Marktforschung
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Definition Marktforschung
Marktforschung ist die systematische und zielgerechte Sammlung, Aufbereitung, Auswertung und Interpretation von Informationen über Märkte bzw. Martkbeeinflussungsmöglichkeiten
Forschung ist....
systematische Suche nach (neuen) Erkenntnissen. Eine Forschungsfrage wird durch das gezielte Sammeln von Informationen beantwortet
Marketingforschung ist...
wie kann das Marketing gestaltet werden, damit sich ein Unternehmen gegenüber Wettbewerben durchsetzt (Maximierung des Marktanteils) und dabei aus betriebswirtschaftlicher Sicht höchst effizient agiert (Maximierung des Gewinns).
Bereiche der Marketing Forschung
- Produktforschung
- Preisforschung
- Werbeforschung
- Vertriebsforschung
Produktforschung
z.B. spontane Attraktitvität? Qualitätssignal? Ansprechender Duft
Preisforschung
spontane Preisbereitschaft? treiber Preisbereitschaft? Preis-Absatz?
Werbeforschung
Werbewirkung? Markenimage? Markenbekanntheit?
Vertriebsforschung
Regalplatzierung? Produktwahrnehmung? Vertriebskanal Mix?
Fall Studie "New Coke" -> Lehren
Bedürfnisse der Kunden stehen im Vordergrund: Nicht nur rationale, sondern vor allem emotionale Bedürfnisse (Einstellung zur Marke)
Korrekte Problemdefinition zentral: Genaue Arbeit zu Beginn des Forschungsprozesses (Ursachenanalyse, Problemdefinition) -> sonst keine repräsentativen Ergebnisse der Marktforschung
Einwandfreie Forschungsmethodik: Keine genaue methodische Arbeit (Blindtests) -> Ergebnisse nicht belastbar
Produktionsorientierung
Nachfrage > Angebot
Verkäufermarkt
Verkaufsorientierung
Sättigung d. Märkte + zunehmende Bedürfnisbefriedigung
Absatzförderung (Beginn der Werbung) Mad Men
Produktorientierung
Zunehmende Konzentration auf Produktqualität und Innovationen (Entstehung des Audi Slogans – Vorsprung d. Technik)
Produktinnovationen, Vielfalt, Verbesserungen
Marktorientierung
Ausrichtung der Unternehmensaktivitäten an den Markt und vor allem an den Kunden Bedürfnissen (Kunde ist König)
Keine „make and sell“ Philosophie, sondern „sense and response“
Funktionen der Marktforschung
Unsicherheitsfunktion: z.B. Welche Absatzpotenziale bestehen für den neuen BMW i3? Wie groß ist die Akzeptanz von Bier in Plastikflaschen?
Strukturierungsfunktion: z.B. Für welche Kundengruppen ist Car-Sharing attraktiv? (Sinus-Milieus, Limbisches System)
Früherkennungsfunktion: z.B. Erkennen von Konsumententrends -> Gesundes Essen in Fast Food Ketten, Digitalisierung als Megatrend
Prognosefunktion: z.B. Wie verändert sich der Umsatz bei Erhöhung des Preises?
Marktforschung soll erklären, beschreiben, vorhersehen, empfehlen
Der Forschungsprozess
- Forschungsfrage formulieren
- Forschungsdesign entwickeln
- Datenerhebung
- Datenauswertung und Interpretation
Forschungsfrage formulieren
stets präzise Forschungsfrage notwendig
muss aus Management-/ Marketingfragestellung abgeleitet werden, da es oft zu abstrakt ist
Management stellt Fragen zu den notwendigen Maßnahmen um strategisches Ziel zu erreichen
Forschungsfrage stellt Fragen zu den benötigten Informationen und Quellen die zur Beantwortung der Managementfrage notwendig sind
Forschungsdesign entwickeln - Datenquellen
1. Primär (Befragung, Beboachtung, Experiment)
-> werden speziell für die aktuelle Forschungsfrage erhoben
2. Sekundär (Interne, externe Daten)
-> liegen bereits vor & können Aufschluss zur aktuellen Forschungsfrage geben
Vorteile von Sekundär ggü. Primär
- Einfache & schnelle Beschaffung
- Geringer Kostenaufwand
- Falls sichere Methodik -> hohe Qualität
- Bestimmte Daten nur so zu beschaffen
Sekundärdaten
Interne Daten: z.B. Kundendaten, Absatzmarktstatistik, Online Daten
Externe Daten: z.B. Social Media, Amtliche Statistiken, Daten von Wirtschaftsinstituten
Nachteile Sekundär ggü. Primär
- Mangelnde Aktualität & Verlässlichkeit
- Nicht spezifisch
- Konkurrenz hat auch Zugriff
- Gefahr der Übernahme methodischer Fehler
Unterscheidung von Befragungsmethoden
Methodischer Ansatz: Qualitativ (Aussagen), Quantitativ (Zahlen)
Medium: Schriftlich online, Schriftlich Paper & Pencil, Mündlich Face to Face, Mündlich telefonisch
Standardisierungsgrad: standardisiert, teil-standardisiert, nicht-standardisiert
Befragungsthema: Ein-Themen Befragung, Mehr-Themen Befragung
Befragungshäufigkeit: Einmal- Befragung (AdHoc), Mehrfach- Befragung (Tracking)
Standardisierungsgrad der Befragung
Standardisierte Befragungen:
identischer Fragetext und Fragenreihenfolge + Vorgabe der Antwortmöglichkeiten
Vergleichbarkeit der Ergebnisse + aggregierte statistische Auswertung
für deskriptive Forschungsfragen geeignet (eher quantitativ)
Teilstandardisierte Befragungen:
identischer Fragetext und Fragenreihenfolge, aber nur teilweise Vorgabe der Antwortmöglichkeiten
Nichtstandardisierte Befragungen:
nur lose formulierte Fragen und Fragenreihenfolge vom Interviewverlauf abhängig, keine Vorgabe der Antwortmöglichkeiten
besonders für explorative Forschungsfragen geeignet (eher qualitativ)
Qualitativer Forschungsansatz
Exploration von Zusammenhängen & Wirkungsmustern, z.B. Einstellung zu einer Marke, Kaufentscheidungsprozesse; häufiger Einsatz bei Tabu Themen & Themen mit geringem Vorwissen; dient oft zur Gewinnung von Hypothesen für quantitative Studien
Merkmale: nicht oder teil-standardisiert; geringe Fallzahl, lange Befragungsdauer, meist persönliche Befragung
Vor und Nachteile Qualitativer Befragung
Vorteile
+ sehr detailreich
+ hilfreiches Feedback
+ hohe Flexibilität
+ kreative Techniken
Nachteile
- aufwendig
- geringe Fallzahl
- weniger breiterer Informationsgewinn
- schwer zu vergleichen
Quantitativer Forschungsansatz
Zahlenmäßige Beschreibung; Gewinnung statistisch auswertbarer Daten; Gewinnung repräsentativer Erkenntnissen
Merkmale: voll standardisiert, hohe Fallzahl, kurze Befragungsdauer, meist computergestützt
Vor und Nachteile quantitativer Befragung
Vorteile
+ leichte Auswertung und Beantwortung
+ hohe Fallzahl
+ Vergleichbarkeit der Ergebnisse
+ Zeitersparnis und Kostenersparnis
Nachteile
- Verallgemeinerung
- vorgegebene Antworten
- Informationsverlust -> nicht explorativ
- wenig kreativ