Logistik für technische Kaufleute

Kapitel 10 Produktionssteuerung

Kapitel 10 Produktionssteuerung


A. M.
Diese Karteikarten bieten einen umfassenden Überblick über logistische Prozesse für technische Kaufleute, einschließlich Auftragsmanagement, Produktionsplanung und -steuerung. Sie behandeln Konzepte wie Auftragsfreigabe, Kapazitätsüberwachung, Materialfluss und verschiedene Systeme wie Kanban, MRP und OPT. Die Lernkarten sind besonders nützlich für Fachkräfte, die logistische Abläufe optimieren und effizient steuern möchten, um Produktionsprozesse zu verbessern und Ressourcen optimal zu nutzen.
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Créé / Mis à jour
20.02.2017 / 18.09.2022

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Aus welchen 2 Hauptaufgaben besteht die Produktionssteuerung?

Die Produktionssteuerung beinhaltet die Veranlassung, Überwachung und Regelung der bestehenden Produktionsprozesse

  • Die Hauptaufgaben lauten:
    • Auftragsveranlassung
      • Ablaufplanung
      • Auftragsfreigabe
      • Arbeitsverteilung
    • Auftragsüberwachung
      • Auftragsfortschrittüberwachung
      • Kapazitätsüberwachung
      • Wareneingangsüberwachung
      • Bestellauftragüberwachung

Was beinhaltet die Ablaufplanung?

  • Aufgabe der Ablaufplanung ist die Minimierung der Durchlaufzeit und die zeitliche Verteilung der Aufträge zur Erreichung einer optimalen Auslastung der Kapazität.
  • Die Ablaufplanung beschäftigt sich mit der Lösung des Problems, in welcher Reihenfolge welche Aufträge von welchen Maschinen und Arbeitskräften zu welchen Terminen bearbeitet werden sollen.
  • Die Ablaufplanung muß die Produktion der verschiedenen Aufträge sachlich und zeitlich an die Kapazitäten der vorhandenen Maschinen anpassen.
  • Die Ablaufplanung ist eine kurzfristige Produktionsplanung

Wie lauten Prioritätsregeln beim ermitteln der Reihenfolgen der Aufträge?

Siehe Abbildung

  • In allen Fällen ist die Prioritätsreihenfolge so zu wählen, dass der Liefertermin eingehalten werden kann
  • Die Prioritätsregeln sind auch auf ihre Auswirkungen auf folgende Punkte zu analysieren:
    • Kapazitätsauslastung
    • Durchlaufzeiten
    • Lagerkosten
    • Terminabweichungen

Was beinhaltet die Auftragsfreigabe?

  • Die Auftragsfreigabe erfolgt unmittelbar vor dem Fertigunsstart
  • Die Auftragsfreigabe setzt eine Erfolgreiche Verfügbarkeitsprüfung voraus und kontrolliert ob Folgendes am Arbeitsplatz verfügbar ist:
    • Materialien
    • Werkzeuge
    • Informationen
    • Unterlagen
    • Kapazitäten 

Was beinhaltet die Arbeitsverteilung?

  • Die Fertigungsaufgaben werden den verantwortlichen Arbeitsplätzen zugewiesen
  • Unterschieden wird zwischen der Arbeitsverteilung durch eine zentrale oder dezentrale Organisation

Für was braucht es eine Kapazitäts- und Auftragsüberwachung?

 

  • Es wird sichergestellt ob die fertigungsbezogenen Plandaten eingehalten werden 
  • Die Überwachung muss folgende Anforderungen erfüllen:
    • Die Kontrolle muss zeitgleich mit der Produktion stattfinden
    • Der Soll-Ist-Vergleich muss wesentliche Abweichungen aufzeigen
    • Störungen im Produktionsprozess müssen berücksichtigt werden
    • Die Kontrolle muss rasch geschehen, damit rechtzeitig Korrigiert werden kann
    • usw.

Was ist ein BDE-System?

  • Zur Vereinfachung der Betriebsdatenerfassung wurden BDE-Systeme entwickelt die schneller und genauer folgende Ist-Daten aufnehmen und analysieren:
    • Auftragsbezogene Daten
      • Produzierte Menge
      • Qualität
      • Ausschuss
      • Anfangs- und Endtermine
      • Terminüberschreitungen
      • Pufferzeiten
    • Maschinenbezogene Daten
      • Ausbringung
      • Auslagerungsgrad
      • Rüst- und Ausfallzeiten
    • Materialbezogene Daten
      • Bestände
      • Zu- und Abgänge
      • Qualitätsfehler
      • Verbrauchsabweichung
    • Mitarbeiterbezogene Daten
      • Bestände
      • Arbeitszeiten
      • Auslastungsgrad
      • Anwesenheitszeiten
      • Zeitgrad

Was wird hauptsächlich bei der Kapazitätsüberwachung überprüft?

Es werden maschinen- und mitarbeiterbezogenen Ist-Daten mit Soll-Daten verglichen

Was bedeutet Arbeitsintensität?

  • Die Arbeitsintensität gibt Aufschluss über die Produktionsgeschwindigkeit, zum Beispiel:
    • Arbeitsgeschwindigkeit eines Webstuhls
    • Bandgeschwindigkeit eines Montagebands
    • Durchsatzgeschwindigkeit eines Hochofens
    • Druckgeschwindigkeit eines Farbdruckers
    • Fertigungsgeschwindigkeit einer Transferlinie
    • Laufgeschwindigkeit einer Papiermaschine
    • Reaktionsgeschwindigkeit eines chemischen Prozesses
    • Schnittgeschwindigkeit einer Maschine (z. B. in der Bohrerei, Dreherei, Fräserei)
    • usw.

Wie wird die Arbeitsintensität 1 (Geschwindigkeit) berechnet?

  • Siehe Abbildung
  • Je höher das Resultat ist, desto besser

Wir wird die Arbeitsintensität 2 (Erlös) berrechnet?

  • Siehe Abbildung
  • Je tiefer das Resultat ist desto besser

Was ist der Unterschied zwischen minimale, maximale und optimale Arbeitsintensität?

  • Die minimale Intensität entspricht der geringstmöglichen Intensität bei kleinstmöglicher Laufgeschwindigkeit des Betriebsmittels.
  • Die maximale Intensität entspricht der grösstmöglichen Intensität bei höchstmöglicher Laufgeschwindigkeit des Betriebsmittels.
  • Die optimale Intensität entspricht derjenigen Intensität, bei der die Kostenstruktur des Betriebsmittels am günstigsten ist. Sie wird auch als ökonomische Intensität bezeichnet, bei der eine abgegebene Leistung die niedrigsten Stückkosten aufweist.

Was wird hauptsächlich bei der Auftragüberwachung überprüft?

  • Es werden auftrags- und materialbezogene Ist-Daten mit Soll-Daten verglichen
    • Einzelauftragskontrolle
      • Jeder Auftrag wird einzeln überwacht
    • Fertigungsfortschrittskontrolle
      • Fertigungsaufträge werden über einen längeren Zeitraum überwacht

Welche computerbasierende Systeme helfen bei der Produktionsplanung und -steuerung (PPS)?

Siehe Abbildung

  • Folgende Vorteile ergeben sich durch diese Systeme:
    • Automatisierung der Fertigung
    • Beschleunigung der Fertigung
    • Beschleunigung der Fertigungsvorbereitung
    • Beschleunigung des Waren- und Informationsflusses
    • Erleichterung der Entwicklung und Konstruktion
    • Senkung der Produktionskosten
    • Senkung der Materialkosten
    • Verbesserung der Produktqualität
    • Vereinfachte Datenerfassung
    • usw.

Was beinhaltet das CIM-Konzept?

  • Computer Integrated Manufacturing
  • Enge Bindung von Beschaffung, Produktion und Vertrieb
  • Integrietes, computerbasierendes System zur Automatisierung des Fertigungsprozesses
  • Steuerung über das lokale Netzwerk (LAN)
    • Datenverarbeitungs- und Datenspeicherungstechnik
    • Steuerungs- und Regelungstechnik (z. B. Maschinen mit NC-Steuerung)[1]
    • Automatische Fertigungssysteme (z. B. Roboter zur Bestückung von Maschinen und Anlagen mit Werkstücken)
    • Automatische Lagersysteme (z. B. computergesteuerte Hochregallager)
    • Automatische Transportsysteme (z. B. computergesteuerte Fördermittel)

Wie lauten organisatorische Konzepte die in der Produktionsplanung und -steuerung anwendung finden?

  • Management Resources Planning (MRP)
    • Erweitert die begrenzte material- und mengenbezogene Sichtweise um die Kapazitätsplanung
    • Die Produktionsmenge wird mit den vorhandenen Kapazitäten abgestummen
  • Optimized Production Technology (OPT)
    • Der Materialfluss wird optimiert
    • Ausfindigmachen von Engpasskapazitäten
  • Kanban
    • Ist eine verbrauchsorientierte Produktionssteuerung
  • Belastungsorientierte Auftragsfreigabe (BOA)
  • Fortschrittskennzahlen-Konzept

Was ist Management Ressource Planning (MRP)?

 

  • Erweitert die begrenzte material- und mengenbezogene Sichtweise um die Kapazitätsplanung
  • Die Produktionsmenge wird mit den vorhandenen Kapazitäten abgestummen
  • Das MRP wird von verschiedenen Planungsebenen erstellt
  • Innerhalb einer hierarchischen Ebenen gibt es verschiedene Module
  • Die Ergebnisse einer Planungsebene ist die Vorgabe für die nächste Ebene
  • Es wird von unten nach oben geplant

Was ist Optimized Productions Technology (OPT)?

  • Der Materialfluss wird optimiert
  • Die Planung orientiert sich an den Engpasskapazitäten
  • Ausfindigmachen von Engpasskapazitäten
  • Das Produktionsnetzwerk wird in einen kritischen und unkritischen Bereich unterteil
  • Es gibt eine Vorwärtsterminierung im kritischen Bereich
  • Es gibt eine Rückwärtsterminierung im unkritischen Bereich
  • Es braucht Pufferlager für Material

Was ist das Kanban-System?

  • Kanban ist eine Methoder der Produktionsprozessteuerung nach dem Pull-Prinzip
  • Das System besteht aus mehreren dezentralen, selbstregulierenden Kreisen zwischen den einzelnen Fertigungsstufen
  • Kanban orientiert sich ausschliesslich nach dem tatsächlichen Verbrauch der Materialien
  • Die Regelkreise bestehen aus
    • Senke (materialverbrauchende Stelle)
    • Quelle (Material produzierende Stelle)
    • Puffer (kleines Materiallager zwischen Senke und Quelle)
  • Kanban heisst auf Japanisch Karte.

Was ist ist die bealstungsorientierte Auftragsfreigabe (BOA)?

  • Ziel der BOA ist es, nur soviel Arbeit freizugeben, wie in der nächsten Periode auch abgearbeitet werden kann. 
  • Die belastungsorientierte Auftragsfreigabe (BOA) unterscheidet sich zur „klassischen“ Auftragsfreigabe in die Teilschritte:
    • Auftragsauswahl
      • Innerhalb der Auftragsauswahl wird eine Dringlichkeitsprüfung durchgeführt. Dies geschieht durch eine Rückwärtsterminierung aller Aufträge, also durch Ermittlung der spätesten Starttermine für den Fertigungsbeginn mit Hilfe der Plandurchlaufzeit. Alle dringenden Aufträge werden an die Freigabeprüfung weitergeleitet. Alle anderen Aufträge werden bis zum nächsten Planungslauf zurückgestellt.
    • Freigabeprüfung
      • Die im vorherigen Schritt als dringend deklarierten Aufträge durchlaufen nun eine Belastungsrechnung. Für jede Kapazitätseinheit wird geprüft, ob die maximale Belastung überschritten wird. Es werden nur diejenigen Aufträge für die jeweilige Werkstatt freigegeben, die innerhalb der Belastungsschranke bearbeitet werden können.

Was ist das Fortschrittskennzahlen-Konzept?

Beim Fortschrittkennzahlen-Konzept wird der geplante Produktionsfortschritt mit dem tatsächlichen Produktionsfortschritt verglichen und auf  der Grundlage diese Soll-Ist-Vergleichs geeigneten Planungs- und Steuerungsmassnahmen ergriffen.

Étudier