IMU I Klausur

SoSe 2015

SoSe 2015


S. M.
Diese Lernkarten behandeln auf Universitätsniveau die Struktur und Strategien von Unternehmen, insbesondere von Familienunternehmen und Mittelständlern. Sie beleuchten die Abgrenzung, Ressourcen, Marktposition und Herausforderungen dieser Unternehmen, wie die Bevölkerungsentwicklung und globale Wettbewerbsbedingungen. Praktiker und Studierende der Betriebswirtschaftslehre profitieren von den detaillierten Einblicken in die spezifischen Strategien und Risiken, um fundierte Entscheidungen zu treffen.
Karten
62
Lernende
1
Sprache
Deutsch
Kategorie
BWL
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
12.06.2015 / 12.06.2015

Lernkarten

Wieviel Prozent der Beschäftigten in Deutschland arbeiten in KMU?

41,70%

Ab wievielen Beschäftigten ist ein Unternehmen ein großes Unternehmen?

500

Wieviele Mitarbeiter hat ein kleines unternehmen höchstens?

10

Wieviele Prozent der Unternehmen in Deutschland sind mittlere Unternehmen?

87,80%

Wieviele Hidden Champions gibt es in folgenden Ländern? Deutschland USA Japan

1307 366 220

In welchen Bereichen sind deutsche Hidden Champions besonders stark? (3)

Maschinenbau Elektroindustrie Industrieprodukte

KMU-Definition nach der EU: Kleinstunternehmen: 1. Beschäftigte? 2. Umsatz pro Jahr oder? 3. Bilanzsumme pro Jahr? 4. Kapitalbesitz?

1. 1-9 2. - 3. - 4. Max. 25%

KMU-Definition nach der EU: Mittlere Unternehmen: 1. Beschäftigte? 2. Umsatz pro Jahr oder? 3. Bilanzsumme pro Jahr? 4. Kapitalbesitz?

50-249 max. 40 Mio € max. 27 Mio € max. 25%

Mittelstandsdefinition nach Deloitte.Mittelstandinstitut: Mittlere Unternehmen 1. Beschäftigte 2. Jahresumsatz

bis ca. 3000 bis ca. 600 Mio. €

Mittelstandsdefinition nach Deloitte.Mittelstandinstitut: Große Unternehmen 1. Beschäftigte 2. Jahresumsatz

> 3000 > 600 Mio €

Welche Merkmale definieren ein mittelständisches Unternehmen? (3)

- Wirtschaftliche und rechtliche Selbstständigkeit des Unternehmens - Einheit von Eigentum, Leitung und Kontrolle - Personenbezogenheit der Unternehmensführung

Abgrenzung Familienunternehmen: Als maßgeblich für das Vorliegen eines Familienunternehmens kann der Einfluss in einer oder beiden Funktionen der ____________ und/oder der _____________ gelten

Eigentumsfunktion Managementfunktion

Schlüsselfaktoren erfolgreicher Familienunternehmen 1) Werte und Ziele

• Langfristigkeit: Generation statt Quartal • Nicht einseitig finanziert (Profit, Wachstum) • Kontinuität • Sicherung der unternehmerischen Unabhängigkeit (Vorgabe: anzustrebende Eigenkapitalquote) • Verantwortung für Familie, Mitarbeiter, Heimatregion

Was sind limitierende Ressourcen mittelständischer (Familien)Unternehmen? (3)

- Geringe Eigenkapitalquote - Erfahrene Mitarbeiter/Führungskräfte bevorzugen Großunternehmen - Hohes Risiko durch fokussiertes Produktangebot

Warum haben Mittelständler geringe Chancen, ihr Risiko zu verteilen?

• Wenig Kapital und Human-Kapital --> Schlüsselpositionen und Kernfunktionen wie F&E kommen zu kurz • Produktangebot sehr starke fokussiert --> Eingeschränkte Risikoverteilungschancen • Strategie der Kostenführerschaft und der Differenzierung dadurch nicht realisierbar --> Notwendigkeit der Schwerpunktsetzung

Teufelskreis beim Versuch des Verlassens der Nischenstellung, um das Risiko besser zu verteilen:

Zu wenig Umsatz, um Produktpalette zu erweitern --> Kredite nötig --> Kredite sehr teuer, da Risiko für die Banken sehr hoch --> Die Größe der Unternehmen bestimmt maßgeblich das Produktangebot und damit die Risikoverteilungschancen

Wieviel Prozent des Umsatzes machen KMU aus?

33,60%

KMU-Definition nach der EU: Kleinunternehmen: 1. Beschäftigte? 2. Umsatz pro Jahr oder? 3. Bilanzsumme pro Jahr? 4. Kapitalbesitz?

10-49 max. 7 Mio € max. 5 Mio € Max. 25%

KMU-Definition nach der EU: Große Unternehmen: 1. Beschäftigte? 2. Umsatz pro Jahr oder? 3. Bilanzsumme pro Jahr? 4. Kapitalbesitz?

> 250 > 40 Mio € > 27 Mio € > 25 %

Mittelstandsdefinition nach Deloitte.Mittelstandinstitut: Kleinstunternehmen 1. Beschäftigte 2. Jahresumsatz

bis ca. 30 bis ca. 6 Mio €

Mittelstandsdefinition nach Deloitte.Mittelstandinstitut: Kleinunternehmen 1. Beschäftigte 2. Jahresumsatz

bis ca. 300 bis ca. 60 Mio €

Mittelstandsdefinition nach Deloitte.Mittelstandinstitut: Mittelständische Unternehmen sind:

- Eigentümer- bzw. Familiengeführt - Managergeführt bis zu 3000 Mitarbeiter und/oder einer Umsatzgröße von ca 600 Mio. € - Unternehmen, die beide Merkmale aufweisen

In welchen acht Bereichen lassen sich mittelständische Unternehmen abgrenzen?

- Unternehmensführung - Organisation - Personal - Innovationen - Wertschöpfung - Produkte/Kunden/Märkte - Ressourcen - Prozesse/Projekte

Qualitative Abgrenzung Mittelstand Unternehmensfürung

• Eigentümer-Unternehmer, meist mit technisch orientierter Ausbildung • Patriarchalischer Führungsstil • Dienstleistungsorientierte, nicht prozessorientierte Führung • Größere Bedeutung von Improvisation und Intuition • Unmittelbare Teilnahme am Betriebsgeschehen

Qualitative Abgrenzung Mittelstand Organisation

• Auf den Unternehmer ausgerichtetes Einliniensystem • Kaum Abteilungsbildung • Kurze direkte Informationswege • Weisung und Kontrollen im direkten personenbezogenen Kontakt • Delegation in beschränktem Umfang • Geringer Formalisierungsgrad • Hohe Flexibilität

Qualitative Abgrenzung Mittelstand Personal

• Kaum Akademiker beschäftigt • Überwiegend breites Fachwissen vorhanden • Kundenorientierung (externer Kunde) • Hohe Fluktuationsraten zu Beginn (Auswahlprozess), später vergleichsweise hohe Arbeitszufriedenheit

Qualitative Abgrenzung Mittelstand Innovationen

• Keine dauernde institutionalisierte F&E-Abteilung • Kurzfristig-intuitiv ausgerichtete F&E • Fast ausschließlich bedarfsorientierte Produkt-und Verfahrensentwicklung, kaum Grundlagenforschung • Relativ kurzer Zeitraum zwischen Erfindung und wirtschaftlicher Nutzung

Qualitative Abgrenzung Mittelstand Wertschöpfung

• geschwächte Finanzierungskraft • schwieriger Umgang mit Banken • keine systematische Ergebnissteuerung • Schwächen im Cash-Management • keine wertorientierte Führung • fehlendes Performance Management

Qualitative Abgrenzung Mittelstand Produkte/´Kunden/Märkte

• fokussiertes, auf Marktnischen zielendes Handeln • eher geringer Innovationsgrad • regionale Verankerung der Aktivitäten • enger Kontakt zu den Kunden • zunehmend internationale Aktivitäten

Qualitative Abgrenzung Mittelstand Ressourcen

• eher geringe Eigenkapitalquote • flache Organisation mit eher direktiver Führung • geringe Kapitalintensität • eher niedriges Gehaltsniveau • keine Mitbestimmung • keine mitbestimmte Aufsicht

Qualitative Abgrenzung Mittelstand Prozess/Projekte

• oft nicht integrierte Führungs-und Controllingprozesse • oft kein professionelles Projektmanagement • operatives Handeln dominiert gegenüber strategischem Denken • niedriger Automatisierungsgrad • hohe Flexibilität

Wo sitzen viele Hidden Champions?

Großstädte Nordrhein-Westfalen Hessen Baden-Württemberg Bayern

Nach Gutenberg (1962) stellen welche beiden Faktoren die konstitutiven Dimensionen eines jeden Unternehmens dar?

Besitzstruktur Leitungsstruktur

Schlüsselfaktoren erfolgreicher Familienunternehmen 2) Wettbewerbs-Strategie

• Hohe Marktstellung in Nischenmärkten • Kalkulierte Regelbrüche: -Aldi erfindet Discount; -Fielmann dominiert mit Kette; -Douglas hochwertige Filialen (Parfüm, Bad, Schmuck, Kleidung), -Ratiopharm-Generika • Inhaber-Bonus wird offensiv ausgespielt

Schlüsselfaktoren erfolgreicher Familienunternehmen 3) Finanzielle Führung

• „Haben kommt vor Halten“ • Restriktive Ausschüttung: „Firma geht vor“ • Familiäre Einschränkungen (lange Bindungsfristen, reduzierte Abfindungen, Andienungspflichten, Ehevertrag, …)

Schlüsselfaktoren erfolgreicher Familienunternehmen 4) Management und Unternehmensführung

• Längere Verweildauer des Führungspersonals • Besetzung Führungsspitzen • 50 % Familienmitglieder (SMS, Haniel, Burda) • 50 % familienfremde Manager (Porsche, Freudenberg) • Starke Bindung und Leistungsmotivation durch identitätsstiftende Merkmale, die emotionalen Mehrwert stiften: -Unternehmertum, -regionale Akzeptanz, -Dienstleistungen durch family-office, • Gefühl der „Gesellschaft etwas zurückzugeben“: Familienstiftung)

Was sind typische Probleme eines Familienbetriebs?

- keine professionellen Strukturen / transparente Prozesse bei der Rekrutierung von Führungskräften - Streitigkeiten innerhalb der Familie beeinflussen das Unternehmen negativ - keine professionelle Nachfolgerplanung - Festhalten an unwirtschaftlichen Traditionen - unzureichende Unterscheidung zwischen privaten Interessen und denen des Unternehmens

Welche Veränderungen der Markt- und Wettbewerbsbedingungen machen mittelständischen (Familien-)unternehmen zu schaffen? (9)

- Globalisierung der Märkte und des Wettbewerbs - Zunehmend komplexe, dynamische und interdependente Informationsflüsse - Umgang mit komplexen Finanzierungsformen - Outsourcing verringert die Kontrolle innerhalb der Wertkette - Geschwindigkeit des Wandels reduziert die Reaktionszeiten - Steigende gesetzliche Anforderungen - Erhöhte Wettbewerbs-intensität durch Sättigung der Märkte - Rasante Technologie-entwicklung

Warum machen die Veränderungen der Markt- und Wettbewerbsbedingungen den Mittelständlern mehr zu schaffen als großen Unternehmen?

Weil sie limitierte Ressourcen haben

Warum ist das Kapital eines Mittelständlers begrenzt?

• Traditionelle Sicht mittelständischer Unternehmen: Einheit von Eigentum, Risiko und Unternehmensführung àeigentümerorientierte Führungsstruktur • Wunsch nach weitreichender wirtschaftlicher Unabhängigkeit • knappe Kapitalausstattung aufgrund skeptischer Haltung gegenüber Fremdkapitalgebern • häufig vernachlässigte Substanzerhaltung schränkt Möglichkeiten einer Innenfinanzierung ein • In der Regel nicht emissionsfähig und daher bei der Außenfinanzierung früher auf Kreditinstitute beschränkt

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