KLR 109
Kosten- und Leistungsrechnen
Kosten- und Leistungsrechnen
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Lernkarten
Welche kostenunabhängigen Vorteile bietet der Fremdbezug? Nennen Sie drei Beispiele.
- Qualität (bei Spezialfirma)
- keine Mittelbindung
- Flexibilität bei Kapazitätsengpässen
Unter welcher Voraussetzung ist beim Kostenvergleich Eigenfertigung – Fremdbezug bei freien Kapazitäten die Eigenfertigung vorzuziehen?
Sofern die variablen Herstellkosten/Stück geringer sind als der Bezugspreis/Stück, ist die Eigenfertigung zu bevorzugen
Inwiefern spielen Opportunitätskosten bei der Entscheidung Eigenfertigung – Fremdbezug eine Rolle?
Bei den Kosten der Eigenfertigung müssen neben den variablen Herstellkosten/Stück auch die Opportunitätskosten („Kosten des entgangenen Nutzens“) berücksichtigt werden, sofern aufgrund einer Engpasssituation die Eigenfertigung nur möglich ist, wenn ein bisher selbst gefertigtes Erzeugnis nicht oder nur noch eingeschränkt produziert wird
Grenzen Sie die langfristige von der kurzfristigen Preisuntergrenze ab.
PUGlangfristig – Verkaufspreis deckt fixe und variable Kosten (= Stückkosten)
PUGkurzfristig– Verkaufspreis deckt nur variable Kosten
Was haben die Gewinnschwellenmenge und die langfristige Preisuntergrenze gemeinsam? Wodurch unterscheiden sie sich?
Gemeinsamkeit: Die Kosten sind vollständig durch die Erlöse gedeckt, das Betriebsergebnis beträgt Null.
Unterschied: Bei der Gewinnschwellenmenge ist der Verkaufspreis gegeben, die Menge wird gesucht. Dagegen ist bei der langfristigen Preisuntergrenze die Menge gegeben und der Verkaufspreis wird gesucht.
Wozu dient die Kostenkontrolle?
Die Kostenkontrolle soll durch Überwachung der Kostenentwicklung die Aufdeckung von Unwirtschaftlichkeiten im Betrieb ermöglichen und ist somit die Basis wirtschaftlichen Handelns
Geben Sie an, ob bei einer Kostenüberdeckung der tatsächliche Gewinn größer oder kleiner ist als der kalkulierte Gewinn.
Istkosten < Normalkosten → Kostenüberdeckung → tatsächlicher Gewinn > kalkulierter Gewinn
Nennen Sie die Methoden der Plankostenrechnung.
- starre Plankostenrechnung
- flexible Plankostenrechnung auf Vollkostenbasis
- flexible Plankostenrechnung auf Teilkostenbasis (Grenzplankostenrechnung)
Was versteht man unter einer Preisabweichung und wie wird diese ermittelt?
Preisabweichung = Differenz der tatsächlich bezahlten Preise zu den geplanten Preisen
Preisabweichung = Istkosten zu Istpreisen - Istkosten zu Planpreisen
Preisabweichung = Istmenge × Istpreis - Istmenge × Planpreis
Was ist für die starre Plankostenrechnung kennzeichnend?
Bei der starren Plankostenrechnung erfolgt keine Aufteilung der Kosten in fixe und variable Kostenbestandteile; sie ermöglicht daher lediglich die Ermittlung einer Gesamtabweichung
Unter welchen Voraussetzungen ist die Anwendung der starren Plankostenrechnung sinnvoll?
- Die Istbeschäftigung weicht nicht oder nur gering von der Planbeschäftigung ab und/oder
- im Betrieb oder der Kostenstelle sind kaum fixe Kosten vorhanden
Welchen Vorteil bietet die flexible Plankostenrechnung?
Die flexible Plankostenrechnung ermöglicht aufgrund der Kostenauflösung in fixe und variable Bestandteile eine Anpassung der Plankosten an verschiedene Beschäftigungsgrade, neben der Gesamtabweichung kann demnach auch die Berechnung von Beschäftigungs- und Verbrauchsabweichungen erfolgen
Definieren Sie den Begriff Sollkosten.
Sollkosten = Plankosten auf Basis der Istbeschäftigung
Beurteilen Sie, ob folgende Aussage richtig ist: „Die Sollkosten können gleich den Plankosten sein.“
Die Aussage ist richtig für den Fall, dass die Istbeschäftigung mit der Planbeschäftigung übereinstimmt
Was gibt eine Verbrauchsabweichung an?
Die Verbrauchsabweichung gibt den Mehr- oder Minderverbrauch von Kostengütern an
Wie hoch ist der Anteil der Nutzkosten an den fixenKosten, wenn die Istbeschäftigung um 22 % unter der Planbeschäftigung liegt?
Leerkosten = 22 % → Nutzkosten = 78 % (100 % - 22 %)
Was gibt der Variator an?
Der Variator gibt den Anteil der variablen Plankosten an den gesamten Plankosten bei Planbeschäftigung an
Welche Besonderheit besteht bei der Grenzplankostenrechnung?
Mithilfe der Grenzplankostenrechnung ist lediglich die Ermittlung einer Verbrauchsabweichung möglich, eine Beschäftigungs- abweichung kann nicht auftreten
Wann ist eine Preis- bzw. Verbrauchsabweichung als „positiv“ zu werten?
PA < 0 → Istpreise < Planpreise
VA < 0 → Minderverbrauch von Kostengütern
Geben Sie an, wer für eine negative Verbrauchs- bzw. Beschäftigungsabweichung verantwortlich ist.
Verbrauchsabweichung – Kostenstellenleiter, Meister
Beschäftigungsabweichung – Geschäftsleitung, Vertrieb
Unterscheiden Sie die Begriffe Kostencontrolling und Kostenmanagement.
Kostencontrolling bedeutet, Planungsvorgaben zu machen, diese Pläne zu verfolgen und die Ergebnisse – evtl. mit Verbesserungs-vorschlägen – festzuhalten.
Kostenmanagement hat die Erhöhung der Wirtschaftlichkeit eines Unternehmens zum Ziel, welche durch eine genaue Kostenanalyse mit bewusster Beeinflussung der Kosten erreicht werden soll.
Wodurch unterscheidet sich die Zielkostenrechnung von der klassischen Kostenrechnung?
Zielkostenrechnung: retrograde Kalkulation → Ermittlung von Zielkosten ausgehend von der Marktsituation und den Kunden- bedürfnissen („Welchen Preis akzeptieren die Kunden?“)
Klassische Kostenrechnung: Ermittlung des Verkaufspreises durch Addition der Selbstkosten und des gewünschten Gewinnaufschlags
Beschreiben Sie kurz die Phasen der Zielkostenrechnung.
Phase 1 – Zielkostenplanung:
Bestimmung des Zielverkaufspreises unter Berücksichtigung der Ergebnisse einer zuvor durchgeführten Marktanalyse
Zielverkaufspreis abzüglich Gewinnmarge = Zielkosten
Phase 2 – Zielkostenspaltung:
Verteilung der Zielkosten auf Produktkomponenten/Produktfunktionen
(Phase 3 – Zielkostenerreichung:
Überprüfung der Zielkostenerreichung durch Ermittlung eines Zielkostenindex
Nennen Sie drei Vorteile der Zielkostenrechnung.
- Optimale Anpassung der Produkte an die Kundenwünsche
- Frühe Kostenbeeinflussung im Produktlebenszyklus
- Hohe Qualität bei sinkenden Durchschnittskosten
Was ist das Ziel der Prozesskostenrechnung?
Ziel der Prozesskostenrechnung ist es, den stetig größer werdenden Anteil der Gemeinkosten an den Gesamtkosten verursachungsgerecht auf die Kostenträger zu verteilen
Beschreiben Sie in knapper Form den Aufbau der Prozesskostenrechnung.
Schritt 1: Tätigkeitsanalyse
Schritt 2: Zusammenfassung zu Teilprozessen
Schritt 3: Verdichtung zu Hauptprozessen
Schritt 4: Ermittlung der Kostentreiber
Schritt 5: Ermittlung der Prozesskostensätze
Unterscheiden Sie lmi-Prozesse von lmn-Prozessen und nennen Sie jeweils ein Beispiel.
lmi-Prozesse: Teilprozesskosten abhängig von der Outputmenge (z. B. „Lieferantenauswahl")
lmn-Prozesse: Teilprozesskosten unabhängig von der Outputmenge (z. B. „Abteilung leiten")
Was versteht man unter Kostenstrukturkennzahlen?
Kostenstrukturkennzahlen geben den prozentualen Anteil einer Kostenart an den Gesamtkosten an. Der Bezug auf die Umsatzerlöse ist ebenfalls möglich
Definieren Sie den Begriff Anderskosten.
Anderskosten = aufwandsungleiche Kosten, Aufwand in Finanzbuchhaltung in anderer Höhe als Kosten in KLR