex post anfallen können, wenn der beabsichtigte Nutzen aus dem neu erworbenen Eigentum gezogen werden soll.

Welche Kosten fallen vor Vertragsabschluss an?

Erklären Sie die Null-Grenzkosten-Theorie.

  • Bei digitalisierten Produkten (Texten, Fotos, Musik, Videos) tendieren die Grenzkosten gegen «null».
  • Das bedeutet, dass für die Vervielfältigungder Leistungen keine grossen Investitionen mehr notwendig sind. Ob eine Leistung dann einmal oder tausendmal erstellt wird, hat auf die Kosten keinen grossen Einfluss mehr.
  • Viele wertschöpfende Arbeitsschritte und folglich die damit verbundenen Arbeitsplätze fallen weg.
  • Die digitalisierten Produkte können häufig auch kostenlos –über das Internet–zugestellt werden.

Was versteht man unter Plattformökonomie?

  • Mit der Vermittlungsfunktion von Produkten und Dienstleistungen über das Internet wird der Begriff Plattformökonomie verbunden.
  • Je mehr Kunden die Plattform verwenden, umso attraktiver ist es für Lieferanten, diese für Produkte zu nutzen.
  • Umgekehrt ist die Plattform für Kunden umso interessanter, je mehr Lieferanten sie verwenden, also je grösser das Angebot auf der Plattform ist.

Geschäftsmodelle im Internet:

Wie sahen Geschäftsmodelle von 1995 bis 2010 aus?

Wie sehen Geschäftsmodelle seit 2005 aus?

Was ist der Unterschied zwischen direkten und indirekten Netzwerkeffekten?

Direkte Netzwerkeffekte treten dann auf, wenn Nutzer einer Seite der digitalen Plattform andere mögliche Nutzer derselben Seite zur Nutzung der digitalen Plattform anziehen (WhatsApp-Nutzer ziehen potenzielle WhatsApp-Nutzer an).

Indirekte Netzwerkeffekte hingegen entstehen, wenn eine grösser werdende Anzahl von Nutzern einer Seite einer digitalen Plattform (beispielsweise Videospieler) eine grösser werdende Anzahl an Nutzern auf der anderen Seite der digitalen Plattform anziehen (hier: Videospielentwickler).

Beschreibe die Funktionsweise eines digitalen Ökosystems.

  • Unternehmen versuchen nicht nur neue Produkte oder Dienstleistungen aufzubauen, sondern sogenannte digitale Ökosysteme zuschaffen.
  • Damit wird ein Ansatz beschrieben, bei dem Unternehmen versuchen, die Nutzer – bei einer Vielzahl von unterschiedlichen Diensten – innerhalb der eigenen Leistungsangebote zu halten.
  • Um sie gleichsam gegenüber Wettbewerbslösungen zu immunisieren und damit die eigene Angreifbarkeit zu verringern.

Nach Zuboff (1988) erfüllt die Digitalisierung welche zwei wesentliche Funktionen?

Nach Zuboff(1988) erfüllt die Digitalisierung zwei wesentliche Funktionen, die als fundamentale Dualität zu denken sind:

  • Einerseits erfüllt die Digitalisierung eine Automationsfunktion und folgt der Logik der Rationalisierung, indem physische Arbeitsprozesse durch digitale Routinen substituiert werden.
  • Andererseits werden mit der Automation gleichzeitig Informationen über diese Prozesse und das Nutzerverhalten erzeugt (Informationsfunktion), die gespeichert, analysiert und weiterverarbeitet werden können.

Damit ermöglicht die Digitalisierung nicht nur die Automation von vormals physischen Prozessen, sondern es besteht das wirklich „Revolutionäre“ in dem informierenden Aspekt der Technologie, der sowohl der Dezentralisierung als auch der Zentralisierung dienen kann.

Was sind die Aufgaben eines Digital Advisory Board?

  • Einrichtung neuer Beiräte, um die digitalisierungsbezogenen Herausforderungenauf der Basis der unterschiedlichen Expertise verschiedener Personen zu handhaben.
  • In diesen Beiräten wirken üblicherweise hochrangige aus der Digitalwirtschaft stammende Experten mit dem Ziel, die sich aus digitalen Trends abzeichnenden Chancen und Risiken abzuschätzen und dem Top-Management Empfehlungenbezüglich der inhaltlichen Weiterentwicklung der Strategien und Geschäftsprozesse des Unternehmens zu geben.
  • Solche Beiräte können ohne falsche Rücksichtsnahmen bestehende Geschäftsmodelledes Unternehmens kritisch hinterfragen.

Was ist ein Inkubator? Beschreibe dessen Aufgaben.

  • Die Bezeichnung Inkubator im Rahmen der Unternehmensgründung kommt ursprünglich aus der Medizin.
  • Im übertragenen Sinne übernehmen Inkubatoren auch für Unternehmensgründer eine solche Funktion.
  • Denn Inkubatoren stellen dem Startup eine Umgebung bereit, welche die optimalen Bedingungen erfüllt, um erfolgreich in das Geschäftsleben zu starten.
  • Inkubatoren sind in dem meisten Fällen Einrichtungen oder Institutionen, die Unternehmer auf verschiedene Art und Weise auf ihrem Weg in die Selbständigkeit begleiten und dabei unterstützen.

Wie funktioniert ein Accelerator?

  • Ein Accelerator ("Beschleuniger") ist eine Institution, die Gründerteams mit Wissen und Ressourcen dabei unterstützt, ihr Geschäftsmodell voranzutreiben.
  • Dazu bieten "Accelerators" oft für einige Monate Bootcamps an, in denen die Startups ihre Geschäftsideen mit entsprechender Unterstützung zur Marktreife weiter entwickeln können.
  • Am Ende eines solchen Bootcamps stehen die Demo Days: Dort können die Gründerteams ihr Produkt oder ihre Dienstleistung vor Investoren demonstrieren.

Was steckt hinter Digital Labs / Innovation Labs?

  • Bei den Digital Labs oder Innovation Labs geht es darum, kreative Freiräume für eigene Mitarbeiter zu schaffen.
  • Die unternehmensinternen Denkfabrikensollen wie Startups agieren und unbelastet von Konzernzwängen die Forschungs-und Entwicklungsabteilungen ergänzen und herausfordern.
  • Die Aufgabe von Digital Labs besteht darin, digitale Produktideenund neue Geschäftsmodelle zu generieren.
  • Digital Labs werden oft mit einem Mix aus kreativen Mitarbeitern unterschiedlicher Abteilungen besetzt.

Was ist mit DevOps gemeint?

  • Das Kunstwort „DevOps“versucht die Begriffe Development und IT-Operationsabkürzend zu verbinden.
  • Es handelt sich dabei um diese Bereiche integrierende Teams, denen insbesondere die Begleitung des Übergangs neuer Software und Releases aus der Entwicklung bzw. Vorproduktion in den operativen Betrieb obliegt.
  • Da Zeit ein wichtiger Erfolgsfaktor der digitalisierten Wirtschaft ist, haben DevOpsunter Hochgeschwindigkeitzu arbeiten und dafür Sorge zu tragen, dass auch andere betroffene Stellen und Einheiten ähnlich schnell arbeiten (können).

Nenne verschiedene zentralisierte Organisationsformen und berschreibe diese.

Nenne verschiedene teilzentralisierte Organisationsformen und berschreibe diese.

Beschreibe die Entwicklungsphasen von Dienstleistungen. Nenne deren Ausprägungen und Beispiele.

Dienstleistungen 1.0: Dienstleistungen werden mit geringer technischer Unterstützung erbracht. Beispiele sind Haushaltshilfe, Friseur, Schneider usw.

Dienstleistungen 2.0: Dienstleistungen werden im Rahmen einer arbeitsteiligen Massenproduktion erbracht. Beispiele sind Finanzdienstleistungen, Logistikdienstleistungen, Telekommunikation usw.

Dienstleistungen 3.0: Dienstleistungen werden mit IT-Unterstützung erbracht. Beispiele sind E-Services, E-Commerce, Mobile Services usw.

Dienstleistungen 4.0: Dienstleistungen werden mithilfe von Cyber-Physical Systemen erbracht. Beispiele sind Assistenzsysteme, Internet of Things, Apps usw.

Was sind Merkmale von Dienstleistungen 4.0? Was versteht man darunter?
 

  • Digitalisierungsfähigkeit: Dienstleistungen 4.0 basieren auf digital vernetzten Systemen, die analoge Informationen erfassen, aufbereiten und speichern.
  • Virtualisierungsfähigkeit: Dienstleistungen 4.0 machen (Teil-)Prozesse der Leistungserstellung in digitaler Form verfügbar, z. B. über das Internet.
  • Zeitunabhängigkeit: Dienstleistungen 4.0 sind zeitunabhängig. Technisch ist eine 24-stündige Verfügbarkeit gegeben.
  • Ubiquitätsfähigkeit: Dienstleistungen 4.0 sind weltweit verfügbar, sofern nicht technische oder politische Zugangsprobleme bestehen.
  • Big Data: Im Rahmen der Digitalisierung werden grosse Datenmengen unterschiedlicher Datentypen mit hoher Geschwindigkeit generiert, verarbeitet und transferiert.

Was ist ein Cyber-Physisches System?

Cyber-Physische Systeme werden als Technologie verstanden, um die Lücke zwischen der virtuellen (IT) und realen (physischen) Welt zu schliessen. 

Aus welchen Elementen besteht ein Cyber-Physisches System?

Cyber-Physische Systeme bestehen aus den Elementen Sensoren, Prozessoren, Kommunikatoren und Aktoren.

Erkläre die Funktionsweise eines Cyber-Physischen Systems anhand der vier Elemente?

Sensoren erfassen physikalische Daten (z. B. Temperatur, Geschwindigkeit, Dichte).

Prozessoren speichern und werten diese Daten aus und wirken mittels Aktoren auf physikalische Vorgänge ein (z. B. Änderung von Temperatur, Geschwindigkeit, Dichte).

Kommunikatoren verbinden die Geräte drahtlos miteinander. Hierdurch ist z. B. die Lokalisierung von Objekten weltweit einschliesslich einer durchgängigen Positionserfassung und Zustandsabfrage in Echtzeit möglich.

Zähle die 5 Wertschöpfungsstufen (von Dienstleistungen 4.0) auf.

  1. physisches Ding
  2. Sensor / Aktuator
  3. Konnektivität
  4. Analytics
  5. Digitaler Service

Dienstleistung 4.0 ist das Potential der Digitalisierung und Grundlage für viele neue Geschäftsmodelle.

 

Zähle einige Anwendungsbereiche von Dienstleistungen 4.0 auf.

  • Industrie
  • Logistik
  • Mobilität
  • Medizin / Gesundheit
  • Handel

Zeichne das magische Dreieck mit den 4 Dimensionen eines Geschäftsmodells.

Was versteht man unter digital Leadership?

Führung, die die klassischen Management-Konzepte beherrscht und ausserdemin der Lage ist, die Muster der Digitalisierung in vorhandene Führungskonzepte zu integrieren und aus beiden Konzepten eine zeitgemässe, Erfolg versprechende Synthese zu bilden.

Nenne einige strategische Bereiche von digital Leadership.

  • von aussen lernen und trotzdem der eigenen Identität treu bleiben
  • mehrere Ansätze zur digitalen Transformation verfolgen
  • sich auf etwas Neues einlassen, Pläne verfolgen
  • Organisation digitalisieren
  • Coaching von Kaderleuten
  • Sensibilisierung der Mitarbeiter

Was bedeutet Digitales Mindset?

Eine digitales Mindset bedeutet,

  • sich mit der Nutzung neuer Technologien wohlzufühlen,
  • zu wissen, wie wichtig Daten für den Fortschritt sind,
  • den Wandel als Chance zu begreifen sowie
  • neue Arbeitsmethoden zu akzeptieren und nicht als bedrohlich anzusehen.

Was ist eine Reporting Factory?

  • Die „Reporting Factory“ erstellt unternehmensweite Berichte und entlastet somit die Controlling-Organisation.
  • Aufbauend auf neue Informationstechnologien werden Prozesse standardisiert, automatisiert und schlussendlich auch in einer Abteilung gebündelt.

Nenne Vor- und Nachteile einer Reporting Factory.

Vorteile:

  • Steigerung der Effizienz
  • Einheitliche Datenbasis
  • Fokussierung auf wertschöpfende Aktivitäten

Nachteile:

  • Fehlende Geschäftsnähe
  • Gesteigerte Komplexität
  • Vorteile werden erst ab gewisser Unternehmensgrössetragend

Was bedeutet Self Service-Controlling?

Fachanwender können Analysen und Planungen auch ohne Rückgriff auf Know-how von IT-Abteilungen und Controlling erstellen.

Hierdurch werden die Mitarbeiter der Fachabteilung in die Lage versetzt, eigenständige Analysen, wie Ad hoc-Reports, Dash Boards etc. eigenständig zu gestalten. In den Fachabteilungen wächst der Anteil der sogenannten BI-Poweruser, die weitergehende Analyse-und Prognosefunktionen benötigen. z. B. um Datenmodelle zu erweitern und Datenbestände zu integrieren oder um neue Zusammenhänge erkennen zu können.

Vor- und Nachteile von Self Service-Controlling:

Vorteile:

  • Entscheider können Kennzahlen ohne Unterstützung des Controllers jederzeit sehen.
  • Berichte sind automatisiert jederzeit verfügbar und auf dem aktuellen Stand.
  • Die Report-Empfänger können sich durch die Auswahl individuell unterstützen lassen.
  • Erleichterung für das Controlling –Reports müssen nicht mehr erstellt werden.
  • Ad-hoc-Reporting kann entfallen.

Nachteile:

  • Es wird ein Spielzeug der Manager.
  • Bedarfe/Wünsche steigen, die IT-Kosten steigen
  • Transparenz wäre möglich, wird aber durch die Info-Flut konterkariert.
  • Daten müssen interpretiert/kommentiert werden. Das macht jeder mit seinem Verständnis selbst.

Beschreibe das Nutzenpotential von Digital Reporting.

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