Personalvorsorge - Rechnungswesen

Thema Rechnungswesen, Rechnungslegung, FIBU Ausbildung Personalvorsorge

Thema Rechnungswesen, Rechnungslegung, FIBU Ausbildung Personalvorsorge


D. W.
Diese Lernkarten behandeln die Grundlagen der Personalvorsorge und des Rechnungswesens, wobei sie sich auf Themen wie Jahresrechnung, Betriebsrechnung, GAAP, Buchhaltung und Planung konzentrieren. Sie decken auch die Rolle der Revisionsstelle, die Vermögensanlage und die gesetzlichen Grundlagen ab. Diese Lernkarten sind besonders nützlich für Fachleute im Finanzbereich, die sich mit der Personalvorsorge und der korrekten Buchführung befassen, um die Transparenz und Sicherheit in der Berichterstattung zu gewährleisten.
Karten
50
Lernende
10
Sprache
Deutsch
Kategorie
Finanzen
Stufe
Andere
Erstellt / Aktualisiert
17.03.2017 / 12.06.2021

Cartes-fiches

1) Wie lauten die 10 Kapital im Anhang einer Jahresrechnung?

Siehe Swiss GAAP FER 26:

1. Grundlagen und Organisation

2. Aktive und Rentner

3. Art der Umsetzung des Zwecks

4. Bewertungs- und Rechnungslegungsgrundsätze, Stetigkeit

5. Versicherungstechnische Risiken, Deckungsgrad

6. Erläuterung der Vermögensanlage und des Netto-Ergebnisses aus der Vermögensanlage

7. Erläuterung weiterer Positionen der BIL und BR

8. Auflagen der Aufsichtsbehörde

9. Weitere Informationen mit Bezug zur finanziellen Lage

10. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

1) Erkläre das Realisationsprinzip

Das Realisationsprinzip verlangt, dass mutmassliche Gewinne erst bei der Realisierung ausgewiesen werden dürfen (mutmassliche Verluste müssen aber jederzeit ausgewiesen werden).

1) Nenne die drei Bilanztheorien

- statische Bilanzauffassung

- dynamisch Bilanzauffassung

- organische Bilanzauffassung

1) Erkläre den Begriff des "versicherungstechnischen Deckungskapitals"

Es handelt sich um den Betrag, der am Bilanzstichtag erforderlich ist um alle Verpflichtungen auf Versicherungsleistungen zu decken.

1) Welches sind die Aufgaben der Bilanz?

- Rechenschaftsablage

- Kontrolle (Staat, Kontrollstelle)

- Grundlage für technisches Gutachten

1) Welche Bilanztypen kennen Sie?

- Gründungsbilanz

- Eröffnungsbilanz

- Sanierungsbilanz

- Liquidationsbilanz

- Konkursbilanz

- Fusionsbilanz

- Umwandlungsbilanz

1) Was verstehst Du unter Bilanzwahrheit?

Die formelle Bilanzwahrheit verlangt die Vollständigkeit der Bilanz inklusive deren Übereinstimmung mit den Einzelkonti.

Die materielle Bilanzwahrheit beinhaltet die Bewertungsregeln nach Gesetz bzw. den allgemein anerkannten kaufmännischen Grundsätzen (a.a.k.G -> GAAP)

1) Wird der Anhang der Jahresrechnung von der Revision geprüft?

Ja, da dieser ein integrierter Bestandteil der Jahresrechnung darstellt.

1) Umschreibe das Bruttoprinzip

Keine Verrechnung von Aktiven und Passiven bzw. Aufwand und Ertrag (z.B. Zinsaufwand/Zinsertrag)

1) Wo wird die Bildung einer Rückstellung für a.o. Liegenschaftsrenovationen in der Betriebsrechnung verbucht?

Nirgends. Rückstellungen für a.o. Liegenschaftsrenovationen sind nach dem 01.01.2005 aufgrund von Swiss GAAP FER 26 nicht mehr erlaubt, welshalb eine Verbuchung in der Betriebsrechnung entfällt.

2) Welche Aufgaben übernimmt die Buchhaltung?

Registratur der wirtschaftlichen Vorgänge

Information über die wirtschaftliche und finanzielle Lage

2) In welchem Gesetz/welchen Gesetzen ist/sind die Buchführungsvorschriften geregelt?

OR Art. 957 ff (allgemeine Buchfürhungsvorschriften)

BVG und BVV2 (Bewertungs- und Anlagevorschriften)

FER26

2) Wann gilt eine Buchhaltung als ordnungsgemäss geführt?

Wenn die folgnden Kriterien erfüllt sind:

vollständig - wahl - klar - à jour - systematisch angelegt - zweckmässig organisiert - nachprüfbar

2) Woher kommt der Begriff "doppelte Buchhaltung"?

Jeder Vorgang wird doppelt aufgezeichnet (Soll und Haben). Deshalb muss der Soll-Umsatz dem Haben-Umsatz entsprechen

2) Welche wichtige Kontrolle liegt dem System der doppelten Buchhaltung zu Grunde?

Kontrolle durch den doppelten Erfolgsnachweis. Das Ergebnis wird sowohl in der Bilanz wie auch in der Betriebsrechnung nachgewiesen.

2) Woraus besteht die Jahresrechnung einer PVE?

Bilanz, Betriebsrechnung und Anhang (gem. Swiss GAAP FER 26)

2) Worin liegt der Zweck eines Kontenrahmens?

In der Vereinheitlichung des Rechnungswesens durch eine systematische, grobe Gliederung als Rahmen für eine gewisse Formgebung.

2) Welchen allgemeinen Grundsätzen sollte ein Kontenrahmen genügen?

- Anpassungsfähigkeit (Grösse, versicherungstechnische Ausgestaltung)

- Klarheit und Übersichtlichkeit (einprägsame Gliederung)

- Zweifelsfreie Abgrenzung (Inhalt der Konten)

- Leicht auswertbare Resultate (wirtschaftliche und finanzielle Lage)

2) Welche Kontenklassen kennt der Schweizer Kontenrahmen für PVE's?

1     Aktiven                                        Bilanz
2    Passiven                                      Bilanz

3    Aufwand (Stiftung und Vers)        Betriebsrechnung
4    Ertrag (Stiftung und Vers)            Betriebsrechnung

5    Aufwand (Spareinrichtung)          Spareinrichtung
6    Ertrag (Spareinrichtung)              Spareinrichtung

7    Liegenschaftsrechnung

8    Abschlusskonten

9/0 frei

2) Weshalb ist die Abklärung es/der Versicherungsträger für die Erstellung des Kontenplans wichtig?

Die Frage wer Risiken trägt gibt di Hinweise, ob Konten für das Deckungskapital und/oder die Beziehung mit Versicherungsgesellschaften benötigt werden.

4) Was besagt die Höchstwertvorschrift?

Sie definiert die Bewertungsobergrenze und lässt Tieferbewertungen zu.

4) Wie sind die folgenden Bilanzpositionen im Abschluss zu bewerten:

- Flüssige Mittel?
- Darlehen beim Arbeitgeber?

Beide sind zum Nominalwert zu bewerten. Bonitätsrisiken sind gegebenenfalls durch Delkredere (Rückstellungen) zu berücksichtigen.

4) Wie sind die folgenden Bilanzpositionen im Abschluss zu bewerten?

- Obligationen
- Aktien (in der Schweiz kotiert)

Beide werden zum aktuellen Marktwert (Börsenkurs) bewertet.

4) Welcher Vorteil bietet die indirekte gegenüber der direkten Abschreibung?

Der ursprüngliche Wert bleibt als Information erhalten. Ferner sind die darauf kumulierten Abschreibungen ebenfalls ersichtlich.

4) Welche Funktion und Bedeutung kommt den Rechnungsabgrenzungsposten zu?

Richtigkeit und Vollständigkeit der Jahresrechnung.

Vergleichbarkeit mit Vorjahren

Konstante Grundlage für Analysen und Statistiken

4) Wie heissen die typischen versicherungstechnischen Rückstellungen?

Deckungskapital.

In der Buchhaltung wird es als Nettogrösse (Barwert der Leistungen abzüglich Barwert der Beiträge) dargestellt.

5) Worin liegt der Wert der Planung als Instrument der Unternehmensführung?

Die Planung stellt Richtlinien für das Erreichen der Unternehmensziele dar. Sie gibt an, mit welchen Mitteln und Massnahmen die angestrebten Vorgaben erreicht werden können.

5) Wie ist der Begriff "Planung" definiert?

Planung bedeutet, sich Gedanken über das künftige Geschehen zu machen. Diese Überlegungen werden in einer systematischen Form festgehalten. Durch Vergleiche der Plangrössen mit den IST-Werten können nach Ablauf der Planungsperiode Korrekturen und Massnahmen für die künftige Geschäftstätigkeit ergriffen werden.

5) Was versteht man unter einem Plan?

Der Plan als Resultat des Planungsprozesses ist eine Zusammenfassung von Sollwerten. Er bildet die Grundlage für den Soll/Ist-Vergleich.

5) Welche Teilpläne umfasst das System der Unternehmensplanung?

Für die Erstellung einer Finanzplanung werden die Einnahmen- und Ausgabenplanung sowie die Vermögensplanung benötigt.

5) Welches sind die drei Planungsebenen (Planungshorizonte)?

- langfristige Ebene

- mittelfristige Ebene

- kurzfristige Ebene

5) Wie lassen sich die Zeiträume bei der Planung abgrenzen?

- kurzfristig: bis 1 Jahr

- mittelfristig: 1 - 3 Jahre

- langfristig: ab 4 Jahren

5) Bei welcher Planung (kurz-, mittel- oder langfristig) ist der Grad der Genauigkeit am grössten?

 

Der Grad der Genauigkeit, Vollständigkeit, Detailliertheit und Flexibilität ist bei einer kurzfristigen Planung am höchsten.

5) Was ist unter einer rollenden Planung zu verstehen?

eine Plandurchführung, bei der eine laufende Überarbeitung der gesamten Planung erfolgt.

5) Welches sind die Instrumente der Finanzkontrolle?

Statische Instrumente wie Aufstellung über die Geldmittel, Liquiditätsstatus, dynamische Instrumente wie Mittelveränderungsbilanz , Kapitalflussrechnung.

5) Was versteht man unter Nettoumlaufvermögen?

Das Nettoumlaufvermögen ergibt sich als Differenz zwischen dem Umlaufvermögen (Flüssige Mittel, Forderungen, Waren) abzüglich der kurzfristigen Schulden (Lieferanten, kurzfristige Bankschulden).

5) Wie wird der Liquiditätsstatus gegliedert?

Der Liquiditätsstatus wird in drei Stufen unterteilt:

1. Zahlungsbereitschaft
(Cash Ratio - Zahlungsmittelstand abzügl. kurzfr. Fremdkapital)

2. Liquidität der Umlaufbilanz
(Quick Ratio - Zahlungsmittel + Forderungen abzügl. kurz- und mittelfristiges Fremdkapital)

3. Gesamtliquidität
(Current Ratio - Aktiven abzügl. Fremdkapital)

5) Welches sind die Grundsätze der Vermögensanlage)?

- Liquidität
- Sicherheit
- Risikoverteilung
- Realwerterhaltung
- Rendite

5) Warum sollten die Renditeüberlegungen langfristig ausgerichtet sein?

Kurzfristige Schwankungen auf dem Geld- und Kapitalmarkt können aufgefangen werden. Die Leistungsberechnungen für die Versicherten sond von einem festen technischen Zinsfluss abhängig.

6) Welches ist die gesetzliche Grundlage für die Erstellung der Jahresrechnung und der Berichterstattung?

Aufgrund der Art. 47, 48 und 48a BVV2 ist die Jahresrechnung nach den Vorschriften von Swiss GAAP FER 26 zu errichten. Die Pflicht zur Berichtestattung ergibt sich aus Artikel 89bis, Abs. 2, ZGB:

"Die Stiftungsorgane haben dem Begünstigten über die Organisation, die Tätigkeit und die Vermögenslage der Stiftung den erforderlichen Aufschluss zu erteilen"

Study