Finanzmanagement II
MBA1501
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Cartes-fiches
Was ist eine Konzernrechnung und wann wird eine erstellt?
Alle einzelnen Jahresrechnungen werden zusammengefasst und alle internen Buchungen werden entfernt.
- Alle Konzerne mit Ausnahme:
- Kleine Konzerne
20 MCHF Bilanzsumme / 40 MCHF Umsatz / 250 MA
(zwei der drei Kriterien müssen an zwei aufeinanderfolgenden Jahren erfüllt sein) - Obergesellschaft wird konsolidiert
- Wenn die Pflicht zur Erstellung an ein kontrolliertes Unternehmen übertragen hat
- Kleine Konzerne
- Minderheitenschutz
Was ist die Bilanzpolitik?
Definition: Interessengestaltete Bilanzgestaltung, um bei den Anspruchsgruppen einen bestimmten Eindruck zu erwecken Mögliche Zielsetzung:
- Ausweis hoher Gewinne
- Ausweis hoher Betriebsgewinne
- Ausweis wachsender Gewinne
- Gewinnglättung
- Ausweis tiefer Gewinne
Wie kann eine Jahresrechnung bereinigt werden?
- Unterbewertungen (Stille Reserven)
- Überbewertungen (Aktivierte Nonvaleurs, zu geringe Rückstellungen etc.)
Grundsatz: Wertkorrekturen werden in der Bilanz, Veränderungen der Wertkorrekturen werden in der Erfolgsrechnung berücksichtigt
Welche Arten von Kennzahlen gibt es?
- Bilanzkennzahlen
- Erfolgsrechnungskennzahlen
- Aktivitätskennzahlen (Debitorenzahlungsfrist, Kreditorenzahlungsfrist, Lagerdauer)
- Rentabilitätsanalyse
- Analyse der Geldflussrechnung
- betriebliche Kennzahlen ausserhalb der Buchhaltung (z.B. Personalfluktuation oder Kennzahlen von börsenkotierten Unternehmen)
Berechnung
Return on net assets
Rona
-Rona ist eine Rentabilitätskennzahl, welche bei der Unternehmensanalyse oft gebraucht wird.
Sie wird mit folgender Formel berechnet:
EBIT*100 / (AV+Nettoumlaufvermögen)
Sie gibt darüber Auskunft, wie das eingesetzte Vermögen rentiert.
Was ist das Nettoumlaufvermögen?
Auch Working Capital (oder Netto-Umlaufvermögen) - Vom Umlaufvermögen werden die kurzfristigen Verbindlichkeiten – insbesondere die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen – abgezogen:
\({\text{Working Capital}}={\text{Umlaufvermögen}}-{\text{kurzfristige Verbindlichkeiten}}\)
Was bedeutet Konsolidierung?
Konsolidierung:
Zusammenfassung der Einzelabschlüsse in einem Konzern unter Eliminierung der konzerninternen Beziehungen
Aufgaben und Grenzen der Konsolidierung:
- sie ermöglicht einen Gesamtüberblick
- sie ist keine Grundlage für die Gewinnverwendung
- aus der Konsolidierung alleine entstehen keine Haftungsansprüche
- die konsolidierte Jahresrechnung ist keine Grundlage für die Besteuerung
- Abnahme der konsolidierten Rechnung durch die Generalversammlung erforderlich
Erträge und Aufwände vs Einnahmen und Ausgaben
Bestimmte Aufwände und Erträge führen generell nicht zu Einnahmen bzw. Ausgaben Beispiele:
- Abschreibungen
- Buchgewinne
- Verbuchung von Rückstellungen
➭ diese nennt man nicht liquiditätswirksame oder nicht cashwirksame Aufwände und Erträge
Welche Krisenursachen kennst Du?
- extern
- höhere Gewalt
- Konjunktur
- Politik
- Konkurrenz
- usw.
- Intern
- Managementfehler
- Nicht beachten des Lebenszyklus der Unternehmung
Welche Krisenarten gibt es? (4 Antworten)
- Strategische Krise
Erfolgsfaktoren werfen keinen Gewinn mehr ab - Rentabilitätskrise
Umsatz deckt Aufand nicht mehr ab - Liquiditätskrise
Zahlungsschwierigkeiten - Insolvenzkrise
Gläubiger können nicht mehr befriedigt werden
Welche Stufen gibt es bei Kapitalverlust?
3 Stufen:
- Unterbilanz ohne gesetzliche Folgen
- Unterbilanz mit gesetzlichen Folgen
- Überschuldung
In die Berechnung sind einzubeziehen:
- Aktienkapital+ PS-Kapital
- Allgemeine gesetzliche Reserve
- Reserve für eigene Aktien
- Aufwertungsreserve
Das Eigenkapital beträgt 30.
Unterbilanz mit gesetzlichen folgen gem OR725.1
- Ausgangslage:
- Bilanzverlust = > 50 % des Totalbetrages von AK und gesetzlichen Reserven (auch Unterbilanz bezeichnet)
- Voraussetzungen:
- letzte Jahresbilanz
- Nichtdeckung der Hälfte des AK und der gesetzlichen Reserven nicht mehr
- Handlungspflichten des VR:
- Einberufung einer GV
- Beantragung von Sanierungsmassnahmen
Das Eigenkapital beträgt -60
Überschuldete Bilanz gem OR725.2
- Ausgangslage:
- Bilanzverlust = grösser als AK + gesetzliche Reserven
- Voraussetzungen:
- Begründete Besorgnis einer Überschuldung
- Handlungspflichten des VR:
- Erstellung einer Zwischenbilanz
- Vorlage der Zwischenbilanz zur Prüfung durch einen zugelassenen Revisor
- Benachrichtigung des Richters (vgl. OR 725 Abs. 2)
- Ausnahme: Rangrücktritte der Gesellschaftsgläubiger im Ausmass der Unterdeckung (vgl. OR 725 Abs. 2 a.E.)
Wie ist das Vorgehen bei einer Überschuldung?
Statt Benachrichtigung des Richters:
- Sanierungsmassnahmen zur Aufhebung der Überschuldung
- Frist: 4 – 6 Wochen
Benachrichtigung Richter
- Variante 1: Nachlassverfahren in Anlehnung an Chapter 11 USA Seit 1.1.14 auch in CH möglich: prov. Nachlassstundung für 4 Monate – bei Scheitern: Konkurs
- Variante 2: Konkurs
Welche Möglichkeiten bestehen um eine Überschuldung zu beseitigen?
- Fremdkapital verkleinern
- Rangrücktritt
- Aktienkapital herabsetzen und wieder aufstocken
- Aufwertung von Liegenschaften und Beteiligungen
Was wird bei der Sanierungsmassnahme verkleinerung des Fermdkapitals gemacht und welche folgen für die Liquidität hat dies?
Forderungsverzicht Gläubiger bzw. Aktionäre Umwandlung Fremdkapital in Aktienkapital
Rangrücktritt Gläubiger bzw. Aktionäre
- Unbefristetes zweiseitiges Rechtsgeschäft
- Gesellschaft darf Forderung nicht tilgen, solange Unterbilanz besteht
- keine Sanierung, beseitigt Ueberschuldung nicht
- Befreiung von der Pflicht, den Richter zu benachrichtigen Folgen für die Liquidität: keine, ausser es handelte sich um kurzfristig zahlbare Schulden der Gesellschaft
Folgen für die Liquidität: keine, ausser es handelte sich um kurzfristig zahlbare Schulden der Gesellschaft
Was wird bei der Sanierungsmassnahme Herabsetzung Aktienkapital mit anschliessender Wiederaufstockungs gemacht und welche folgen für die Liquidität hat dies?
- Verrechnung des Aktienkapitals mit Verlust
- Ausgabe neue Aktien
- ev.stille Sanierung: à-Fonds-perdu-Beiträge Dritter
Folgen für die Liquidität: positiv, falls Bareinzahlung des neuen Aktienkapitals
Was wird bei der Sanierungsmassnahme Aufwertung von Liegenschaften und Beteiligungen gemacht und welche folgen für die Liquidität hat dies?
- Problematik „tatsächlicher Wert“
- Wert einer betrieblichen Liegenschaft hängt auch von der Nutzung ab
- Wert einer Beteiligung muss durch Unternehmungsbewertung bestimmt werden
Folgen für die Liquidität: keine (nur Bilanzkosmetik!)
Was sind finanzwirtschaftliche Massnahmen bei der Sanierung?
Ziel:Aufrechterhaltung der Zahlungsfähigkeit (Liquidität)
- Forderungsverzicht/Stundung von Gläubigern (bei kurzfristigen Schulden)
- Umwandlung von kurzfristigen Schulden in langfristige Schulden bzw. Aktienkapital
- Erhöhung Kreditlimiten bei Banken
- neues langfristiges Fremdkapital
- neues Aktienkapital !Verflüssigungsfinanzierung
- Verkauf von Anlagevermögen (Sale and lease back)
- Straffere Bewirtschaftung des UV (z.B. Lagerabbau/ Factoring)
Was sind leistungswirtschaftliche Massnahmen bei der Sanierung?
Ziel: Massnahmen zur nachhaltigen Gesundung der Unternehmung
- neue Produkte/neue Märkte/neues Marketing
- Entlassungen
- Übrige Möglichkeiten zur Kostensenkung ausschöpfen
Welche Methoden zur Bewertung von Unternehmen als Ganzes kennst Du? (5 Antworten)
- Sustanzwertmethode
- Ertragswertmethode
- Praktikermethode
- Discounted Cashflow Methode
- Marktwertmethode
Was beinhaltet die Substanzwertmethode zur Bewertung von Unternehmen als Ganzes?
Bei der Substanzwertmethode werden alle in der Bilanz vorhandenen Aktivpositionen, also dieVermögensteile des Unternehmens summiert. Der Substanzwert wird üblicherweise zu Fortführungswerten (sogenannten Reproduktionswerten) berechnet . Alle Vermögensteile zusammen bilden das Gesamtvermögen des Unternehmens und werden als Brutto-Substanzwert bezeichnet. Um den Netto-Substanzwert des Unternehmens zu erhalten, d.h. den Substanzwert des Eigenkapitals, wird das Fremdkapital (alle Verbindlichkeiten bzw. Schulden des Unternehmens) vom Bruttosubstanzwert abgezogen.
Was beinhaltet die Ertragswertmethode zur Bewertung von Unternehmen als Ganzes?
Die Ertragswertmethoden bewerten ein Unternehmen anhand der erwarteten Ertragsströme, diedas Unternehmen für die Firmeninhaber in Zukunft mit der vorhandenen Substanz erwirtschaftet. Die zukünftig anfallenden Ertragsströme können Gewinne oder Cash Flows sein. Je nach Art des Ertragsstroms werden die einzelnen Ertragswertmethoden unterschieden. So basiert die weit verbreitete und als Bewertungsstandard geltende Discounted Cash Flow Methode auf einer Cash Flow-Grösse und die reinen Ertragswertmethoden wie auch die Übergewinnmethoden auf einer Gewinn-Grösse. Sogenannte Dividendenmodelle (z.B. das Dividendendiskontierungs- oder das Dividendenwachstumsmodell) basieren auf erwarteten Ertragsströmen in Form von Dividenden, welche den Aktionären in Zukunft zufliessen. Die Dividendenmodelle werden hier jedoch nicht aufgeführt, da diese für die Aktienbewertung v.a. bei börsenkotierten Firmen mit einer kontanten Dividende relevant sind.
Was beinhaltet die Praktikermethode zur Bewertung von Unternehmen als Ganzes?
In der Schweiz wurde jahrzehntelang die Praktikermethode angewendet. Es handelt sich dabei um eine Kombination zwischen der Substanzwert- und der Ertragswertmethode. Der Unternehmenswert wird dabei wie folgt berechnet:
(2*Ertragswert)+1*Substanzwert) / 3
Diese Methode trifft man auch heute noch gelegentlich an, besonders in kleineren Verhältnissen. Allerdings wird sie von der Wissenschaft abgelehnt.
Was beinhaltet die Marktwertmethode zur Bewertung von Unternehmen als Ganzes?
Der Marktwert einer Unternehmung wird von den Werten vergleichbarer börsenkotierter Unternehmen oder bezahlter Übernahmepreise abgeleitet. Man geht von bestimmten Grössen (z.B. EBIT, Reingewinn) aus und berechnet einen Multiplikator, der dann für die aktuelle Wertermittlung angewendet wird.
Was ist der Leverage Effekt?
Der Leverage Effekt beschreibt die Hebelwirkung des Fremdkapitals auf die Eigenkapitalrentabilität: durch den Einsatz von Fremdkapital (anstelle von Eigenkapital) kann die Eigenkapitalrendite für die Eigentümer gesteigert werden.
Voraussetzung für einen positiven Leverage-Effekt ist, dass die Investitionsrendite (Gesamtkapitalrendite) des Unternehmens über dem Fremdkapitalzins liegt. Das heißt: das Unternehmen erzielt mit seiner operativen Tätigkeit (z.B. dem Automobilbau) eine Rendite (z.B. 10 %), die höher ist als der Fremdkapitalzins von z.B. 5 % für die vom Unternehmen aufgenommenen Bankdarlehen.
Begrenzt wird der Leverage-Effekt durch
- beschränkte Kreditaufnahmemöglichkeiten,
- steigende Zinsen bei höherer Verschuldung sowie
- fehlende Investitionsmöglichkeiten
Was ist die Erstbewertung?
Die Anschaffungs- oder Herstellungskosten sind die Höchstwerte bei der Erstbewertung, dies gilt durchgehend für alle Güter (OR 960a). Bilanzierungshilfen wie die Aktivierung von Gründungs- und Organisationskosten sind damit nicht mehr möglich.
Was ist bei Folgebewertungen allgemein zu beachten?
- Anschaffungs bzw. Herstellungskosten bleiben Höchstwerte
- Bewertung hat vorsichtig zur erfolgen
- Wertverluste siond mit Abschreibungen und Wertberechtigungen zu berücksichtigen
- Grundsatz der Einzelbewertung (d.h. allfällige Über- und Unterbewertungen dürfen nicht mehr innerhalb des gleichen Bilanzpostens kompensiert werden)
Was ist bei Folgebewertungen von Aktiven mit beobachtbaren Marktpreis zu beachten?
- Über dem Anschaffungspreis dürfen Aktiven bewertet werden, welche einen Börsenkurs oder einen beobachtbaren Marktpreis haben.
- Falls dies gemacht wird, kann eine Wertschwankunsreserve zulasten der ER gebildet werden
- Nicht zulässig, wenn dadurch sowohl der Anschaffungswert als auch der allenfalls tiefere Kurswert unterschritten würde.
Was ist bei Folgebewertungen von Vorräten und nicht fakturierten Dienstleistungen zu beachten?
- Höchstwert sind Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten
- sofern der Veräusserungswert abzuglich noch anfallender Kosten nicht tiefer ist
- Eine Wertberechtigung von 1/3 darf auf Warenvorräte vorgenommen werden (stille Reserven)
Was ist bei der Bewertung von Rückstellungen zu beachten?
Rückstellungen müssen gemacht werden für erwartete Mittelabflüsse, begründet durch vergangene Ereignisse (OR 960e). Explizit erwähnt sind dabei Garantieverpflichtungen, Sanierung von Sachanlagen und Restrukturierung. Die in diesem Artikel ebenfalls erwähnten Rückstellungen für die Sicherung des dauernden Gedeihens des Unternehmens sind jedoch in die Kategorie „Stille Reserven“ einzuordnen