Personalführung
Personalführung 2017
Personalführung 2017
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Flashcards
Mitarbeitergespräche (10 Tipps)
1. Im Gespräch bleiben.
2. Rahmenbedingungen schaffen.
3. Das Gespräch vorbereiten.
4. Die eigene Stimmung reflektieren.
5. Auf die Wortwahl achten.
6. Fragen stellen.
7. Klare Erwartungen vermitteln.
8. Feedback geben.
9. Verbindlichkeit zeigen.
10. Den Schlusspunkt setzen.
Regeln für Kritikgespräche
- Termin des Gespräches und Anlass dem Mitarbeiter mitteilen
- Gespräch vorbereiten
- Positive Grundstimmung
- Ausreichend Zeit einplanen
- Gespräch unter vier Augen führen
- Zu kritisierende Situation schildern
- Mitarbeiter Gelegenheit geben, Stellung zu nehmen
- Pro und Contra erörtern
- Gemeinsame Lösung für die Zukunft erarbeiten
- Termin für weiteres Gespräch vereinbaren, um über die veränderte Situation zu sprechen
- Grundsätzliche Wertschätzung ausdrücken
- Verabschiedung
Motivation
Motivation ist ein Prozess der Freisetzung menschlicher Handlungsenergie. Motivationales Führen besteht für die Führungskraft darin, mit seinen Einflussmöglichkeiten in den Führungsbereich so zu wirken, dass die Erfolgsaussichten für den Mitarbeiter ein Optimum erreichen. Motivation ist der Antrieb, der Motor, für Tätigkeiten. Motivation kann durch die Führungskraft geschaffen werden oder sie entwickelt sich an dem Mitarbeiter selbst.
Extrinsische Motivation (Ermunterung, Anreize, Aufstieg, etc.)
Intrinsische Motivation (Leistungsmotivation, Lust, Aufgehen in der Aufgabe, etc.)
--> Mischungen sind gegenseitig förderlich
Bedürfnispyramide nach Maslow
Defizitbedürfnisse:
1. Physiologische Grundbedürfnisse (Arbeitsplatzgestaltung, Essen, Trinken)
2. Sicherheitsbedürfnisse (Arbeitsplatzsicherheit, Mindesteinkommen)
3. Soziale Bedürfnisse (Gruppenzugehörigkeit, Kommunikation)
4. Wertschätzungsbedürfnisse (Aufstieg, Status, Titel)
Wachstumsbedürfnisse:
5. Selbstverwirklichung (Mitbestimmung, Führung)
Wachstumsbedürfnisse sind nach Maslow nur latente Bedürfnisse, solange die Defizitbedürfnisse nicht weitgehend befriedigt sind. Die Bedürfnispyramide ist sehr bekannt und gilt heute als Basis für viele Motivationsbemühungen.
Zwei-Faktoren-Theorie
Diese wurde von Herzberg, einem amerik. Psychologen, entwickelt:
Zwei unterschiedliche Faktoren sind zu beachten:
- Motivatoren (Führungskraft): Faktoren, die in einem direkten Zusammenhang mit der Arbeitsaufgabe des Mitarbeiters stehen, z.B. Anerkennung, Aufstieg, Erfolg --> Aufgabenzentriert
- Hygienefaktoren (Unternehmen (Regeln etc.), Führungskraft, Kollegen): Faktoren, die in keinem direkten Zusammenhang mit der Arbeitsaufgabe stehen, z.B. Entlohnung, Art der Führung, Kollegenbeziehungen, Verhältnis zur Führungskraft --> Aufgabenlos
Fachkräftemangel / Demografische Veränderungen und ihre Auswirkungen für die Unternehmen
- Zunehmend Probleme, Ausbildungsstellen zu besetzen. Im Jahre 2013 sind 50.000 Ausbildungsplätze unbesetzt geblieben
- Von 2006 bis 2020:
Rückgang in Deutschland insgesamt: 19,9%
Rückgang alte Bundesländer: 15,8%
Rückgang neue Bundesländer: 36,7%
- Es fehlen zunehmend qualifizierte Fachkräfte --> Fachkräftemangel
- Einfallsmangel?
Was sollten Unternehmen tun, um die demografischen Auswirkungen zu vermeiden?
- Demografische-Strategie
- Altersstrukturanalyse
- Welche Kohorten werden beschäftigt?
- Welche Konsequenzen sind zu ziehen?
- Optimal: 30% Mitarbeiter unter 30 Jahre, 50% zwischen 30 und 50 Jahre, 20% oberhalb von 50 Jahren --> Darauf Einstellungspraxis optimieren
3 Aufgaben:
- Aus Erwerbspotenzial mehr generieren
- Ältere Belegschaften fit halten
- Attraktiver AG sein
Tipps für erfolgreiche Vorstellungsgespräche
1. Klar definierte Anforderungskriterien
2. Konstruktive Grundhaltung
- Wertschätzung
- Offenheit
- Stärkenorientierung
3. Teilstrukturierte Interviewführung (Balance aus verbaler und non-verbaler / integrativer Kommunikation
4. Zuhören
5. Nachhaken
6. Ungerichtete Beobachtungen nutzen
- Ist der Kandidat dem Anlass entsprechend gekleidet?
- Wie selbstsicher wirkt er?
- Wie ist der Händedruck?
- Wie sitzt der Kandidat?
- Wie ist die Gestik, Mimik?
- Sind die Ausführungen klar und prägnant?
7. Beurteilungsfehler vermeiden
- Halo (pos.)- und Horn(neg.)-Effekt
- Reihenfolgen
- Stereotype und Vorurteile
- sich selbst erfüllende Prophezeiungen
- Ähnlichkeiten
- Stimmungen
8. Separate Auswertung
9. Die Position richtig vermarkten
10. Humor
Fragetechniken
- offene und geschlossene Fragen
- offene = (W-Fragen)
- (wer, was, wann, wie, weshalb, warum)
- so erfährt man viel
- natürlich auch die anderen non-verbalen Techniken einsetzen
- Geschlossene Fragen
Gesprächsleitfaden (Vorstellungsgespräch)
1. Einstieg
- "Angenommen, wir hätten Ihren Lebenslauf noch nicht gelesen, hätten also noch kein Bild von Ihnen. Schildern Sie uns doch bitte die wesentlichen Stationen Ihrer Karriere und besonders das Wie und Warum der einzelnen Schritte."
- Dabei: Nachhaken durch W-Fragen, non-verbale Techniken.
2. Erzielte Erfolge
- "Wenn Sie einmal die letzten ein bis zwei Jahre Revue passieren lassen, auf welche Erfolge sind Sie stolz?"
- Dabei: Nachhaken durch W-Fragen, non-verbale Techniken.
3. Fachliche Expertise
- "In welchem Bereich Ihres Fachgebietes schätzen Sie sich als Experte ein?"
- Dabei: Nachhaken durch W-Fragen, non-verbale Techniken, z.B. "schildern Sie einige Stationen."
4. Führungsleistung
- "Wie bewerten Sie Ihre Führungsleistung auf einer Skala von 1 bis 10?"
- "Welches sind für Sie Situationen, die Sie als Führungskraft besonders herausfordern?"
- "Wann und wie hat sich Ihr Führungswille in Ihrem Leben erstmals gezeigt?"
5. Karriereverlauf und Wechselmotivation
- "Wodurch zeichnet sich Ihre Karriere aus?"
- "Wie hoch ist Ihre Zufriedenheit mit Ihrer bisherigen Karriere auf einer Skala von 1 bis 10?"
6. Der Kandidat als Kollege und Mitarbeiter
- "Welche Erwartungen haben Sie an Ihren Chef?"
- "Wie würden Ihre Kollegen Sie beschreiben?"
- Dabei: Nachhaken durch W-Fragen, non-verbale Techniken.
7. Gesprächsabschluss
- "Noch einmal auf den Punkt gebracht: Was macht diese Position bei uns für Sie attraktiv?"
- "An welchen Punkten machen Sie fest, dass Ihr Profil und Ihr Interesse gut zu der Position passen?"
Abschluss: - "Welche Fragen können wir Ihnen noch beantworten?"
Führungsstile
Was ist ein Führungsstil?
= Ein Führungsstil ist die Art und Weise, in der eine Führungskraft die ihm zugeordneten Mitarbeiter führt. Mit ihm wird ein von der konkreten Führungssituation unabhängiges Verhaltensmuster der Führungskraft beschrieben.
Führungsstile
--> Eindimensionale Führungsstile
--> Zweidimensionale Führungsstile
--> Dreidimensionale Führungsstile
Eindimensionaler Führungsstil
Es wird nur ein Beurteilungskriterium betrachtet. Eindimensionale Führungsstile sind:
- Autoritärer Führungsstil
- Kooperativer Führungsstil
- Sonstige Führungsstile
Zweidimensionaler Führungsstil
Es werden zwei Beurteilungskriterien betrachtet:
- Zwei-Dimensionen:
- Sachbezogenheit (Ziele)
- Personenbezogenheit
--> Zweidimensionaler Führungsstil
Exemplarisch hierfür:
Verhaltensgitter von Blake / Mouton
Verhaltensgitter von Blake / Mouton
Es lassen sich 5 typische Führungsstile aus dem Verhaltensgitter ableiten:
1.1
- Er ist weder auf hohe Arbeitsleistung noch auf die Pflege zwischenmenschlicher Beziehungen gerichtet. Er ähnelt dem Laissez-Führungsstil und kann Apathie und Resignation zur Folge haben. Konflikte werden in der Regel vermieden.
1.9
- Bei ihm bewirken die zwischenmenschlichen Beziehungen eine spannungslose, freundliche Atmosphäre, die erbrachten Leistungen sind jedoch gering. Konflikte sind nicht zu erwarten, solange die Mitarbeiter nicht unter Leistungsdruck stehen.
5.5
- Er ist auf durchschnittliche Leistungen und durchschnittliche Zufriedenheit der Mitarbeiter gerichtet. Er ist konservativ und ermöglicht insgesamt ausreichende Leistungen. Konflikte werden nach Möglichkeit beigelegt.
9.1
- Bei ihm wird eine hohe Arbeitsleistung erwartet, ohne das zwischenmenschliche Beziehungen gefördert werden. Er entspricht dem autoritären Führungsstil. Konflikte werden in der Regel unterdrückt.
9.9
- Er ist auf eine hohe Arbeitsleistung und hohe Zufriedenheit der Mitarbeiter gerichtet. Konflikte werden gemeinsam gelöst.
Warum kann es schwierig sein, diesen Führungsstil zu erreichen?
- Das Bildungsniveau der Mitarbeiter ist gering
- Die Ausbildung der Führungskräfte ist mangelhaft
- Die Identifikation der Mitarbeiter mit der Aufgabe ist gering
- Das betriebliche Informationssystem ist mangelhaft
- Das traditionelle Jobdenken bewirkt eine geringe Verantwortungsbereitschaft
- Die Wertvorstellungen von Vorgesetzten und Mitarbeitern sind unterschiedlich
- Die Hierarchie führt zu emotionaler Unverträglichkeit von Führungskräften und Mitarbeitern
Dreidimensionaler Führungsstil
Es ist das 3-D-Konzept von Reddin. Es baut auf dem Verhaltensgitter auf. Die dritte Dimension bezieht sich auf das Umfeld der Führung. Das ist:
- das Organisationsklima
- die Organisationsstruktur
- die Arbeitsweise
- die Aufgabenanforderungen
- die nächsthöhere Führungskraft
Somit umfasst das 3-D-Konzept:
- Aufgabenorientierung
- Personenorientierung
- Effektivität
Welche Dimensionen verfolgt das Verhaltensgitter?
Aufgabenorientierte Führung
Personenorientierte Führung
Was versteht man unter einem Führungsstil?
- Art und Weise, in der eine Führungskraft die ihm zugeordneten Mitarbeiter führt
- Ein von der konkreten Führungssituation unabhängiges Verhaltensmuster der Führungskraft
- Es ist die Art und Weise, die Mitarbeiter im Unternehmen in die richtige Richtung zu lenken
Beschreiben Sie kurz den Ablauf des klassischen Motivationsprozesses
Bedürfnis --> Motiv --> Aktivierung --> Verhalten
Ordnen Sie die nachstehenden Bedürfnisse den zutreffenden Bedürfnisstufen der Maslowschen Bedürfnispyramide zu.
Physiologische Grundbedürfnisse --> Schlaf, Bewegung
Sicherheitsbedürfnisse --> Kündigungsschutz, Fortbildung
Soziale Bedürfnisse --> Teamarbeit, Akzeptanz der Gruppe
Wertschätzungsbedürfnisse --> Anerkennung, Kompetenzen
Selbstverwirklichungsbedürfnisse --> Einfluss, Persönliche Entfaltung
Durch welche Motivatoren können Zufriedenheit / Nicht-Zufriedenheit bedingt werden?
Zufriedenheit: Erreichte Leistung, Erhaltene Anerkennung, Interessanter Arbeitsinhalt / Verantwiortung, Erfolgter Aufstieg
Nicht-Zufriedenheit: Unzureichende Leistung, Keine Anerkennung, Langweiliger Arbeitsinhalt, Kein Aufstieg
Welche Hygienefaktoren führen zu Zufriedenheit / Nicht-Zufriedenheit?
Zufriedenheit: Gute Unternehmenspolitik, Gute Personalführung
Nicht-Zufriedenheit: Schlechte Unternehmenspolitik, Schlechte Personalführung
Typen von Führungskräften
Als Typen von Führungskräften lassen sich unterscheiden (Rahn; 2008):
- Strenge Führungskräfte
- Sachliche Führungskräfte
- Muntere Führungskräfte
- Kritische Führungskräfte
- Ehrgeizige Führungskräfte
- Humane Führungskräfte
- Hektische Führungskräfte
- Nachlässige Führungskräfte
- Souveräne Führungskräfte