Humangeographie I, Teil 1, Einführung, HS 2013
Begriffe für die Abschlussprüfung GEO 112 Humangeographie I an der Uni Zürich
Begriffe für die Abschlussprüfung GEO 112 Humangeographie I an der Uni Zürich
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Cartes-fiches
Regionalisierung (4)
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Wissenschaftliches Verfahren zur räumlichen Gliederung
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Klassifikation räumlicher Einheiten
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Regionen sind die Ergebnisse dieser Klassifikationen
aber auch
eine räumliche Gliederung, die aus dem alltäglichem Handeln von Menschen entseht
Räumliche Gliederung, die aus dem alltäglichem Handeln von Menschen entsteht
Beispiel: Konsumation von Wohnraum (Werlen 1997)
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Wohnung und Wohnort als Ausdruck eines Lebensstils
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Zugang zu Wohnraum geregelt über Verhältnis von Marktsituation sowie Ressourcen und Präferenzen von Individuen
- Räumliche Ordnung von Wohnstandorten nach Einkommens- und Sozialstatus ihrer BewohnerInnen
Massstab - Betrachtungsebenen (4)
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Mikroebene (z.B. Haushalt, lokal)
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Mesoebene (z.B. Stadt, Staat, regional)
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Makroebene (z.B. globales Städtesystem, global)
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Multiskalige Ansätze
Ziel von Wissenschaft (allgemein) (3)
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Neues Wissen, neue Erkenntnisse generieren
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Belegen (Evidenz) dieser Erkenntnisse
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Aussagen treffen, die in ihrer Gültigkeit über den Einzelfall hinausgehen (=generalisieren)
Ausgangspunkt wissenschaftlicher Erkenntnis (4)
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Was ist Wirklichkeit?
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Was können wir erkennen, wissen?
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Mit welchen Mitteln kommen wir zu Erkenntnis? (Methode)
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Diese erkenntnistheoretischen Grundpositionen bestimmen den Zugang zum Forschungsgegenstand, die Theorie und Methodik (versch. Konzepte)
Weche Diskussion verbirgt sich hinter der Formel der Wissenschaft?
Welche konkreten Methoden und Techniken werden bei ihren Untersuchungen von Natur und Gesellschaft verwendet.
Wie definiert Schwemmer (1981) Wissenschaft? (4)
1. Erklären
2. Beschreiben
3. Verstehen
4. Begreifen
Was ist Wirklichkeit? (3)
Realismus (Aristoteles)
• Es existiert eine (sinnlich) erfahrbare Wirklichkeit –> empirische Erkenntnisse tragen zum besseren Verständnis der Wirklichkeit bei.
Idealismus (Platon)
• Ideen existieren unabhängig vom denkenden Subjekt. Sie werden nicht durch das Denken geschaffen, sondern im Denken erkannt.
Konstruktivismus
• Die Wirklichkeit wird ganz (= radikaler Konstruktivismus) oder teilweise durch kognitive Prozesse geschaffen.
• Gemässigte Formen des Konstruktivismus gehen davon aus, dass die für uns relevante Wirklichkeit erst im Wahrnehmen, Denken, Sprechen und durch menschliche Interaktionen geschaffen wird, aber in systematischer Art und Weise mit einer vom Subjekt unabhängigen Welt korrespondiert.
Was können wir wissen?
Sinneserfahrung oder Reflexion?
• Sinneserfahrung: Empirie
Erkenntnisse durch sinnliche Wahrnehmungen (z.B. systematische Beobachtungen, verallgemeinert)
• Reflexion: Rationale Erkenntnis
Erkenntnisse durch vertieftes Nachdenken und logisches Schliessen (z.B. Relativitätstheorie)
• Kants „Kritik der reinen Vernunft“: Überwindung des Gegensatzes
- Wahrnehmung und Verstand bedingen und durchdringen sich gegenseitig
- Sinneserfahrung und Reflexion
Wissenschaftliche Theorie (2)
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Versucht, bestimmte Sachverhalte oder Erscheinungen zu erklären und die ihnen zugrunde liegenden Gesetzmässigkeiten zu erfassen
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Erklären heisst, eine kausale und logische Begründung für ein Phänomen finden, einen empirischen Nachweis zu erbringen
Wissenschaftliches Modell (5)
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Idealisierte Abbildung der (meist sehr komplexen) Realität
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Formales Abbild des Verknüpfungssystems zwischen Sachverhalten
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Kann Basis für Hypothesen sein
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Kann dazu dienen, bestimmte Sachverhalte, Ergebnisse einer Untersuchung, vereinfacht und anschaulich darzustellen
⇒Beispiel: Topographische Karten sind Modelle der Erdoberfläche, die einen Erdausschnitt verkleinern
- Modellbildung ist nicht zwangsläufig mit “Verkleinerung” verknüpft
Methodik (3)
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quantitativ – standardisierte Datenerhebungsmethoden und mathematisch-statistische Analysen
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qualitativ – Interview, Beobachtung, partizipative Methoden und Text-/ Diskursanalyse
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Kombination
Paradigma
Wissenschaftliche Denkweise (2)
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“Ein Paradigma ist das, was den Mitgliedern einer wissenschaftlichen Gemeinschaft gemeinsam ist, und umgekehrt besteht eine wissenschaftliche Gemeinschaft aus Menschen, die ein Paradigma teilen" (Kuhn 1962).
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Paradigmenwechsel: die Ablösung eines Paradigmas durch ein neues durch grundlegende, sprunghafte Veränderungen in der Sichtweise darüber, wie wissenschaftliche Erkenntnis im Forschungsprozess herbeigeführt wird. (z.B. Klimawandel)
In der Geographie: Paradigmenpluralismus...(2)
• ...einerseits aufgrund ihres Wesens als Brückenwissenschaft zwischen Natur- und Geisteswissenschaften, andererseits durch die historische Entwicklung von unterschiedlichen „paradigmatischen Strömungen“ in der Sozialgeographie
• Paradigmen sind nicht Konkurrenten sondern vielmehr Komplementatoren, was den Paradigmenpluralismus zu einerStärke der Geographie macht (Weichhart 1999)
Empirisch-analytisches Paradigma (2)
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Fokus auf funktionale und systemische Zusammenhänge der Realität: Beobachten und Erklären von natürlichen und gesellschaftlichen Phänomenen und Zusammenhängen sowie davon abgeleitet die Prognose zukünftiger Ereignisse und Entwicklungen (Modelle)
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Beispiel: Systemisch funktionalistische Perspektive
Interpretativ-verstehendes Paradigma (2)
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Fokus auf Texte und Kontexte als soziale Konstruktionen: Verstehen von Wahrnehmungen, Meinungen und Handlungen von Menschen sowie den Rahmenbedingungen ihrer Entstehung
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Beispiel: Akteursorientierte, konstruktivistische Perspektive
Systemisch funktionalistische Perspektive (5)
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Jede beliebige thematisch/raum-zeitliche Beobachtungseinheit kann als System begriffen werden
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System = modellhafte Rekonstruktion der Zusammenhänge zwischen verschiedenen Elementen eines Ganzen, die durch geregelte Beziehungen - Funktionen - miteinander verbunden sind
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Anordnung der Elemente bilden die Struktur
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Unterscheidung: einfache und komplexe, offene und geschlossene Systeme
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Positive und negative Rückkoppelungen im System – vgl. politische Systeme, Gesellschaftssysteme, Ökosysteme
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Bedeutungen von materiellen Gegebenheiten sind nicht Eigenschaften der Objekte per se, sondern werden diesen von den Subjekten zugeschrieben
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Raum / natürliche Umwelt / Natur sind daher ein soziales Konstrukt, das auf Wahrnehmung und Bedeutungszuweisung durch Akteure basiert
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Handlungen von Menschen verändern beabsichtigt oder unbeabsichtigt (räumliche) Strukturen und bestimmen somit die Rahmenbedingungen für Folgehandlungen
Lernziele
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Die verschiedenen Bedeutungen der Begriffe Raum und Ort definieren.
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Veränderungen in Raum und Zeit verstehen und anhand von Beispielen erklären.
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Räumliche Korrelation und Scheinkorrelation erklären.
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Verschiedene Bedeutungen von Regionalisierung verstehen und erklären.
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Bei wissenschaftlichen Texten, Karten und Modellen erkennen, welche Betrachtungsebene (Massstab) diesen zugrunde liegt.
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Ziele von Wissenschaft und Ausgangspunkte wissenschaftlicher Erkenntnis kennen und verstehen.
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Die Begriffe Paradigma, Theorie, Modell und Methodik verstehen.