Zusammenfassung Controlling

HTW Berlin, BWL(B) 4. Semester, Krause

HTW Berlin, BWL(B) 4. Semester, Krause


J. W.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über das Controlling auf Universitätsniveau. Sie behandeln zentrale Themen wie Kosten, Planung, Analyse und Management, wobei die Perspektiven von Unternehmen und Produkten im Mittelpunkt stehen. Besonders nützlich sind sie für Studierende und Fachkräfte, die sich mit den Grundlagen und fortgeschrittenen Konzepten des Controllings auseinandersetzen möchten, um ihre Fähigkeiten in der Unternehmenssteuerung zu verbessern.
Karten
46
Lernende
2
Sprache
Deutsch
Kategorie
BWL
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
23.01.2016 / 19.05.2017

Lernkarten

Ziele Controlling

- Förderung informatorischer Fitness des Managements auf allen Unternehmensebenen/in allen Funktionsbereichen

- Schaffung betriebswirtschaftlicher Transparenz zur unternehmerischen Nachhaltigkeit (Balance aus ökonomischen, ökologischen und sozialen Zielen)

- Rationalitätssicherung in unternehmerischen Entscheidungs- und Handlungsprozessen

Aufgaben Controlling

- koordinierende Unterstützung/ methodenbasierte Beratung des Managements bei Planungs-, Steuerungs- und Kontrollaufgaben

- Übernahme von betriebswirtschaftlichen Sonderaufgaben mit operativem und strategischem Projekt-Charakter

Instrumente Controlling

- vergangenheitsbezogene, beschreibende/erklärende (Teil-)Analysen des Unternehmens und seines Umfelds -> Einsatz geeigneter finanzieller und nicht-finanzieller Kennzahlen zur Vergleichbarkeit (Plan/Ist, im Zeitablauf, inner- und überbetrieblich)

- zukunfstbezogene, beschreibende/erklärende (Teil-)Analysen des Unternehmens und seines Umfelds mit denkbaren Alternativszenarien und deren Chance-Risiko-Konsequenzen -> Einsatz geeigneter finanzieller und nicht-finanzieller Kennzahlen

strategische vs. operative Perspektive

Merkmal          strategische Ausprägung    operative Ausprägung

zeitl. Umfang  langfristig                                kurzfristig (i.d.R. bis 1 Jahr)

-> aber nicht klar trennbar, hängt von üblichen Nutzungsdauern der Produkte

    in der Branche ab

Hierarchie-     Unternehmensführung,         untere Führungsebenen

ebene              Bereichs-, Regional-

                          leiter

Bedeutung      wichtig, da es das gesam-   eher unwichtig, da es nur die

der Ent-           te Unternehmen betrifft          unteren Gremien betrifft

scheidung

für die Er-

tragslage

Häufigkeit       unregelmä-

                         ßig

Controlling-Betrachtungsebenen

- Informationsversorgungs-Ansatz -> zahlenfokussierter Registrator (positive Wahrnehmung = graue Eminenz, negative Wahrnehmung = Erbsenzähler)

- Erfolgszielbezogener Steuerungsansatz -> ergebnisorientierter Navigator (positive Wahrnehmung = Lotse, negative Wahrnehmung = Bedenkenträger)

- Koordinations-Ansatz -> methodenbasierter Koordinator (positive Wahrnehmung = Standardisierer, negative Wahrnehmung = Formalisierer)

- Rationalitätssicherungs-Ansatz -> Zweck-Mittel-Defizite überwindender Koordinator (positive Wahrnehmung = Agent, negative Wahrnehmung = Detektiv)

- Nachhaltigkeits-Ansatz (betrifft wirtschaftliche Vorteilhaftigkeit, soziale Akzeptanz, ökologische Tragfähigkeit) -> nachhaltigkeitsgeleiteter Integrator (positive Wahrnehmung = Businesspartner for Corporate Responsibilty, negative Wahrnehmung = Ökoidealist und Sozialromantiker)

Funktionsbereichs- und Ressourcen-Perspektive

- primäre Funktionsbereiche/Aktivitätsfelder

- sekundäre Funktionsbereiche/Aktivitätsfelder

- materielle/finanzielle Ressourcen

- immaterielle Ressourcen

F&E-Projekt-Controlling

Kern-Aufgaben:

- Unterstützung bei Formulierung von Projektzielen und Erfolgskriterien

- Entwicklung von Kennzahlen/Messsystem zur Erkennung von Abweichungen

- Plan/Ist-Vergleich von Projektplänen in Bezug auf Leistung, Termine und Kosten

- Ergebnisinterpretation und Entwicklung von Steuerungsmaßnahmen

- Erstellung von Projektberichten und adäquate Projektdokumentation

- optimale Nutzung der Erfahrungen und Synergien

Kennzahlen:

- magisches Dreieck aus Kosten, Leistung und Zeit

- Leistung/Qualität: Zahl aufgetretener Fehler, Zahl der Arbeitspakete, Erfüllungsgrad (erreichte Leistung/geforderte Leistung), Fertigstellungsgrad (abgeschlossene Arbeitspakete/alle Arbeitspakete)

- Aufwand & Kosten: Kostentreue (Ist-Kosten/Plan-Kosten), arbeitspaketbezogene Aufteilung der Kosten

- Termin/Zeit : Terminabweichung (Plandauer-Istdauer / Plandauer), Termintreuer (fertiggestellte Arbeitspakete ohne Verzug/alle fertiggestellte Arbeitspakete)

Web-Controlling

Kernaufgaben:

- Sammlung und Auswertung von Kunden- und Nutzungsdaten

- Messung Besucherströme

- IST-SOLL-Vergleich

- Aufdeckung von Schwachstellen

- Webdesign optimieren

- Produktivität verbessern

- Erhöhung der Besucher, der Suchergebnis-Platzierung, der Verweilzeiten, des Umsatzes und der Benutzerfreundlichkeit

Kennzahlen: Anzahl Besuche/r, durchschnittliche Absprungrate, durchschnittliche Besuchszeit, Kosten pro Besucher, Umsatz pro Besucher

Umwelt-Controlling

Kernaufgaben:

- vorausschauende Geschäftssausrichtung im ökologischen/umweltfreundlichen Sinne ohne Beeinträchtigung des Geschäftserfolges

- Nutzung des Marketingsvorteils durch Kommunikation des Nachhaltigkeits-Engagements

- Anpassung an umweltbedingte Änderungen

Kennzahlen:

- Stromanteil = Stromverbrauch/gesamter Energieverbrauch

- Stoffeffizienz = Produktoutput/Stoffinput

- Recyclingquote = wiedereingesetztes Material/gesamter Materialeinsatz

- Reinheitsquote = Sortenreine Abfallmenge/Gesamtabfallmenge

- Dienstreiseverkehr pro Mitarbeiter

- CO2-Ausstoß pro Produkt = gesamter CO2-Ausstoß/produzierte Güter

Beschaffungs-Controlling

Kernaufgaben:

- Analyse der Beschaffungsmarktumwelt

- Analyse des spezifischen Beschaffungsmarktes

- Analyse der unternehmensinternen Beschaffungspotenziale

- Informationsversorgung zur Unterstützung des Beschaffungsmanagements

- Schlüsselkompetenzen und deren Beurteilung im Vergleich zur Konkurrenz

Kennzahlen:

- Fehllieferungsquote = Anzahl Fehllieferungen/gesamte Lieferungen

- Lieferantenanteil pro Artikelgruppe = Lieferanten einer Artikelgruppe/alle möglichen Lieferanten einer Artikelgruppe

- Lieferantenmahnquote = Anzahl Liefermahnungen/Anzahl der Bestellungen

- Materialreichweite = durchschnittlicher Lagerbestand/Materialeinsatz

- durchschnittlicher Bestellwert = Gesamtwert aller Bestellungen/Gesamtzahl der Bestellungen

- durchschnittlicher Einkaufswert je Lieferant = Gesamtwert aller Einkäufe/Anzahl der Lieferanten

Produktions-Controlling

Kernaufgaben:

- Abbildung und Gestaltung des Leistungserstellungsprozesses

- Materialbedarfsplanung

- Überwachung der Wirtschaftlichkeit

- Unterstützung der Investitionspolitik

- Sicherung eines wirtschaftlichen Produktionsprogrammes

Kennzahlen:

- Durchlaufzeit pro Auftrag

- Rüstzeit je Auftrag

- Arbeitsproduktivität = Output/Arbeitseinsatz

- Maschinenproduktivität = Output/Maschinenstunden

- Lagerumschlagshäufigkeit = Lagerabgänge/durchschnittlicher Lagerbestand

- Wirtschaftlichkeit = Leistungen/Kosten

- Stör- und Ausfallzeiten

 

Anlagen-Controlling

- Zielformulierung und Beratung bei Planung technischer Anlageneigenschaften, Entscheidung über Art und Weise der Bereitstellung, Planung und Kontrolle der Instandhaltung, Planung des Ersatzzeitpunktes + damit zusammenhängende Entsorgung

- ökonomische Beurteilung von Produktionssystemen

- Abweichungsanalysen der Anlagennutzung und Entwicklung von Gegensteuerungsmaßnahmen

- Bereitstellung eines Informationsversorgungssystems

Kennzahlen:

- Kosten pro Produktionseinheit = Fixkosten+variable Kosten / produzierte Menge

- Kapazitätsauslastung = Ist-Output/ möglicher Output

- Abschreibungsquote = Abschreibungen/Buchwert Anlagevermögen

- Betriebsstoffverbrauch

- Anlagenintensität = Anlagevermögen/Gesamtvermögen

- Investitionsquote = Nettoinvestitionen/ Sachanlagevermögen zu AK/HK

Qualitäts-Controlling

Kernaufgaben:

- Unterstützung bei Planung, Steuerung, Kontrolle qualitätssteigernder Entwicklungen

- Abweichungsanalysen

- frühzeitige Erkennung, Analyse und Beseitigung von Fehlerquellen

Kennzahlen:

- Liefertreue = Anzahl pünktlicher Lieferungen/Gesamtanzahl der Lieferungen

- zufriedene Mitarbeiter = zufriedene Mitarbeiter/ Gesamtanzahl der Mitarbeiter

- Prüfkosten -> alle Kosten für geplante Qualitätsprüfungen

- Qualitätsquote = fehlerfreie Menge/gesamte Produktionsmenge

- Ausschussquote = Ausschussmenge/gesamte Produktionsmenge

- Fehlerfolgenkostenanteil = Fehlerfolgenkosten/Gesamtproduktionskosten -> Beseitigung

- Konformitätskostenanteil = Konformitätskosten/ Gesamtproduktionskosten -> Vermeidung

Finanz-Controlling

Kernaufgaben:

- Sicherstellung der Liquidität

- Maximierung des Eigenkapitals

- Optimierung der Zahlungsstöme

- Schaffung einer ausgeglichenen Finanzierungs- und Kapitalstruktur

- Optimierung der Finanzierungskosten

Kennzahlen:

- Eigenkapitalrentabilität = Jahresüberschuss/Eigenkapital

- Umsatzrentabilität = Betriebsergebnis/Umsatz

- Cashflow = Jahresüberschuss + Abschreibungen +/- Veränderung der Rückstellungen

- Cashflow-Rate = Cashflow/Umsatz

- Materialumschlagszeit = Materialbestand * Tage / Umsatz

- Forderungsumschlagzeit = Forderungsbestand * Tage / Umsatz

- Liquidität 1. Grades = flüssige Mittel / kurzfristiges Fremdkapital

- Eigenkapitalquote = EK/GK

Branchen-Perspektive

- branchenspezifische Ausrichtung des Controllings

- Branchen: z.B. Handel, Tourismus, Medien, Non-Profit-Organisationen

Handels-Controlling

Kernaufgaben:

- Einkauf/Verkauf von Waren

- Lagerhaltungsfunktionen

- Zeit-/Raumüberbrückung

- Sortimentsfunktion

- Marktbeeinflussung durch Service, Beratung, Informationen

Kennzahlen:

- magisches Dreieck: Waren, Menschen, Fläche

- Gewinnspanne

- Handelsspanne

- Fehlanlieferungsquote

- Umsatz pro Kunde

- Umsatz pro Mitarbeiter

- durchschnittliche Lagerdauer

- Umschlagshäufigkeit

- Umsatz pro qm

Tourismus-Controlling

Kernaufgaben:

- über Reisen informieren

- Anreise

- Hotel-/ Gastgewerbe

- Kultur/ Events

Kennzahlen:

- Auslastung

- Individualtourismus-Quote

- durchschnittliche Verweildauer

- Nutzung der Kulturangebote

Medien-Controlling

Kernaufgaben:

- Informationsvermittlung

Kennzahlen:

- Seiten pro Ausgabe

- Verkaufszahlen

- Anteil der Werbeeinnahmen von Gesamteinnahmen

- Käuferreichweite

Non-Profit-Controlling

Kernaufgabe:

- Organisation von Museen, Theater, Kitas, Deutsches Rotes Kreuz...

Kennzahlen:

- Betreuungsschlüssel (Kita) ...

aufbauorganisatorisch-institutionelle Perspektive

- Eingliederung in Unternehmens-Organisation: als Linienstelle oder als Stabstelle

- Binnenstruktur der Controlling-Organisation: fachliche Zuordnung oder disziplinarische Zuordnung

- Rechte und Pflichten des Controllings ergeben sich auch Gestaltungskriterien für Controlling-Kompetenzen

-> Informationsrechte und -pflichten

-> Entscheidungs(vorbereitungs)rechte und -pflichten (bis hin zu tatsächlichem Entscheidungs- oder Vetorecht)

-> Anordungsrechte und -pflichten (z.B. Controlling beurteilt Preise und daraus resultierende Konsequenzen, letzlich trifft aber Management die Preisentscheidung)

-> Kontrollrechte und -pflichten (Berichte zu bestimmten Zeitpunkten)

organisatorisches Gleichgewicht einer Stelle

- magisches Dreieck aus Aufgabe, Kompetenz und Verantwortung

-> alle 3 möglichst deckungsgleich

-> heißt: gleichzeitig kompetent und verantwortungsvoll Aufgabe erfüllen

ablauf-prozessuale Perspektive

- typische Misserfolgsfaktoren: Kompetenzstreitereien, Verzug ...

- zentrale Basisinstrumente: Budgetierung, Planungsablauf...

- Planungsablauf: schrittweise Festlegung von Terminen (also spätester Beginn und spätestes Ende)

-> Hierarchie: Geschäftsleitungm Controlling, Bereiche/Abteilungen, Kostenstellen

-> Top Down = GF legt etwas fest, Controller verteilt dann Ressourcen/Ausbringungen auf Kostenstellen

-> Bottom Up = Rückmeldung durch untere Stellen an Controlling & GF, ob realisiert werden kann

-> beides = Mixed Planning, Gegenstromverfahren

unternehmensübergreifend-integrative, schnittstellenbezogene Perspektive

- Herausforderung: interorganisationale Arbeitsteilung

- Supply Chain Management

- Netzwerk-Controlling

-> bewusste Vernetzung möglich, Entstehung neuer Controlling-Felder, Informationsaustausch um frühzeitig auf Änderungen (z.B. der Nachfrage) zu reagieren, besseres betriebswirtschaftliches Ergebnis möglich

mehrstufige Fixkostendeckungsrechnung

Unterschiede einstufige/mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung:

-> einstufig = Preis - variable Kosten

-> mehrstufig = DB1 -x = DB2, DB2 - y = DB3 ...

- Kriterium der kurzfristigen Produktprogrammoptimierung: Deckungsbeiträge

- Betrachtungsgegenstände mehrstufiger DB-Rechnungen: Produkte/DL, Produktgruppen, Vertriebswege, Region, Kundensegmente, Auftragsgröße

 

DB-Typen

- absolut = Preis - variable Kosten

- relativ = DB(abs.) je Stück / Preis je Stück -> wichtig vor allem im Handel

- engpassspezifisch = DB(abs.) je Stück / Engpassinanspruchnahme je Stück -> wichtig vor allem in der Produktion mit knappen Ressourcen (Personal, Maschinen, Fuhrpark)

- Grenzen der DB-Rechnung: nur für kurzfristige Entscheidungen, Unterstellung der Identität von Preisen und Input-Größen

 

Eigenerstellung vs. Fremdbezug

- Grenze zwischen operativen und strategischen EE/FB-Entscheidungen = Kernkompetenz betreffen -> strategisch, micht die Kernkompetenz betreffend -> operativ

- relevante Kriterien bei EE/FB-Entscheidungen:

-> nicht monetär = Abhängigkeiten, Bedeutung für Produkt/Marke, Lieferzuverlässigkeit, -zeit, Image, Qualität, Flexibilität

-> monetär = Kosten, engpassspezifische Mehrkosten ( Fremdbezugspreis - variable Eigenerstellungskosten / Engpassinanspruchnahme)

- Gründe für Rückverlagerungen: Annahmen werden nicht erfüllt (z.B. über Kosten, Qualität, Lieferzuverlässigkeit usw.)

Verrechnungspreisbildung

- bei divisionaler Organisationsform

- Wertansätze für Leistungstransfer zwischen wirtschaftlich selbständigen Bereichen innerhalb eines Unternehmens

  1. Sachgüter -> von einer Sparte an eine andere
  2. Dienstleistungen -> bestimmte Tätigkeiten von einer Sparte für eine andere
  3. Informationen -> Lizenzen & Know-how
  4. Finanzen -> CashCow-Bereich gibt Kredit intern an Sparte mit Kapitalbedarf

- Instrumentarium zur Markt-/Kostenorientierten Planung, Steuerung und Kontrolle dezentraler Entscheidungen

-> Markt: Was bekommt bzw. zahlt man am Markt?, Kosten: Welche Kosten sollen Sparten in Rechnung gestellt werden?

- Ziele: Optimierung des Gesamterfolgs, aussagefähiger Erfolgsausweis des Gesamtunternehmens und der einzelnen Sparten (Ermittlungsfunktion), Ermittlung von Inventurwerten der handelsrechtlichen und steuerrechtlichen Bilanzierung (Abrechnungsfunktion) => meist für 1 Jahr festgelegt

Onshoring und Offshoring

Eigenerstellung: Onshoring (national), Nearshoring (kontinental), Captive (internes) Offshoring

Insourcing oder Backsourcing

Fremdbezug: Onshore-Outsourcing (single -> 1 Lieferant für 1 Produkt, multi -> mehrere Liefernaten für 1 Produkt, partielles -> nur manche Produkte, totales -> alle Produkte), Offshore-Outsourcing (single, multi, partiell, total)

Erweiterte Center-Pyramide

-> von unten nach oben:

  1. Cost-Center (z.B. Service-Center, Kostenstellen ohne direkten Marktzugang)
  2. Sales-Center (nach Umsätzen geführt, Umsatzbudgets als Mengen & Umsatz
  3. Profit-Center (nach Gewinn geführt, Umsatz minus Kosten, für beides verantwortlich)
  4.  Investment-Center (für Kapitaleinsatz verantwortlich, nach Rentabilität geführt)
  5.  Value-Center (wertbasiertes Management, z.B. Shareholder-Value, WACC, nach Wertsteigerung geführt)

Abweichungsanalysen

- Ursachen für

-> Planungsfehler: weniger Kapazität als erwartet, höhere Krankenstandsquote, Risiken nicht berücksichtigt

-> Ausführungsfehler: Fehler bei der Produktion, mangelnde Eingangskontrolle bei Lieferung, unsachgemäße Lagerung/Transport

-> Prämissenfehler: falsche Annahmen über externe Rahmenbedingungen, z.B. Streiks, Witterung usw.

- Ist: Ist-Menge * Ist-Preis

- Plan: Planmenge * Plan-Preis

- Soll: Ist-Menge * Plan-Preis

- Wird: zukünftig zu erwartender Wert, nach Hochrechnung/Schätzung

-> Vorteil relativer Abweichungsanalysen: Vergleichbarkeit

-> Nachteil relativer Abweichungsanalysen: bei relativen Werten Basis-Effekt zu beachten! (z.B. 50% kann 500/1000, aber auch 1/2 sein, nicht gleich repräsentativ)

- graphische Darstellungsformen: Kreisdiagramm, Säulendiagramm (hoch mit Unterteilungen innerhalb), Balkendiagramm (quer)

- Möglichkeiten der Abweichung:

Mengen-Abweichung

Preis-Abweichung

Kosten-Abweichung

Budget

= ein in Geldeinheiten bewerteter Plan für einen Zukunftszeitraum z.B. 1 Jahr, 1 Monat, Quartal... für einen bestimmten Verantwortungsbereich mit einem spezifischen Verbindlichkeitsgrad (z.B. x% vom Umsatz)

-> monetäre Zielvereinbarung, da Geld knappe Ressource ist und irgendwie aufgeteilt werden muss

-> Top Down: Vorkalkulation, Was wird wo gebraucht?

-> Bottom Up: Wie viel kann an wen verteilt werden?

-> Gegenstromverfahren

- Schritte:

  1. Festlegung des gesamten Budgets
  2. Festlegung des Marketing-Budgets (zuerst, da hier größter Engpass besteht)
  3. Budgetierung in anderen Engpass-Bereichen (Material, Personal, Produktionsanlagen)

-> Vorteile: klarer Handlungsrahmen, Planungssicherheit, Transparenz

-> Nachteile: Starrheit, Ansparbarkeit von verbleibendem Budget muss geregelt werden, Rivalität zwischen Bereichen, bei Fortschreibung des Budgets wird unterstellt dass Wichtigkeiten sich nicht verschieben -> zero-based-Budgeting besser

Benchmarking

= systematischer Prozess zur Bewertung von Produkten, Dienstleistungen und Prozessen

-> unternehmensintern

-> innerhalb Branche

-> branchenextern

- Schritte:

  1. Aufzeigen von Unterschieden
  2. Suchen von Ursachen für Unterschiede
  3. Erarbeitung von Möglichkeiten zur Verbesserung
  4. Benennung wettbewerbsorientierter Zielvorgaben

Scoring-Modelle

- Transparenz von komplexen Entscheidungssituationen durch Entscheidungsmatrix

- Darstellung mehrerer quantitativer und qualitativer Ziele in ihren Erfüllungsgraden durch Nutzwertanalyse

-> Ziele müssen voneinander unabhängig sein

-> intersubjektive Nachprüfbarkeit = jeder kann anhand der Matrix Entscheidung nachvollziehen

-> hohe Subjektivität bei Beurteilung qualitativer Kriterien

Frühaufklärungssysteme

- Frühwarnung = frühzeitige Warnung vor Gefahren und Informationen an Vertrieb

- Früherkennung = frühzeitige Erkennung von Gefahren

- Frühaufklärung = frühzeitige Reaktion und Gegenmaßnahmen gegen Gefahren

-> sinnvolle Segmentierung des Unternehmensumfelds:

SPEET: Social Political/Law Economical Ecological Technological -> nochmals geographisch unterteilt (lokal, regional, national oder global)

-Monitoring = gerichtete/fokussierte Vorgehensweise, gezielte Suche nach speziellen Informationen, die vom Controlling erfasst und aufbereitet werden

- Scanning = Vorgehensweise, die ungerichtet erfolgt

Risiko-Controlling

- Risiko = Abweichung von einem erwarteten Wert (sowohl positiv als auch negativ)

- erforderliche bei Unternehmensbereichen mit Schwankungen, Relevanz je nach Branche abhängig

- Schritte:

  1. Formulierung der Risikostrategie
  2. Festlegung der Maßnahmen zur Risikoerfassung (Scanning, Monitoring)
  3. Durchführung der Risikoanalyse
  4. Risikobewertung (Stärke, Ausprägung)
  5. Risikosteuerung

-> Risikosteuerungsmaßnahmen: Schwankungen verhindern (auf Vorrat kaufen, sich gegen Unsicherheiten versichern), sinnvolle Darstellung der Risikoanalyse, Risikostreuung/Diversifikation

Prozesskostenmanagement

-> Unterteilung von Hauptprozessen in Teilprozesse und Teiltätigkeiten

-> Kostentreiber identifizieren

-> keine gleichmäßige Verteilung der Gemeinkosten auf alle Produkte wie in Zuschlagskalkulation

-> prozessuale Inanspruchnahme nicht wert- sondern mengenabgängig

-> Unterschiede zur Zuschlagskalkulation:

- Allokationseffekt = Differenz zwischen BE Zuschlagskalkulation und BE Prozesskostenkalkulation durch genauere Zurechnung der Gemeinkosten

- Komplexitätseffekt = Zahl der pro Produkt in Anspruch genommenen Prozesse -> Vielschichtigkeit des Produktionsprozesses

- Degressionseffekt = Betrag verteilt auf größere Anzahl von Produkten

Wertanalyse

-> zur Verbesserung des Nutzen-Kosten-Verhältnisses des Analyseobjektes (interne/externe bestehende/zukünftige Produkte/DL)

- 3 zentrale Funktionstypen: notwendige Funktionen zu minimalen Kosten realisieren, überflüssige Funktionen weglassen, zusätzliche (denkbare) Funktionen nur dann realsieren wenn die dafür zusätzlichen Kosten von den zusätzlichen Erlösen überkompensiert werden

- wichtig für Controlling:

-> Grundlage für Ableitung von Effizienzkriterien (MUSS, SOLL, KANN-Kriterien)

-> konzentriert sich aber nicht nur auf Kosteneinsparungen, sondern betrachtet auch zusätzliche Wertangebote, die vom Abnehmer gewünscht sind und auch dementsprechend bezahlt werden

Total Quality Management

- Qualität nicht einheitlich definierbar, es gibt viele Dimensionen -> man sollte sich aber auf die gewünschten Kriterien der Kunden/Abnehmer konzentrieren unter Berücksichtigung technischer Normen/Machbarkeit

-> Handlungsansatz durch Kundenanforderungen, technische und gesetzliche Normen geprägt

- Ausprägungen: geplant/realisiert (klassische Unterscheidung) oder Übereinstimmungs(Konformitäts)kosten -> Fehlerverhütungs- und Prüfkosten/Abweichungs(Nichzkonformitäts)kosten -> Behebungskosten

Target Costing

- Rahmenkonzept, das nur Grundlage für weitere Instrumente ist

- sollte zu Beginn eines Produktlebenszyklusses stattfinden

- besonders vorteilhaft bei Serienfertigung

- Leitbild: Welchen Preis erlaubt der Markt? -> Preisbereitschaft der Kunden

- Ablauf:

  1. Ermittlung des vom Kunden zahlbaren Betrag (Marktforschung) -> target price
  2. Gewinnspanne abziehen = allowable costs
  3. Differenz zu bisherigen Standardkosten (drifting costs) -> target gap
  4. target costs durch Annäherung der drifting costs an allowable costs und Verkleinerung der target gap durch Kostenreduzierung (Rationalisierung, Weglassen von aus Kundensicht unwichtiger Funktionen)

- Value Control Chart: zeigt auf, wie sich der vom Kunden wahrgenommene Nutzen zu den Kosten verhält -> Diagramm aus Nutzenanteil(x) und Kostenanteil(y), optimale Einordnung bei Kostenanteil=Nutzenanteil, also 45°-Linie, Positionierung über der Linie unvorteilhaft da Kosten > Nutzen, also vermeiden -> Maßnahmen: Verschiebung nach rechts, also Wertschätzung beim Kunden erhöhen oder Verschiebung nach unten, also Kosten einsparen

- Zielkostenindex = Nutzenanteil/Kostenanteil -> Optimum bei 1

Nachhaltigkeits-Reporting

-> Drei-Säulen-Konzept aus wirtschaftliche Vorteilhaftigkeit, ökologische Verträglichkeit und soziale Akzeptanz

-> auch CSR Corporate Social Responsibility

-> Adressaten von Nachhaltigkeitsberichten = FK-Geber (UN ist nur zahlungsfähig bei unterbrechungsfreier Arbeit, also keine Streiks usw., also soziale Akzeptanz und ökologische Verträglichkeit wichtig) und Arbeitnehmer

-> Kenngrößen:

- wirtschaftlich: Anlagenintensität, Durchlaufzeit, Fehlauslieferungsquote, dynamische Amortisationsdauer, EK-Quote, relativer Marktanteil

- sozial: Frauenquote, Krankenstandsquote, Mitarbeiterzufriedenheit, Entlohnungsnivau...

- ökologisch: Ressourceneinsparungsgrad, umweltschutzbedingte Mehr-/Minderausgaben/-einnahmen, sustainable Value...

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