Sozialversicherung

Grundbegriffe Sozialversicherung

Grundbegriffe Sozialversicherung


N. W.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über die Sozialversicherungssysteme, insbesondere in der Schweiz. Sie behandeln zentrale Themen wie Beiträge, Arbeitgeber- und Arbeitnehmerpflichten, sowie die Berechnung von Leistungen und Prämien. Die Karteikarten sind besonders nützlich für Fachleute im Finanzbereich, die sich mit Sozialversicherungen auseinandersetzen, da sie detaillierte Informationen zu verschiedenen Versicherungsarten, wie der Unfallversicherung, AHV und Vorsorgeeinrichtungen, liefern.
Flashcards
282
Students
5
Language
German
Category
Finance
Level
Other
Created / Updated
22.02.2015 / 07.04.2024

Cartes-fiches

Müssen Studierende AHV bezahlen?

Ja, ab 21. Altersjahr bis 25. Altersjahr eine Mindestbeitrag / Ab 1.1. nach Vollendung des 25. Altersjahres Beiträge wie Nichterwerbstätige. 

Wo findet man den massgebenden Lohn für die AHV-Abrechnung?

AHVV Art. 7

Wo findet man die Details, welche nicht zum massgebenden Lohn gehören?

AHVV Art. 8

Wie wird eine Rente berechnet?

Die Höhe der AHV- (oder IV) Einzelrente einer rentenberechtigen Person bestimmt sich aufgrund ihres massgebenden durchschnittlichen Jahreseinkommens und ihrer Beitragdauer. Damit kann anhand von Rententabellen, die Rentenhöhe ermittelt werden. Vollständige Beitragsdauer 44 Jahre - Vollrente, sonst Teilrente

Welche Faktoren sind für die Ermittlung des massgebenden durchschnittlichen Jahreseinkommens massgebend?

  • Beitragsdauer
  • das aufgewertete Erwerbseinkommen
  • die Erziehungs- bzw. Betreuungsgutschriften

Die Erziehungsgutschrift entspicht...

... der dreifachen jährlichen AHV-Minimalrente zum Zeitpunkt des Rentenanspruchs. 

Wann gibt es Erziehungsgutschriften?

Für jedes Jahr, in welchem eine versicherte Person Kinder unter 16 Jahren sowie deren elterliche Gewalt hat. Erziehungsgutschriften gibt es pro Erziehungsjahr und nicht pro Kind. Im Jahr der Geburt des ersten Kindes wird keine Gutschrift angerechnet. Anmelung ist nicht erforderlich.

Wann wird eine Erziehungsgutschrift hinzugerechnet?

Die Erziehungsgutschriften werden zum Zeitpunkt des Rentenanspruchs von den Ausgleichskassen automatisch bei der Berechnung des massgebenden durchschnittlichen Jahreseinkommens hinzugerechnet. 

Wann gibt es Betreuungsgutschriften?

Für jedes Jahr, in welchem eine versicherte Person pflegebedürftige Verwandte betreut, wird ihr eine Betreuungsgutschrift angerechnet, wenn verschiedene Voraussetzungen erfüllt sind. Anmeldung notwendig. 

Was ist Einkommenssplitting?

Die während der Ehejahre erzielten Erwerbseinkommen der Ehepartner werden geteilt (gesplittet) und jedem Ehepartner zu 50% auf dem individuellen AHV-Konto gutgeschrieben. Geteilt werden auch die während der Ehejahre erworbenen Erziehungs- und Betreuungsgutschriften. 

Wann wird das Einkommenssplitting vorgenommen?

  • beide Ehepartner rentenberechtigt sind (solange ein Ehepartner rentenberechtigt ist, wird seine Rente ohne Einkommenssplitting berechnet)
  • eine verwitwete Person Anspruch auf eine Alters- oder Invalidenrente hat (die Witwen-/Witwerrente wird ohne Einkommenssplitting berechnet)
  • die Ehe durch Scheidung aufgelöst wird (Splitting entweder zum Zeitpunkt der Scheidung auf Antrag der Ehepartner oder bei Eintritt des Rentenfalles von Amtes wegen)

Wer hat Anspruch auf eine Kinderrente?

(40% der entsprechenden Altersrente) haben Bezüger/innen von Altersrenten für jedes Kind unter 18 bzw. 25 Jahren (falls in Ausbildung). Sind beide Eltern pensioniert, so haben Vater und Mutter Anspruch auf je eine Kinderrente. Die Kinderrente von Vater und Mutter werden gekürzt, wenn ihre Summe 60% der maximalen Altersrente übersteigt.  

Wer hat Anspruch auf eine Witwenrente?

Anspruch auf eine unbefristete Witwenrente (80% der entsprechenden Altersrente des verstorbenen Ehemannes) haben Ehefrauen, die zum Zeitpunkt der Verwitwung eines oder mehrere Kinder haben. Falls keine Kinder vorhanden sind, hat die Witwe Anspruch, wenn sie zum Zeitpunkt der Verwitwung

das 45. Altersjahr zurückgelegt hat und mindestens 5 Jahre verheiratet gewesen ist. 

Wer hat Anspruch auf eine Witwerrente?

Anspruch auf eine unbefristete Witwerrente (80% der entsrechenden Altersrente der verstorbenen Ehefrau) hat ein Ehemann beim Tod der Ehefrau, wenn und solange er Kinder unter 18 Jahre hat. 

Wer hat Anspruch auf Waisenrenten?

Waisenrenten (40% der entsprechenden Altersrente) werden bis zum 18. Altersjahr bzw. 25. Altersjahr ausgerichtet, wenn in Ausbildung. 

Was ist Rentenvorbezug?

Männer und Frauen können sich 1 oder 2 Jahre vor dem ordentlichen Rentenalter pensionieren lassen. Personen, die ihre Altersrente vor beziehen, müssen als Gegenleistung eine lebenslange Kürzung ihrer Rente in Kauf nehmen. Diese Rentenkürzung beträgt 6.8% pro Vorbezugsjahr. 

Was ist Rentenaufschub?

Männer und Frauen, die Anspruch auf eine Altersrente haben, können den Beginn des Rentenbezugs um mindestens 1 Jahr und höchstens 5 Jahre aufschieben. Dies hat zu Folge, dass sich die aufgeschobene Altersrente um einen prozentualen Zuschlag erhöht, welcher von der Dauer des Rentenaufschubes abhängt. Aufschub 1 Jahr - Zuschlag 5.2% und Aufschub 5 Jahre - Zuschlag 31.5%

Wer ist IV versichert?

Es sind die gleichen Personen versichert, wie die in der AHV. Ebenso sind der Beginn und das Ende der Beitragspflicht identisch mit der in der AHV geltenden Regelung. Entsprechend sind alle AHV-beitragspflichtigen Personen auch gegenüber der IV-beitragspflichtig. 

Wie wird die IV finanziert?

Durch Beiträge der Versicherten und der Arbeitgeber (1.4% des Lohnes - hälftig Arbeinehmer und Arbeitgeber). Dazu kommen die Beiträge von Bund und Kantonen sowie Regresseinnahmen. 

Welche Voraussetzungen müssen für eine Anerkennung der Invalidität erfüllt sein?

  • ein Gesundheitsschaden
  • eine durch diesen Gesundheitsschaden verursachte bleibende, oder längere Zeit dauernde, Erwerbsunfähigkeit bzw. die Unfähigkeit, sich im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen
  • ein Kausalzusammenhang zwischen Gesundheitsschaden und Erwerbsunfähigkeit

Welcher Grundsatz geht allen Leistungen der IV vor?

Eingliederung vor Rente! 

Zuerst werden sämtliche Eingliederungsmöglichkeiten ausgeschöpft. Erst wenn eine Eingliederung nicht oder nur teilweise realisiert werden kann, wird der Rentenanspruch geprüft. 

Welche Leistungen kennt die IV?

  • Massnahmen der Frühintervention
  • Medizinische Massnahmen / Berufliche Massnahmen
  • Integrationsmassnahmen
  • Abgabe von Hilfsmitteln
  • Taggelder
  • Renten

Wan hat man Anspruch auf Invalidenrente?

Wenn die invalide versicherte Person während mindestens 3 Jahren volle Beitäge geleistet hat. Der Rentenanspruch entsteht erst, wenn die versicherte Person mindestens 40% bleibend erwerbsunfähig geworden ist oder während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% erwerbsunfähig gewesen ist. 

Nach was richtet sich der Rentenanspruch bei einer invaliden Person?

Nach dem Grad der Invalidität. Der Invaliditätsgrad wird bestimmt durch eine Gegenüberstellung der Einkommen vor und nach Eintritt der Behinderung. Ab 40% - Viertelsrente, ab 50% - Halbe Rente, ab 60% - Dreiviertelsrente, ab 70% - Ganze Rente

Wie wird bei Nichterwerbstätigen oder Studierenden der Invaliditätsgrad berechnet?

Es kann kein Einkommensvergleich gemacht werden. Hier wird darauf abgestellt, in welchem Ausmass diese Personen in ihrem Arbeitsbereich behindert sind. 

Die Erwerbsersatzordnung für Militär- und Zivilschutzpflichtige dient...

...der Vergütung des Erwerbsausfalls bei entsprechenden Dienstleistungen im Militär oder Zivilschutz. Zusätzlich versichert sind Teilnehmer/innen von Leiterkursen von Jugend und Sport. 

Wer finanziert die EO?

Beiträge der Arbeitnehmenden und deren Arbeitgeber sowie durch die Selbstständigerwerbenden. Der Beitragssatz beträgt 0.5% der Lohnsumme, hälftig Arbeitgeber / Arbeitnehmer. Beitragspflichtig sind alle Personen analog AHV-Pflicht. 

Wer erhält wie viel Leistung der EO?

Alle Personen unabhängig von ihrem Zivilstand. Im Gegensatz zur ALV richtet die EO für jeden Diensttag (auch Sa. und So.) eine Entschädigung aus. Kinderlose Rekruten erhalten den Mindestbeitrag von CHF 62.00 Grundentschädigung maximal CHF 196.00 pro Tag zuzüglich allfälliger Kinder- oder Betreuungszulagen. Selbstständige erhalten zusätzlich eine Betriebszulage von CHF 67.00 pro Tag. 

Wer erhält Betreuungskostenzulagen (EO)?

Wenn bei Diensten von mindestens zwei aufeinander folgenden Tagen zusätzlich Kosten der Kinderbetreuung entstehen, werden diese nach dem ausgewiesenen Betrag bezahlt. Die Dienst leistenden Personen müssen mit mindestens einem Kind unter 16 Jahren in einem gemeinsamen Haushalt leben. Das Geld wird zusätzlich zur Kinderzulage direkt an die Dienst leistende Person ausgerichtet. 

Wer erhält Betriebszulage (EO)?

Diese Zulage ist für Dienstleistende vorgesehen, welche die Kosten eines Betriebes tragen und den überwiegenden Teil ihres Einkommens aus einer selbständigen Erwerbstätigkeit erzielen. 

Wie ist die Finanzierung bei der EO?

Die Leistungen werden ausschliesslich aus den Lohnbeitägen (0.5% hälftig Arbeitgeber / Arbeitnehmende) und aus Zinserträgen finanziert. 

Anmeldung der Versicherungsleistung (EO):

Die EO-Meldekarte an den Arbeitgeber unterschrieben weiterleiten. Der Arbeitgeber leitet die Karte an seine Ausgleichskasse weiter. Selbstständigerwerbende oder Nichterwerbstätige nehmen direkt Kontakt mit der zuständigen Ausgleichskasse auf. Die Beiträge werden dem Arbeitgeber überwiesen. Der AHV/IV/EO-Beitrag des Arbeitgebers wird von der EO übernommen. 

Der in der Bundesverfassung verankerte Auftrag, eine Mutterschaftsversicherung einzuführen, wurde bis heute noch nicht vollständig erfüllt, weil...

...nichterwerbstätige Mütter von einer Mutterschaftsentschädigung ausgenommen sind. 

Welche Bedingungen müssen erfüllt sein, damit eine Frau Anspruch auf die Mutterschaftsentschädigung hat?

  • Unmittelbar vor der Niederkunft muss sie während neun Monaten im Sinne des AHVG obligatorisch versichert sein. Diese Versicherungsdauer wird entsprechend herabgesetzt, wenn die Niederkunft vor Ablauf des 9. Schwangerschaftsmonates erfolgt. 
  • Während dieser Zeit muss sie mindestens fünf Monate eine Erwerbstätigkeit ausgeübt haben. 

Beginn und Ende des Anspruches auf Mutterschaftsentschädigung:

Der Anspruch ensteht am Tag der Niederkunft. Bei längerem Spitalaufenthalt des neugeborenen Kindes kann die Mutter beantragen, dass die Mutterschaftsentschädigung erst ausgerichtet wird, wenn das Kind nach Hause kommt. 

Der Anspruch endet am 98. Tag nach seinem Beginn. Er endet vorzeitig, wenn die Mutter ihre Erwerbstätigkeit wieder aufnimmt oder wenn sie stirbt. 

Höhe und Bemessung der Mutterschaftsentschädigung:

Die Entschädigung wird als Taggeld ausgerichtet. Dieses beträgt 80% des durchschnittlichen Erwerbseinkommens, welches vor Beginn des Entschädigungsanspruches erzielt wurde. Für die Ermittlung dieses Einkommens gilt das AHV-pflichtige Einkommen. Als maximales Taggeld werden CHF 196.00 ausgerichtet. 

Welche Entschädigungen dürfen nicht gleichzeitig mit der Mutterschaftsentschädigung bezogen werden?

  • Taggelder aus Arbeitslosenversicherung
  • Taggelder aus Invalidenversicherung
  • Taggelder aus Unfallversicherung
  • Taggelder aus Militärversicherung
  • Taggelder aus Erwerbsausfallentschädigung

Bestand bis zum Anspruchsbeginn auf die Mutterschaftsentschädigung Anspruch auf ein Taggeld, ...

... so entspricht die Mutterschaftsentschädigung mindestens dem bisher bezogenen Taggeld. 

Welche Beiträge sind von der Mutterschaftsentschädigung an folgende Sozialversicherungen abzuziehen?

  • an die Alters- und Hinterlassenenversicherung
  • an die Invalidenversicherung
  • an die Erwerbsersatzordnung
  • an die Arbeitslosenversicherung (sofern unselbständig erwerbend)

Wer ist Arbeitslosen-Beitrgspflichtig?

Alle in der Schweiz unselbständig erwerbstätigen Arbeitnehmer/innen.  

Study