Finanzierung Semester 1

Finanzierung Semester 1

Finanzierung Semester 1


J. E.
Diese Lernkarten decken grundlegende Konzepte der Investitionsrechnung ab und sind für Anfänger geeignet. Sie behandeln Themen wie Investitionen, Einnahmen, Kapital, Cashflow und verschiedene Berechnungsmethoden. Die Karteikarten sind besonders nützlich für Studierende und Berufseinsteiger, die sich mit Finanzplanung und Investitionsentscheidungen auseinandersetzen möchten.
Karten
33
Lernende
2
Sprache
Deutsch
Kategorie
Finanzen
Stufe
Andere
Erstellt / Aktualisiert
04.01.2017 / 26.09.2022

Lernkarten

Was versteht man unter Investitionen?

  • Bei Investitionen handelt es sich um finanzielle Mittel, welche für einen längeren Zeitraum in Sachgütern, Forderungen oder Leistungen angelegt werden.

  • Investitionen führen zuerst zu Auszahlungen und später dann zu Einzahlungen.

  • Ohne Investitionen ist keine unternehmerische Tätigkeit möglich.

Was gibt es für Investitionsarten?

  1. Sachinvestition (Fahrzeuge, Maschinen, Immobilien)
  2. Finanzinvestition (Aktivdarlehen, Beteiligungen)
  3. Immaterielle Investition (Forschung, Sozialleistungen, Patente, Lizenzen, Schulung)

Was sind die Aufgaben der Investitionsrechnung?

  • Die Investitionsrechnung zeigt auf, welchen Beitrag das jeweilige Projekt/die jeweilige Investition zum zukünftigen Unternehmenserfolg leisten wird. («Was bringt das Projekt?»)

  • Dieser Beitrag wird in Relation gesetzt zur Investitionssumme und dabei wird festgestellt, ob die daraus resultierende Rentabilität genügend hoch ist oder nicht. («Rentiert dieses Projekt?»)

Was sind Zwecke (Motive) einer Investition?

  • Gründungsinvestition
  • Erweiterungsinvestition
  • Ersatzinvestition (oft auch Modernisierungsinvestition)
  • Rationalisierungsinvestition
  • Umstellungsinvestition
  • Diversifikationsinvestition
  • Sicherungsinvestition

Was sind Unterscheidungsmerkmale einer Investition?

  • Investition rechenbar oder nicht?
  • Unaufschiebbare Investition = Zwangsinvestition
  • Investition kann zeitlich aufgeschoben werden = Alternativinvestition

Was sind mögliche Probleme bei der Investitionsentscheidung?

  1. Unsicherheit der Zukunft
  2. Kapitalknappheit
  3. Quantifizierbarkeit der relevanten Daten

Anderer Begriff für Kapitaleinsatz

investiertes Kapital

Was versteht man unter dem Kapitaleinsatz (investiertes Kapital) genau?

sämtliche bis zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme der Investition anfallenden Kosten

Was ist der Cashflow?

Die Differenz zwischen den investitions- bedingten Einnahmen und den entsprechenden Ausgaben.

Welche Berechnungsarten gibt es, um den Cashflow zu berechnen?

  1. Direkte Berechnung: Einnahmen ./. Liquiditätswirksame Betriebskosten = Cashflow
  2. Indirekte Berechnung: Reingewinn + Liquiditätsunwirksame Kosten = Cashflow

Wie wird der Cashflow mit der direkten Methode berechnet

Direkte Berechnung:

Einnahmen - Liquiditätswirksame Betriebskosten

Wie wird der Cashflow mit der indirekten Methode berechnet?

Indirekte Berechnung:

Reingewinn + Liquiditätsunwirksame Kosten

Was heisst "Nutzungsdauer"?

Zeit, während der die Investition wirtschaftlich sinnvoll genutzt werden kann

Mit welchen drei Arten kann die Nutzungsdauer bestimmt werden?

  1. Wirtschaftliche Dauer

  2. Steuerlich zulässige Abschreibung

  3. Erfahrungswerte

Was kann die Nutzungsdauer massgeblich verkürzen?

Der technische Fortschritt

Wozu dient der kalkulatorische Zins?

  • dem eigenen Geld einen Preis zu geben
  • Kalkulatorische Zinsen dienen dazu, eine mögliche (theoretische) Eigenkapitalverzinsung des Unternehmens am Kapitalmarkt als Rechengrösse in die eigene Kostenrechnung aufzunehmen

Was ist der Liquidationserlös?

Netto-Mittelzufluss aus einer Anlage am Ende der Nutzungsdauer = Verkaufserlös abzüglich Entsorgungs- und/oder Demontagekosten

Welche 2 Arten zur Betrachtung des Liquidationserlöses gibt es und worin unterscheiden sie sich?

  1. Statische Betrachtung: Der Liquidationserlös vermindert den Abschreibungsbetrag, erhöht dafür den durchschnittlichen Kapitaleinsatz.

  2. Dynamische Betrachtung: Der Liquidationserlös wird als zusätzliche Einnahme am Ende der Nutzungsdauer behandelt.

Durchschnittliches Kapital berechnen

Anfangsbestand + Endbestand

_________________________

2

Rechengrössen: Liquidationserlös

Wie sieht die Situation ohne Restwert aus?

  1. Geradlinig Abschreibung auf 0 = 1’000 / 5 = 200
  2. Zu verzinsendes Durchschnittskapital = 1’000 /2 = 500

Rechengrössen: Liquidationserlös

Wie sieht die Situation mit Restwert aus?

  1. Geradlinige Abschreibung auf Restwert 200 = 800 / 5 = 160
  2. Zu verzinsendes Durchschnittskapital = (1’000 + 200) / 2 = 600

Verfahren der Investitionsrechnung:

Eigenheiten zum Statische Verfahren?

  1. Der Zeitfaktor wird überhaupt nicht oder kaum berücksichtigt.
  2. Die Einnahmen und Kosten werden so behandelt, als ob sie in einer Periode anfallen.
  3. Beliebt in der Praxis wegen der Einfachheit und Anwendbarkeit bei fehlenden Daten.
  4. Gelten eher als Hilfsverfahren.  

Verfahren der Investitionsrechnung:

Eigenheiten zum dynamischen Verfahren?

  1. Theoretisch exakter, da der Zeitfaktor mittels Auf- / Abzinsungen korrekt berücksichtigt wird.
  2. Das Problem liegt darin, dass in der Praxis die Ein- und Auszahlungen in der Zukunft schwer abzuschätzen sind.

Statische Verfahren: Kostenvergleich

Was geschieht bei einem Kostenvergleich? Was ist zu berücksichtigen?

  1. Vergleich der Kosten zweier oder mehrerer Investitionen in einer Periode (in der Regel 1 Jahr).
  2. Da die Einnahmen bei diesem Verfahren nicht berücksichtigt werden, ist der Kostenvergleich nur dann sinnvoll, wenn bei den verschiedenen Investitionen in etwa die gleichen Einnahmen resultieren oder wenn die Einnahmen gar nicht ermittelt werden können.

Statische Verfahren: Gewinnvergleich

Was heisst das? Was ist Voraussetzung?

  1. Einbezug der Einnahmen und Gegenüberstellung der zu erwartenden Jahresgewinne der versch. Investitionen.
  2. Voraussetzung: Der Kapitaleinsatz bei den versch. Investitionen muss vergleichbar sein, ansonsten gibt es eine Verzerrung zugunsten der kapitalintensiveren Investition.
  3. Methode für die Prüfung von Ersatz- und Erweiterungsinvestitionen.

Für was steht die Abkürzung ROI? Was bedeutet sie?

  1. ROI (Return of Investment)
  2. Relation des durchschnittlich erzielten Jahresgewinn vor Abzug der kalkulatorischen Zinsen zum durchschnittlich eingesetzten Kapital = (Gewinn + kalkulatorische Zinsen) / durchschnittliches Kapital

Statische Verfahren: Amortisationsrechnung

Anderer Begriff für Amortisationsrechnung? Was bedeudet sie?

  1. Amortisationsrechnung = Payback-Methode = Wiedergewinnungszeit
  2. = Zeitraum (= Jahre) bis eine Investition durch den erzielten Cashflow (Einnahmenüberschuss) vollständig zurückbezahlt ist. = Kapitaleinsatz / Cashflow oder Kapitaleinsatz / Kostenersparnis

Statische Verfahren: Amortisationsrechnung

Wie wird die Rückflusszahl berechnet?

Rückflusszahl = Nutzungsdauer / Payback-Dauer (Wiedergewinnungszeit).

Was heisst Break-Even?

  1. Wie viel Ware ist zu verkaufen, damit die Gewinnzone erreicht wird?
  2. Die Gewinnzone beginnt an der Nutzschwelle (Nutzschwelle = Break-even-Punkt). Hier sind Kosten und Nettoerlös gleich hoch, so dass weder Gewinn noch Verlust anfällt.

Was geschieht bei der Aufzinsung? Warum macht man eine Aufzinsung?

  1. Bei der Aufzinsung werden Zahlungen, welche vor der Inbetriebnahme anfallen, auf diesen Zeitpunkt hin aufgezinst.
  2. Grund für die Aufzinsung: Im Vergleich zu Zahlungen, welche bei der Inbetriebnahme anfallen, wie bspw. der Kaufpreis, sind Zahlungen, welche vorher angefallen sind mehr wert, da sie vom Fälligkeitszeitpunkt bis zur Inbetriebnahme verzinst hätten werden können.

Formel und Berechnung der Aufzinsung?

K0 = Kapital am Anfang des 1. Jahres, resp. am Ende des Jahres «0»  darum K0

Kn = Kapital und Zinseszinsen am Ende des n-ten Jahres è bspw.             K2 = am Ende des 2 Jahres

p = Zinsfuss

i = p/100

Aufzinsungsfaktor: r = 1 + i

 

-> Kn = K0 (1+p/100)n resp. Kn = K0  «Mal» (1+p/100)n

Was geschieht bei der Abzinsung? Warum ist der Grund für eine Abzinsung?

  1. Bei der Abzinsung werden Beträge, welche nach der Inbetriebnahme anfallen, auf diesen Zeitpunkt hin abgezinst.
  2. Grund für die Abzinsung: Fällt ein Betrag heute an, hat dieser mehr Gewicht als einer, welcher erst in einigen Jahren anfällt. è Der heute eingehende Betrag wirft ab sofort Zinsen ab.

Wie berechnet man die Abzinsung?

Der Abzinsungsfaktor entspricht dem umgekehrten Aufzinsungsfaktor!

Abzinsungsfaktor v = 1/(1+i) oder       (zur Erinnerung: i = p/100 )

Abzinsungsfaktor v = 1/r  da r = 1 +i

-> K0 = Kn  1/(1+p/100)n    resp. K0  =  Kn   «Mal» 1/(1+p/100)n

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