Finanzen


N. W.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Einblick in die Grundlagen der Buchführung und Rechnungslegung für Unternehmen. Sie behandeln zentrale Themen wie die Bildung und Auflösung stiller Reserven, die Berechnung der Eigenkapitalrendite, sowie die Bewertung von Aktiven und Verbindlichkeiten nach verschiedenen Grundsätzen. Die Karteikarten sind besonders nützlich für Studierende und Berufseinsteiger im Finanzbereich, die sich mit den Prinzipien der doppelten Buchführung und den spezifischen Anforderungen der Schweizer Mehrwertsteuer (MWST) vertraut machen möchten.
Cartes-fiches
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Utilisateurs
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Langue
Allemand
Catégorie
Finances
Niveau
Autres
Créé / Mis à jour
26.03.2015 / 07.06.2023

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Was wird mit dem Liquiditätsgrad 2 berechnet?

Das Verhältnis zwischen der Summe der beiden Kontengruppen Flüssige Mittel und Forderungen und dem kurzfristigen Fremdkapital (=100%).

Liquiditätsgrad 2 - Formel

(Flüssige Mittel + Ford) x 100

/ Kurzfristiges Fremdkapital

Beurteilung des Liquiditätsgrades 2

Beträgt der Liquiditätsgrad 2 mindestens 100%, ist die Zahlungsbereitschaft gesichert. Die bereits vorhandenen Geldmittel und die aus den Forderungen kurzfristig eingehenden Zahlungen reichen aus, um die kurzfristigen Schulden zu begleichen.

Was wird mit dem Eigenfinanzierungsgrad berechnet?

Beim Eigenfinanzierungsgrad (EFG) wird das Verhältnis zwischen dem Eigenkapital und dem Gesamtkapital (=100%) berechnet. Das Gesamtkapital ist die Bilanzsumme (=Fremdkapital + Eigenkapital).

Eigenfinanzierungsgrad - Formel

Eigenkapital x 100

/ Gesamtkapital

Beurteilung des Eigenfinanzierungsgrades

Beträgt der Eigenfinanzierungsgrad je nach Branche 25% - 40% gilt ein Unternehmen als sicher finanziert, d.h. die Abhängigkeit von Fremdkapitalgebern (z.B. Banken) hält sich in Grenzen, die Zinsen sind tragbar und Verluste können besser verkraftet werden.

Was wird mit der Eigenkapitalrendite berechnet?

Bei der Eigenkapitalrendite (EKR) wird das Verhältnis zwischen dem Gewinn und dem durchschnittlichen Eigenkapital (=100%) berechnet. Diese Kennzahl zeigt also, wie viele Franken Gewinn ein Unternehmen je CHF 100 investiertem Eigenkapital erwirtschaftet.

Eigenkapitalrendite - Formel

Gewinn x 100

/ durchschnittliches Eigenkapital

Beurteilung der Eigenkapitalrendite

Wer sein Geld in ein Unternehmen investiert, geht ein höheres Risiko ein als z.B. beim Banksparen. So droht dem Eigentümer eines Unternehmens im Falle eines Konkurses der Totalverlust. Auf Grund dieses Risikos muss eine zufriedenstellende Eigenkapitalrendite je nach Branche und Unternehmen mindestens 4% über dem Zinssatz für Bundesanleihen liegen (Risikozuschlag).

Das Rechnungswesen der Unternehmen ist folgendes Instrument:

Planungs-, Steuerungs- und Kontrollinstrument. Es liefert Informationen für interne Stellen (Geschäftsführer, Verwaltungsrat) und für externe Stellen (Kapitalgeber, Steuerbehörden, Kunden). 

Für was dienen die Daten der Finanzbuchhaltung?

Einerseits der Betriebsbuchhaltung und andererseits als Grundlage für das Erstellen der Mittelflussrechnung, der Planungsrechnung und für die Bilanz- und Erfolgsanalyse.

Quellen von Buchführungsvorschriften - Obligationenrecht

Der Gläubigerschutz und die Vorsicht steht im Vordergrund. Der OR-Abschluss dient als Grundlage bzw. Ausgangslage für den steuerrechtlichen Abschluss (bei kleineren Unternehmen oft identisch).

Standards zur Rechnungslegung:

  • Swiss GAAP FER
  • IFRS
  • US GAAP - Insbesondere IFRS und US GAAP sind hauptsächlich für grössere Unternehmen, börsenkotierte Gesellschaften  und Konzerne relevant. Der Anlegerschutz und Wahrheit steht im Vordergrund.

Die buchhalterischen Aktivitäten werden in Buchführung und Rechnungslegung unterteilt.

Die Buchführung besteht aus dem korrekten Erfassen von Geschäftsfällen und Sachverhalten. Die Rechnungslegung aud dem Erstellen der Bilanz, der Erfolgsrechnung evtl. der Geldflussrechnung, des Anhangs sowie des Lageberichts. Die Buchführung bildet also die Grundlage für die Rechnungslegung.

Ziel der Buchführung:

Ziel ist, die Buchführung nach einheitlichen Grundsätzen und die Prüfbarkeit nach einheitlichen Standards zu ermöglichen.

Ziel der Rechnungslegung:

Ziel ist, die Aussagekraft und Vergleichbarkeit des Geschäftsberichts zu sichern.

Damit Buchhaltungen aussagekräftig sind, müssen gemäss OR 957a Abs. 2 beim Erfassen der Geschäftsfälle bestimmte Grundsätze beachtet werden, die als Grundsatz ordnungsmässiger Buchführung (GoB) bezeichnet werden:

  • Vollständigkeit und Wahrheit
  • Belegnachweis
  • Klarheit, Zweckmässigkeit und Nachprüfbarkeit

Damit Geschäftsberichte aussagekräftig sind, müssen u.a. auch die in OR 959c Abs. 1 aufgeführten Grundsätze ordnungsmässiger Rechnungslegung (GoR) beachtet werden:

  • Klarheit/Verständlichkeit
  • Vollständigkeit
  • Wahrheit/Verlässlichkeit
  • Wesentlichkeit
  • Vorsicht
  • Stetigkeit
  • Verrechnungsverbot

EBITDA und EBITDA-Marge dienen der Beurteilung der: 

  • Entwicklung der betrieblichen Leistungsfähigkeit eines Unternehmens (innerbetrieblicher Vergleich)
  • Ertragskraft verschiedener Unternehmen (zwischenbetrieblicher Vergleich)
  • Leistungen des operativen Managements

Was zeigt der EBIT?

Die Wertschöpfung auf Grund der operativen Tätigkeit und damit den Betrag, der den Fremdkapitalgebern, dem Staat und dem/den Eigentümer(n) zugutekommt. 

Wodurch unterscheiden sich Buchführung und Rechnungslegung bei kleineren und mittleren Unternehmen?

Die Buchführung mit doppelter Buchhaltung umfasst das Erfassen von Geschäftsfällen und Sachverhalten während der Rechnungsperiode, die Rechnungslegung das Erstellen des Geschäftsberichts am Ende der Rechnungsperiode. 

Bei welcher Rechnungslegung steht der Gläubigerschutz und bei welcher der Anlegerschutz im Vordergrund? Wer wird geschützt?

Gläubigerschutz: OR - Schutz der Fremdkapitalgeber

Anlegerschutz: Swiss GAAP FER, IFRS, US GAAP - Schutz der Eigentümer (z.B. Aktionäre)

Woraus muss ein Geschäftsbericht (Jahresrechnung) für eine nichtkotierte AG, Warenhändlerin, mit einer Bilanzsumme von CHF 30 Mio. und 75 Vollzeitangestellten, bestehen?

Die Jahresrechnung (beruhend auf doppelter Buchhaltung) muss aus folgenden Elementen bestehen: Bilanz, Erfolgsrechnung und Anhang

Welche Rechnungslegungserfordernisse kommen hinzu bei in zwei aufeinander folgenden Jahren bei einen Umsatz von CHF 40 Mio. und 250 Vollzeitstellen?

Mehr Angaben im Anhang, Geldflussrechnung und Lagebericht

Was heisst Rechnungslegung nach true and fair view und was ist, entgegen dem OR, nicht zulässig?

Die Jahresrechnung muss die tatsächliche Vermögens-, Finanzierungs- und Ertragslage des Unternehmens wiedergeben. Nicht zulässig ist die Bildung stiller Willkürreserven. 

Welcher Grundsatz verlangt, dass in aufeinander folgenden Jahren gleiche Bewertungsgrundsätze anzuwenden sind?

Grundsatz der (materiellen) Stetigkeit

Welcher Grundsatz verlangt, dass die Vorjahreszahlen anzugeben sind?

Grundsatz der Vollständigkeit

Welcher Grundsatz verlangt, dass Geschäftsfall und Buchung übereinstimmen?

Grundsatz der Wahrheit / Verlässlichkeit

Siebenstufige Erfolgsrechnung: Worin besteht der Unterschied zwischen: 

  • EBITDA und EBIT
  • EBIT und Betriebserfolg von Nebenerfolg
    • BetriebsGew vo und nach Nebenerfolg

  • In den Abschreibungen
  • Finanzaufwand und Finanzertrag
  • Kontenklasse 7

Geben Sie mögliche Ursachen an, weshalb die Steuerschuld bei effektiver Abrechnung nicht gleich hoch ist wie bei der Abrechnung mit dem Saldosteuersatz. 

Grundsätzlich gilt, dass beide Methoden langfristig ungefähr zu derselben Steuerbelastung führen sollten. Mögliche Ursachen für die Abweichung sind z.B.:

  • Im betrachteten Quartal sind wenige Waren eingekauft worden (Verbrauch ab Lager), weshalb (bei der effektiven Abrechnung) der Vorsteuerabzug klein ist. 
  • Es sind mehr Waren mit einem Steuersatz von 8% verkauft worden als üblich. 
  • Es sind keine oder wenige Investitionen getätigt worden, weshalb der Vorsteuerabzug im betrachteten Quartal kleiner ist als der im Saldosteuersatz einkalkulierte Betrag. 

Welcher Zusammenhang besteht zwischen dem Kontenrahmen und dem Kontenplan?

Der Kontenrahmen ist die Grundlage (Vorlage) zum Erstellen eines Kontenplans.

Vermehrt zahlen Kunden mit Kreditkarten statt mit Bargeld. Wie wirkt sich diese Tatsache auf die Liquidität (gemessen am Liqgrad 2) und die Rendite (gemessen an der Eigenkapitalrendite) aus, wenn die Zahlungsart keine verkaufsfördernde Wirkung hat (also nicht mehr verkauft wird)?

Liquidität : Sinkt, weil die Bankgutschrift erst Tag(e) nach dem Verkauf erfolgt und die Kommission zu Lasten des Verkäufers geht. 

Rendite: Sinkt, weil die Kommission den Gewinn und damit die Eigenkapitalrendite senkt. 

Die Mehrwertsteuer zeichnet sich durch folgende Eigenschaften aus: 

  • Fiskalsteuer: Die Einnahmen aus der MWST dienen dazu, Staatsausgaben zu finanzieren. 
  • Verbrauchssteuer: Die MWST gehört zu den Konsumsteuern. Der Konsum von Sachen und Dienstleistungen werden besteuert. 
  • Allphasensteuer: Die MWST wird im Inland als Mehrphasensteuer auf allen Stufen der Produktion, des Handels und des Dienstleistungssektor erhoben. 

Wer wird als Steuersubjekt bezeichnet?

Steuerpflichtige Unternehmen, die eine berufliche oder gewerbliche Tätigkeit selbstständig zwecks nachhaltiger Erzielung von Einnahmen aus Leistungen ausüben.  

Was wird als Steuerobjekt bezeichnet?

Als Steuerobjekt werden folgende steuerpflichtige Umsätze bezeichnet: 

  • Im Inland gegen Entgelt erbrachte Leistungen (Lieferung von Gegenständen und Dienstleistungen)
  • Einfuhr von Gegenständen und Bezug von Dienstleistungen aus dem Ausland. 

Wer ist von der Steuerpflicht befreit?

  • Unternehmen mit einem Jahresumsatz von weniger als CHF 100'000 aus steuerbaren Leistungen
  • nicht gewinnstrebige, ehrenamtlich geführte Sport- oder Kulturvereine oder gemeinnützige Organisationen mit einem Jahresumsatz von weniger als CHF 150'000

Der massgebende Umsatz bemisst sich nach vereinbartem Entgelt ohne MWST. Auf die Befreiung von der Steuerpflicht kann verzichtet werden - Vorteil: Rückforderung der Vorsteuer. 

Damit ein Beleg MWST-konform ist, müssen folgende Angaben enthalten sein: 

  • Name und Ort des Leistenden sowie die MWST-Nr., unter der er im Register der Steuerpflichtigen eingetragen ist
  • Name und Ort des Empfängers der Leistung
  • Datum oder Zeitraum der Leistung, sofern nicht identisch mit dem Rechnungsdatum 
  • Art, Gegenstand und Umfang der Leistung
  • Entgeld für die Leistung
  • Der anwendbare Steuersatz und der Steuerbetrag oder, sofern im Entgelt die Steuer bereits enthalten: inkl. 8% MWST

Welche Umsätze sind von der Steuerpflicht befreit: 

Ausfuhr (Export) von steuerpflichtigen Gegenständen und Dienstleistungen 

Vorsteuerabzug ist erlaubt

Welche Umsätze sind von der Steuer ausgenommen?

  • Aus- und Fortbildung
  • Kulturelle Dienstleistungen
  • Entgelte für sportliche Anlässe
  • Versicherungen
  • Geld- und Kapitalverkehr
  • Umsätze und Verkauf von Grundstücken und Liegenschaften

Vorsteuerabzug ist nicht erlaubt

Weshalb drängt sich die Unterscheidung der beiden Vorsteuer-Konten bei Führung einer Buchhaltung auf?

Die Unterscheidung ist im Abrechnungsformular der ESTV vorgesehen. Die ermöglicht der ESTV Plausibilitätsprüfungen (Verhältnis Umsatzsteuer zu geforderten Vorsteuer 1170) aufgrund von Branchendurchschnitten. 

Étudier