PK

IFRS und FER

IFRS und FER


T. S.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über die Bewertung und Prüfung von Vorsorgeeinrichtungen (VE) in der Schweiz. Sie behandeln Themen wie die Vorsorgeverpflichtung, Unterdeckung, Risikomanagement und die Anwendung von Standards wie FER 26 und IAS 19. Besonders nützlich sind sie für Fachleute in der betrieblichen Altersvorsorge, die sich mit der Bewertung von Vorsorgekapitalien, der Erstellung von Jahresrechnungen und der Einhaltung gesetzlicher Vorschriften auseinandersetzen.
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Allemand
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Autres
Créé / Mis à jour
24.07.2017 / 26.06.2022

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Wie müssen PK Leistungen in der CH gemäss IAS 19 erfasst werden?

PK in der CH gilt gem. IAS 19 als leistungsorientierter Plan, da durch das Gesetz (BVG) 3 Hauptgarantien bestehen:

1. Mindestertrag (-rendite) auf minimale Beiträge (kumuliertes Altersguthaben für 2017 1%)

2. Ein Mindestumwandlungssatz wird vorgegeben, welcher kumulierte Beiträge (inkl. Mindestertrag) in eine Annuität zum Zeitpunkt Pensionierung umwandelt (derzeit 8%)

3. Bestimmung, dass Pläne mittelfristig voll finanziert sein müssen; bei Unerdeckung angemessene Massnahmen, die auch Zusatzbeiträge für AG betragen könnte

Mögliche Sanierungsmassnahmen im Falle der Unterdeckung

Mögliche Sanierungsmassnahmen gemäss Art 65d/e BVG:

- Sanierungsbeiträge von AG und AN zur Behebung der Unterdeckung (AG muss mind 50% der Beiträge zahlen)

- Beiträge von Rentnenbezügen (darf nicht auf Rentenleistungen der obligatorischen Vorsorge behoben werden)

- Unterschreitung des BVG-Mindestzinssatzes auf dem BVG Altersguthaben (nur während der Dauer der Unterdeckung und max. für 5 Jahre; Unterschreitung max 0.5%)

- Einlagen des AG

- Freigabe einer Arbeitgeberbeitragsreserve

- Einschränkung des WEF-Vorbezugs

Wie werden die Rückstellungen für Vorsorgeverpflichtungen berechnet? (Net DBO)

Barwert der leistungsorientierten Verpflichtungen - FV des Planvermögens

Wie wird der Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung berechnet?

Verwendung des projected unit credit method:

Abzinsung der Verpflichtungen mit aktuellem Zinssatz erstrangiger Industrieanleihen (Verwendung von nur Staatsanleihen ist nicht erlaubt)

Berücksichtigug zukünftiger Gehaltssteigerungen

Berechnung der Vorsorgeverpflichtung

Anfangsbestand

+ laufender Dienstzeitaufwand
+ Verzinsung der Vorsorgeverpflichtung
+ Arbeitnehmerbeiträge
- bezahlte Vorsorgeleistungen (Renten)
- versicherungsmathematische Gewinne / + vers.math. Verluste
+ Zugänge aus Unternehmenszusammenschlüssen
- Abgängen aus Verkauf von TG

= Schlussbestand

Berechnung Vorsorgevermögen

Anfangsbestand

+ Verzinsung des VV
+ AG Beiträge
+ AN Beiträge
- bezahlte Vorsorgeleistungen
+ Ertrag des VV
+ Zugänge aus Unternehmenszusammenschlüssen
- Abgänge aus Verkauf von TG

= Schlussbestand

Berechnung Vorsorgeaufwand

laufender Dienstzeitaufwand (ER)

+ Zinsaufwand Vorsorgeverpflichtung
- Zinsertrag Planvermögen (FV des VV)
(= Nettozinsaufwand über ER)

- versicherungsmath. Gewinn / + vers.math. Verlust
- Diff. aus tats. Rendite Planvermögen und Zinsertrag Planvermögen
(= Neubewertung über OCI)

= Pensionsaufwand insgesamt
 

Faktoren, die zu früheren Dienstleistungsufwendungen führen

- Änderungen des Umwandlungssatzes

- Änderung des Renteneintrittsalter

- Planänderung der PK (z.B. von Leistungs- auf Beitragsprimat)

--> werden über ER verbucht

Faktoren, die Pensionsverpflichtung erhöhen

- sinkende Fluktuationsrate

- steigende Lebenserwartung

- steigende Gehaltsentwicklung

- sinkender Discount Rate

- Rentenerhöhungen

- sinkende Kapitalauszahlung

Prüfungshandlungen bei Prüfung IAS 19

- Inputdaten abstimmen (Total Vorsorgeverpflichtung, Total versicherte Personen, Vermögensreport mit Pkanvermögen abstimmen, etc.)

- Parameter plausibilisieren (Discount Rate, Inflation, Lohnerhöhungen,, etc.

- Analytische PH, u.a. Zinsertrag (DR x AB Planvermögen), Zinsaufwand (DR x AB Barwert Vorsorgeverpflichtung)

- Verbuchungen prüfen (OCI und ER) inkl. latente Steuer

- Versicherungstechnisches Gutachten mit JR / Anhang abstimmen

Unterschiede bei der Bewertung der Vorsorgeverpflichtungen nach FER 26 und IAS 19 (Teil 3)

Unterschiede bei der Bewertung der Vorsorgeverpflichtungen nach FER 26 und IAS 19 (Teil 1)

Teil 1

Unterschiede bei der Bewertung der Vorsorgeverpflichtungen nach FER 26 und IAS 19 (Teil 2)

Teil 2

Entwicklungen, die dazu führen, dass Risk Sharing zur Anwendung kommt

Anhaltend tiefe Zinsen, steigende Lebenserwartung, ein hohes Level der beruflichen Vorsorge stellen Nachhaltigkeit der Vorsorgefinanzierung in Frage.

Die Pflicht der AG und AN zur Ausfinanzierung von Vorsorgeverpflichtungen lässt deshalb schlussfolgern, dass eine Risikoaufteilung bei der Bewertung der Vorsorgeverpflichtung unter bestimmten Umständen zu berücksichtigen ist.

Was sind die Risk Sharing Eigenschaften in schweizer Vorsorgeplänen?

- AG in der CH haben AN eine gesetzliche Mindestleistung für Altersvorsorge zu gewähren
- u.U, ist AG auch verpflichtet die nachhaltige Finanzierung der Vorsorgeverpflichtung sicherzustellen

--> aus den oben genannten Gründen entsprcht die PK in der CH einem leistungsorientierten Plan gem. IAS 19

Bei einer bestehenden Unterdeckung müssen Massnahmen zur Sanierung ergriffen werden, z.B.:

1. Änderung des Vorsorgereglements zur Reduktion von Vorsorgeleitungen für aktive Versicherte (nicht unter gesetzliches Minumum erlaubt)
2. Minderverzinsung der Altersguthaben
3. Erhebung von Sanierungsbeiträgen von AG und AN

--> Massnahmen 1 + 2 haben Reduktion von Vorsorgeleistungen zur Folge, werden von Aktiven getragen
--> Massnagme 3 betrifft mind zu 50% auch den AG

Wie oben ersichtlich tragen beide AN und AG das Risiko der Ausfinanzierung und nicht wie bisher bilanziell dargestellt nur der AG.

Was ist bei der Rechnungslegung in Bezug auf Risk Sharing zu beachten (Bewertung, Anhang und Verbuchung)? 

Bei Quantifizierung müssen spezifische Gegebenheiten des Vorsorgeplans, der Vorsorgestrategie des AG und die Erwartungen der AN berücksichtigt werden

Die Berücksichtigung von Risk Sharing Eigenschaften ist in hohem Mass mit Ermessen verbunden und erfordert umfangreiche Anhangsangaben, inkl angewandte Methodik und zugrundegelegte Annahmen

Neubeurteilung stellt eine Schätzungsänderung dar, deren Effekt über das OCI gebucht wird.

Für was dient eine AGBR?

Generell Zahlungen von AG auf ein Konto AGBR bei VE kann nicht mehr zurückgezahlt werden

1. AGBR ohne Verwendungsverzicht:

Vorauszahlung von AG Beiträgen --> Grund: Steueroptimierung (max. 5-facher Jahresbeitrag als Vorauszahlung mgl)

2. AGBR mit Verwendungsverzicht:

Bei Unterdeckung der VE als Sanierungsmassnahme;
Einschränkungen:
- max in Höhe der Unterdeckung mgl;
- keine Verzinsung erlaubt
- dürfen nicht für Leistungen eingesetzt werden

Steuerlich gelten diese als Geschäftsaufwand

Sind nach vollständiger Behebung der Unterdeckung auf ordentliche AGBR umzubuchen
Danach sind Ford ggü AG mit AGBR zu verrechnen bis 5-facher Jahresbeitrag erreicht ist

Welche Rechtsformen können Stiftungen haben?

Seit 1.1.2014: Stiftung oder Einrichtung des öffentlichen Rechts mit eigener Rechtspersönlichkeit

Vorher war auch Genossenschaft möglich, bereits bestehende Genossenschaften dürfen weitergeführt werden

Welche Arten von Vorsorgeeinrichtungen gibt es (Unterscheidung nach Tätigkeit)?

  • BVG Minimalkasse - nur gesetzliche Mindestleistungen versichert
    --> Registrierung: Ja; Schattenrechnung: Nein
  • Umhüllende PK - es werden höhere Leistungen versichert als Gesetz verlangt
    --> Registrierung: Ja; Schattenrechnung: Ja
  • Überobligatorische PK (Zusatzkasse) - separate VE mit zus. Leistungen
    --> Registrierung: Nein; Schattenrechnung: Nein
  • Patronale Stiftungen - ausserhalb des BVG-Obligatoriums; ausschliesslich vom AG finanzierte Wohlfahrtsfonds
  • Anlagestiftungen - betreiben für eine grosse Anzahl angeschlossener VE (Mitstifter) oder beteiligte VE (Anleger) die gemeisame Anlage vom Vermögen --> diese dienen ausschlieslich der Personalvorsorge, aber Anlagestiftungen betreiben selbst keine Personalfürsorge; dennoch sind sie der Aufsicht der beruflichen Vorsorge OAK BV unterstellt

Welche Leistungsarten gibt es bei PKs?

  1. Beitragsprimat:
    Festgelegte Beiträge gemäss Reglement, idR %-Satz des versicherten Lohnes. Zum Zeitpunkt Renteneintritt wird aus dem bis dahin angeparten Kapital die Vorsorgeleistung berechnet
     
  2. Leistungsprimat
    v.a. bei grösseren Unternehmen und öffentlich rechtlichen AG
    Festlegung der Leistungen (idR %-Satz des versicherten Lohnes) und Ermittlung der Beiträge anhand der versprochenen Leistungen
    --> Anwendung nimmt kontinuierlich ab
     
  3. Mischformen
    z.B. Leistungen bei IV und Tod nach Leistungsprimat und Leistungen im Alter nach Beitragsprimat

Wie wird eine Personalvorsorgestiftung errichtet?

Errichtung erfolgt in Form einer öffentliche Urkunde mit folgendem Inhalt:

  • Erklärung eine Stiftung zu errichten
  • Name und Sitz
  • Zweck (Personalfürsorge)
  • Vermögenswidmung
  • Grundsätze der Organisation und Art der Verwaltung
  • Liquidation (ein Restvermögen darf nicht an die Stifterfirma zurückfallen)

Eintrag ins HR

Wie sieht eine Bilanz nach FER 26 aus? Beschreibe besondere Positionen

Aktiva:

  • Vermögensanlage
  • aRAP
  • Aktiven aus Versicherungsverträgen

Passiva:

  • Verbindlichkeiten
  • pRAP
  • AGBR (mit und ohne Verwendungsverzicht)
  • nicht-vt Rst
  • Vorsorgekapitalien
    • Aktiv Versicherte
    • Rentner
    • vt Rst
  • Wertschwankungsreserve
  • Stiftungskapital, Freie Mittel/Unterdeckung

WSR: wird gebildet für marktspezifischen Risiken der Vermögensanlagen; einzige Position, die Glättungseffekt hat; Regeln zur Bestimmung müssen im Reglement erfasst werden
--> kann bei Verlusten aufgelöst werden und somit nur noch im Anhandg ersichtlich sein; Unterdeckung kann nur bestehen, wenn WSR bereits vollständig aufgelöst wurde

Vorsorgekapitalien und vt Rst: Werden vom Experten anhand der Bestimmungen des Gesetzes und der Reglemente berechnet

Anhangsangaben gemäss FER 26

  • Grundlagen und Organisation
  • Aktive Mitglieder und Rentner
  • Art der Umsetzung des Zwecks
  • Bewertungs- und Rechnungslegungsgrundsätze, Stetigkeit
  • vt Risiken / Risikodeckung / Deckungsgrad
  • Erläuterung der Vermögensanöage
  • Auflagen der Aufsichtsbehörde
  • Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Wie erfolgt die Bewertung nach FER 26?

Aktiven: Aktuelle Werte per Bilamzstichtag; sind keine aktuellen Werte bekannt bzw. ermittelbar -> ausnahmsweise AK abzüglich erkennbarer Werteinbussen

Passiven
Vorsorgekapitalien und vt Rst: jährlich nach anerkannten Grundsätzen und auf allgemein zugänglichen technischen Grundlagen ermittelt. Fortschreibung mgl, wenn angemessenes Ergebnis
--> FER 26 verlangt nicht jährlich ein vollständiges vt Gutachten --> in Zwischenjahren Kurzgutachten ausreichend

Wie ist Unabhängigkeit der RS bei der Prüfung von VE geregelt?

Gemäss Art 34 BVV2

SInngemäss die gleichen Unabhängigkeitsregelungen wie bei AG (Art 728 OR); zusätzlich darf keine Weisungsgebundenheit der RS ggü dem Arbeitgeber vorliegen, wenn VE betriebseigen ist.

Wie ist die Haftung einer RS einer VE?

Organhaftung gem 755 OR

Was sind die Aufgaben der RS bei der Prüfung einer VE?

Prüfung, ob:

  • JR und Alterskonti gesetzl Vorschriften entsprechen
  • Organisation, Geschäftsführung sowie Verm.anlage gesetzl und reglementarischen Vorschriften
  • Vorkehrungen zur Sicherstellung der Loyalität  in Verm.verwaltung und Einhaltung Loyalitätsvorschriftenausreichend kontrolliert durch oberstes Organ
  • Verwendung freier Mittel und Überschussbeteiligungen entspr. gesetzl und reglement. Vorschriften verwendet
  • im Falle von Unterdeckung erforderlichen Massnahmen eingeleitet wurden
  • vom Gesetz verlangten Angaben und Meldungen an Aufsichtsbehörde erfolgt

Berichterstattung bei Prüfung Vorsorgeeinrichtung

Grundsätzlich erfolgt Prüfung nach PS

Jahresrechnung besteht aus Bilanz, Betriebsrechnung und Anhang

Verantwortung Stifungsrat
Aufstellung JR gemäss gesetzl Vorschriften, Stiftungsurkunde und den Reglementen
Ausgestaltung u Implementierung Interne Kontrolle
Auswahl und Anwednung sachgemässer ReLe-methoden und angemessene Schätzungen

Verantwortung Experte
Prüfung, ob ausreichend Sicherheiten zur Erfüllung Verpflichtungen und vt Bestimmungen über Leistungen und Finanzierung entsprechen

Verantwortung RS

Prüfungsurteil
JR entspricht schweizerischem Gesetz, Stiftungsurkunde und Reglementen

Berichterstattung aufgrund weiterer gesetzlicher und anderer Vorschriften

Bestätigung Unabhängigkeit RS

Bestätigung der weiteren gem Art 52c / 1 BVG und Art 35 BVV2 vorgenommenen Prüfungen

Empfehlung über Genehmigung der JR

Étudier