500_Production
Handbuch der Logistikkompetenzen EnterSite by ASFL SVBL Swiss Logistics
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Lernkarten
Definiere den Begriff Produktion.
Produktion bezeichnet die Herstellung von Sachgütern, Energien oder Dienstleistungen.
Die Produktion beschreibt auch einen Ablauf/Prozess.
Was sind Produktionsfaktoren?
- Arbeitsleistung, z. B. Mensch, Fachkräfte
- Betriebsmittel, z. B. Fertigungsmaschinen
- Werkstoffe, z. B. Rohstoffe, Rohmaterial
Bei der Produktion spricht man häufig von einem Wertschöpfungsprozess.
Erkläre, was ein Wertschöpfungsprozess ist.
Bei einem Wertschöpfungsprozess werden aus Input-Gütern durch die Kombination von Produktionsfaktoren möglichst höherwertige Output-Güter erstellt.
Das oberste Ziel der Produktion ist es, ein gutes Produkt herzustellen.
Daneben verfolgt die Produktion jedoch noch weitere Teilziele.
Nenne deren drei.
- Geringe Kosten
- Einen hohen Output
- Gute Qualität
- Termine einhalten
- Gute Auslastung der Produktionsmittel
- Geringe Durchlaufzeit
- Hohe Kundenzufriedenheit
Wie lauten die Ziele der Produktestruktur?
- Möglichst einfach sein
- Möglichst Kundenneutral (standardisiert) bis in die oberen Strukturebenen. So spät wie möglich im Fertigungsprozess individuelle Abweichungen (Kundenwünsche) vom Standardmodell.
Definiere den Begriff Produktionslogistik.
Die Produktionslogistik plant steuert und kontrolliert den innerbetrieblichen Transport, Umschlag und die Lagerprozesse.
Nenne sechs Ziele, die sich aus den Aufgaben der Produktionslogistik ergeben.
- Kurze Durchlaufzeiten
- Hohe Termintreue
- Möglichst niedrige Bestände in den Lagern
- Hohes Qualitätsniveau
- Optimale Kapazitätsauslastung (Mensch und Maschine)
- Optimale Gestaltung der Transportwege in der Fertigung
Folgende Produktionslager werden oft im Bereich der Produktion angesiedelt.
Beschreibe ihre Funktion im Produktionsprozess.
Nenne die Lagerart und Funktion
Vorgelagerte Produktionslager
Lagerung von Rohstoffen, Halb- oder Fertigprodukten für den Produktionsprozess
Zwischenlager
Puffer von halbfertigen Produkten für den nachfolgenden Produktionsprozess
Nachgelagerte Produktionslager
Halbfertige oder fertige Waren werden für den Transport zur Weiterverarbeitung oder den Versand zum Kunden gelagert.
Das Handlager wird oft als spezielles Produktionslager dargestellt. Was ist das Spezielle bei der Bewirtschaftung eines Handlagers?
In der Regel bedienen sich die Mitarbeiter dort in Selbstbedienung, ohne Verbuchung im ERP-System.
Das für ein Produkt (z. B. Fahrrad) verwendete Kleinmaterial wird in der Regel nicht einzeln, sondern als Klein- und Verbrauchsmaterial Posten dem Fertigprodukt abgebucht.
Die Entsorgungslogistik ist für die Abfallbewirtschaftung verantwortlich. Welcher Grundsatz gilt es diesbezüglich zu beachten?
Vermeiden – Verwerten – Entsorgen
Vermeidung von Abfall vor Verwerten und das Verwerten steht vor dem Entsorgen.
Welche drei Kriterien beeinflussen die Art der Fertigung?
- Losgrösse
- Organisation der Fertigung
- Ortsabhängigkeit der Fertigung
Nenne fünf Fertigungsarten.
- Einzelfertigung
- Massenfertigung
- Serienfertigung
- Sortenfertigung
- Chargenfertigung
Erkläre die Chargenfertigung möglichst genau.
Bei der Chargenfertigung wird eine bestimmte Menge gleichartiger Produkte unter gleichen Bedingungen produziert, damit diese identisch sind. Durch eine Chargenfertigung wird die Nachverfolgbarkeit gewährleistet. Dies ist hilfreich, wenn es um Produkte geht, bei welchen hohe Sicherheitsstandards gelten.
In der Organisation der Fertigung wird unter anderen zwischen der Werkstatt- und Fliessfertigung unterschieden. Worin unterscheiden sich die beiden Ablaufprinzipien?
Werkstattfertigung:
Bei der Werkstattfertigung werden Arbeitsplätze und Betriebsmittel mit gleichen Verrichtungen in einem Raum zusammengefasst. Das Produkt wandert dabei durch die einzelnen Arbeitsplätze. Die einzelnen Arbeitsplätze können dabei auch Raumübergreifend angelegt werden.
Fliessfertigung:
Bei der Fliessfertigung durchwandert das Produkt ebenfalls verschiedene Arbeitsplätze. Diese sind im Gegensatz zur Werkstattfertigung aber in einer fixen Reihenfolge und auch zeitlich aufeinander abgestimmt.
Wie lautet der Fachbegriff für eine Fertigung, bei der die Prozesse auf Effizienz und Sparsamkeit optimiert wurden?
Lean Management
Erkläre das Kanban-Prinzip möglichst genau.
Das Kanban-Prinzip ist ein am Verbrauch orientiertes Materialflusssystem. Ein Materialnachschub wird ausgelöst, sobald eine vorgängig definierte Mindestmenge unterschritten wird.
Ein weiteres Materialflusssystem nennt sich Two-Bin-Prinzip. Erkläre dieses Prinzip.
Beim Two-Bin Prinzip befinden sich pro Artikel zwei Behälter an Lager. Sobald der erste Behälter leer ist und der zweite angebrochen wird, wird mit dem leeren Behälter der Nachschub ausgelöst. Ist der zweite Behälter wieder aufgefüllt kommt dieser wieder unter den jetzt angebrochenen Behälter.
Kanban- oder Two-Bin-Prinzip sind Methoden der Materialsteuerung. An welchem zentralen Faktor orientieren sich die beiden Methoden?
Am tatsächlichen Verbrauch von Materialien.
Ein Begriff, der die Logistik in Hinsicht auf die Materialbereitstellung jüngst stark geprägt hat, nennt sich JIT. Erkläre, was du unter dieser Abkürzung verstehst.
JIT bedeutet Just in Time (zur rechten Zeit). Mit diesem Verfahren werden die Materialien zu dem Zeitpunkt angeliefert, an dem sie sogleich verarbeitet werden können. Das Material muss demnach nicht mehr gelagert werden und somit können Lagerkosten eingespart werden.
Nenne zwei Vor- und Nachteile von JIT.
Vorteile:
- Einsparung in der Lagerhaltung (Platz, Versicherung, Strom etc.)
- Bedarfsorientierte Beschaffung = keine Kapitalbindung durch Lagerbestände
- Beschleunigung des Fertigungsprozesses
- Vermeidung von „Ladenhütern“
- Verminderung der Personalkosten durch geringen Zeitaufwand in der Beschaffung
- Kurze Durchlaufzeiten in der Produktion
Nachteile:
- Abhängigkeit vom ausserbetrieblichen Materialfluss
- Risikoreiche Abhängigkeit von äusseren Einflüssen (Stau, Streik, Wetter etc.)
- Kosten und Image bei „Worst Case“ = Produktionsstillstand
Nenne drei Funktionen, welche die Produktionsplanung und -steuerung erfüllen.
- Produktionsprogrammplanung
- Materialbewirtschaftung, Mengenplanung
- Termin- und Kapazitätsplanung
- Auftragsveranlassung
- Auftragsüberwachung
Zwei unterschiedliche Formen der Produktionssteuerung sind die Push- und Pull-Produktion.
Welche Aussagen sind richtig?
Wie wird die Ware genannt, die in Massen produziert wird und in erster Linie an Händler oder weiterverarbeitende Betriebe anstatt an Endverbraucher vertrieben wird?
Bulkware
Stücklisten unterscheiden sich vom Aufbau. Nenne die drei wichtigsten Arten von Stücklisten.
- Mengenstückliste
- Strukturstückliste
- Baukastenstückliste
Strukturstückliste
Welche Teile man in welcher Häufigkeit benötigt.
Das Produkt B1 wird einmal verwendet. Um dieses Produkt zu erstellen, benötigt man ein B3, ein T1 und dreimal T2. Das Produkt B3 wiederum besteht aus einem T1, dreimal T3 und einem T4
Inwiefern unterscheiden sich die beiden Begriffe Qualitätsmanagement und Qualitätssicherung?
Mit Qualitätsmanagement wird in allen Bereichen des Unternehmens versucht, die Prozesse so anzupassen, dass die Qualität sichergestellt werden kann.
Die Qualitätssicherung hat das Ziel, die Vorgaben des Qualitätsmanagements einzuhalten, um negative Einflüsse auf die Qualität eines Endproduktes zu erkennen und zu beseitigen.
Welche Bezeichnung (Nummern) haben das Qualitätsmanagement und das Umweltmanagement?
ISO 9001 = Qualitätsmanagementsysteme Anforderungen
ISO 14001 = Umweltmanagementsystem
Der PDCA-Zyklus ist ein Modell zur Umsetzung von Veränderung im Unternehmen. Erkläre, was die einzelnen Stufen bedeuten.
Plan = Planen
Do = Umsetzen
Check = Prüfen
Act = Handeln
Ein weiteres Instrument im Qualitätsmanagement ist die Verfahrensanweisung. Erkläre den Sinn und Zweck einer Verfahrensanweisung.
Mit einer Verfahrensanweisung wird ein Prozess abgebildet. Dabei wird festgehalten wann, in welcher Situation, durch wen und in welcher Art und Weise vorzugehen ist.
Eine VA erleichtert den Mitarbeitern, Prozesse zu verstehen und korrekt umzusetzen. Wichtig ist jedoch, dass die Anweisungen korrekt angewendet werden.
Warum ist die Rückverfolgbarkeit von Produktionsprozessen für ein Unternehmen wichtig?
In einem Produktionsprozess werden je nach Produkt etliche Einzelteile verbaut. Wenn im Endprodukt plötzlich ein Problem auftritt, ist es wichtig, das Problem möglichst rasch zu lokalisieren, um allenfalls auch weitere Schäden zu vermeiden. Die Rückverfolgbarkeit bietet die Möglichkeit, festzustellen, wer, wie und wann das Produkt produziert oder geliefert hat und ob es allenfalls auch in anderen Produkten eingesetzt wurde.