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Organisation und Personalmanagement in der Krise

Organisation und Personalmanagement in der Krise


M. R.
Diese Lernkarten behandeln das Change Management und Kommunikation im Unternehmenswandel auf Universitätsniveau. Sie beleuchten den Wandel, Veränderungen, Prozesse und Ziele sowie die Rolle der Mitarbeitenden und Führungskräfte. Der Umgang mit Widerstand, Angst und Personalabbau wird ebenso thematisiert wie Outplacement, Management und Outsourcing. Die Karteikarten richten sich an Führungskräfte und Personalverantwortliche, die Strategien zur erfolgreichen Umsetzung von Veränderungen in Unternehmen erlernen möchten.
Karten
87
Lernende
5
Sprache
Deutsch
Kategorie
BWL
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
23.01.2017 / 14.01.2022

Lernkarten

Was sind Austrittskosten im Rahmen eines Personalabbaus?

  • Kosten für Abfindungen und Sozialpläne
  • Mindestsatz für Abfindung: halbes Monatsgehalt pro Jahr der Beschäftigung
  • Faustregel: erhoffte Einsparungen stellen sich frühestens nach 18 Monaten ein plus: Kosten für Rechtsstreitigkeiten plus: Kosten für Entscheidungsfindung 
  • Beispiel: Towers Perrin: 50 bis 150% des betreffenden Jahresgehalts 

Was sind Fehlzeiten im Rahmen eines Personalabbaus?

 

  • Motivation und Arbeitsmoral sinkt
  • Leistungsminderung
  • Gerüchte, Mitarbeitende sind mit sich selbst beschäftigt nicht nur direkt Betroffene, sondern übrige Belegschaft zeigt sich im Anstieg der Fehlzeiten 
  • Beispiel: nach der angekündigten Schliessung eines AEG Werkes von Elektrolux in Nürnberg stiegen die Fehlzeiten auf bis zu 30% 

Was sind Vakanzen im Rahmen eines Personalabbaus?

  • Personalabbau, Fehlzeiten und Leistungsminderung führt zu zusätzlichem Aufwand andere Mitarbeitende müssen Aufgaben / Zusatzbelastung übernehmen
  • z.T. müssen Aushilfen oder Zeitarbeiter eingestellt werden 
  • Beispiel: Elektrolux: 100 Leiharbeiter neu eingestellt, weil 400 Mitarbeitende abgebaut wurden 

Was sind Eintrittskosten im Rahmen eines Personalabbaus?

  • oft werden frühzeitig wieder Neueinstellungen nötig
  • Eintrittskosten durch Anwerbung, Einarbeitung, evtl. Kündigung nach Probezeit 
  • Beispiel: Daimler AG 2006: während laufender Abbaumassnahmen mussten 1‘000 Mitarbeitende neu eingestellt werden 

Was bedeutet die Abwanderung von Leistungsträgern im Rahmen eines Personalabbaus?

  • bei Restrukturierungen / Personalabbaumassnahmen verlassen vor allem Leistungsträger von sich aus das Unternehmen
  • Potenzialverlust als wesentlicher Kostenfaktor

Was sind Einnahmeausfälle im Rahmen eines Personalabbaus?

  •  Mitarbeitende mit Kundenkontakt: Storung der Kundenbeziehung, u.U. Verlust des Kunden 
  •  Wut, Angst, Frustration der Verbleibenden wird u.U. an Kunden weitergegeben Beispiel: Elektrolux: Nach Schliessung des Werkes Nürnberg sank der Marktanteil in Deutschland um 22% von 10.7 auf 8.3 % Verlust von Wissen und Erfahrung: 
  • Mitarbeitende sind Träger von Wissen und Erfahrung – Wegfall verursacht Kosten (z.B. durch Einstellung von externen Berater zum Auffangen der Wissenslücken) 
  • informelle Netzwerke gehen kaputt, die für reibungslosen Ablauf wichtig waren 

Was sind Imageverlust und Gesundheitsrisiken im Rahmen eines Personalabbaus?

  • Imageverlust:
    • Imageverlust bei Kunden und in der Öffentlichkeit bei potenziellen Bewerbern 
  • Gesundheitsrisiken: 
    • anhaltender Stress kann zu burn-out führen, bis hin zu Depression (und Selbstmord) auch (vor allem!?) bei den verbliebenen Mitarbeitenden 

Welches sind die Möglichekiten der Freisetzung im Kontext zum Härterad aus sicht des Mitarbetiers?

Wie etnwicklet sich die gefühlswelt bei einer Freisetzung der Mitarbetier über Zeit

Was ist Outplacement?

  • in den USA entstanden, ist eine moderne Dienstleistung
  • die dem Unternehmen die Durchführung einer sozialverantwortlichen, möglichst konfliktfreien und einvernehmlichen Trennung ermöglicht
  • und dem betroffenen Mitarbeiter hilft, eine neue, seinen Fähigkeiten entsprechende Aufgabe im Markt zu finden
  • Ein OP-Berater betreut den Betroffenen bei der Neupositionierung und unterstützt ihn bei der Stellensuche oder dem Eintritt in die Selbstständigkeit 

Welche zwei Ouplacement arten gibt es?

  • Einzeloutplacement: Beratungsprozess wird für einen entlassenen Mitarbeitenden durchgeführt
  • Gruppenoutplacement: wird vor allem eingesetzt, wenn mehrere Personen von der Freistellung betroffen sind und aus Kostengründen. Kollektive Beratung wird oft verbunden mit individueller Einzelberatung. 

Wie läuft eine Outplacement-Beratung ab?

  1. Analyse der Situation
  2. Aufbau einer pos. Grundeinstellung für berufl. Veränderung
  3. Beurteilung der „vermarktbaren“ berufl.Qualifikation
  4. Def. der berufl. Ziele
  5. Entwicklung Marketing- + Such-Strategie
  6. Erstellung Unterlagen, Vorbereitung auf Interview
  7. Durchführung Marketing Aktionen
  8. Gespräche und Interviews
  9. Bewertung von Angeboten
  10. Abschluss eines neuen Vertrags 

Was sind die Vorteile von Outplacement für das Unternehmen?

  • Vermeidung von Nachteilen traditioneller Kündigungen (Unruhe, Störung des Betriebsklimas)
  • Sozialverantwortung beim Stellenabbau wahrnehmen (Hilfe zu Neustart/Neuorientierung)
  • Stärkung des öffentlichen Ansehens („Hire-And- Fire“-Image auf dem Arbeitsmarkt vermeiden)
  • Konstruktive Trennung
  • Produktivitätssteigerung durch bessere Neubesetzung der Stelle
  • Aufstiegschancen für Nachwuchskräfte durch Freiwerden schlecht besetzter Stellen
  • evtl. zukünftige Zusammenarbeit offenhalten („im Guten auseinander gehen“)
  • Vorbeugung gegenüber möglichen arbeitsrechtlichen Schritten

Was sind die Vorteile von Outplacement aus sicht der Mitarbeiter?

  • Berücksichtigung der Interessen (auch/gerade bei Kündigung)
  • Psychologischer Beistand in schwieriger Zeit (z.B. Existenzängste, Statusverlust)
  • Vermeidung von psychischen Schäden
  • Verstärkung des Selbstwertgefühls
  • Verkürzung der Suchzeiten nach einer neuen Stelle
  • Neues, gleichwertiges berufliches Tätigkeitsfeld finden 

Persönliche Erfahrungen eines Betroffenen mit Outplacement: 

  • Entstehungsgeschichte des Entscheides:
    • Start: Mitarbeitergespräch
  • Wahrnehmung des Arbeitgebers bzw. des Umfeldes:
    • Verhalten des Chefs, z.B. Kommunikation, Zusammenarbeit restliche Zeit Verhaltene bis Null-Beziehung Zusammenarbeit mit dem HR, z.B. Aufhebungsvertrag, Information & Support eher mühsam
    • Völlig unterschiedliche Reaktionen des direkten und indirekten Umfelds
  • Die Wahl des „richtigen“ Outplacement-Partners:
    • Erfolgsfaktor: gute Wahl aus unterschiedlichen Charakteren, „Chemie“, Philosophien, Teamansatz, etc.
    • Erfolgsfaktor: Strukturierung des Vorgehens, Angebote (Workshops), etc.
    • Erfolgsfaktor: gute Beratungsgespräche, Moderation, Lenkung, Tipps & Tricks, Beziehungen im „Zielgebiet“
  • Die einzelnen Phasen des Outplacements (Dauer: 6 Monate)
    • Phase 0: AKZEPTIEREN: --> Verstehen „Manchmal passt die Situation einfach nicht v.a. mit Personen“
    • Phase 1: ANALYSIEREN: --> Standortbestimmung „Reise ins Ich“ & Ziele „Visionssitzung“
    • Phase 2: FOKUSSIEREN: --> Dossier „CV lang“ - „CV kurz“ & „Marketingstrategie „Marke ICH“
    • Phase 3: REALISIEREN: --> Suche „Interviewkompetenz“ & Abschluss/Neubeginn „Die ersten 100 Tage“
    • Parallel: WORKSHOPS: -->  Interviewtechnik; Networking; Mentaltraining; Verkaufs-/Verhandlungstraining
  • Veränderungen der eigenen Person Chancen aus der Situation:
    • Überarbeitung der persönlichen Ziele, Neu-Kalibrierung der Werte/Schwerpunkte 

Was sind die wichtigsten erkentnisse über die Mitarbeiter Freisetzung?

  • Noch immer werden i.d.R. nur die reinen Austrittskosten kalkuliert
  • Aber nur Spitze eines ‚Eisbergs‘ und Folgekosten und Risiken
  • weitverbreitete einseitige Fixierung des Managements auf Kostenreduzierung
  • die damit verbundene primäre Betrachtung der Mitarbeiter als Kostenfaktor
  • die Ausblendung der langfristigen Risiken des Personalabbaus für die Entwicklung des Unternehmens
  • Erfahrungen zeigen, dass die wirtschaftlichen Ziele meist nicht erreicht werden 

Was sind die Alternativen zur Mitarbeiterfreisetzung?

  • Die richtigen Fragen stellen: Geht es um Ertragswachstum, Renditemaximierung, Kosten- oder Kapazitätsreduzierung?
  • Arbeitszeit flexibilisieren (vgl. Überblick Freisetzungsarten)
  • Kostensenkung durch kontinuierliche Verbesserung / Einbezug der Mitarbeiter
  • Verzicht/Zugeständnisse der Mitarbeiter – Glaubwürdigkeit des Managements
  • Zusätzliche Beschäftigung schaffen / Versetzungen (vgl. Überblick Freisetzungsarten)
  • Weiterbildung und Qualifizierungsmassnahmen
  • Kurzarbeit (soweit Bedingungen erfüllt sind) 

Welche Verhaltensweisen bei dem Freigesettzenten Mitarbeiter (Opfer) gibt es?

  • Die Anpassungsfähigen
    • Für diese gut ausgebildeten Arbeitskräfte ist Downsizing kein Drama. Die Herausforderung, einen neuen Job zu finden, erleben sie als ein Gefühl des Lebendig-Seins. Die Jobsuche gelingt schnell, meist im gleichen Arbeitsfeld in kleinen Firmen.
  • Those who „do a Gauguin“
    • Arbeitskräfte in der Lebensmitte (finanziell gut abgesichert), die vor der Freistellung durch ihr zu bequemes Leben schlafwandelten. Die Entlassung war der Anstoss für einen radikalen Karrierewechsel, den man so nie gewagt hätte, der nun aber einen Lebenstraum erfüllt.
  • Die Niedergeschlagenen
    • Häufigste Reaktion unter den Entlassenen: man fühlt sich von der Firma betrogen, das eigene Selbstwertgefühl leidet. Für die Jobsuche fehlt die Kraft; die Angst, keinen Job zu finden, wird zur Self-fulfilling prophecy.
    • Manche Niedergeschlagene bleiben dauerhaft arbeitslos, neigen zur Suchtverhalten (und begehen im schlimmsten Fall Selbstmord).
  • Die Wütenden
    • Während die Niedergeschlagenen ihre Aggression nach innen wenden, leben die Wütenden sie gewalttätig nach aussen hin aus. Opfer könnten Familienangehörige, aber auch ehemalige Arbeitgeber sein. Finden sie einen neuen Job, kann die Aggression hier zu einer erneuten Kündigung führen. 

Welche verhaltensweisen bei den Freisetzern gibt es?

 

  • Der zwanghafte/rituelle Vollstrecker
    • übt eine starke Kontrolle über sich (seine Emotionen) und sein Umfeld aus. Er folgt hohen Standards, ist sehr detailverliebt und reduziert Unsicherheit durch genaues Planen.
    • Beratungs- und Outplacement-Firmen werden beauftragt, um das Downsizing korrekt durchzuführen.
    • Verdrängungsstrategie: Trennung von Idee und Auswirkung.
  • Der aggressive Vollstrecker
    • ist bestimmt von Perfektionismus und übertriebenen Standards, die er selbst nie befriedigend erfüllen kann. Verdrängungsmechanismus: Einteilung in „gut“ und „schlecht“, Schaffen einer Wir-Die-Mentalität. Die Entlassenen werden als „dead wood“ oder „rotten apples“ bezeichnet, sie tragen die Schuld am Unternehmensmisserfolg.
  • Der dissoziative Vollstrecker
    • „Es war als hätte ich mir selbst von aussen zugesehen“: der Ausführende fühlt sich selbst vom Prozess losgelöst, wie ein aussenstehender Zuschauer. Ein Gefühl von Unwirklichkeit dominiert. Dissoziation ist eine Art des Selbstschutzes in unerträglichen Situationen.
  • Der gefühlsblinde (alexithymische) Vollstrecker
    • ist unfähig, Gefühle wahrzunehmen (Alexithymie, eine Persönlichkeitsdisposition). Eine Arbeitskultur, in der die Kontrolle der Gefühle erwünscht ist, verstärkt die Gefühlsblindheit.
    • Anhedonie, eine Affektstörung, ist ein schwächere Form; sie zeichnet sich durch fehlendes Interesse an Aktivitäten und ein Gefühl der Langeweile aus.
  • Der depressive Vollstrecker
    • Vollstrecker, die depressiv werden, leiden oft an den eigenen Schuldzuweisungen. Sie machen sich verantwortlich für das Leid, das sie anderen zugemutet haben. Diese Schuldgefühle können manche von ihnen bis in den Selbstmord treiben. 

Was sind die Folgen von Downsizing im Unternehmen: 

  • Auswirkungen auch auf die Kultur: Vertrauen geht verloren, Unsicherheit und Orientierungslosigkeit treten auf.
  • Die Übriggebliebenen müssen neue Rollen übernehmen und kämpfen gleichzeitig mit der Sorge, wer wohl der Nächste sein wird.
    • Kombination aus Angst/Sorge und gleichzeitig höherer Arbeitsbelastung
  • Die Sorge um den eigenen Arbeitsplatz kann mitunter anstrengender sein als
  • die tatsächliche Kündigung.
  • Commitment und Loyalität der Arbeitnehmer sind gefährdet.

Was ist ein Psychologischer Vertrag?

  • Neben formalen, juristischen Arbeitsvertrag besteht ein impliziter psychologischer Kontrakt
  • betrifft wechselseitige Erwartungen, Angebote und Verpflichtungen von Arbeitgebenden und Arbeitnehmenden (obwohl meistens nur die Sicht der Arbeitnehmenden erfasst wird)
    • Beispiel: Aufstiegserwartungen oder Leistungsbereitschaft, Loyalität und Commitment, Arbeitsengagement, Ausgleich von Überstunden
  •  Kann sich auf ausdrückliche mündliche Vereinbarungen beziehen und/oder aus dem Verhalten der Vertragspartner und anderer Organisationsmitglieder (implizit) abgeleitet werden (beispielsweise aus der kommunizierten und praktizierten Personalpolitik bei Wandelprozessen)
  • weil informell und implizit: Grauzone von unterschiedlichen Erwartungen 

Was können Impliziete Erwartungen sein?

  • Arbeitsplatzsicherheit
  • Kolegiales Klima
  • Weiterbildung
  • Wertschätzung
  • Karriere möglichkeit
  • Engagement
  • Leistundsdruck
  • Erreichbarkeit
  • Lohnvorstellung

Was sind die Alten bzw. Neuen Bestadteile eines Psychologischen Vertrags?

  • Traditionelle Verträge
    • Arbeitsplatzsicherheit
    • Lebenslange Beschäftigung
    • Gegenseitige Loyalität/Commitment/ Identifikation
    • Interner Aufstieg
    • Berufliche Entwicklung/Spezialisierung
  • Neue Verträge
    • Eigenverantwortung für Beschäftigung - Entwicklung/Arbeitsmarktfähigkeit
    • Zielorientierung/Leistungsorientierung - Flexibilität
    • Unsicherheit
    • Gegen gute Entlohnung, Anerkennung von Leistungen sowie eine Arbeitsstelle 

Welche fairen Gestaltungsempfehlungen gibt es um einen neuen psychologische Vertrag zu erhalten?

  1. Die Mitarbeitenden müssen die Möglichkeit haben, den Wandel mit zu vollziehen und sich auf die für sie notwendigen Schritte vorzubereiten
  2. Den Mitarbeitenden stehen die dafür notwendigen Informationen zur Verfügung. Dies sind neben Informationen zur Unternehmensentwicklung auch Informationen zur Veränderung des eigenen Arbeitsplatzes oder des eigenen Berufsbildes
  3. Die Mitarbeitenden werden durch Information und Beratung im Prozess unterstützt, die für ihre Arbeitsmarktfähigkeit notwendigen (zukunftsfähigen) Kompetenzen zu definieren
  4. Die Mitarbeitenden können notwendige Kompetenzen bspw. durch Arbeitsgestaltung, Weiterbildung oder Zweitausbildung erwerben 

Welche Phasen werden gemässs dem Phasenmodel der Verädnerung druchloffen?

  • Stabilität am Beginn des Prozesses, die durch Schock einer (als negativ empfundenen) Veränderung bedroht wird.
  • passive Schockreaktion --> mündet in Verzweiflungshaltung gegenüber inakzeptablen Realität
  • Frustration über negative Konsequenzen können zu irrationalen Handlungen führen
  • Ohnmachtsgefühle können zu aktivem oder passivem Widerstand führen
  • bei aussichtslosem Widerstand können Depressionen auftreten
  • Diese „Schicksalsergebenheit“ ist gleichzeitig Wendepunkt
  • Erste Erfahrungen mit dem Neuen und negativen Erwartungen werden positive Erlebnisse gegenüber gestellt
  • Überwiegen die positiven Erlebnisse, tritt ein Gewöhnungseffekt ein Stabilisierung

Was sind die Identitätsrelevanten beziehungen?

Wie entehend Gerücht und welchae arten von Gerüchten gibt es?

  • Kommunikationsvakuum ‚erzeugt‘ Information, d.h. Gerüchte sind (spekulative) Antworten auf Fragen, die die Belegschaft (oder Teile davon) bewegen
  • Wenn kein Interesse = keine Gerüchte
  • vertrauensvolle oder misstrauische Spekulationen
  • Bestes Rezept: Offene und schnelle Kommunikation – das schafft Vertrauen und reduziert Unsicherheit
  1. Bewusste Knalisierung
  2. Selektive Wahrnehmung
  3. Gruppendynamik
  4. (Strategie) - Quellen ansprechen

Wie kann mit Angst umgegangen werden?

  • Veränderungen können zu Verunsicherung und Bedrohung führen
  • Lazarus: Theorie der Stressemotion – Einschätzungsprozess
  • ‚Reflektorische Bedrohlichkeitsprüfung‘ 
  1. Aktivierung druch Angst (Extrem gute Leistungen erbringen)
  2. Kann zu rückzug führen
  3. Angst ist nicht salon fähig --> gesellschaftlich schwieriges Thema
  4. Angst oft Tabuthema (von ‚Sorgen‘ sprechen)
  5. maskierte Angst äussert sich häufig in überdominantem Verhalten und offener oder verdeckter Aggression
  6. Ängste oft unbegründet oder irrational
  7. aber wie so oft: das subjektive Empfinden entscheidet (ist real für den/die Betroffene/n)
  8. Daher: Ängste wahrnehmen & ernst nehmen – wenn Angst ausgesprochen ist, kann man sich mit ihr auseinander setzen
  9. d.h. nicht beschwichtigen oder beruhigen wollen, sondern versuchen den anderen zu verstehen
  10. Offene Kommunikation – frühzeitig, ehrlich und am besten persönlich/direkt (link zum Thema: Veränderung – Kommunikation- Führung LB 5)
  11. Bestätigung der vertrauensvollen Beziehung 

Was sind die Gründe und Motieve für Widerstand?

  • Ängste: Veränderungen werden als Bedrohung angesehen
  • Reaktanz: Fremdbestimmung und Einschränkung des bisherigen Handlungsspielraum
  • Sachliche Vorbehalte: Lösungsweg ist nicht überzeugend
  • Eigeninteressen: Veränderungen bedrohen materielle oder soziale Besitzstände (z.B. Status, Ansehen)
  • Taktische Erwägungen: Politische Interessen/Machterhalt steht im Vordergrund
  • Rache und Vergeltung: Verletzung oder Empörung über das Vorgehen führt dazu, dass die Verantwortlichen bestraft werden oder man sich an ihnen rächen will, indem man ihre Pläne durchkreuzt 

Was sind formen des versteckten widerstands?

  • aufgeregte Diskussionen in Fluren und Treppenhäusern
  • prinzipielle Zustimmung bei Unterlassen jeder Konkretisierung (‚versanden lassen‘)
  • Liegenlassen bzw. Verzögern wegen ‚dringender anderer Prioritäten‘
  • unsachliche Kritik, Polemik, Übertreibungen
  • Mobilisierung von Verbündeten
  • Abtauchen, Passivität, Rückzug (Dienst nach Vorschrift)
  • hinter dem Rücken reden, Intrigen
  • Unterlaufen der Ziele, ‚Sabotage‘ 

Wie soll mit Woderständen im Unternehmen umgegangen werden?

  • Vorgebrachte Sachargumente grundsätzlich ernst nehmen
  • mit Gelassenheit auf Widerstand reagieren, keine schroffe Abweisung (Gefahr des ‚control-resistance-countercontrol‘ cycles)
  • nicht aus einer Autoritätsposition heraus den Widerstand wegwischen oder mit Sanktionen drohen (Gefahr, dass Widerstand in den Untergrund geht)
  • prinzipiell: Umgang mit Widerstand in Abhängigkeit davon, welche Ziele und Motive dahinter stecken (Eigeninteressen, Angst, Reaktanz, Rache/Vergeltung, politisch motivierter Widerstand)
  • aber: Diagnose der Motive und Ziele sehr schwierig
  • Faustregel: In Mehrzahl der Fälle ist Widerstand emotional motiviert
  • daher: Reaktion so, als würde es sich um emotionalen Widerstand handeln, d.h. entlastende und ermutigende Kommunikation (Einzelgespräche, Workshops, Diskussionen) und Einbeziehung der Betroffenen. Ziel: Ihre Position verstehen (nimmt Druck heraus und wirkt entlastend) 

Welche Machtmittel von Fürhungskräften gibt es?

  • Macht durch Belohnung (reward power), d.h. Möglichkeit Belohnungen in Aussicht zu stellen (z.B. Lohnerhöhungen, Karriere, Fördermassnahmen).
  • Macht durch Bestrafung (coercive power), d.h. jemanden negative Folgen für sein/ihr Handeln spüren zu lassen (z.B. Abmahnung, Versetzung, Entlassung, Lohnabzug). Diese Form kann nur kurzfristig Gehorsam erzeugen; langfristig sind Frustration, Angst und Entfremdung zu erwarten
  • Macht durch Legitimation (legitimate power), d.h. Beeinflussungsmöglichkeiten aufgrund einer hierarchischen Stellung oder akzeptierten Position; unterschieden werden formelle (z.B. Leiter von , Vorsitzender von ) und informelle Formen (z.B. ‚graue Emminenz‘, ‚Mastermind‘)
  • Macht durch Persönlichkeit & Beziehung (referent power), d.h. Einfluss aufgrund der Wirkung auf andere Personen (z.B. Vorgesetzte/r wird von den Mitarbeitenden sehr geschätzt, sie identifizieren sich mit der Führungskraft und wollen ihm/ihr gefallen)
  • Macht durch Expertentum (expert power), d.h. Einfluss aufgrund detaillierten Fachwissens oder spezifischen Fähigkeiten, die zu Wissensvorsprung führen, wodurch ihnen mehr vertraut wird
  • Macht durch Information (information power), d.h. ein Informationsvorsprung wird als Machtmittel eingesetzt ‚Wissen ist Macht“ (z.B. über Argumentation, Vorenthaltung) 

Was sind die wichtigsten erkenntnisse aus ‚Opfer‘ und ‚Täter‘ im Wandelgeschehen?

  • für Opfer ist Wandel oftmals negativ – führt oft zu Widerstand
  • für Täter ist Wandel meist positiv – Herausforderung & Chance, Wandel wird unterstützt
  • positive/negative Beurteilung von Wandel in Abhängigkeit davon, wie man sich selbst in dem Wandelprozess erlebt
  • Opfer reagiert mit Widerstand, um sich seine Subjektposition zu erhalten oder wieder zu gewinnen, Strategien sind dabei allerdings reaktiv
  • Täter sind proaktiv – emanzipieren sich. Voraussetzung: Handlungsspielraum muss vorhanden sein, so dass ein aktives und verantwortliches Handeln (und Wandeln) möglich ist 

Was sind die Wichtigsten erkentnisse aus dem Wandel

  • Situation des Wandels / Veränderungsprozesse werden stark von Emotionen der Betroffenen beeinflusst.
  • Der bewusste und professionelle Umgang mit diesen Emotionen ist erfolgskritisch für den Erfolg des Gesamt-Veränderungsprojektes. Dazu benötigen Führungskräfte zunehmend Wissen zur „psychologischen Seite“ des Wandels:
    • aus der Perspektive des Individuums --> ‚innere Dynamik‘
    • aus der Perspektive der Organisation --> ‚vernetzte Dynamik‘
  • In der Praxis stehen bestimmte Themen im Vordergrund, die im Rahmen von Veränderungen aktiv erkannt und gemanaged werden müssen:
    • Gerüchte: Entstehung, Dynamik und Umgang
    • Angst: Entstehung, Folgen und Abbaumassnahmen
    • Widerstand: Entstehung, Formen, Indikatoren, Systematik und Gegenmassnahmen
    • Macht: Entstehung, Quellen/Formen und Umgang/durchbrechen von Machtspielen
  • Die Verknüpfung von Wandel mit Identität als Grundphilosophie für erfolgreiche Veränderungsprozesse.
    • Aber: Dies ist nicht immer möglich.
    • Dann braucht es i.d.R. personelle Massnahmen. 

Wie wird Führung in der betriebswirtschaftlichen Lehre meistens verstanden?

 

  • zielbezogene und
  • persönliche
  • Einflussnahme auf die Einstellung
  • oder das Verhalte
  • anderer.

ist aber auch immer

  • eine soziale Wechselbeziehung
  • zwischen hierarchisch unterschiedlich gestellten Personen
  • mit direkten (persönlicher) oder
  • indirekten (instrumenteller) Führungskomponenten 

Aufgrund welcher Verhaltensweisen oder Eigenschaften wird Charisma zugeschrieben? 

  • prägnante Visionen
  • hohes Engagement
  • hohes persönliches Risiko
  • erfolgreiche Realisierung der Ideen
  • klarer Führungsanspruch

 

  • wirkt als Vorbild für die Mitarbeiter
  • setzt hohe moralische Standards, entwickelt die Wahrnehmung der Mission oder Vision des Teams und der Organisation
  • stimuliert das Interesse bei Kollegen und Mitarbeitern ihre Arbeit aus neuen Perspektiven zu sehen
  • entwickelt die Fähigkeiten und Potentiale der Mitarbeiter und Kollegen auf ein höheres Niveau
  • motiviert Kollegen und Mitarbeiter über ihre eigenen Interessen hinaus zum Wohl der Gruppe beizutragen 

WIe muss eine Fürhungskommunikation gestatltet sein?

Die (Führungs-)Kommunikation muss aktiv gestaltet sein damit sie auch tatsächlich bewegt. 

  • Kommunikationsrichtungen:
    • Findet Kommunikation von oben nach unten, von unten nach oben und innerhalb derselben Hierarchieebene statt?
    • Echte Kommunikation ist geprägt von Feedback!
  • Kommunikationsgeschwindigkeit und -frequenz
  • Kommunikationsform:
    • formelle vs. informelle Kommunikation
  • Kommunikationsinstrumente, d.h.:
    • persönlich vs. technisch (z.B. eMail, Foren, etc.)
  • Kommunikationskultur:
    • offene Kommunikation vs. gefilterte
  • Kommunikationsaspekte, z.B.:
    • verbale vs. non-verbale Kommunikation
  • Kommunikationspsychologie, z.B.:
    • 4 Seiten einer Aussage nach Friedemann Schulz von Thun
    • Transaktionsanalyse nach Eric Berne
    • geschlechts-, kultur- und schichtspezifische Kommunikation
  • Kommunikationsinhalte 

Welche Kommunikationstypen gibt es?

  • Cartel Communicator ‚life is power‘
  • Aesthetic Communicator ‚life is beauty‘
  • Videogame Communicator ‚life is a game‘
  •  
  • Holistic Communicator
    • vom ‚Cartel Communicator‘: die herausragende Entschlossenheit, den Fokus auf die langfristige Ausrichtung und das Unterhalten eines machtvollen Networkings
    • vom‚AestheticCommunicator‘: dieBeurteilungderderstrategischenWichtigkeitvon Kommunikation, die Fähigkeit gut mit unterschiedlichen Stakeholders kommunizieren zu können und eine starke analytische Fähigkeit im Umgang mit Sprache
    • vom ‚Videogame Communicator‘: die Sicht Fehler als Chance für Wachstum und Innovation zu sehen, die Aufrichtigkeit/Freimütigkeit, Empathie und Offenheit für neue Erfahrungen 

Was sind die Eigenschaften sowie stärken und Schwächen des Cartel Communicator?

Eigenschaften

  • eigenbrötlerisch
  • keine Flausen/Blödsinn
  • Fakten-und-Zahlen-orientiert
  • mischen sich wenig unter Leute (ausser im engen Kreis)
  • starkes Netzwerk aus Insidern & Kumpels Spiessgesellen
  • (häufig) in geschützten Märkten gross geworden mit wenig Toleranz für Mehrschichtigkeit (Ambiguität)
  • ihre Kommunikation ist trocken, zielorientiert und machtfokussiert 

Stärken

  • unbeirrbare Entschlossenheit
  • exzellentes Networking auf Top- Level (Wirtschaft & Politik)
  • mutige Entscheidungen
  • langfristige Perspektive

Schwächen

  • wenn Sie von Change sprechen, meinen sie andere
  • in Krisen verschwinden sie von der Bildfläche 

Was sind die Eigenschaften sowie stärken und Schwächen des Aesthetic Communicator ?

Steve Jobs (Apple), Oprah Winfrey (Entertainment)

Eigenschaften

  • stark fokussiert ein Image zu schaffen und zu pflegen
  • häufige und stabsmässig geplante Medienauftritte
  • immer von ihren PR-Beratern umgebn
  • wollen von den Anderen gemocht werden

Stärken

  • Gefühl zur Kommunikation mit verschiedensten Stakeholders
  • Umfeld mit systematischer Kommunikationsplanung
  • Prozesssicht von Wandel
  • ausgeprägte Intuition & Charisma 

Schwächen

  • tendiert zu Realitäts-Blindheit 
  • der realistische Blick bleibt häufig verklärt bis es zu spät ist
  • in der Krise versiegt deren Kommunikation 

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