puma


Lukas Schädler
Diese Lernkarten bieten einen grundlegenden Überblick über Verwaltungssysteme und Reformen. Sie behandeln zentrale Themen wie Reformen im öffentlichen Dienst, Systemverbesserungen und Prozessoptimierungen. Besonders relevant für Studierende der Betriebswirtschaftslehre, die sich mit der Effizienz und Effektivität von Verwaltungsstrukturen auseinandersetzen möchten. Die Karteikarten beleuchten auch die Rolle von Politik, Bürgern und internationalen Einflüssen auf Reformprozesse.
Karten
27
Lernende
1
Sprache
Deutsch
Kategorie
BWL
Stufe
Grundschule
Erstellt / Aktualisiert
17.07.2014 / 17.07.2014

Lernkarten

Welche Antworten werden bei der PuMa Forschung gesucht?

  • Welche Faktoren treiben bzw. ehmmen die PuMa-Reformen?
  • Handelt es sich um politischhe Modeerscheinungen oder sind tiefergreifende Kräfte am Werk?
  • Warum haben einige Länder wie wild darauf los reformiert, während andere vorsichtiger waren?
  • Lassen sich die Länder vergleichen?

Was erhöhrt den Reformdruck?

  • Wohlfahrtsstaat
  • Verringerte finanzielle Spielräume
  • Wirtschaftskrise
  • Globalisierung

Wahrnehmung und Entscheidung der Eliten?

PUMA Reformen sind i.d.R. weder in der Planung noch in der Umsetzung umfassend angelegt.

  • Reformiert werden öffentliche Programme, Institutionen, Sektoren
  • Es gibt keinen einzelnen Designer und kein einheitliches Designt für Reformen

Intentionalität von PUMA Reformen wird häufig überbewertet.

Sozio-ökonomische Kräfte

  • Globale ökonomische Kräfte
  • Sozio-demografische Veränderungen

--> Nationale Sozial- und Wirtschaftspolitik

Sozialdemografischer Wandel

= Änderungen von Lebensmustern von Bürgern (z.B. erhöhte Lebenserwartung, veränderte Formen des Familienlebens, gestiegene Arbeitslosenrate, Migration)

Sozial-demografischer Wandel --> Nachfrage nach staatlich finanzierten und/oder bereitgestellten Leistungen steigt --> Anstieg öffentlicher Ausgaben

Massnahmen zur Systementlastung

  • niedrigere Steigerungsrate der Sozialleistungen
  • Einengung der Anspruchberechtigung (Konzentration auf die Bedürftigten)
  • Erhöhung der Beiträge und Selbstbehalte für die Begünstigten
  • Organisatiorische Änderungen bei der Leistungserstelung 
  • Einbeziehung der Privatwirtschaft in Leistungsbereitsstellung
  • EInbeziehen von Freiwilligen (NPO/NGO)
  • Vollständige Restrukturierung 

Politisches System 

  • Neue Managementideen
  • Druck der Bürger

--> Parteipolitische Ideen

Die struktuellen Merkmale des politischen Systems haben einen Einfluss auf die Machbarkeit von PumaReformen.

  • Staatsstruktur
  • Regimetype - Regierungsform
  • Konsens- vs. Konkurrenzdemokratie
  • Wahlsystem und Parteisystem
  • Verwaltungskultur
  • Stellenwert des Verfassungsrechts
  • Verfassungsschutz

Staatsstruktur

Wie ist die Staatswelt zwischen den verschiedenen Ebenen des Staates aufgeteilt?

  • zentralistische Einheitsstaat (UK, ITA)
  • dezentrale Einheitsstaaten (NOR, SWE, FIN)
  • föderale Staaten (USA, AUT, CH, BEL, GER)

Regimetyp (Regierungsform)

  • Alleinregierung
  • Grosse Koalition
  • Regierungskoalition mit absoluter Mehrheit
  • Minderheitsregierung

Verwaltungskultur -  Zentrale Fragestellungen

 

Können unterschiedliche Verwaltungskulturen (Werthaltungen, Annahmen) identifiziert werden?

Wie beeinflusst die Verwaltungskultur den Verwaltungsreformprozess?

Rechtsstaat (GER, ITA, AUT) vs. Angelsächsisches Public Interest Modell (UK, USA, CAN)

Rechtsstaat

  • Der Staat ist die zentrale Integrationskraft innerhalb der Gesellschaft 
  • Aufgabe des Staates liegt in der Schaffung und Durchsetzung des Rechts
  • Öffentliches Recht ist stark ausgeprägt und benötigt Juristen für die Rechtsdurchsetzung
  • Bürger ist Rechtsunterworfener
  • Verwaltungsgerichtshöfe zur Sicherstellung der Gleichheit vor dem Gesetz
  • Respekt vor dem Recht ist eine gesellschaftliche Notwendigkeit und eine integrative Kraft

Public Interest

  • Staat und Recht spielen keine so dominante Rolle
  • Regierung wird als notwendiges Übel betrachtet
  • Regierung darf nicht mehr Macht haben als notwendig und die Minister stehen gegenüber dem Parlament und der Öffentlichkeit unter Rechtfertigungsdruck
  • keine Dominanz von Juristen in der öffentlichen Verwaltung. Die öffentlich Bediensteten sind vorwiegend Generalisten
  • Aufgabe der Regierung besteht darin einen Interessensausgleich herbeizuführen

Neue Managementideen für den Staat

Annahme: Man kann alles "managen"

  • positive Rsonanz in der Politik und die Ideen wurden zwischen den Ländern ausgetauscht
  • NPM-Gurus wie Osborne und Gaebler: reinventing Government
  • Managementideen fliessen in einen grossen Ideenpool ein, aus dem sich die politisch-administrativen Eliten bedienen
    • Institutionenökonomische Theorien
    • Public Choice
    • MbO, TQM
  • Herausbildung eines internationalen Netzwerk (PUMA bei OECD)

Druck von den Bürgern

 

  • Bürger können auf politisch-administrative Systeme einen Veränderungsdruck ausüben
  • Bürger erwarten auch von öffentlichen Verwaltungen schnellen, kundenfreundliche Service
  • Ansonsten Unzufriedenheit
  • auch bei Ungleichheit und Korruption --> Reformdruck

Parteipolitische Ideen

  • Parteien legen sich unterschiedliche Ideen zurecht
  • aus Parteiprogramm oder von externen Quellen stammen
  • Privatisierung öffentlicher Einrichtungen ist eine Kernidee

Schlussfolgerung:

Puma Reformen sind eine Modeerscheinung und keine Regierung kann es sich leisten, sie zu ignorieren. Wie diese Mode sich etabliert, hängt zum Teil mit den Vertriebskanälen des Themas ab.

Administrative Systeme

Verwaltungssysteme sind sehr unterschiedlich strukturiert.

  1. Inhalt des Reformpakets
  2. Implementierungsprozess
  3. Tatsächlich erreichte Reformen

Inhalte des Reformpakets

Reforminhalte sind das Produkt aus dem Zusammenspiel zwischen wünschenswerten und machbaren Reformvorschlägen.

  • Finanzmanagement
  • Personalmanagement
  • Reorganisation
  • Performance Management

Reformwege im Finanzmanagement

Budgetsanierung oder Steigerung der Leistungsfähigkeit (E,E, Q)

Reformen, die dem Erreichen eines Einsparungszieles dienen, passen nicht immer zu jenen reformen, die zu Leistungssteigerungen führen sollen. 

Reformen im Personalwesen

Anforderungen der Politik an den öffetnlichen Dienst (civil service)

  • Flexibilität hinsichtlich der Anpassung an die Bedürfnisse der Politik
  • Orientierung des öffentlichen Dienstes an Ergebnissen (Output- bzw. Outcome-Orientierung)
  • Leistungsfähiger öffentlicher Dienst, der möglichst wenig kostet
  • Angleichung an die Standards der Privatwirtschaft

Reformen führen zu "Krieg" zw. Gewerkschaften und Politik.

Merkmale des öffentlichen Dienstes:

  • Pragmatisierung (lebenslange Anstellung)
  • Karriere (Qualifikation)
  • Einheitlicher öffentlicher Dienst

Reform der Organisationsstruktur

  • Spezialisierung 
    Sollte eine Verwaltungseinheit einem oder mehreren Zwecken dienen?
  • Koordination
    Mit welchen Mitteln soll die Abstimmung zwischen verschiednen Funktionen, Hierarchieebenen und Sektoren erfolgen?
  • Zentralisierung / Dezentralisierung
    Welche Aufgaben sollten in welchen Ausmaß zentralisiert/dezentralisiert werden?
  • Größe
    Optimale Betriebsgrösse

Messung der Performance

Leistungsindikatoren

  • Ressourcenzuteilung
  • Entlohnung
  • Steuerung Controlling
  • Rechenschaftslegung

Ressourceneinsatz (Input) --> Leistung (Output) --> Wirkung (Outcome)--> Effektivität (realisierte Wirkung/geplante Wirkung)

Implementierungsprozess der Reformen

  • Bombenwurf (top down) 
  • Partizipation (bottom up)

 

Klassifizierung der Ergebnisse

  1. Realisieurng einer Vision
  2. Systemverbesserung
  3. Prozessverbesserung
  4. Messbare (operationalisierbare) Ergebnisse

Messbare Ergebnisse

Input --> Prozess --> Leistung --> Wirkung

Ergebnisse im Sinne von Prozessverbesserung

  1. Steigende Kundenorientierung (Qualitätsverbesserungen)
  2. Steigende Leistungsorientierung (HRM, Strat. Management)

Ergebnisse im Sinne von Systemverbesserung

Systemverbesserungen können darin bestehen, das politisch-administrative System flexibler, reaktions-, lern- und anpassungsfähiger zu machen. Systemverbesserung ist mehr als eine Einzelreform. Es ist breit angelegt und verfolgt das Ziel die Strukutr und die Kultur des politisch-administrativen Systems zu verbessern. 

  • Strukturelle Systemverbesserung
  • kulturelle Systemverbesserung

Ergebnisse im Sinne der Realisierung einer Vision

Rolling back the state! - Margaret Thatcher

Reinventing Government - Al Gore

Schlanker Staat - Helmut Kohl

Aktivierende Staat - Gerhard Schröder

Österreich bekommt die modernste Verwaltung Europas - Wolfgang Ruttenstorfer

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