GPM


L. M.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über das Geschäftsprozessmanagement (GPM) auf Universitätsniveau. Sie decken Themen wie Geschäftsprozesse, Prozessmanagement, Kundenorientierung und organisatorische Gestaltungsregeln ab. Besonders relevant sind die Rollen im GPM, die Integration von Geschäftsprozessen in die Unternehmensorganisation und die Eliminierung nicht wertschöpfender Aktivitäten. Diese Lernkarten sind ideal für Studierende und Fachleute, die ihr Verständnis von GPM vertiefen und praktische Anwendungen in der Unternehmenspraxis erlernen möchten.
Flashcards
96
Students
10
Language
German
Category
Micro-Economics
Level
University
Created / Updated
05.01.2016 / 26.08.2018

Cartes-fiches

Process Governance (Definition, Ziel, Inhalte)

Ziel der Process Governance ist, eine einheitliche, zielgerichtete, transparente und anforderungsgerechte Anwendung des Geschäftsprozessmanagements in allen Organisationseinheiten.

Die Inhalte können wie folgt gegliedert werden:

  • Prozessterminologie
  • Prozessstandards
  • Rollenbeschreibungen
  • Projektstandards
  • Normative Anforderungen

Merkmale gute Organisation

  • Erleichtert unauffällig Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen Mitarbeitern
  • Ordnet Sachen sinnvoll zu
  • Macht den Zweck und Nutzen von  Verfahrensweisen transparent
  • Entlastet den einzelnen Mitarbeiter
  • Schafft Freiräume für die persönliche Entfaltung des einzelnen Mitarbeiters

Am Anfang steht das Unternehmensziel...

Die richtige Organisation wird aus den Unternehmenszielen bestimmt.
Von den Zielen sind zB. abhängig:

- Grösse und Struktur der Abteilungen bzw. der Unternehmensbereiche
- Art und Weise der Zusammenarbeit zwischen Unternehmensbereichen

Zyklus Unternehmensorganisation

siehe Foto

Organisationsentwicklung (drei Phasen)

Pionierphase

  • Gründung, Einführung einer Produkt-Idee
  • Hoher persönlicher Einsatz der Gründungsmitglieder
  • Oft gekennzeichnet durch 

- Hohe Motivation
- wenig Kapital
- geringe Liquidität
- wenig bis keine formale Organisation

Ursprüngliche Erfolgsfaktoren werden mit zunehmender Anzahl Mitarbeiter zu Problemfaktoren
- Spontaneität/ Generalkompetenz des Generalbevollmächtigten („alles geht über seinen Tisch“)

Organisationsentwicklung (zweite Phase)

siehe Foto

Organisationsentwicklung (dritte Phase)

Siehe Foto

Gefahren, Probleme und Widerstände beim Organisieren

 

  • Konträr zum instinktiven Streben nach Sicherheit
  • Bequemlichkeit geht vor Anstrengung
  • Neuerungen implizieren oft auch eine andere Denk- und Handlungsweise
  • Angst um Arbeitsplatz
  • Angst vor Prestigeverlust
  • Aktiver und passiver Widerstand ist der häufigste Grund für das Scheitern von Projekten zur Einführung betrieblicher Anwendungssysteme

Einflussfaktoren, welche Veränderungen in den Unternehmen hervorrufen

 

  • Marktfaktoren
  • Technischen Faktoren
  • Makroökonomische Faktoren
  • Mitarbeiterqualifikationen

Wandelt umfasst ganzes Unternehmen:

  • Strategie
  • Führung, Mitarbeitende und Unternehmenskultur
  • Organisation und Controlling
  • Prozesse und Produkte
  • Finanzielle und technische Ressourcen

Veränderung der Wertschöpfung

siehe Foto 

Effektivität // Effizienz

Effektivität = «die richtigen Dinge tun»  /   Effizienz = «die Dinge richtig tun»

 

Proleme in der Unternehmung (Effektivität // Effizienz)

siehe Foto

Geschäftsprozessmanagement – Warum?

 

  • Globalisierung und Internationalisierung der Märkte
  • Deregulierung des Wettbewerbs
  • schnellere technologische Entwicklungen
  • kürzere Produktlebenszyklen
  • Homogenisierung der Produkte
  • Preisverfall und Kostendruck
  • Wertewandel
  • steigende Ansprüche der Kunden
  • gesättigte Käufermärkte

GPM Definition

Geschäftsprozessmanagement ist ein integriertes System aus Führung, Organisation und Controlling zur zielgerichteten Steuerung und Optimierung von Geschäftsprozessen. Es ist auf die Erfüllung der Bedürfnisse der Kunden sowie anderer Interessengruppen ausgerichtet und dient dazu, die strategischen und operativen Ziele der Organisation bzw. des 
Unternehmens zu erreichen. Integriert bedeutet, dass Aufgaben, Teilsysteme, Methoden, Tools und IT-Unterstützung des Geschäftsprozessmanagements aufeinander abgestimmt geplant, koordiniert, kontrolliert sowie gesteuert werden.

 

GPM Methoden

  • BPR zur (erstmaligen) Organisation von Prozessen
  • KAIZEN als ergänzendes Konzept (Ständige Verbesserung unter Einbezug der Mitarbeiter)
  • Prozesskostenrechnung als Controlling-Instrument zur Prozess-Steuerung
  • Balanced Scorecard als Instrument zur (u.a.) Messung des Prozesserfolgs im Verhältnis zu anderen Erfolgsparametern

System des Geschäftsprozessmanagements

 

siehe Foto

Aufgabenfelder des Geschäftsprozessmanagements

 

siehe Foto

Orientierungsrahmen für das integrierte Geschäftsprozessmanagements

 

siehe Foto

Aufgaben Strategisches Prozessmanagement

  • …definiert relevante Geschäftsprozesse
  • … erzeugt  Transparenz über die Verknüpfung der Prozesse 
     …untereinander
     …mit den Prozessen der Geschäftspartner
  • … definiert Anforderungen an Geschäftsprozesse aus der Unternehmensstrategie
  • … schafft langfristigen Plan zur Weiterentwicklung der Prozesse
  • … definiert die dazu notwendigen Umsetzungsmassnahmen
  • … kontrolliert deren Erfolg

Wichtige Aufgaben im strategischen GPM

 

Strategisches Prozesscontrolling

  • Planung der kritischen Erfolgsfaktoren, strategischer Erfolgspotenziale und der strategischen Prozessziele
  • Kontrolle der Umsetzung der Ziele
  • Identifizierung und Bewertung von Leistungslücken
  • Abstimmung von Prozess- und IT-Strategie (Business-IT-Alignment)
  • prozessorientierte Ausrichtung des Unternehmenscontrolling

Strategische Prozessoptimierung

  • Massnahmen zur langfristigen Optimierung der Geschäftsprozesse und des Geschäftsprozessmanagementsystems

Wichtige Aufgaben im strategischen GPM (2/2)

Strategische Prozessführung

  • Entwicklung einer Prozesskultur
  • Schaffung prozessorientierter Motivations- und Anreizsysteme
  • Aufbau und Ausbau prozessorientierter Kernkompetenzen

Strategische Prozessorganisation

  • Identifizierung und Gewichtung der wettbewerbsentscheidenden GPs
  • Prozessorientierte Ausrichtung der Unternehmensorganisation
  • Festlegung der Aufgaben und Rollen im Geschäftsprozessmanagement
  • Abstimmung von Prozess- und IT-Strategie

Basis für das Strategische GPM: Prozesszweck

 

siehe Foto

Basis für das Strategische GPM: Strategische Prozessziele

Strategische Prozessziele
=> geben vor, was konkret in einem gewissen Zeitraum erreicht werden soll 
=> Hilfreiches Instrument: Zielportfolio mit (gewichteten) Zielen

 

 

Basis für das Strategische GPM: Strategische Massnahmenplanung

  • Die Ziele des GPM bilden die Basis für die strategische Massnahmenplanung

Ist keine Projektplanung, sondern grundsätzlicher Entscheid für bestimmte strategisch bedeutsame Massnahmen, z.B. 

  • Massnahmen zur Positionierung des GPM in einer bestehenden Aufbauorganisation
  • Geschäftsprozess-Outsourcing
  • Qualifizierungsprogramme für Mitarbeiter 
  • Einführung Prozessverbesserungen
  • Integration der Managementsysteme, z.B. Integration der Prozessplanung in den Strategieprozess
  • Einführung Prozesskostenrechnung

 

Zusammenhang zwischen operativen und strategischem GPM

 

Die Umsetzung der definierten Massnahmenpakete (=Projekte) erfolgt im Rahmen des operativen Prozessmanagements
 

 

Operatives Prozessmanagement Definition

…umfasst alle Aktivitäten zur Gestaltung (Modellierung, Analyse, Simulation, Optimierung) und Durchführung der 
einzelnen Geschäftsprozesse

Prozessmanagement-Organisation besteht aus:

 

Rollen, Richtlinien, Tools, Knowledge Management, Change Management, Ressource Management

Wesentliche Merkmale einer prozessorientierten Unternehmensführung

 

  • Alle Prozesse und deren Aufgaben sind klar definiert 
  • Die Prozesse sind in mehreren Detaillierungsebenen bis zur operativen Ebene strukturiert
  • Die Prozesse sind standardisiert dokumentiert, allgemein verständlich und jedem Mitarbeitenden zugänglich
  • Für jeden Prozess sind klare Verantwortlichkeiten definiert
  • Prozess haben eindeutige Zielgrössen

Mögliches Vorgehensprinzip: Strukturelle Erneuerung - Kontinuierliche Verbesserung

siehe Foto

Gestaltung der Geschäftsprozesse
(organisatorische Gestaltungsregeln)

siehe Foto. LS05/LS06 Regeln genau anschauen

Regel 1: Geschäftsprozesse beginnen und enden bei Kunden

 

  • Geschäftsprozessgrenzen sind so festzulegen, dass jeder Geschäftsprozess mit dem Bedarf resp. Anforderungen des Kunden beginnt und mit der Übergabe der Prozessergebnisse an den Kunden endet. 
  • Um Verwechslungen mit Funktionsbezeichnungen auszuschliessen, soll man immer den Geschäftsprozess mit «von» und «bis» angegeben werden (z.B. vom Kundenauftrag bis zum gelieferten Produkt)
  • Die Namensgebung von Geschäftsprozessen sollte die Prozessorientierung kenntlich machen und das Prozessdenken unterstützen.

Foto: Begrenzung der Geschäftsprozesse

Regel 2: Jeder Geschäftsprozess ist ein Teilprozess, Prozesse- und Arbeitsschritte zu unterteilen.

 

Jeder Geschäftsprozess hat eine vertikale Aufbaustruktur, die aus mehreren Prozessebenen besteht.

  • Prozessebene 1: Geschäftsprozesse
  • Prozessebene 2: Teilprozesse
  • Prozessebene 3: Prozessschritte
  • Prozessebene 4: Arbeitsschritte
  • Prozessebene 5: Aktivitäten

Regel 3: In Geschäftsprozessen werden Geschäftsfälle bzw. Prozessobjekte komplett bearbeitet.

 

  • Die Ausführung von Geschäftsprozessen wird durch Geschäftsfälle angestossen. In einem Geschäftsfall wird ein Prozessobjekt komplett bearbeitet.
  • Durch die «Wertschöpfung» ändert sich der Zustand des Prozessobjektes im Zuge der Prozessausführung bis zum abschliessenden Prozessergebnis (Output).
  • In jedem Geschäftsprozess, Teilprozess und Prozessschritt sollten nur homogene Prozessobjekte bearbeitet werden
  • Das Objekt eines Geschäftsprozesses wird über Dekomposition in Teilobjekte aufgespalten. Die komplette Bearbeitung eines Teilobjektes wird auch als Transaktion bezeichnet. Ein Geschäftsfall setzt sich aus vielen Transaktionen zusammen, welche auf unterschiedlichen Prozessebenen ablaufen.

Regel 4: Für jeden Geschäftsprozess ist ein zeit- und ressourcengünstiger 
Ablauf festzulegen (Ablaufstruktur).

 

  • Die Ablaufstrukturierung hat zur Aufgabe, die logische und zeitliche Ablauffolge der in der Aufbaustruktur definierten Teilprozesse, Prozess-, Arbeitsschritte bzw. Aktivitäten festzulegen.
  • Der Kern der Ablaufstrukturierung bilden Festlegung und Darstellung bzw. Visualisierung der Prozessabläufe.
  • Bei der Gestaltung von Prozessabläufen kann es notwendig sein, Prozessvarianten zu bilden (Verringerung der Prozesskomplexität). Dies ist der Fall, wenn Prozessobjekte aufgrund ihrer Eigenschaften und/oder Bearbeitungsanforderungen eine vom Standard abweichende Ablauffolge erfordert (z.B. Vertreiben von Produkten: Key-Account-Kunden, Kleinkunden).

Regel 5: Nicht wertschöpfende Teilprozesse, Prozess- und Arbeitsschritte sind zu eliminieren.

 

  • Die Eliminierung nicht wertschöpfender Aktivitäten spielt im Geschäftsprozessmanagement eine zentrale Rolle.
  • Über Wertschöpfungsanalysen werden in der Praxis Wertschöpfungsbeiträge einzelner Prozesselemente (Teilprozesse, Prozessschritte, etc.) ermittelt.
  • Ziel von Wertschöpfungsanalysen ist, Fehl- und Blindleistungen zu beseitigen, Stützleistungen auf das unbedingt Notwendige zu reduzieren und die Nutzleistung zu optimieren

Regel 6: Mit den Lieferanten der Geschäftsprozesse sind Leistungsvereinbarungen (Service Level Agreements) zu treffen.

 

  • Jeder Geschäftsprozess benötigt Inputs
  • Inputs werden Lieferanten zur Verfügung gestellt. Lieferanten können Geschäftsprozesse, prozessinterne oder –externe Teilprozesse, sonstige unternehmensinterne Leistungsstellen oder externe Lieferanten sein.
  • Mit den Lieferanten sollte man Leistungsverträge (Service Level Agreements) abschliessen.

Regel 7: Geschäftsprozesse sind zu dokumentieren und zu gewichten.

 

  • Wichtige Prozessdokumente sind: Geschäftsprozessmodell und Prozesslandkarte (Wirkungszusammenhänge); Beschreibung der Geschäftsprozesse, Teilprozesse, Prozessschritte und gegebenenfalls der Arbeitsschritte; Prozess-Organisations-Diagramm
  • Die Prozessdokumentation erfordert erheblichen Zeit- und Ressourcenaufwand. Zu viel Dokumentation ist zu vermeiden, da nicht nur das Erstellen, sondern auch das Ändern von Dokumenten erhebliche Kosten 
    verursacht.
  • BPM-Tools können die Dokumentation unterstützen und Prozessportale können den Zugang zu Prozessdokumenten erleichtern.

Regel 8: Jeder Geschäftsprozess hat einen Verantwortlichen.

 

  • Die Führungsaufgaben in Geschäftsprozessen werden Geschäftsprozessverantwortlichen (Process Owner, Prozesseigner) übertragen.
  • Die Ernennung von Geschäftsprozessverantwortlichen verändert das Führungssystem in traditionellen Funktionsorganisationen. Die Verantwortung für die Leistungserstellung wird in die Hand von Prozessverantwortlichen gelegt.
  • Mit der Ernennung bzw. Nichternennung von Prozessverantwortlichen sowie deren Ausstattung mit Kompetenzen dokumentiert die Geschäftsleitung, wie überzeugt sie vom Geschäftsprozessmanagement ist.

 

Regel 9: Geschäftsprozesse sind in die Unternehmensorganisation zu integrieren.

  • Das Festhalten an der Funktionsorganisation blockiert nicht nur das Geschäftsprozessmanagement, sondern verursacht zusätzliche Probleme.
  • Das Nebeneinander von Funktionen und Geschäftsprozessen behindert nicht nur die Geschäftsprozesse, sondern steigert zusätzlich die organisatorische Komplexität. Viele Prozesse enden an Abteilungsgrenzen oder werden von diesen unterbrochen. Die Zahl der Schnittstellen erhöht sich, unklare Verantwortlichkeiten nehmen zu. 

Formen der prozessorientierten Aufbauorganisation

siehe Foto

Étudier