Sozialversicherung
Grundbegriffe Sozialversicherung
Grundbegriffe Sozialversicherung
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Wie werden die Nettoprämien bei der Unfallversicherung festgelegt?
Die Nettoprämien werden in Prozenten der prämienpflichtigen Lohnsumme festgelegt. Im Wesentlichen entspricht die prämienpflichtige Lohnsumme in der Unfallversicherung dem massgebenden AHV-Lohn.
Nach Jahresende melden die Arbeitgeber...
...mit einer so genannten Lohnerklärung der Unfallversicherung das Total der prämienpflichtigen Löhne, mit dieser Meldung wird die definitive Prämienrechnung erstellt (Achtung Lernende und Rentner Abweichung von AHV).
Wer zahlt die Beiträge an die Familienausgleichskassen?
Die Arbeitgeber zahlen Beiträge an die Familienausgleichskassen alleine. Diese Beiträge bewegen sich je nach Kasse zwischen 0.1 und 4% der Brutto-Lohnsummen. Im Kanton Wallis zahlen auch die Arbeitnehmenden Beiträge von 0.3% der Lohnsumme. Ab 2013 zahlen alle Selbstständigerwerbenden einen Beitrag in die Familienausgleichskasse und haben somit Anspruch auf Leistungen.
Wie werden die Beiträge an die Familienausgleichskasse verrechnet?
Diese Beiträge werden mit der Jahresschlussabrechnung verrechnet und können mit den bereits ausbezahlten Kinderzulagen verrechnet werden. Die Familienausgleichskassen werden von den kantonalen AHV-Ausgleichskassen oder von Verbands-Ausgleichskassen geführt.
Aus was bestehen die Beiträge an die berufliche Vorsorge?
Aus den Altersgutschriften, den Risikobeiträgen und dem Beitrag in den Sicherheitsfonds. Für alle drei Prämiensätze ist grundsätzlich die Bemessungsgrundlage der AHV-pflichtige Lohn.
Wie wird der Beitrag an die berufliche Vorsorge berechnet?
Vom AHV-pflichtigen Lohn wird der Koordinationsabzug (CHF 24'675.00) abgezogen. Die Differenz bis zu einem Lohn von CHF 84'600.00 ist beitragspflichtig. Für Mitarbeitende, welche mehr als CHF 21'150.00 verdienen ist der versicherte Lohn von CHF 3'525.00 prämienpflichtig. Diese Beiträge werden durch die Vorsorgeeinrichtung in Rechnung gestellt.
Altersgutschriften = Sparguthaben
Alter - Ansatz in % des koordinierten Lohnes (:2)
- 25-34 Jahre - 7%
- 35-44 Jahre - 10%
- 45-54 Jahre - 15%
- 55-64/65 Jahre - 18%
Die Risikobeiträge
Die Invaliden- und Hinterlassenenrenten werden nach dem Versicherungsprinzip finanziert. Die Beiträge betragen durchschnittlich zwischen 2.5 und 3% des versicherten Lohnes. Die Risikoprämien für Männer sind grundsätzlich höher als für Frauen.
Beitrag in den Sicherheitsfonds
Der Sicherheitsfonds garantiert die versprochenen obligatorischen Leistungen sowie bis zu einer bestimmten Höhe auch überobligatorische Leistungen. Diese Garantie kommt dann zum Tragen, wenn der Arbeitgeber die Beiträge nicht bezahlen kann oder eine Vorsorgeeinrichtung zahlungsunfähig geworden ist.
Aufteilung der Beiträge ins BVG
Die Beiträge werden hälftig zwischen Arbeitnehmenden und Arbeitgeber geteilt. Dabei ist der Grundsatz zu beachten, dass die Summe der Beiträge des Arbeitgebers gleich hoch sein muss, wie die gesamten Beiträge aller seiner Arbeitnehmenden.
Kann der Arbeitgeber, das Risiko der Lohnfortzahlung mildern?
Ja, gemäss OR 324a durch eine Krankentaggeldversicherung. Erfolgt eine Taggeldversicherung nach KVG wird ein Taggeld während 720 Tagen innerhalb von 900 aufeinander folgenden Tagen gewährt. Wenn eine Taggeldversicherung nach VVG (Versicherungsvertrags-Gesetz) gewählt wird, entfallen die Mindestanforderungen.
Was ist bei einer Taggeldversicherung nach VVG massgebend?
Der Vertrag bzw. die Police.
Wie viel ist meistens bei einer Krankentaggeldversicherung versichert?
Meistens sind 80 oder 90% des Lohnes nach einer Wartezeit von 30 Tagen versichert.
Wie können die Prämien an die Krankentaggeldversicherung aufgeteilt werden?
Die Prämien können mindestens hälftig auf Arbeitnehmende und Arbeitgeber aufgeteilt werden. Auch diese Prämien sind abhängig vom Schadensverlauf und variieren zwischen 0.5 und 2%. (Der Betrieb muss mind. die Hälfte übernehmen).
Wo steht, dass das Eigenkapital zur Zinsberechnung auf die nächsten 1000 Franken aufgerundet wird?
AHVV Art. 18
AHVV Art. 18 Abs. 2 definiert auch die Höhe des Zinses.
Abrechnung gegenüber der AHV - Der ausgewiesene Reingewinn entspricht...
dem steuerbaren Reingewinn, welcher als Grundlage der Direkten Bundessteuer unterliegt. Gemäss AHVG Art. 9 Abs. 3 wird das selbstständige Erwerbseinkommen und das im Betrieb eingesetzte eigene Kapital von den kantonalen Steuerbehörden ermittelt und den Ausgleichskassen gemeldet.
Zur Bestimmung des beitragspflichtigen Bruttoeinkommens rechnen...
...die Ausgleichskassen das gemeldete Einkommen auf 100% auf, die sinkende Beitragsskala wird dabei berücksichtigt.
Wo steht, dass ein Zins vom investierten Eigenkapital in Abzug gebracht werden kann?
AHVG Art. 9 Abs. 2 lit. f schreibt dies vor.
Wofür ist es äusserst wichtig, dass die individuellen Sätze und Berechnungsgrundlagen der Ausgleichskassen angewandt werden?
Für die Verwaltungskosten. Im Normalfall wird ein bestimmter Prozentsatz von den AHV/IV/EO-Beirägen als Verwaltungskosten erhoben. In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass es für Verwaltungskosten nur Vorschriften über einen Maximalansatz gibt. Dieser beträgt max. 5% der Beiträge vom Erwerbseinkommen.
Wie viel muss eine selbstständig erwerbende Person, welche einen AHV-pflichtigen Reingewinn von weniger als CHF 9'400.00 aufweist, überweisen?
Sie muss den Mindestbeitrag überweisen.
Welches Problem stellt sich bei verheirateten Personen mit einem nichterwerbstätigen Ehegatten?
Dass in einem solchen Falle der doppelte Mindestbeitrag nicht einbezahlt wird. Somit muss der nichterwerbstätige Ehegatte für das entsprechende Jahr Beiträge als eine nichterwerbstätige Person einzahlen, ansonsten Rentenkürzungen erfolgen könnten, da die Beitragspflicht nich erfüllt wird. Es muss deshalb eine entsprechende Anmeldung als Nichterwerbstätiger bei der zuständigen Ausgleichskasse erfolgen.
Von wem müssen die FAK-Beiträge sowie die Verwaltungskosten bezahlt werden?
Vom Arbeitgeber
Bei den Kinderzulagen sind verschiedene Verrechnungsmethoden möglich:
Es ist möglich, dass diese bei der Schlussabrechnung verrechnet werden. Als weitere Möglichkeiten sind auch die Auszahlung der Kinderzulagen oder die Verrechnung mit fälligen Beiträgen in neuen Jahr möglich.
Abrechnung mit der Unfallversicherung
Der Unvallversicherer stellt dem Arbeitgeber Ende Jahr ein Formular zu. In diesem Formular weist der Arbeitgeber differenziert die Löhne der Mitarbeitenden aus. Aufgrund dieser Deklaration wird die definitive Prämie in Rechnung gestellt.
Meldung an die Unfallversicherung
- Lohnsumme Männer und Frauen getrennt
- Summe der AHV-pflichtigen Löhne inkl. Lehrlinge über 18 J., Praktikanten bis CHF 126'000 pro Person / Jahr
- plus Summe der nicht AHV-pflichtigen Löhne von Personen unter 18 J. (Lehrl., Volontäre) und AHV Rentnern
- = Total prämienpflichtige Lohnsumme für die Berufsunfallversicherung
- minus Summe der deklarierten Löhne von Personen, deren Arbeitszeit weniger als 8 h pro Woche beträgt
- =Total prämienpflichtige Lohnsumme für die Nichtberufsunfallversicherung
- Anzahl versicherte Personen für die obligatorische Versicherung
An wen werden die Taggelder der Unfallversicherung überwiesen?
Die Taggelder der Unfallversicherung können dem Arbeitgeber oder dem Arbeitnehmer überwiesen werden. Besteht ein Arbeitsverhältnis werden die Taggelder meistens dem Arbeitgeber überwiesen, dass dieser die Fortzahlung des Lohnes übernimmt.
Wie werden die Taggelder der Unfallversicherung berechnet?
Die Taggelder der Unfallversicherung werden nach einer verbindlichen Formel berechnet. Diese Formel findet sich in der Verordnung zur Unfallversicherung.
Formel gemäss UVV: Versicherter Jahresverdienst (max. CHF 126'000.00) / 365x80%
An wen wird die Mutterschaftsentschädigung ausbezahlt?
Die Mutterschaftsentschädigung kann direkt an die Arbeitnehmerin, die selbstständig Erwerbende oder an den Arbeitgeber ausbezahlt werden. Je nach dem wer diese Entschädigung erhält, sind verschiedene Abrechnungen zu beachten.
Was ist bei einer Überweisung der Mutterschaftsentschädigung an den Arbeitgeber zu beachten?
Bei einer Überweisung an den Arbeitgeber wird der AG-Anteil der Sozialversicherungsbeiträge (6.25%) mit überwiesen.
Was ist bei einer Überweisung der Mutterschaftsentschädigung an eine selbstständig Erwerbende zu beachten?
Bei einer Überweisung an eine selbstständig erwerbstätige Mutter wird der Beitrag der Arbeitslosenversicherung nicht abgezogen. (abzüglich Anteil 5.15%)
Was ist bei einer Überweisung der Mutterschaftsentschädigung an die Arbeitnehmerin zu beachten?
Bei einer Überweisung an die Arbeitnehmerin wird der AN-Anteil der Sozialversicherungsbeiträge abgezogen (6.25%).
Weshalb ist es möglich, dass die UVG-Prämien in verschiedenen Betrieben höher sind?
Z. B. ist das Baugewerbe grundsätzlich unfallgefährdeter als ein Treuhandbüro. Das Risiko für die Unfallversicherung, Leistungen erbringen zu müssen, ist somit höher. Aus diesem Grund wird bei der Baufirma ein höherer Prämiensatz angewendet.
Eine Invalidenrente wird frühstens nach einer Wartefrist von...
1 Jahr ausgerichtet.
Welche freiwilligen Unfallzusatzversicherungen gibt es?
Zum Beispiel
- Überschusslohn versichern / Löhne über 126'000
- Halbprivat / Privatzusatz
- Todesfall- / Invaliditätskapitalien
- Übernahme von höheren Transportkosten
Soziale Risiken und die entsprechenden Sozialversicherungszweige:
- Invalidität= IV, BVG, UVG, MVG
- Alter= AHV, BVG, UVG, MVG, EL
- Tod=AHV, UVG, BVG, MVG
Wo ergänzt eine Privatversicherung eine Sozialversicherung?
- Unfallzusatzversicherung - Unfallversicherung
- Krankenzusatzversicherung - Krankenversicherung
- Überobligatorische Pensionskasse - Berufliche Vorsorge nach BVG
In welcher Form fällen Sozialversicherungen Entscheide?
In schriftlicher Form (Verfügungen). Sind Teil des öffentlichen Rechts und müssen mit einer Rechtsmittelbelehrung versehen sein.
Welches sind die Aufsichtsbehörden der Sozialversicherungen?
BSV - Bundesamt für Sozialversicherungen
BAG - Bundesamt für Gesundheit (KVG und UVG)
seco (ALV)
Wer kann der AHV freiwillig beiteten?
AHVG Art. 2
Formel Ferientag oder Arbeitstag berechnen
365 Tage / Jahr
52 Wochen a/2 Freitage = 104 Tage
365 - 104 = 261 Tage / Jahreslohn : 261 Tage = Wert eines Ferientages bzw. eines Arbeitstages