Forschungsmethoden
Stichwortliste
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Lernkarten
Alternativhypothese
H1 behauptet das Vorliegen eines Effektes:
Wenn die Schwanenpopulation einer Niederlassung zweifarbig ist, dann sind mindestens 10% der Schwäne schwarz.
Nullhypothese
H0 negiert das Vorliegen eines Effektes:
Wenn die Schwanenpopulation einer Niederlassung zweifarbig ist, dann sind weniger als 10% der Schwäne schwarz.
Analytische Statistik, Inferenzstatistik
Trifft Wahrscheinlichkeitsaussagen über Populationswerte. Wir haben demnach Daten aus einer Stichprobe vorliegen, möchten anhand dieser jedoch Aussagen über die Population/Grundgesamtheit treffen. Die Stichprobenverteilung ist die Grundlage für die Verfahren der Inferenzstatistik:
Signifikanztests und Konfidenzintervalle
APA-Regeln
Buch: Generelles Format: APA 7.02
Autor, A. A., Autor, B. B., & Autor, C. C. (jahr). Titel des Buches. Verlagsort: Verlagsname.
Artikel: Generelles Format: APA 7.01
Autor, A. A., Autor, B. B., & Autor, C. C. (jahr). Titel des Artikels. Titel der Zeitschrift, bb, ss-ss. doi:xx.xxxxxxxxxx
Website: Generelles Format:
Autor, A. A., Autor, B. B. & Autor, C. C. (jahr). Titel des Beitrages. Zugriff am [dd.mm.jjjj] unter http://web-adresse
Befragung (-arten)
Quantitative:
Schriftlich (postalisch, online)
Telefonisch
Face-to-face
Qualitative:
Einzelinterviews
Gruppeninterviews
Ziele qualitativer Befragung:
Deskription empirischer Sachverhalte.
Aufstellung von Klassifikation.
Gewinnung von Hypothesen am empirischen Material.
Grundsätzliches zur qualitativen B.:
Nichtnumerisches Material
Wenige Befragte
Erfasst gesamte Komplexität eines Themas
Offene Fragen
Keine vorbestimmten Auswertungsschemas
Strukturierung der Antworten nach Interview
Subjektive Interpretation
Datenanalyse
Jedes Forschungsprojekt erzeugt Informationen => Daten, welche mit wissenschaftlichen Methoden analysiert werden => Datenanalyse! Dies kann sein: Beschreibung der Stichprobenkennwerte, Varianzanalyse, Korrelationsanalyse, Inhaltsanalyse etc.
Deskriptive Statistik
Unter deskriptiver Statistik werden statistische Methoden zur Beschreibung und Auswertung von Daten zusammengefasst. Dies kann in Form von Graphiken und Tabellen geschehen, durch die Errechnung von einfachen Parametern wie dem Mittelwert sowie durch die Berechnung komplexerer Parameter wie der Streuung, der Standardabweichung oder des Korrelationskoeffizienten. Das entscheidende Charakteristikum der deskriptiven Statistik ist es, dass ausschließlich Aussagen zum Datensatz selbst gemacht werden. Deskriptive statistische Parameter beschreiben bei einer Befragung nur, was auf die Teilnehmer einer Befragung/Beobachtung selbst zutrifft. Sollen aus den Daten Schlussfolgerungen für eine Grundgesamtheit getroffen werden, kommen Verfahren der analytischen Statistik zum Einsatz. Ein Beispiel: In einer Befragung geben 10.000 Befragte an, wie viel Geld sie monatlich verdienen und wie viel Geld sie im Jahr für Urlaubsreisen ausgeben. Der berechnete Korrelationskoeffizient zeigt, dass ein Zusammenhang zwischen Einkommen und Ausgabebereitschaft im Urlaub besteht. Diese Schluss gilt aber nur für die Befragten selbst – der Rückschluss auf die Grundgesamtheit, für die die Befragten stehen sollen, ist erst nach einem Signifikanztest möglich. Dieser Test ist Teil der analytischen Statistik.
Einfaktorielles Experiment
Viele unabhängige Variablen haben mehr als zwei Stufen. Z.B. Länge der Pause beim Lernen mit oder ohne Pause. Die Länge der Pause ist eine kontinuierliche Variable und hat sehr viele Stufen. Daher ist es sinnvoll nicht nur Lernen Ohne Pause mit Lernen mit einer Pause von 30 Minuten zu vergleichen sondern eine ganze Reihe von Pausenlängen als unabhängige Variable-Stufen in das Experiment einzubeziehen (5min, 10 min etc.).
Mit einfaktoriellen Experimenten werden hauptsächlich Hypothesen geprüft, die Behauptungen über Unterschiede aufstellen).
Dadurch kann man auch Werte herausfinden, bei denen die unabhängige Variable am stärksten wirkt (z.B. welche Länge der Pause am meisten beim Lernen wirkt).
Einstellungsmessung
Ziel der Einstellungsmessung ist die empirische Überprüfung der Theorie des geplanten Verhaltens.
Eliminierung von Störvariablen
Eine Störvariable kann man entweder als unabhängige V in das Experiment mit einbeziehen (und damit ihre Wirkung aktiv erforschen) oder man muss sie kontrollieren und ihre Wirkung somit ausschalten. Kontrollieren kann man sie entweder durch Parallelisieren oder Randomisieren.
Empirie
Ist eine methodische Sammlung von Daten. Empirische Forschung findet simuliert in einem Labor oder direkt auf dem Feld statt.
Eine empirische Vorhersage wird aus einer Sachhypothese entwickelt, auf der Basis der Operationalisierung, des Versuchsplans, der Art und Weise der Kontrolle der Störvariablen, der Stichprobe und des fachlichen und methodischen Hintergrundwissens.
Erhebungsmethoden
Qualitative Erhebung:
Datengewinnung:
- qualitative Befragung
- qualitative Beobachtung
- Experimente
- qualitative Inhaltsanalysen
Quantitative Forschung:
- quantitative Befragung (telefonische, persönliche)
- quantitative Beobachtung
quantitative Inhaltsanalyse
Evaluation
Die Evaluationsforschung befasst sich im Kern damit, die Wirkung und Wirksamkeit von durchgeführten Massnahmen zu erheben, beziehungsweise Projekte auch zu begleiten.
Experiment (echtes)
Hat 2 Voraussetzungen:
- Der Experimentator verändert systematisch mindestens eine Variable und registriert, welchen Effekt diese aktive Veränderung bewirkt.
- Gleichzeitig schaltet er die Wirkung von anderen Variablen aus (Störvariablen)
Bsp. Lernen mit Pausen effektiver als ohne.
Beim echten Experiment werden Versuchspersonen in 2 Gruppen eingeteilt und beobachtet. Dabei wird geschaut, dass beide Gruppen etwa ähnliche Voraussetzungen haben (Störvariablen verhindern). Dadurch können Unterschiede auf die veränderte Variable zurückgeführt werden
Bei einem echten Experiment ist der Versuchsleiter in der Lage mindestens eine unabhängige Variable zu variieren und die Wirkung relevanter Störvariablen zu neutralisieren.
Ein Experiment findet in natürlicher (Feld) oder künstlicher (Labor) Umgebung statt.
Experimentelle Forschung
Das Experiment ist eine definierte Versuchsanordnung in der die Wirkung von unabhängigen Variablen auf abhängigen Variablen festgestellt wird.
Experimentgruppen
Experimentalgruppe -> Untersuchung eines Effekts durch Beeinflussung einer unabhängigen Variablen.
Kontrollgruppe -> Untersuchung eines Effekts ohne Beeinflussung einer unabhängigen Variablen.
Experiment (ein- oder mehrfaktoriell)
Beschreibt die Klassifikation nach der Zahl der unabhängigen Variablen:
Einfaktoriell:
Eine unabhängige Variable wird in ihrer Auswirkung auf eine oder mehrere Abhängige Variablen untersucht.
Mehrfaktoriell:
Mehrere Unabhängige Variablen werden in ihren Auswirkungen auf eine oder mehrere Abhängige Variablen untersucht.
Experiment (univariates oder multivariates)
Beschreibt die Klassifikation nach der Zahl der abhängigen Variablen:
univariates Experiment: Die Wirkung einer oder mehrerer unabhängiger Variablen auf eine einzelne abhängige Variable wird untersucht.
multivariates Experiment: Mehrere unabhängige Variablen werden in ihren Auswirkungen auf eine oder mehrere Abhängige Variablen untersucht.
Explikation (-matrix)
Die Explikationsmatrix ist die Ergebnismatrix der mayringschen Qualitativen Inhaltsanalyse, - leider hat die Wissenschaft nicht immer die genau gleichen Begriffe.
Exploration
Ein Forschungsziel, bei dem in Fällen geringen Vorwissens und weniger Information über den Forschungsgegenstand sehr offen Daten erhoben werden, um sich ein Bild zu machen.
Falsifikation
Ablehnung der Gültigkeit einer Hypothese oder Theorie.
Fragebogen
Erstellung Fragebogen:
- Problem – Forschungsfragen – Hypothesen
- Prüfen, gibt es einen erprobten Fragebogen?
- Befragungsprogramm definieren
- Zentrale Kernfragen (max. 5)
- Diese in weitere Textfragen ausformulieren
- Reihenfolge der Fragen kontrollieren
- Fragebogen erstellen und layouten
- Fragebogen testen
- Fragebogen überarbeiten
- Erstellung definitiver Fragebogen
- Fragebogen einsetzen
Checkliste:
- Einleitungsstatement
- Beginn; Interesse wecken
- Mitte:
- Klarer thematischer Aufbau
- Klare Antwortkategorien
- Schwere und leichte Fragen abwechseln
- Wechsel von Fragetechniken
- Überleitungssätze
- Schluss: Sozialstatistik
Fragebogenstudie
Eine sog. Fragenbogenstudie ist eine Erhebung, welche mittels z.B. schriftlichem oder elektron. Fragebogen durchgeführt wird. Der Begriffe „Fragenbogenstudie“ erscheint mir ein populistischer, beschreibender Begriff zu sein, der wissenschaftlich-umgangssprachlich zu verstehen ist.
Frageformen und –regeln
Alternativfrage:
Ja / Nein Antwort
Skalenfrage:
Wahl zwischen mehr als 2 Kategorien (Ordinal- oder Intervallskala)
Katalogfrage:
Qualitativ verschiedene Antwortmöglichkeiten (Nominal)
Regeln Fragebogen:
Anfang: leichte Interesseweckende Fragen
Mitte: thematisch schwierige und wichtige
Ende: Demografie / Routinefragen
Regeln Formulierung von Fragen:
- einfach und gut verständlich
- keine Fachbegriffe, Fremdwörter etc.
- keine langen verschachtelten Sätze oder ungewöhnliche Satzstrukturen
- keine zu abstrakten oder komplizierten Sachverhalte
- Problematisch sind Fragen, deren Beantwortung möglicherweise zu hohe Anforderungen an die mentale oder kognitive Leistungsfähigkeit des Befragten stellt
- Keine Verneinungen
- Keine vervielfachten Fragen (sie sehr mögen Sie Semesterferien und Ferienjobs?)
Wenn erforderlich und möglich sollte nicht nur eine einzelne Frage verwendet werden, um einen interessierenden Aspekt oder Sachverhalt zu beleuchten.
Feldforschung
Empirische Forschungsmethode zur Erhebung empirischer Daten mittels Beobachtung und Befragung im natürlichen Kontext/Umfeld. Man untersucht eine Gruppe indem man sich in deren Lebensraum begibt und das Alltagsleben zeitweise teilt. Mithilfe eines oder mehrerer Informanten und durch gezieltes Fragestellen sowie teilnehmende Beobachtungen werden wissenswerte Informationen über die betreffende Gruppe gesammelt. Dabei versuchen Forscher möglichst objektiv zu beobachten.
Forschungsbericht
Literatur
Einleitung
Problemstellung
Forschungsgegenstand
Theorie
Hypothesen
Methoden
Erhebung
Auswertung
Diskussion
Fazit
Forschungsdesign = Forschungsansatz
Legt die grundlegende Vorgehensweise zur Beantwortung der Fragestellung fest (Experiment, Korrelationsstudie etc.).
Forschungsfrage
Im Rahmen explorativer Untersuchengen, bei denen noch kein genaues Bild von dem vorhanden ist, was erwartet wird, ist die präzise Festlegung einer Forschungsfrage oft schwierig. Wenn jedoch deskriptive, hypothesentestende oder evaluative Ziele verfolgt werden, kann man genau festlegen, was die Untersuchung bringen soll. Dazu müssen die zu untersuchenden Variablen klar benannt werden, anders können keine Hypothesen aufgestellt werden.
Forschungsmethoden
- Befragungen
- Beobachtungen
- Experiment
Forschungsprojekt
Forschungsprojekt = strukturiertes, methodengerechtes Forschungsvorhaben, zur Lösung einer Forschungsfrage.
Als Forschungsprojekt bezeichnet man eine zeitlich begrenzte Arbeit an einem Beitrag zur wissenschaftlichen Forschung. Die zentralen Inhalte für ein Forschungsprojekt sind eine wissenschaftliche Untersuchung des Forschungsgegenstands und die abschließende Veröffentlichung der Ergebnisse.
Beispiele sind Dissertationsprojekte und Postdoc-Projekte. Auch Forschungsaufträge und Forschungskooperationen sind Möglichkeiten wie Forschungsprojekte realisiert werden können. Die Finanzierung von einem Forschungsprojekt kann durch gezielte Forschungsförderung erfolgen.
Forschungsprozess, -ablauf
- Idee Problem
- Literatursichtung und Recherche
- Forschungsfrage
- Theoriebildung
- Begriffsdefinition und Variablen definieren
- Operationalisierung der Variablen
- Festlegung der Untersuchungsart und Methode
- Auswahl der Untersuchungsobjekte
- Durchführung
- Auswertung
- Forschungsbericht
Forschungsziel
Quantitative Forschung:
- Prüfung von Forschungshypothesen
- Analyse von Forschungsfragen
Qualitative Forschung:
- Beschreibung empirischer Sachverhalte und sozialer Prozesse
- Aufstellung von Klassifikationen oder Typologien
- Gewinnung von Hypothesen am empirischen Material
Überprüfung von Forschungshypothesen ist nicht möglich
Gegenhypothese
Analog zu Alternativhypothese (Alternativhypothese = Gegenhypothese)
Grundgesamtheit, Universum, Population
Grundgesamtheit = N
Alle vorhandenen n’s zusammengezählt. Z.B. alle in der Schweiz lebenden Menschen. Daraus kann eine Stichprobe gezogen werden.
Gütekriterien (bei quantitativer Forschung)
Ob eine Studie gute Ergebnisse liefert, hängt von der Einhaltung bestimmter Gütekriterien ab. Zu diesen Kriterien zählen Objektivität, Validität, Reliabilität und Repräsentativität.
Objektivität:
Das Ergebnis einer Untersuchung oder eines Tests muss theoretisch und empirisch nachvollzogen werden können. Bei der Objektivität wird die Unabhängigkeit des Testresultats von den situativen Testbedingungen, vor allem aber auch von den Personen, die den Test durchführen, ausgewertet und die Testresultate interpretiert.
Reliabilität:
Bezeichnet die Zuverlässigkeit und Beständigkeit einer Untersuchung. Reliabel ist ein Instrument dann, wenn es bei einem relativ gleich bleibenden Verhalten gleiche oder ähnliche Ergebnisse liefert.
Validität:
Beurteilt, ob eine Untersuchung auch das gemessen hat, was sie messen wollte. (z.B. ob ein Intelligenztest auch wirklich die Intelligenz misst).
Die Gütekriterien sind nicht nur relevant beim Schluss von der statistischen Hypothese und der empirischen Vorhersage auf die Bestätigung oder Falsifikation der Hypothese. Sie spielen eine besonders wichtige Rolle bei der Beurteilung von widersprechenden Ergebnissen verschiedener Experimente.
Gütekriterien (qualitative Forschung)
Die Gütekriterien der quantitativen Forschung können nicht eins zu eins auf die qualitative Forschung übertragen werden (da Ziele und Vorgehensweise unterschiedlich sind).
Verfahrensdokumentation:
Um den gesamten Forschungsprozess für andere nachvollziehbar zu machen, müssen alle gewählten Vorgehensweisen sorgfältig dokumentiert werden.
Argumentative Interpretationsabsicherung:
Dadurch wird die Interpretation abgesichert. Der Forscher muss dafür über ein angemessenes Vorwissen verfügen, das ihn in die Lage zu theoriegeleiteten Deutungen versetzt.
Regelgeleitheit:
Trotz Offenheit ggü. dem Untersuchungsgegenstand, darf nicht ein völlig unsystematisches Vorgehen resultieren.
Nähe zum Gegenstand:
Wird erreicht, in dem man möglichst nahe an der Alltagswelt der beforschten Subjekte anknüpft.
Kommunikative Validierung:
Die Ergebnisse werden den beforschten Personen nochmals vorgelegt und mit ihnen diskutiert. Stimmen sie mit den Befunden überein, so kann das ein wichtiges Argument zur Absicherung der Ergebnisse sein.
Triangulation:
Für die Fragestellung werden unterschiedliche Lösungswege entworfen und die Lösungen entsprechend verglichen.
Hypothesen / Konditionalsatz
Ist eine Vermutung über eine Gesetzmässigkeit. Aus einer Hypothese formuliert man eine empirische Vorhersage und gleicht diese mit der Wirklichkeit ab.
Anforderung an Hypothese:
Empirisch prüfbar
Allgemein gültige Behauptung
Formalstruktur eines Konditionalsatzes
Falsifizierbarkeit
Hypothesenarten
- Nullhypothese
- Alternativhypothese
- Gegenhypothese
- Kausalhypothese
- Veränderungshypothesen
- Unterschiedshypothese
- Zusammenhangshypothese
Indikator
Als Indikatoren werden auch die Zuordnung von Begriffen bestimmter Phänomene (bei der Operationalisierung) bezeichnet (siehe Abschnitt Operationalisierung).