ORWA - Tag 1

ORWA-Karteikarten

ORWA-Karteikarten


J. A.
Diese Lernkarten behandeln auf Universitätsniveau die Dynamik von Veränderungsprozessen in Unternehmen und Organisationen. Sie beleuchten die Phasen des Wandels, Arten von Widerstand und deren Bewältigung, sowie die Rolle der Führung und Kommunikation. Besonders hilfreich sind sie für Führungskräfte und Change Manager, die Veränderungsprozesse erfolgreich steuern möchten, indem sie Widerstände erkennen und gezielt darauf reagieren.
Cartes-fiches
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Langue
Allemand
Niveau
Université
Créé / Mis à jour
12.01.2026 / 19.01.2026

Cartes-fiches

Ein Unternehmen kündigt eine Reorganisation an. Das Management reagiert auf kritische Mitarbeitende mit Fakten, Business-Cases und Zeitdruck. Mehrere Mitarbeitende ziehen sich zurück, melden sich kaum noch und zeigen nur noch minimale Leistung.

Aufgabe:

  1. In welchem „Zimmer“ befinden sich diese Mitarbeitenden vermutlich?

  2. Was wurde im Vorgehen falsch gemacht?

  3. Was wäre ein besseres Vorgehen mit Bezug auf das 4-Zimmer-Modell?

  1. Verlies der Lähmung (nach langer Verwirrung ohne Sinnklärung)
  2. Fehler:
    1. Rationales Argumentieren bei emotionalem Zustand
    2. Kein Raum für Sinn, Fragen, Rücksprünge
  3. Besser
    1. Rückkehr in den Raum der Verwirrung ermöglichen
    2. Sinn klären, Erwartungen transparent machen
    3. Sicherheit geben statt Druck erhöhen
    4. Führung situativ an emotionalen Zustand anpassen

Der Raum der Verweigerung ist überwiegend ________ geprägt und befindet sich im Modell eher ________.

emotional – unten

Bleibt eine Person zu lange im Raum der Verwirrung, kann sie ins ________ der ________ geraten.

Verlies - Lähmung

Was ist der entscheidende Unterschied zwischen Verwirrung und Verweigerung?

  • Verweigerung: Ablehnung, Abwehr, "Nein"
  • Verwirrung: Offenheit bei Unsicherheit, "Vielleicht"

Was ist der größte Führungsfehler im Raum der Verweigerung?

  • Argumentieren mit Zahlen
  • Rechtfertigen
  • Überzeugen wollen
  • Druck ausüben

Was ist der größte Führungsfehler im Raum der Verwirrung?

  • Unklare Kommunikation
  • widersprüchliche Botschaften
  • fehlende Orientierung

Ein Projektleiter merkt Widerstand und organisiert sofort ein Kick-off mit Vision, Zielbild und Erfolgskennzahlen.

Aufgabe:
Warum ist dieses Vorgehen problematisch im Sinne des 4-Zimmer-Modells?

MItarbeitende befinden sich noch im Raum der Verweigerung

VIsion gehört in Richtung Verwirrung / Erneuerung

Emotionen wurden nicht adressiert

Wie bewegen sich Mitarbeitende typischerweise durch das 4-Zimmer-Haus der Veränderung?

Der Ablauf ist nicht linear sondern dynamisch:

  1. Start: Raum der Zufriedenheit
  2. Veränderung tritt ein -> Falltür in den Raum der Verweigerung
  3. Saloon-Tür: Übergang von Verweigerung zu Verwirrung (zögerlich, mal schauen)
  4. Suchphase: Mitarbeitende versuchen, Neues mit eigenen Vorstellungen zu verbinden
  5. Zwei Risiken:
    1. Rückfall in Verweigerung
    2. Verbleib -> Verlies der Lähmung (innere Kündigung)
  6. Durchbruch: Sinn wird verstanden -> Schwere Tür in den Raum der Erneuerung
  7. Abschluss: Nach erfolgreicher Umsetzung Rückkehr in den Raum der Zufriedenheit

Wie sollte Führung im Raum der Zufriedenheit handeln?

  • Irritationen zulassen
  • Externe Perspektiven einbringen
  • Status quo hinterfragen
  • Reflexion ermöglichen

Was sollte Führung im Raum der Zufriedenheit nicht tun?

  • Selbstzufriedenheit verstärken
  • Probleme kleinreden
  • Veränderungsimpulse unterdrücken

Da Gefahr für Blindheit für Wandel!

Was kennzeichnet den Raum der Verweigerung?

  • Erste emotionale Reaktion auf Veränderung
  • Angst, Wut, Abwehr
  • "Nein, kein Bock"
  • Sehr emotional, vergangenheitsorientiert

Wie sollte Führung im Raum der Verweigerung agieren?

  • Emotionen ernst nehmen
  • zuhören statt argumentieren
  • Sicherheit geben
  • Widerstand als Signal verstehen

Ziel wäre Übergang in die Verwirrung ermöglichen

Was ist der größte Führungsfehler im Raum der Verweigerung?

  • Mit Zahlen überzeugen wollen
  • Druck ausüben
  • Widerstand pathologisieren

Folge: Keller der Verzweiflung (aktiver Widerstand)

Was kennzeichnet den Raum der Verwirrung?

  • Ambivalenz
  • Unsicherheit
  • Suche nach Orientierung
  • Lern- und Sinnfindungsphase

Wie sollte Führung im Raum der Verwirrung handeln?

  • Klar kommunizieren (wiederholt!)
  • Orientierung geben
  • Rollen und nächste Schritte klären
  • Fehler erlauben

Ziel ist Sinn erzeugen

Was darf Führung im Raum der Verwirrung nicht tun?

  • Widersprüchliche Botschaften senden
  • Unklarheit aushalten lassen
  • Mitarbeitende allein lassen

Gefahr: Verlies der Lähmung (innere Kündigung)

Was kennzeichnet den Raum der Erneuerung?

  • Akzeptanz der Veränderung
  • Hoffnung, Neugier
  • Leistungsbereitschaft
  • Umsetzung des Neuen

Wie sollte Führung im Raum der Erneuerung handeln?

  • Erfolge sichtbar machen
  • Energie schützen (Pausen!)
  • Lernen reflektieren
  • Vertrauen stärken

Ziel ist, die Veränderung zu stabilisieren

Was ist ein typischer Fehler im Raum der Erneuerung?

  • Sofort den nächsten Change starten
  • Erschöpfung ignorieren
  • Lernen nicht reflektieren

Warum spricht man im Change Management vom Menschen als „Gewohnheitstier“?

Weil Menschen dazu neigen

  • den Status quo zu bevorzugen
  • Verluste stärker zu gewichten als Gewinne
  • Bekanntes emotional zu verteidigen

Was beschreibt der Endowment-Effekt (Besitztumseffekt)?

Der Endowment-Effekt beschreibt die Tendenz, DInge im eigenen Besitz höher zu bewerten als objektiv identische Dinge, die man (noch) nicht besitzt.

Was ist der Status-quo-Bias?

Der Status-Quo-Bias beschreibt die systematische Bevorzugung des aktuellen Zustands, selbst wenn Alternativen objektiv besser wären.

Grund: Verlustängste wirken stärker als potenzielle Gewinne.

Was besagt die Prospect Theory (Verlustaversion)?

Die Prospect Theory besagt, dass Verluste emotional stärker gewichtet werden als gleich grosse Gewinne.

Beim Endowment-Effekt bewerten Menschen __________ Objekte höher als identische Objekte, die sie nicht besitzen.

eigene / im eigenen Besitz befindliche

Der Status-quo-Bias erklärt, warum Menschen lieber den __________ Zustand beibehalten, auch wenn Alternativen besser wären.

aktuellen

Je besser die Argumente für eine Veränderung sind, desto geringer ist der Widerstand.

Bei Verlustaversion und Endowment-Effekt helfen Argumente allein nicht, da Emotionen dominieren.

Situation:
Ein Unternehmen führt ein neues IT-System ein, das objektiv effizienter ist. Viele Mitarbeitende blockieren, obwohl sie die Vorteile verstehen.

Aufgabe:

  1. Welche psychologischen Effekte erklären dieses Verhalten?

  2. Was wäre ein falsches Vorgehen der Führung?

  3. Was wäre ein besseres Vorgehen?

  1. .
    1. Endowment-Effekt (Verlust vertrauter Arbeitsweisen)
    2. Status-Quo-Bias
    3. Verlustaversion
  2. .
    1. weiteres Argumentieren
    2. Druck
    3. Abwertung des Widerstands
  3. .
    1. Sicherheit schaffen
    2. Übergangsphasen ermöglichen
    3. Verluste explizit anerkennen
    4. emotional begleiten

Was besagt die Kognitive-Dissonanz-Theorie?

Menschen sind bestrebt, ihre Gedanken, Überzeugungen und ihr Verhalten in Einklang zu halten. Treten Widersprüche auf, entsteht eine unangenehme innere Spannung (Dissonanz), die reduziert oder vermieden werden soll.

Kognitive Dissonanz wird als __________ innere Spannung erlebt, die Menschen abbauen wollen.

unangenehme

Was beschreibt der Conformity Bias?

Die Tendenz von Menschen, sich der Gruppenmeinung anzupassen, selbst wenn sie wissen, dass diese falsch ist.

Bei normativer Konformität passen sich Menschen an, um __________ zu vermeiden.

soziale Ablehnung / sozialen Druck

Konformitätsdruck entsteht nur in langfristig eingespielten Teams.

Selbst in Gruppen ohne soziale Bindung wirkt starker Konformitätsdruck.

Situation:
In einem Workshop äußert niemand Kritik am Change-Projekt. Später zeigen sich massive Widerstände im Alltag.

Aufgabe:

  1. Welcher Bias erklärt dieses Verhalten?

  2. Was war das Führungsproblem?

  3. Was wäre besser gewesen?

  1. Conformity Bias (normative Konformität)
  2. Keine psychologische Sicherheit, hoher Gruppendruck
  3. Abweichende Meinungen explizit einladen, kleine Gruppen oder anonyme FOrmate
  4. Meinungsvielfalt sichtbar machen

Was ist die Methode „World Café“?

Das World Café ist ein strukturiertes Großgruppenformat um viele Perspektiven sichtbar zu machen, Dialog über Rollen-, Abteilungs- und Hierarchiegrenzen hinweg zu fördern

Welches Ziel verfolgt das World Café im Change-Kontext? (3 Punkte)

 

  1. Beteiligung ermöglichen
  2. kollektives Denken fördern
  3. Unsicherheiten, Sorgen und Ideen sichtbar machen

Für welche Art von Fragestellungen eignet sich das World Café besonders?

Für offene, explorative, Change-relevante Fragen

Warum ist der Tischwechsel ein zentrales Element der World-Café-Methode?

Weil dadurch Ideen wandern und sich weiterentwickeln. Es ist das Gegengewicht zum Conformity Bias.

Im World Café bleibt nach jedem Tischwechsel eine Person als __________ am Tisch.

Gastgeber

World Café eignet sich besonders für __________ Fragestellungen und nicht für reine Entscheidungsfindung.

offene / explorative

Ein Unternehmen steckt mitten in einer Reorganisation. Gerüchte, Unsicherheit und stille Ablehnung nehmen zu. Die Führung plant eine Townhall mit PowerPoint-Präsentationen.

Aufgabe:

  1. Warum ist dieses Vorgehen problematisch?

  2. Wie könnte ein World Café helfen?

  3. In welchem „Zimmer“ des 4-Zimmer-Modells befinden sich viele Mitarbeitende?

  1. .
    1. EInwegkommunikation
    2. emotionale Lage wird ignoriert
  2. . 
    1. Sorgen sichtbar machen
    2. Perspektiven vernetzen
    3. Orientierung schaffen
  3. .
    1. Raum der Verwirrung (teilweise Übergang zur Verweigerung)

Étudier