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A. I.
Diese Lernkarten behandeln grundlegende Konzepte der Organisation und Führung im universitären Kontext. Sie beleuchten verschiedene Sichtweisen auf Organisation, wie statische und dynamische Ansätze, sowie die Bedeutung von Strukturen, Regeln und Verhaltensbeeinflussung. Themen wie formale und informale Strukturen, Selbstorganisation und Fremdorganisation werden ebenso behandelt wie die Rolle von Führung, Mitarbeiterverhalten und Gruppenarbeit. Besonders nützlich sind diese Karteikarten für Studierende der Betriebswirtschaftslehre, die ein tiefes Verständnis für Organisationsprozesse und Führungsstrategien erlangen möchten.
Karten
167
Lernende
1
Sprache
Deutsch
Kategorie
BWL
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
21.07.2015 / 21.07.2015

Lernkarten

der instrumentelle Organisationsbegriff

.. wird in der dt. BWL sehr häufig verwendet. Organisation ist hier ein INSTRUMENT DER UNTERNEHMENSFÜHRUNG, das dazu dienen soll, den Prozess der Leistungserstellung zu steuern.

der instrumentelle Organisationsbegriff - Unterteilung

.) instrumentell-funktional,

.) instrumentell-konfigurativ

der instrumentelle Organisationsbegriff - Regelbildung

Organisieren heiß Regeln schaffen. ORGANISATIONSSTRUKTUREN werden in diesem Sinn verstanden als verfestigte Regeln.

der instrumentell-funktionale Organisationsbegriff

.. ist Organisation eine Funktion der Unternehmensführung, die im Sinn einer Aufgabe zur Zweckerfüllung des Unternehmens wahrgenommen werden muss. Organisation ist die komplementäre Aufgabe zur Planung. Während die Planung den Entwurf einer Ordnung bedeutet, stellt die Organisation den VOLLZUG dieser Ordnung dar.

der instrumentell-konfigurative Organisationsbegriff

.. wir als starres GEHÄUSE verstanden, das eine dauerhafte Strukturierung von Arbeitsprozessen gewährleistet. Sie orientiert sich am Ablauf der technisch-ökonomischen Prozesse im Unternehmen.
Der Organisationsbegriff ist durch die drei Merkmale der STRUKTUR, der DAUER und der INTEGRATION gekennzeichnet: Organisation meint vor allem die Bildung von STRUKTUREN.

der institutionelle Organisationsbegriff

.. dieser zielt auf die Organisation als Ganzes ab. Eine Organisation ist demnach eine bestimmte ART VON INSTITUTION neben anderen Formen von Institutionen, wie Ehe, Familie, Gesellschaft...

institutionelle Merkmale

Es ist ein von der Umwelt abgrenzbarer, bewusst geschaffener PERSONENZUSAMMENSCHLUSS zur Erreichung bestimmter ZIELE, der auf dem PRINZIP DER ARBEITSTEILUNG beruht und von gewisser DAUER ist.

Organisation als funktionale Sichtweise

.. ein Prozess, der klar definierte Erwartungen an das Handeln der Organisationsmitglieder schafft, deren Erfüllung eine notwendige Bedingung für das Ziel der Komplexitätsbewältigung darstellen. Diese Sichtweise betont die aktive Funktion des Organisierens, ein Unternehmen wird somit organisiert

Organisation als instrumentelle Sichtweise

.. hat die Gestaltung von Organisationen im Fokus, betrachtet aber Organisation als Instrument der Unternehmensführung, mit dessen Hilfe der Leistungserstellungsprozess gesteuert werden soll. Organisation soll Regeln schaffen, um die Wirtschaftlichkeit zu gewährleisten. Nach instrumenteller Sichtweise hat ein Unternehmen folglich eine Organisation.

Organisation als institutionelle Sichtweise

.. zielt auf die Organisation als ein von der Umwelt abgegrenztes soziales Gebilde ab. Es weitet die Sichtweise aus und hat die Organisation als Ganzes im Fokus. Danach ist ein Unternehmen eine Organisation. Fokus auf die Gesamtführung, deren Ziel eine über die Wirtschaftlichkeit hinausgehende integrierende Sinnvermittlung darstellt, um der sozial-kollektiven Dimension Rechnung zu tragen.

Organisation als entscheidender Erfolgsfaktor

sie trägt wesentlich dazu bei, dass Einzelanstrengungen auf ein gemeinsames Ziel ausgerichtet werden und sich sinnvoll zu einem Ganzen ergänzen.

Einschränkungen des Individualverhaltens zum Zweck kollektiver Handlungsfähigkeit

Die Einschränkung individuellen Handelns durch Organisation war dabei immer dort anzutreffen, wo Menschen gemeinschaftlich Problemlösungen erbringen und sich dabei über die Form ihrer Zusammenarbeit einig werden müssen. Neuartig ist der umfassende Einfluss durch Organisation und die Vernetzung vielfältiger Organisationen zu einem Gesamtsystem, das kennzeichnend für moderne Gesellschaften ist.

Gemeinsamkeiten von Organisationsdefinitionen

sie erkennen Organisationen einen ordnungsbildenden, strukturierenden und lenkenden Charakter zu. Organisation richtet sich in all ihren Facetten auf den Menschen.

Organisation als Medium der Verhaltensbeeinflussung

Das Ziel aller Organisationsbestrebungen ist eine koordinierende Steuerung menschlichen Verhaltens. Diese Verhaltensbeeinflussung erfolgt geordnet, ist gleichförmig beschaffen und prinzipiell auf längere Dauer angelegt. Organisation wird als Form der Verhaltensbeeinflussung stets auf eine Mehrzahl von Personen bezogen. Ihre Verhaltensbeeinflussung sollte zielgerichtet erfolgen.

Definition Organisation

Organisation ist die formalisierte Verhaltensbeeinflussung von Personenmehrheiten zur Zielerreichung durch alltägliche und verfestigte Ordnungsbildung.

Elemente von Organisation als Prozess und Ergebnis

Organisationen sind dynamisches wie statisches MEDIUM DER VERHALTENSBEEINFLUSSUNG, sind gleichzeitig Prozess und Ergebnis.

Ressourcen als Organisationselement

Organisation ist eine Form einer dauerhaften Ordnungsbildung, die von Menschen benutzt wird, um Leistungen zu erreichen, die über die Möglichkeit eines Einzelnen weit hinausgehen. Dies kann realisiert werden, wenn die benötigten RESSOURCEN zur Verfügung stehen. Im Element der Ressourcen findet auch der kollektive Charakter von Organisation als Modus sozialer Interaktion.

Relative Dauerhaftigkeit von Strukturen

Organisationale Strukturen sind auf längere Dauer angelegt, unterliegen aufgrund von Umwelteinflüssen der Notwendigkeit einer immer wieder neu vorzunehmenden Anpassung. Strukturen sind in einem ständigen Prozess der Dekonstruktion und Rekonstruktion ausgesetzt.

Ziele als Organisationselement

Jede Form der Organisation braucht eine Beeinflussungsrichtung, ZIELE, da sie sonst von unbeabsichtigten oder unbewussten Einflüssen nicht unterscheidbar wäre. Versuche der Verhaltensbeeinflussung in Leistungsgemeinschaften erfolgen zielgerichtet. Anderenfalls wäre eine kollektive Ausrichtung der Einzelbeiträge nicht mehr gegeben oder dem Zufall überlassen und das Leistungsergebnis gefährdet oder der Zusammenhalt der Leistungsgemeinschaft auf Dauer bedroht.

Grundelemente von Organisation:

1. Personen

2. Ressourcen

3. Strukturen

4. Ziele

Grundelemente von Organisation: Personen

sie bilden einen der wichtigsten und damit elementarsten Bestandteile von Organisationen, Organisation ist das Produkt der Interaktion einer Mehrzahl von Menschen. Einerseits bedingt die Schaffung von Organisation als Gebilde den initiatorischen Einsatz von Personen (zB Unternehmensgründung); andererseits ist zwingend die Mitwirkung von natürlichen Personen, damit durch Organisation bspw Ziele kontinuierlich verfolgt werden können

Grundelemente von Organisation: Ressourcen

.. darunter sind alle Dinge zu verstehen, die für das Organisationsgeschehen als wertvoll erachtet werden. Unmittelbar physische Dinge, aber auch Potenziale, Wissensbestände, Fähigkeiten oder Kompetenzen. Ressourcen sind alle Faktoren, die der Organisation unmittelbar oder potenziell zur Verfügung stehen.

Grundelemente von Organisation: Strukturen

sie bilden eine wesentliche Voraussetzung für das Gelingen des Versuchs der Verhaltensbeeinflussung durch Organisation. Darunter versteht man dauerhafte Regelungsmuster der Beziehungen zwischen den organisierten Personen, aus denen sich ein längerfristiges ´Aufbaugefüge´ von Teile (Personen) in Bezug zum Ganzen (Organisation) ergibt. Strukturen sollen eine Ordnung von Beziehungen zwischen Menschen und ihren Handlungen schaffen. Dazu werden Regeln formuliert und schriftlich fixiert, deren Befolgung eine solche Ordnung herstellen soll.

Grundelemente von Organisation: Ziele

Organisationen können auf Dauer nur bestehen, wenn Menschen mit ihrer Hilfe bestimmte Ziele erreichen. Organisationen werden gegründet um bestimmte Ziele zu verfolgen und erhalten ihre gesamte Daseinsberechtigung, dass sie diesen Zielen dienen. Ziele beeinflussen die Struktur und das Verhalten von Organisationen als Ganzes wie auch der in ihnen verfassten Personen. Es bedarf allerdings Personen, die bewusst Zielvorstellungen entwickeln und das Sozialgebilde Organisation leiten und gestalten

Ordnung als Ergebnis der Kombination von Elementen

Organisation soll gleichermaßen als Prozess wie Ergebnis verstanden werden: durch die Kombination der Elemente wird organisiert (PROZESS) und damit das Gebilde Organisation konstituiert (ERGEBNIS)

Prozessbegriff

Unter einem Prozess versteht man eine zusammenhängende Folge von Aktivitäten mit einem definierten Anfang und Ende, die zu einem bestimmbaren Ergebnis führen.
Prozess stellt eine dynamische Entwicklung dar, bei der innerhalb des Prozesszeitraums eine Veränderung stattfindet.

Organisationen als informationsverarbeitende Systeme

Informationen sind essentieller Bestandteil des Organisierens und Organisationen werden als informationsverarbeitende Systeme beschrieben. In ihnen werden eine Vielzahl von internen und externen Informationen verarbeitet.

Probleme und Grenzen von Entscheidungsprozessen

Alle Entscheidungen haben mit der Verteilung und Ausübung von Macht in Organisationen zu tun und sind nicht immer zweckrational gestaltet. Weder Individuen noch Organisationen können in Entscheidungsprozessen fehlerfrei vorgehen, es besteht die Gefahr von VERHALTENSANOMALIEN wie auch von RATIONALITÄTSFALLEN. Eingeschränkte Problemwahrnehmung, Überbewertung von Informationen, falsche Prämissen oder übertriebene Risikofreude beeinträchtigen den Verlauf von Entscheidungsprozessen

Pfandabhängigkeiten von Entscheidungen

Da vergangene Entscheidungen die Basis weiterer Überlegungen und Entscheidungen sind, verfestigen einmal getroffene Entscheidungen durch die damit verbundenen Konsequenzen (zB sunk costs) das Verhalten von Personen und Organisationen in Form der PFANDABHÄNGIGKEIT.

spezifische Charakteristika von Gruppen

Die für alle Gruppen grundlegende GRUPPENDYNAMIK wir mit dem Prozessmuster des ´forming, storming, norming, performing´ beschrieben. Typisch für Gruppenprozesse ist die Herausbildung von GRUPPENNORMEN, die als ungeschriebene Regeln aus der Interaktion der Gruppenmitglieder untereinander entstanden sind und das Verhalten standardisieren und berechenbar machen.

zunehmende Bedeutung von Gruppenarbeit

.. da sich immer mehr Aufgabenstellungen wegen ihrer Komplexität oder ihres Umfangs nur noch durch zeitlich begrenzte oder dauerhaft eingerichtete (interdisziplinäre) Gruppen erledigen lassen

Ursachen des Politischen in Organisationen

Das Politische in Organisationen ist auf den EIGENSINN DER SUBJEKTE zurückzuführen, der darin besteht, dass sie ihre Bedürfnisse und Interessen auch notfalls gegen die Organisationsziele und gegen die Absichten anderer Individuen verwirklichen wollen. Politische Prozesse entstehen in Organisaitonen immer, ´wenn Menschen verschieden denken und unterschiedlich handeln wollen´.

Einfluss der Technologie auf Organisationsprozesse

zb bei ELEKTRONISCH VERMITTELTEN FÜHRUNG (eLEADERSHIP). Hier wird auf die Präsenz, Homogenität und Konstanz der Adressaten von Führungsanstrengungen nicht mehr gesetzt und es ergibt sich die Notwendigkeit von FÜHRUNGSSUBSTITUTEN.

Notwendigkeit einer integralen Perspektive

Eine INTEGRALE PERSPEKTIVE setzt die einzelnen Prozesse in Verbindung zueinander und klärt die Auswirkungen von Teilprozessen auf das organisatorische Gesamtgebilde als auch die offenen Fragen der Steuerung.

Dominanz der Fremdorganisation in Unternehmen

FREMDORGANISATION bedeutet, dass bestimmte Personen anderen deren Handlungsmöglichkeiten verbindlich vorgeben dürfen. Bei der fremdorganisierten Organisation handelt es sich um bewusst getroffene, absichtsvolle Entscheidungen, von denen angenommen wird, dass sie rational, präzise und dauerhaft gültig seien. Die Nachvollziehbarkeit von Regeln soll deren Akzeptanz erhöhen.

Definition von Selbstorganisation

Selbstorganisation wird vorwiegend negativ definiert. Sie entsteht ungeplant und ist nicht von Experten geschaffen. Das Organisieren wird mehr auf die Tätigkeit einzelner Personen (Führungskräfte, Organisatoren) reduziert, sondern der Prozess der Ordnungsbildung als Ergebnis vielfältig vernetzter Strukturen und Verhaltensweisen verstanden.

Parallelität von offiziellen und inoffiziellen Strukturen

Bei den Hawthorne-Studien zeigte sich dass in Unternehmen neben den offiziellen Strukturen auch inoffizielle existieren, die von den Organisationsmitglieder selbst geschaffen sind. Diese bestehen aus Regeln, Kommunikationswegen und Sanktionssystemen, die sich durch das andauernde alltägliche Zusammenarbeiten spontan ergeben haben und den Bedürfnissen und Interessen der Organisationsmitgliedern entsprechen.

Kennzeichen der formalen Organisation

Organisationsverständnis: Organisation als Plan, als gewünschte Wirklichkeit
Formale Organisation ist durch formale Strukturen und Regeln gekennzeichnet. Strukturen werden planvoll geschaffen und sind zweckrational gestaltet, sie können als Vorgabe verstanden werden, wie die Beziehungen zwischen den Mitgliedern einer Organisation zu sehen sind. Es wird davon ausgegangen, dass Menschen sich vorwiegend rational verhalten, so wie es der formale Plan von ihnen verlangt

Kennzeichen der informalen Organisation

Organisationsverständnis: Organisation als Phänomen, als Ergebnis sozialer Ordnungsprozesse
In komplexen dynamischen Welt ergeben sich immer Differenzen zwischen vorgedachten Strukturlösungen und realen Aufgabenanforderungen. Wird der Kommunikationsbedarf nicht durch formale Kanäle abgedeckt, helfen INFORMALE BEZIEHUNGS- UND ORGANISATIONSFORMEN.

Kennzeichen der informalen Organisation II

Informale Selbstorganisationsprozesse können mögliche Probleme lösen, die mit einer formalen Organisationssturktur nicht oder nur unzureichend bewältigen kann.
Sie werden spontan gebildet und entziehen sich noch stärker einer direkten Beeinflussbarkeit durch die Führung.

Study