KLR 109

Kosten- und Leistungsrechnen

Kosten- und Leistungsrechnen


K. S.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über die Kostenrechnung und deren Anwendung in der Finanzbuchhaltung. Sie decken Themen wie die Ermittlung von Gesamtkosten, Stückkosten und Betriebsergebnis ab, sowie die Unterschiede zwischen Eigenfertigung und Fremdbezug. Die Karteikarten sind besonders nützlich für Studierende und Berufstätige im Finanzbereich, die ihre Kenntnisse in der Kostenanalyse und -kontrolle vertiefen möchten.
Karten
109
Lernende
1
Sprache
Deutsch
Kategorie
Finanzen
Stufe
Andere
Erstellt / Aktualisiert
01.10.2014 / 14.02.2016

Lernkarten

Wodurch unterscheiden sich die Herstellkosten der Erzeugung von den Herstellkosten des Umsatzes?

Herstellkosten der Erzeugung
abzgl. Bestandserhöhung unfertige/fertige Erzeugnisse
zzgl. Bestandsminderung unfertige/fertige Erzeugnisse
= Herstellkosten des Umsatzes

Nennen Sie je drei Beispiele für maschinenabhängige Fertigungsgemeinkosten und Restgemeinkosten.

Maschinenabhängige Fertigungsgemeinkosten: kalkulatorische AfA, Zinsen bzgl. der Maschine, Energiekosten
Restgemeinkosten: Gehälter, Hilfslöhne, betriebliche Steuern

Wie wird der Maschinenstundensatz bzw. der Restgemeinkostenzuschlagssatz ermittelt?

Maschinenstundensatz = maschinenabhängige Fertigungsgemeinkosten / Maschinenlaufzeit
Restgemeinkostenzuschlagssatz = (Restgemeinkosten / Fertigungslöhne) × 100

Was versteht man unter Normalkosten?

Normalkosten ergeben sich aus dem Durchschnittswert der Istkosten für mehrere vergangene Abrechnungsperioden

Erläutern Sie, wann eine Kostenüber- bzw. eine Kostenunterdeckung entsteht.

Istkosten < Normalkosten → Kostenüberdeckung
Istkosten > Normalkosten → Kostenunterdeckung

Definieren Sie den Begriff Kostenträger.

Als Kostenträger kann eine Produkteinheit, ein Auftrag, eine Charge, ein Produkt oder eine Produktgruppe bestimmt werden

Wodurch unterscheiden sich die einstufige und die mehrstufige Divisionskalkulation?

einstufig: Einproduktbetrieb ohne Bestandsveränderungen (Produktionsmenge = Absatzmenge)
mehrstufig: Einproduktbetrieb mit Bestandsveränderungen (Produktionsmenge ≠ Absatzmenge)

Was versteht man unter Sortenfertigung?

Sortenfertigung liegt bei Unternehmen vor, die mehrere, jedoch gleichartige Produkte herstellen

Beschreiben Sie die Ermittlung der Selbstkosten mithilfe der Äquivalenzziffernkalkulation.

  • Bestimmung der Äquivalenzziffern (Bezug auf Standardsorte mit ÄZ = 1)
  • Umrechnung in gleichwertige Recheneinheiten (Produktionsmenge × ÄZ)
  • Ermittlung der Kosten je Recheneinheit (Gesamtkosten / Summe Recheneinheiten)
  • Berechnung der Stückkosten je Sorte (Kosten je Recheneinheit × ÄZ)
  • Ermittlung der Gesamtkosten je Sorte (Stückkosten × Produktionsmenge)

Wann wird im Rahmen der Kuppelproduktion die Restwertmethode und wann die Verteilungsmethode angewandt?

Restwertmethode:
Kuppelproduktion → 1 Hauptprodukt, 1 oder mehrere Nebenprodukte
Verteilungsmethode:
Kuppelproduktion → mehrere Hauptprodukte

Nennen Sie drei Punkte, die beim Handelskalkulationsschema beachtet werden müssen.

  • Gewinndimensionierung muss am Markt durchsetzbar sein
  • Kundenskonto/Vertreterprovision/Kundenrabatt: Rechnung im Hundert
  • Umsatzsteuer bleibt außen vor, da erfolgsneutraler Posten

Wann wird in Handelsbetrieben die Vorwärts-, die Rückwärts- bzw. die Differenzkalkulation angewandt?

Vorwärtskalkulation:
Ermittlung des Listenverkaufspreises – von oben nach unten
Rückwärtskalkulation:
Ermittlung des Listeneinkaufspreises – von unten nach oben
Differenzkalkulation:
Ermittlung des Gewinns – Differenz zwischen SK und BVP

Welche Voraussetzung muss erfüllt sein, damit die Kennzahlen Kalkulationszuschlag, Kalkulationsfaktor und Handelsspanne sinnvoll angewandt werden können?

Die Prozentsätze bezüglich Handlungskosten und Gewinn sowie die Verkaufskonditionen müssen über einen längeren Zeitraum konstant bleiben

Grenzen Sie die kumulative von der differenzierenden Zuschlagskalkulation ab.

kumulativ: Verrechnung der gesamten Gemeinkosten über einen einzigen Zuschlagssatz auf die Kostenträger
differenzierend: Verteilung der Gemeinkosten auf die funktional gegliederten Kostenstellen über eine differenzierte Ermittlung von Gemeinkostenzuschlagssätzen

Welchen Vorteil hat die Zuschlagskalkulation mit Maschinenstundensatzrechnung?

Die Zuschlagskalkulation mit Maschinenstundensatzrechnung führt zu einer wesentlich verursachungsgerechteren Verteilung der maschinenabhängigen Gemeinkosten auf die Kostenträger

Was zählt zu den Kosten eines Arbeitsplatzes? Nennen Sie drei Beispiele.

  • Personalkosten, z. B. Lohnkosten
  • Instandhaltungskosten, z. B. Wartungs- und Reparaturkosten
  • Raumkosten, z. B. Miete

Welche Aufgaben hat die betriebliche Erfolgsrechnung?

  • Ermittlung der Selbstkosten
  • Darstellung von Kostenstruktur und -entwicklung
  • Betriebsergebnisermittlung
  • Bestimmung des Produktanteils an den Gesamtkosten bzw. dem Betriebsergebnis
  • Wirtschaftlichkeitskontrolle

Beschreiben Sie die Betriebsergebnisermittlung nach dem Gesamtkostenverfahren.

Gegenüberstellung von Gesamtleistung (= Umsatzerlöse, aktivierte Eigenleistungen, Bestandsveränderungen) und Gesamtkosten einer Abrechnungsperiode

Wodurch unterscheidet sich das Umsatzkostenverfahren auf Vollkostenbasis vom Umsatzkostenverfahren auf Teilkostenbasis?

Vollkostenbasis: Berücksichtigung der Selbstkosten der Absatzmenge
Teilkostenbasis: Berücksichtigung der variablen Kosten der Absatzmenge, die fixen Kosten gehen als „Block“ in die Betriebsergebnisermittlung ein

Was versteht man unter einem Kostenträgerblatt?

In einem Kostenträgerblatt werden die gesamten Kosten auf die einzelnen Kostenträger verteilt und somit die Selbstkosten eines jeden Kostenträgers ermittelt. Bei Erweiterung des Kostenträger-blatts um die Umsatzerlöse wird der Beitrag eines Kostenträgers zum Betriebsergebnis ersichtlich

Erläutern Sie den Unterschied zwischen Umsatzergebnis und Betriebsergebnis.

Umsatzergebnis: Kostenträgerblatt mit Normal-Gemeinkosten
Betriebsergebnis: Kostenträgerblatt mit Ist-Gemeinkosten
Differenz zwischen Umsatz- und Betriebsergebnis = Kosten-über-/-unterdeckungen

Wie wird die Wirtschaftlichkeit berechnet und welche Aussagekraft hat sie?

Wirtschaftlichkeit = Leistungen / Kosten
Aussagekraft: Entwicklung der Wirtschaftlichkeit im Zeit- und Produktvergleich

Beschreiben Sie das System der Vollkostenrechnung sowie der Teilkostenrechnung.

Vollkostenrechnung: Verrechnung sämtlicher Kosten auf die Kostenträger
Teilkostenrechnung: Verrechnung lediglich der Einzel- oder variablen Kosten auf die Kostenträger, Übernahme der Gemein- oder fixen Kosten als Block in die Betriebsergebnisrechnung

Welches Ziel verfolgt die Break-even-Analyse?

Mithilfe der Break-even-Analyse kann die Absatzmenge ermittelt werden, bei der die Gesamtkosten durch die Gesamterlöse gerade gedeckt sind, also ein Betriebsergebnis von Null erzielt wird

Wie wird die Gewinnschwellenmenge in einem Einproduktbetrieb ermittelt?

Gewinnschwellenmenge =  Kfix / db

Wie verändert sich die Gewinnschwellenmenge, wenn die Verkaufspreise steigen?

Die Gewinnschwellenmenge sinkt, da bei einem höheren Verkaufspreis ein größerer Stückdeckungsbeitrag erwirtschaftet wird

Was versteht man unter einer Deckungsbeitragsumsatzquote?

Die Deckungsbeitragsumsatzquote drückt den prozentualen Anteil des Stückdeckungsbeitrags vom Verkaufspreis bzw. des Gesamtdeckungsbeitrags von den Umsatzerlösen eines Produktes aus

Wodurch unterscheidet sich der absolute vom relativen Deckungsbeitrag?

Absoluter Deckungsbeitrag =
Verkaufspreis – variable Stückkosten

Relativer Deckungsbeitrag =
absoluter Stückdeckungsbeitrag / Engpassbeanspruchung

Was versteht man unter einem optimalen Produktionsprogramm?

„optimal“ = Betriebsergebnismaximierung
„Produktionsprogramm“ = Produktionsmengen der verschiedenen Produkte
„Optimales Produktionsprogramm“ = Ausrichtung der Produktionsmengen der verschiedenen Produkte mit dem Ziel, das maximale Betriebsergebnis zu erzielen

Wonach richtet sich die Ermittlung des optimalen Produktionsprogramms bei Vorliegen eines betrieblichen Engpasses?

Die Höhe des relativen Deckungsbeitrags der Produkte ist entscheidend

Was versteht man unter „direct costing“?

„direct costing“ = einstufige Deckungsbeitragsrechnung
Abzug der fixen Kosten als Block von der Summe der Deckungsbeiträge

In welche Stufen können Fixkosten aufgeteilt werden?

  • erzeugnisfixe Kosten
  • erzeugnisgruppenfixe Kosten
  • kostenstellenfixe Kosten
  • bereichsfixe Kosten
  • unternehmensfixe Kosten

Nennen Sie je ein Beispiel zu den verschiedenen Fixkostenstufen.

  • erzeugnisfixe Kosten – Lizenzkosten für ein bestimmtes Produkt
  • erzeugnisgruppenfixe Kosten – kalk. AfA einer Kühleinrich- tung, in der eine bestimmte Produktgruppe gelagert werden muss
  • kostenstellenfixe Kosten – Raumkosten einer Kostenstelle
  • bereichsfixe Kosten – Gehalt eines Bereichsdirektors
  • unternehmensfixe Kosten – Kosten der zentralen Lohnbuchhaltung

Was versteht man unter einem Zusatzauftrag?

Zusatzauftrag: Annahme eines zusätzlichen Auftrags zu einem Preis unterhalb des regulären Verkaufspreises

Beurteilen Sie kritisch die Annahme eines Zusatzauftrages.

Pro: Kapazitätsauslastung, Betriebsergebnisverbesserung, Kundenzufriedenheit, evtl. größerer Kundenkreis
Contra: Evtl. Verärgerung bisheriger Kunden, da neuer Kunde günstigeren Preis bekommt, evtl. verlangt neuer Kunde weiterhin günstigere Preiskonditionen

Wonach richtet sich die optimale Maschinenauswahl, wenn in einem Unternehmen für die Fertigung eines Produktes bereits verschiedene Maschinen mit ausreichender Kapazität vorhanden sind?

Die Fertigung des Produktes sollte auf der Maschine erfolgen, welche die geringsten variablen Stückkosten verursacht

Wie wird die kritische Produktionsmenge im Zusammenhang mit einer Erweiterungs- bzw. Ersatzinvestition ermittelt?

Aufstellen und Gleichsetzen der Kostenfunktionen der Investitionsalternativen

Beurteilen Sie, inwieweit die Höhe der Fixkosten bei der Ermittlung der optimalen Maschinenbelegung relevant ist.

Die fixen Kosten bleiben bei dieser Entscheidung außen vor

Nach welchem Kriterium richtet sich die Entscheidung bezüglich der Aufnahme neuer Produkte in das Produktionsprogramm?

Freie Kapazitäten: db absolut
Kapazitätsengpass: db relativ

Welche kostenunabhängigen Vorteile bietet die Eigenfertigung? Nennen Sie drei Beispiele.

  • Unmittelbarer Einfluss auf die Produktqualität
  • Beschäftigungssicherung
  • Unabhängigkeit vom Lieferanten

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