Beschaffunslogistik

Beschaffunslogistik

Beschaffunslogistik

Diese Lernkarten vermitteln Grundlagen und Methoden der Beschaffungslogistik für Unternehmen. Sie behandeln strategische und operative Aspekte wie Lieferantenauswahl, Bedarfsermittlung und Risikomanagement, inklusive Berechnungen zu Bestellmengen und Lagerkosten. Praktiker und Studierende profitieren von praxisnahen Inhalten zur Optimierung von Beschaffungsprozessen und Entscheidungsfindung.
Karten
49
Lernende
2
Sprache
Deutsch
Kategorie
Technik
Stufe
Andere
Erstellt / Aktualisiert
19.04.2026 / 31.05.2026

Lernkarten

Beschaffungsadministration Funktionsbereiche 

Bestellentscheidungen

Kaufmanische Bestellabwicklungen

Beratung und Terminüberwachung der Beschaffungslogistik

Aufgaben und Funktionen im Prozessmodell "Idealtypischer" Beschaffungsprozess

Anbahnungphase (Planung und Disposition) 

  1. Bedarfsermittlung und Bedarfsplanung 
  2. Bestandskontrolle
  3. Ermittlung Bezugsquellen

Vereinbarungsphase (Bestellentscheidungen)

  1. Lieferantenauswahl und Lieferantenbeurteilung
  2. Genehmigung 
  3. Bestellung

Abwicklungsphase (Koordination, Logistik, Controlling)

  1. Bestellüberwachung 
  2. Anlieferung und Wareneingang
  3. Rechnungsprüfung und Zahlen
  4. L-Bewertung / L-Audit und Kennzahlen

Hauptanforderungen und Hauptziele Operativen Beschaffung

Hauptanforderungen Operative beschaffung soll sicherstellen

  1. die Richtige Beschaffungsobjekte
  2. Die Richtige Zeit 
  3. die Richtige Ort
  4. die Richtige Menge 
  5. die Richtige Qualität
  6. zu Richtigen Kosten
  7. mit der Richtigen Information

Die Hauptziele

  • Hohe Lieferbereitschaft und Liefertreue (Terminhaltung)
  • Hohe Versorgungssicherheit
  • Kurze Wiederbeschaffungs und Durchlaufzeiten
  • Hohe Flexibilität
  • Hohe Qualität
  • Hohe Wirtschaftlichkeit
  • Niedrige kapitalbindung 

Bedarfsermitlung beschaffenden Materals

Warenbedarfsarten

 

Produktionsbedarf: Sekunder, Tertiär, Brutto und Nettobedarff für die Produktion

Primärbedarf: Verkaufsfähige, Fertigwaren

Sekundärbedarf: Waren wie Baugruppen und Teile zur Herstellung des Primärbedarfs

Tertiärbedarf: Verbrauchsabhängige Betriebsmittel und Hilfstoffe 

Bruttobedarf: Warenbedarf vor Abzug der Vorräte und offenen Bestellungen

Nettobedarf: Warenbedarf nach Abzug der Vorräte und Offenen Bestellungen

Bedarfsauslöser und Bedarfsträger 

Geplanter grosser investitionsbedarf: das Bewiligte jahresbudget der Finanzabteilung 

Geplante oder nicht geplanter kleinerer oder mitlerer Investitionsbedarf: das Bewiligte Jährliche Abteilungsbudget der interne abteilungen

Primär und Konsumwarenbedarf: die Jährliche oder rollende Primärbedarfsermittlung mittel Absatzplan durch die Verkaufs / Marketingabteilung.

Produktionsbedarf: die Sekundärbedarfsmittlung mittels Stücklisten durch die Materialwirtschaft (AVOR)

Mengenmässige Bedarfsermittlungsmothoden

Richtig

Stochastisch (Verbrauchsorientiert)

Hohchrechnung aus zürückliegenden Verbrachsmengen

Deterministisch (Auftragsorientiert): 

Ermittelt aus den Auftragsbeständen und Stücklisten

Hauristisch (Geschätzt):

Ohne Rferenzwerte hypothestisch geschätz.

Optimale Bestellmenge für den Varkaufsplan 

Lossgrosse Rechnung nach Andler 

 

Bedeutung:

  • XoptX_{\mathrm{opt}} = optimale Bestellmenge in Stück
  • MM = Bedarfs- oder Verkaufsmenge pro Jahr
  • BKBK = Kosten pro Bestellung in Franken
  • EPEP = Einstandspreis pro Stück
  • LHSLHS = Lagerhaltungskostensatz in Prozent

Beispiel mit Verkaufsplan

Der Verkaufsplan zeigt einen Jahresabsatz von 12’000 Stück.

  • Jahresbedarf MM = 12’000 Stück
  • Bestellkosten BKBK = CHF 80.–
  • Einstandspreis EPEP = CHF 20.–
  • Lagerhaltungskostensatz LHSLHS = 10 %

Einsetzen:

Xopt=200×12′000×8020×10X_{\mathrm{opt}} = \sqrt{\frac{200 \times 12'000 \times 80}{20 \times 10}}

Zähler berechnen:

200×12′000×80=192′000′000

Nenner berechnen:

20×10=200

Dividieren:

192′000′000 / 200 = 960′000

Wurzel ziehen:

Xopt=960′000=979,8

 

Ergebnis: Die wirtschaftlich optimale Bestellmenge beträgt ungefähr 980 Stück pro Bestellung.

Anzahl Bestellungen pro Jahr

Bestellungen=Jahresbedarf / optimale Bestellmenge = Anzahl Bestellungen pro Jahr

Das Unternehmen bestellt also ungefähr 12-mal pro Jahr jeweils 980 Stück.

Merksatz für die Prüfung

  • Grosse Bestellmenge: wenige Bestellungen, niedrige Bestellkosten, aber hohe Lagerkosten.
  • Kleine Bestellmenge: viele Bestellungen, hohe Bestellkosten, aber niedrige Lagerkosten.
  • Optimale Bestellmenge: Bestellkosten und Lagerhaltungskosten sind zusammen am niedrigsten.

Einteilung von Stücklisten Nach Form

Nach Form bedeutet: Stücklisten werden danach unterschieden, wie die Bauteile und Baugruppen dargestellt bzw. gegliedert werden.

 

  1. Mengenstückliste – Alle benötigten Teile werden zusammengefasst mit ihrer Gesamtmenge angegeben. Die Struktur des Produkts ist nicht erkennbar.
    Beispiel: 1 Motor, 2 Gehäuseteile, 1 Schalter, 4 Schrauben.

  2. Strukturstückliste – Zeigt den gesamten hierarchischen Aufbau des Produkts, also Produkt → Baugruppen → Einzelteile.
    Beispiel: Handmixer → Gehäuse → Schrauben usw.

  3. Baukastenstückliste – Zeigt immer nur eine Fertigungsstufe. Für jede Baugruppe gibt es eine eigene Stückliste.

  4. Variantenstückliste – Wird für ähnliche Produktvarianten verwendet. Gleiche Teile werden gemeinsam erfasst und unterschiedliche Teile je Variante gekennzeichnet.

Merksatz:
Menge = Was und wie viel?
Struktur = kompletter Aufbau
Baukasten = eine Stufe
Variante = verschiedene Ausführungen

 

Einteilung von Stücklisten Nach Zweck

Nach Zweck bedeutet: Stücklisten werden danach unterschieden, wofür sie im Unternehmen gebraucht werden.

  1. Konstruktionsstückliste – für die Konstruktion/Entwicklung. Sie enthält die technisch notwendigen Teile eines Produkts.

  2. Dispositionsstückliste – für die Materialplanung. Sie zeigt, welche Teile wann und in welcher Menge benötigt werden.

  3. Einkaufsstückliste – für den Einkauf. Sie enthält die Teile, die extern bestellt bzw. eingekauft werden müssen.

  4. Bereitstellungsstückliste – für die Produktion/Montage. Sie zeigt, welche Teile am Arbeitsplatz bereitgestellt werden müssen.

  5. Ersatzteilstückliste – für Wartung und Reparatur. Sie enthält Teile, die als Ersatzteile benötigt werden können.

  6. Kalkulationsstückliste – für die Kostenberechnung. Mit ihr werden z. B. Material- und Herstellkosten berechnet.

Kurz zum Merken:
Konstruktion → bauen
Disposition → planen
Einkauf → bestellen
Bereitstellung → bereitstellen
Ersatzteile → reparieren
Kalkulation → Kosten berechnen

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