Forschungsmethoden
Stichwortliste
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Flashcards
Induktion
Von Einzelfall auf das Gesamte schliessen. Beim induktiven Vorgehen versucht man, ausgehend von wiederholten Einzelbeobachtungen oder einer sorgfältigen Einzelfallanalyse, auf eine generelle Regel zu verallgemeinern. Bsp. Weil wir bisher nur weisse Schwäne gesehen haben, schliessen wir daraus, auf den allgemeinen Fall, dass alle Schwäne weiss sind.
Induktive Schlüsse haben nur Wahrscheinlichkeitscharakter, sie lassen sich nicht begründen oder beweisen und sollten stets kritisch hinterfragt werden.
Gegenteil Deduktion:
Hier sucht der Forscher zunächst eine grundlegende Theorie, die eine Antwort auf eine Frage beinhalten könnte. Bsp. Eine Theorie könnte lauten: Alle Schwäne sind weiss. Darauf wird eine Hypothese abgeleitet wie z.B. "auch die Schwäne in Neuseeland sind weiss". Annahme ist: Wenn Theorie stimmt, dann muss auch die Hypothese stimmen. Trifft die Hypothese nicht zu, kann die Theorie nicht richtig sein.
Inhaltsanalyse (nur qualitativ)
Ist ein Auswertungsverfahren, welche schriftlich vorliegen müssen.
Qualitative Inhaltsanalyse will Texte systematisch analysieren, indem sie das Material schrittweise mit theoriegeleitet am Material entwickelten Kategorie Systemen bearbeitet:
1) Zusammenfassen (Reduktion)
2) Explikation (Ausdeuten)
3) Strukturieren (Querschnitt)
Interview
Sind qualitative Befragungen (Einzel- oder Gruppeninterview).
Item
Die Fragen in Fragebögen werden auch als Items bezeichnet. Ein Item ist eine als Frage oder als Urteil formulierte Aussage, zu der die befragte Person ihre Zustimmung oder Ablehnung – ggf. in unterschiedlicher Intensität – äussern kann.
Kausalhypothesen
Eine Hypothese geht vom Zusammenhang zweier Variablen aus. Eine Änderung der Variablen x bewirkt eine Änderung der Variablen y (Wenn – dann Sätze.
Bsp.: Wenn die Sonne scheint (Variable a), dann gehen die Leute draussen spazieren (Variable b).
Kausalität
Ursache-Wirkung
Begründeter Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung, der sich durch ein weil ausdrücken lässt.
Konfundierung (Störvariable)
Trotz aller Kontrolltechniken kann es durchaus passieren, dass eine Störvariable systematisch mit einer unabhängigen Variable variiert (korreliert), z.B. weil einem die Störvariable nicht bekannt war. Man nennt diesen Sachverhalt Konfundierung von Störvariable und unabhängiger Variable. Tritt dieser Fall ein, kann das Ergebnis natürlich nicht auf die Wirkung der unabhängigen Variable zurückgeführt werden, weil ja die Wirkung der unabhängigen Variable nicht von der der Störvariable getrennt werden kann. Lässt sich eine Konfundierung nicht vermeiden, kann man kein Experiment durchführen. Anstatt aber gar nichts zu untersuchen kann man die Konfundierung auch in kauf nehmen und auf eine nicht-experimentelle Methode (Korrelationsforschung) ausweichen.
Korrelation
Beschreibt eine Beziehung zwischen zwei oder mehreren Variablen/Merkmalen/Ereignissen/Zuständen etc.
Zwischen den Variablen braucht keine kausale Beziehung zu bestehen.
Laborforschung
Mit Labor ist üblicherweise ein spezieller Untersuchungsraum in einem Institut gemeint. Dabei hat der Versuchsleiter die bessere Kontrolle über die Störvariablen und die Operationalisierung von unabhängigen und abhängigen Variablen. Problematisch kann aber bei Laboruntersuchungen die Generalisierbarkeit auf natürliche Situationen werden.
Leitfaden
Anleitung für eine strukturierte Vorgehensweise.
Leitfadeninterview
Ist eine Befragungstechnik der qualitativen Forschung. Es werden vorher festgelegte Fragen gestellt, diese können jedoch sehr offen beantwortet werden. Die Vorgehensweise ist weniger strikt als in den meisten anderen Befragungsmethoden. Es werden keine Antwortmöglichkeiten gegeben. Die interviewten Personen können frei berichten, kommentieren erklären etc.
Literaturanalyse
Hier werden verschiedene Ideen aus bereits verfassten Arbeitspapieren gesammelt. Mit diesen wird demonstriert, dass die derzeitige Forschung etwas Neues darstellt und es somit gerechtfertigt ist, dieses zu untersuchen.
Messen
Beim Messen ordnen wir den Messobjekten Zahlen derart zu, dass bestimmte empirische Relationen zwischen den Messobjekten (z.B. ist ängstlicher als) durch bestimmte numerische Relationen über den Zahlen repräsentiert werden. Die den Messobjekten zugeordneten Zahlen heissen Skalenwerde.
Problemkreise beim Messen:
- Repräsentationsproblem
- Eindeutigkeitsproblem
- Bedeutsamkeitsproblem
- Skalierungsproblem
Nominalskala:
Diese Skala erlaubt lediglich die Bestimmung von Gleichheit oder Verschiedenheit.
Ordinalskala:
Über die Unterscheidung von Gleichheit und Verschiedenheit hinaus ist die Unterscheidung von grösser und kleiner möglich (Rangreihe).
Intervallskala:
Über die Aussagemöglichkeiten der Ordinalskala hinaus sind auch Aussagen über das Verhältnis von Intervallen möglich (Celsius, IQ). Es geht um die Relation der Differenz.
Multivariate Untersuchung = mehrfaktorielles Experiment / Versuchsplan
Experiment, welches die Wirkung mehrerer unabhängiger Variablen zugleich in einem Experiment erforscht.
Beispiel mit zwei unabhängigen Variablen (UV):
UV A mit Stufen a1, a2, a3
UV B mit Stufen b1 b2
Bei diesem Experiment werden alle drei Stufen der UV A mit allen Stufen der UV B kombiniert. Dabei wird jede Kombination als experimentelle Bedingung bezeichnet.
Solche multivariaten Untersuchungen können übersichtlich in einer Matrix dargestellt werden:
Nullhypothese
H0 negiert das Vorliegen eines Effektes:
Wenn die Schwanenpopulation einer Niederlassung zweifarbig ist, dann sind weniger als 10% der Schwäne schwarz
Alternativhypothese:
H1 behauptet das Vorliegen eines Effektes:
Wenn die Schwanenpopulation einer Niederlassung zweifarbig ist, dann sind mindestens 10% der Schwäne schwarz.
Objektivität
Eine Untersuchung sollte so wenig wie möglich von den subjektiven Einstellungen, Erwartungen und Meinungen des Forschenden beeinflusst werden.
Operationalisierung
In einer Hypothese kommen (theoretische) Begriffe vor. Begriffe sind aber nicht direkt beobachtbar. Damit die Hypothese jedoch empirisch überprüft werden kann, müssen die Begriffe der Hypothese beobachtbaren Phänomenen zugeordnet werden. Diese Zuordnung nennt man Operationalisierung.
Bsp. Beobachtbares Phänomen für Aggressivität: Beschimpfen
Beobachtbares Phänomen für Rechtshändigkeit: Jemanden bitten einen Ball zu werden à wenn mit rechter Hand geworfen ist er rechtshändig.
Operationalisierungsliste
Operationalisierungsliste ist ein Begriff, der ebenfalls wissenschaftlich-umgangssprachlich ist und eine Liste meint, in welcher alle operativen Forschungsaktivitäten in chronologischem Abriss aufgelistet sind. Auch die Operationalisierung, die Messbarmachung, in der OP-Liste beschrieben. Mit anderen Worten, die OP-Liste ist ein projektbezogenes, projektbeschreibenden Arbeitspapier, welches als Standard nicht existiert und von jedem Forscherteam in varianter Form erstellt wird… die gesamte Untersuchungsplanung kann in OP-Listen detailliert aufgeschrieben werden.
Parallelisieren (Eliminierung Störvariable)
Zuerst wird eine Störvariable bei jeder einzelnen Versuchsperson gemessen. Danach werden die Versuchspersonen so ein die Gruppen aufgeteilt, dass die Durchschnittswerte der Gruppen möglichst ähnlich sind.
Pfadanalyse (kausale Abhängigkeiten)
Die Pfadanalyse ist ein Teil der Kausalanalyse. Sie bezeichnet eine Form der Untersuchung der Abhängigkeiten zwischen Variablen. Im Rahmen der Analyse werden mittels hergeleiteter Modelle kausale Zusammenhänge zwischen Variablen empirisch überprüft.
Pretest
In allen Fällen, in denen neue, selbst konstruierte Instrumente wie Fragebögen oder Experiment Settings zum Einsatz kommen, ist es ratsam, diese vorab zu testen, um eventuell unverständliche oder zweideutige Formulierungen oder unerwünschte Effekte ausschliessen oder eindämmen zu können.
Programmfragen/Kernfragen
Grundfrage zum Schlüsselproblem.
Die Programmfragen sind die Fragen, die der Auftraggeber der Studie beantwortet haben will. Diese kommen so nicht im Fragebogen vor. Beispiel: Warum kauft eine Hausfrau eine bestimmte Kaffeemarke?
Qualitative Auswertungstechniken
- Globalauswertungen
- Inhaltsanalyse nach Mayring
- Grounded Theory
- Sprachwissenschaftliche Auswertungen
Quantitative Forschung
Bei quantitativer Forschung kommen objektiv messende (standardisierte) Verfahren zum Einsatz. Sie wird verwendet, wenn die Forschungsfrage auf Zusammenhänge möglichst konkreter Variablen bezieht und allgemeingültige Aussagen getroffen werden sollen. "Gibt es einen Zusammenhang zwischen x & y?". Dabei werden die Variablen an einer Stichprobe von Versuchspersonen möglichst exakt gemessen, in eine Zusammenhangs- bzw. Kausalbeziehung gebracht und die erhobenen Daten inferenzstatistisch ausgewertet (Korrelationskoeffizient). Quantitative Verfahren werden meist im Zusammenhang mit dem deduktiven Erkenntnisgewinn verwendet.
Häufig angewandte Verfahren:
- Inferenzstatistische Auswertungsverfahren
- Standardisierte Tests zur Datenerhebung und Korrelationsstudien
- Experimente
Qualitative Forschung
Hier liegt der Fokus eher auf der intensiven Untersuchung weniger bzw. einzelner Fälle. Es werden häufig neue Forschungsfragen generiert und selten präzise Hypothesen geprüft. Sie ist weniger zum Testen von Hypothesen geeignet und sind deshalb eng mit der induktiven Vorgehensweise verbunden.
Es geht um das Verstehen von Phänomenen.
Quasiexperimentelle Untersuchung
Bei einem Quasiexperiment ist der Versuchsleiter in der Lage mindestens eine unabhängige Variable zu variieren, jedoch nicht die Wirkung aller relevanten Störvariablen zu neutralisieren.
Quasiexperimente sind für Untersuchungen im Feld besonders wichtig.
Randomisieren (Eliminierung Störvariable)
Hier wir die Stichprobe nach dem Zufallsprinzip in zwei oder mehrere Gruppen aufgeteilt. Dafür gibt es verschiedene Methoden: Lose, Münzwurf, Zufallszahlen.
Reduktion (bei qualitativer Inhaltsanalyse)
Beim Durchlesen des Inhalts wird alles gestrichen, was nicht wichtig ist. Da dies sehr subjektiv ist, sollten jeweils der ganze Text immer von mehreren Personen gelesen und individuell zusammengestrichen werden.
In einer Konzentrationsmatrix werden die Inhalte den Bedeutungskategorien zugeordnet.
In einem zweiten Schritt wird in einer Ergebnismatrix alles reingeschrieben (im Team).
Am Ende wird alles zusammengefasst und die Erkenntnisse daraus gezogen.
Reliabilität
Reliabilität = Zuverlässigkeit
Valide Ergebnisse sind dann reliabel, wenn die Untersuchung möglichst frei von unerwünschten Einflüssen ist. Eine Wiederholung der Befragung zur Zufriedenheit, die für Sie und mich bereits einmal dieselben Ergebnisse gebracht hat, sollte wiederum zu denselben Ergebnissen führen.
Die Reliabilität beschreibt das Ausmass der Übereinstimmung bei einer wiederholten Anwendung der Instrumente bei der gleichen Stichprobe. Die Grösse der Übereinstimmung kann man mit dem Korrelationskoeffizienten messen.
Reliabilität setzt Objektivität voraus. Wenn eine Untersuchung nicht objektiv ist, kann sie auch nicht reliabel sein.
Repräsentativität
Eigenschaft von Erhebungen, dass diese Aussagen über eine Grundgesamtheit zulassen. Häufig ist damit die Zufallsstichprobe oder Quotenstichprobe gemeint.
Skalen
Nominale Variable, diskret (=abzählbar)
zählt nur die Verschiedenheit der Ausprägungen, es lässt sich jedoch keine Rangfolge feststellen.
Farbe: rot, grün, blau, etc.
Ordinale Variable, diskret
Variable mit Reihenfolge, bei welcher die Rangfolge wichtig ist:
Zuneigung: mach ich sehr, weiss nicht, mag ich nicht
Metrische Variable, diskret oder stetig
Variable mit Reihenfolge, bei welcher Rangfolge wichtig und sich durch die Abstände festlegen lässt, um wie viel besser oder schlechter etwas ist.
Intervallskalierte Merkmale haben keinen Nullpunkt. Dadurch lassen sich die Intervalle nicht vergleichen.
Verhältnisskalierte Variablen haben einen Nullpunkt und die Intervalle können verglichen werden.
Skalenniveau
Nominalskala:
Bei einem Merkmal lässt sich eine Verschiedenheit feststellen, nicht jedoch eine Ordnung oder gar Grösse der Abstände zwischen den Merkmalsausprägungen (Geschlecht, Haarfarbe, Wohnort, Nationalität etc.).
Beispiele:
Nominal: Geschlecht, Haarfarbe
Ordinal: Schulnote, Tabellenplatz
Intervall: Intelligenzquotient
Verhältnisskala: Reaktionszeit, Körpergrösse
Sozialforschung
Bezieht sich auf die Forschung von sozialwissenschaftlichen Themen (Soziologie) mit folgendem Ziel:
- Überprüfung von soz.-wiss. Theorien und Hypothesen (deduktive Vorgehen).
- Entwicklung von soz.-wiss. Theorien und Hypothesen (induktives Vorgehen.
Suggestivfragen
Ist eine Frageform, bei der der Befragte durch die Art und Weise der Fragestellung beeinflusst wird, eine Antwort mit vorbestimmtem Aussageinhalt zu geben, die der Fragesteller erwartet. Die Art und Weise der Frage hat den Zweck, auf das Denken, Fühlen, Wollen oder Handeln einer Person einzuwirken und den Befragten von einer rational bestimmten Antwort abzuhalten.
Bsp. Das Opfer hat sicher um Hilfe gerufen oder?
Stichprobe
Ist eine Gruppe an Versuchspersonen (Untermenge einer Gesamtmenge).
Stichprobenbildung / Auswahlverfahren
Mit/Ohne Zufallsauswahl:
Bei einem Zufallsverfahren hat jedes Element der Grundgesamtheit die gleiche Chance, in die Stichprobe aufgenommen zu werden. Schwierigkeit besteht in hohem Aufwand und hohe Kosten.
Mit/Ohne Schichtung:
Eine geschichtete Stichprobe spiegelt die Verteilung in der Population auf einer bestimmten Variablen wider. (gleicher %-Satz Frauen/Männer in der Stichprobe wie in der Grundgesamtheit.
Typen von Stichproben s. Grafik.
Quotenstichprobe wird vor allem bei Meinungsumfragen verwendet
Stichprobenkennwerte
Arithmetische Mittel
Median
Modus (häufigster Wert)
Streuung
Standardabweichung
Variationskoeffizienz
Störvariable
Beeinflusst ebenfalls die abhängige Variable. Diese soll aber für das Experiment neutralisiert werden.